You are currently browsing the tag archive for the ‘ARD’ tag.

Titel HB 2014Nr.037 -Einigkeit und Recht und Freiheit- 15. 01. 2015

______________________________________________________________

Vera Lengsfeld:
Protest gegen Wahlverfahren in der VOS

Berlin, 15.01.2015/cw – Vera Lengsfeld, bekannte einstige DDR-Bürgerrechtlerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete der CDU, hat in einem Schreiben vom 5. Januar an den Bundesvorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, Rainer Wagner, scharfe Kritik an den Vorgängen in der VOS vorgetragen. Das Schreiben liegt der Redaktion vor. Lengsfeld ist seit einem Jahr Landesvorsitzende der VOS Berlin-Brandenburg.

Stimmauszählung unterschreitet DDR-Standard

Zu den jüngst durchgeführten Nachwahlen im Verband erklärte Lengsfeld u.a.: „Mit größtem Befremden habe ich von Dritten erfahren, unter welch dubiosen Umständen eine Neuwahl vakanter Vorstandsposten bei der VOS im Gange ist.“ Lengsfeld protestiert „im Namen der Kameraden von Berlin-Brandenburg“ gegen das Wahlverfahren und fordert Wagner auf, „die Wahl zu stoppen.“ Harsch merkt die Bürgerrechtlerin an: „Gänzlich unverständlich ist mir Ihre Anweisung, keine Mitglieder bei der Stimmauszählung zuzulassen. Damit unterschreiten sie sogar DDR- Standards, die es den Wählern gestatteten, bei der Auszählung dabei zu sein, nicht nur die Kandidaten der Nationalen Front.“

Enttäuscht zeigt sich die VOS-Landesvorsitzende von den Hoffnungen, die in die seinerzeitige Wahl von Wagner (April 2014) gesetzt worden sei: „Mit Ihrer Wahl war die große Hoffnung auf eine Erneuerung der VOS verbunden. Die wurde enttäuscht. Sind Sie wirklich der Meinung, dass man einfach so weiter machen kann?“ Und zur jüngst bekannt gewordenen Kritik durch die Goldene-Henne-Preisträgerin Kathrin Behr an Wagner schreibt die engagierte Publizistin: „Gemessen an ihrem Verhalten in Sachen VOS bin ich geneigt zu glauben, dass Kathrin Behr Recht hat.“

<<<>>>

Proteste: VOS-Nachwahlen angefochten

Berlin, 15.01.2015/cw – Auch acht Tage nach der Stimmauszählung hat die VOS noch immer kein Ergebnis der Nachwahlen zum VOS-Vorstand bekannt gegeben. Beobachter rätseln nun darüber, warum der Bundesvorstand mit den Ergebnissen hinter dem Berg hält. Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass die VOS möglicherweise die durch Mitglieder und Delegierte unterzeichnete Wahlanfechtung prüft und im Ergebnis die Wahl wiederholt wird.

In der ersten Anfechtung, die dem Vorsitzenden des Wahlausschusses Frank Nemetz noch am Tag der Auszählung übergeben worden war, wurde dem Verband u.a. die Verletzung des Wahlgeheimnisses vorgeworfen. Trotz einer Rüge des zuständigen Registergerichtes, das wegen eben dieser Verletzung bereits 2010 eine Nachwahl vom Herbst 2009 aufgehoben hatte, waren erneut gesetzwidrig gekennzeichnete Stimmzettel an die Delegierten versandt worden. Auf den Abstimmungszetteln waren Name und Adresse des Wählers vermerkt worden, außerdem sollte der Stimmzettel auch unterschrieben werden. In der Wahlanfechtung heißt es dazu: „Insoweit liegt in dem jetzigen Verstoß nicht ein Versehen sondern vermutlich ein gewollter und bewusster, im Übrigen strafbewehrter Verstoß gegen das Wahlgeheimnis vor.“ Zwar habe man den zweiten Wahlgang, die Nachwahl, nach Protesten entsprechend korrigiert und gesetzeskonforme Wahlunterlagen versandt, jedoch nicht die erste und ungesetzliche Abstimmung (über die Durchführung einer Briefwahl) widerrufen, die im Übrigen auch nicht an alle Delegierten übersandt worden war. Daher sei die gesamte Wahl ungültig und zu wiederholen.

Rechte der Mitglieder ignoriert

In der umfassenden Anfechtung wird dem Vorstand überdies vorgehalten, die Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte der Mitglieder schlichtweg ignoriert zu haben. So seien diese weder über die Rücktritte von immerhin zwei stv. Bundesvorsitzenden noch über die Nachwahlen und die Möglichkeit von Vorschlägen zur Kandidatur informiert worden. Zwar hätten die Mitglieder laut Satzung kein direktes Wahlrecht, das durch gewählte Delegierte wahrgenommen werde. Aber zweifellos stände den Mitgliedern ein Vorschlagsrecht für die Benennung von Kandidaten zu. Dies sei durch ein Verschweigen der Rücktritte wie der angesetzten Nachwahl nicht möglich gewesen.

Inzwischen werden die Rufe aus dem Verein lauter, die Nachwahlen durch eine komplette Neuwahl des Vorstandes zu ersetzen. Immerhin, so die Argumente, würden laut eigener Einlassungen des Bundesvorsitzenden acht Monate nach der im April 2014 erfolgten Vorstandswahl nicht nur die Wahl von zwei Stellvertretern, sondern auch die Nachwahl von drei Beisitzern notwendig. Damit würden vom siebenköpfigen Bundesvorstand fünf Positionen vakant sein, was eine komplette Neuwahl rechtfertige. In diesem Zusammenhang wurde sogar die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung gefordert. Allein die Neuwahl eines „dritten Schatzmeisters innerhalb von acht Monaten“ erfordere angesichts der desolaten Finanzsituation des Verbandes eine umfassende Diskussion um die Voraussetzungen, die ein Kandidat für dieses wichtige Amt aufweisen müsse. Vom amtierenden Bundesvorstand lag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

<<<>>>

Hoheneck: Endlose Geschichte um Vereinsauflösung

Michelstadt, 15.01.2015/cw – In einem Beschluss vom 12. Januar hat das Amtsgericht Michelstadt (Hessen) durch den mit der Sache befassten Richter Rothfritz einen erneuten Termin mit der Einvernahme von Zeugen für den 11. Mai d.J. angeordnet.

In einer ersten Reaktion zeigten sich Klägerinnen über die „erneute Vertagung einer Entscheidung“ enttäuscht. Das Verfahren ziehe sich bereits seit drei Jahren hin, ohne dass die Justiz in der Lage sei, klare Richtlinien vorzugeben. Dieser Umgang mit den ernsten Anliegen einstiger Verfolgter der DDR-Diktatur sei skandalös und arbeite jenen in die Hände, die den traditionellen Verein an die Wand gefahren hätten und nun seit einem Jahr dessen „gesetzwidrige Auflösung“ betreiben.

Die Auseinandersetzungen um den 1990 auf Initiative von Maria Stein gegründeten „Frauenkreis der ehemalige Hoheneckerinnen“ kommen in der Tat zur Unzeit, da seit dem Besuch des Bundespräsidenten im Mai 2011 Bewegung in das seit Jahren vorgetragene Anliegen der ehemaligen Hoheneckerinnen gekommen war. In dem einstigen Frauenzuchthaus soll eine würdige Gedenkstätte an die Leiden von nahezu 10.000 während der DDR-Diktatur aus politischen Gründen verfolgten Frauen geschaffen werden. Durch die Auseinandersetzungen würden „an den betroffenen Frauen vorbei“ Entscheidungen vor Ort getroffen, auf die später kaum noch Einfluss genommen werden könne. Dem derzeitigen Vorstand seien diese Anliegen offenbar gleichgültig, da „dieser weiterhin die Auflösung betreibe und sich aus jeglicher Form der Mitgestaltung in Hoheneck verabschiedet habe,“ so eine offensichtlich tief enttäuschte ehemalige Hoheneckerin gegenüber der Redaktion.

<<<>>>

Opferrente: Verzögerungen in Bundesländern

Berlin/Köln, 15.01.2015/cw – Die vom Bundestag und Bundesrat beschlossene Erhöhung der sogen. „Opferrente“ (Soziale Zuwendung) für anerkannte Verfolgte der zweiten Diktatur um 50 auf insgesamt 300 Euro per 1.Januar verzögert sich in einigen Bundesländern. Während in Brandenburg und Berlin die beschlossene Erhöhung bereits vielfach zum Jahresende überwiesen wurde, klagen Betroffene vornehmlich aus den alten Bundesländern, so aus NRW, über die Zuweisung bisheriger Beträge. Nach Recherchen durch die Redaktion liegen die abweichenden Handhabungen an den offensichtlichen Unterschieden in der Arbeit der Bürokratien. So hatten die neuen Bundesländer im Vorgriff auf die formale Unterzeichnung der Gesetzesänderung durch den Bundespräsidenten bereits Änderungen in Form der Erhöhung bisheriger Leistungen veranlasst, während die alten Bundesländer diese Unterzeichnung und damit die formale Inkraftsetzung der Gesetzesänderung durch Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (22.12.2014) offensichtlich abgewartet hätten. Der Bundespräsident hatte die Änderung im Dezember unterzeichnet .
Für Betroffene entstehen durch die Verzögerung keine fiskalischen Nachteile, da ausstehende Beträge nachgezahlt werden.

<<<>>>

Peter-Fechter-Film: RBB stimmt Vergleich zu

Berlin, 15.01.2015/cw – Der RBB hat in dem jahrelangen Rechtsstreit um die Rechte der Film-Sequenz über den Abtransport des am 17.08.1962 an der Berliner Mauer nahe dem Checkpoint Charlie ermordeten Peter Fechter jetzt einem Vergleich vor dem Kammergericht Berlin zugestimmt. Der Sender überweist an die Kläger als Ausgleich für deren geltend gemachten Rechte einen vierstelligen Betrag. Damit wurden auch etwaige Forderungen ggüb. anderen Sendeanstalten der ARD abgegolten. Die Rechte selbst sind nach Ablauf der gesetzliche Frist von 50 Jahren zwztl. ausgelaufen.

Der Kameramann Herbert Ernst hatte vor Ort den Abtransport des toten Peter Fechter gefilmt; die Sequenz wurde weltberühmt und seither als Synonym für den Mord an der Mauer weltweit immer wieder gezeigt. Ernst hatte sich in den siebziger Jahren beruflich umorientiert und hatte seine einstigen Filmarbeiten gewissermaßen aus den Augen verloren. Erst 2009 übertrug er dann seine Rechte notariell auf zwei Mauer-Aktivisten, die mit dem erwarteten Erlös ein Zeitzeugen-Archiv aufbauen wollten.

In der folgend eingereichten Musterklage gegen den RBB als Nachfolger des einstigen Sender Freies Berlin (SFB) begehrten die Kläger Ralf G. und Carl-Wolfgang H. die Nutzungsrechte und entsprechende Entschädigungen für Ausstrahlungen und zu Unrecht erteilte Lizenzen. Das mit der Klage befasste Landgericht wie das Kammergericht hatten Rechte „am Laufenden Bild“ grundsätzlich verneint und daher die Frage, wieweit der Kameramann Ernst die Bilder selbst hergestellt hatte, nicht eigens überprüft. Der BGH hingegen bejahte im Grundsatz bestehende Rechte und verwies den Rechtsstreit mit der Auflage an das Kammergericht zurück, dieses müsse diese grundsätzlich vorhandenen Rechte daraufhin prüfen, ob die fraglichen Bilder tatsächlich von Herbert Ernst erstellt worden seien. Der RBB hatte eben dies bestritten und einen zweiten Kameramann ins Verfahren eingeführt.

In der fast zweistündigen Verhandlung am 12. Januar kam das Gericht nach gewissenhafter Analyse der ausgestrahlten Filmsequenz und weiterer vorgelegter Bilder zum Geschehen vor 52 Jahren zur Überzeugung, dass der vorliegende Film zweifelsfrei dem Kameramann Herbert Ernst zuzuordnen war. Dieser sei daher berechtigt gewesen, seine Rechte zu übertragen. In Anbetracht des erfolgten Ablaufs der Rechte nach 50 Jahren und einer streitigen Rechteverwertung für festgestellte drei Jahre einigten sich die Parteien auf den vorgenannten und von der Kammer angeregten Vergleich.

Siehe zum Thema Peter Fechter auch: „Vom Sterben an der Mauer NDR“ – https://www.youtube.com/watch?v=UrdShqebQ6Q und „Der Fall Peter Fechter – Offene Fragen“ – https://www.youtube.com/watch?v=7TFBtnRiQFs

<<<>>>

Preis-Nominierung für BR- Feature „Handelseinig – DDR-Zwangsarbeit“

München/Berlin, 15.01.2015/cw – Der BR-Feature „Handelseinig – DDR-Zwangsarbeit und die Verantwortung der Westbetriebe“, der über mehrere ARD-Sender – außer Berlin – ausgestrahlt wurde (Erstsendung BR 2013) wurde jetzt für den von den Industrie- und Handelskammern verliehenen „Ernst-Schneider-Preis“, dem Journalistenpreis der Deutschen Wirtschaft nominiert. Der seit 44 Jahren jährlich verliehene Preis ist nach dem früheren DIHK-Präsidenten, dem Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Schneider benannt und wird für dieses Jahr voraussichtlich im Oktober d.J. an die Preisträger überreicht. Die Autorin Gabriele Knetsch arbeitet seit 1985 vorwiegend für den Bayerischen Rundfunk (BR).

In diesem Monat stellt Gabriele Knetsch eine weitere Arbeit vor: „Im Fadenkreuz – Kommerzielle Fluchthelfer im Kalten Krieg“. Bisher stehen folgende Sendetermine fest: SWR 2, Mittwoch, 21. Januar 2015, 22:05 Uhr; BR 2, Samstag, 24 Januar 2015, 13:05 Uhr; SR 2, Samstag, 24. Januar 2015, 17:05 Uhr; Nordwestradio (RB), Sonntag, 25. Januar 2015, 16:05 Uhr; NDR info, Sonntag, 25. Januar 2015, 11:05 Uhr; WDR 5, Sonntag, 25. Januar 2015, 11:05 Uhr und hr2-kultur, Sonntag, 25. Januar 2015, 18:05 Uhr.

In der Vorankündigung des WDR für die ARD heißt es dazu: „Gabriele Knetsch stößt 25 Jahre nach dem Mauerfall immer noch auf Ausflüchte, Schweigen und Lügen. Die Autorin hat Akten des Stasi-Archivs, des BND und der CIA eingesehen und mit Zeitzeugen gesprochen. Ihre Recherchen ergaben: Westliche Geheimdienste nutzten die „Republikflucht“ als Strategie, um die DDR auszubluten, denn es waren gerade die Hochqualifizierten, die in den Westen wollten. Bundesdeutsche Politiker ließen ihre eigenen Leute aus der DDR herausholen – von professionellen Fluchthelfern, deren Existenz sie offiziell leugneten. Doch wie sehr bundesdeutsche Politiker unter dem Druck der Amerikaner standen, veranschaulicht Egon Bahr mit einer bis heute nicht offiziellen Anweisung: Die Alliierten forderten von der West-Berliner Polizei, die Mauer mit Waffengewalt zu schützen.

Fluchthilfe – ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte. Zwischen offiziellen Verlautbarungen und der bitteren Realität liegen Welten. Heutzutage heißen Fluchthelfer „Schleuser“ und werden als Kriminelle abgestempelt. Richtet sich die Bewertung von Fluchthilfe etwa danach, was gerade politisch opportun ist?“

<<<>>>

Bürgertag der BStU: Demokratie statt Diktatur

Berlin, 15.01.2015/cw – Vor fünfundzwanzig Jahren besetzten beherzte Bürger die einstige Zentrale des Schreckens, das Ministerium für Staatssicherheit der DDR zwischen Normannen-, Magdalenen- und Ruschestraße. Aus diesem Anlass lädt der Bundesbeauftragte für die ehem. Unterlagen der Staatssicherheit (BStU) Roland Jahn zu einem Bürgertag auf dem Gelände in Berlin-Lichtenberg ein.

Am 17. Januar bietet die Behörde zwischen 11:00 und 19:00 Uhr von einer Ausstellungseröffnung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ bis hin zu Podiumsdiskussionen im Haus 22 ein umfangreiches Programm.

In der vom ASTAK e.V. und BStU gemeinsam erstellten neuen Dauerausstellung im Haus 1, dem einstigen Sitz von Stasi-Chef Erich Mielke, werden Dokumente, Fotos, Film- und Tonaufnahmen sowie Objekte der Stasi gezeigt. Sie bieten Einblick in die Geschichte, Funktion und Arbeitsweise der SED-Geheimpolizei und zeigen, was das für Menschen bedeutete.

Informationen zum Programm: http://www.bstu.bund.de/SharedDocs/Veranstaltungen/Region-Berlin/0117_berlin_buergertag-demokratie-statt-diktatur.html

_____________________________________________________________

Wegen der Trauer um die Toten von Paris verzichten wir in dieser Ausgabe auf Fotos und Grafiken. Wir bitten um Verständnis. Die Redaktion

_____________________________________________________________

Hinweis: Die bisherigen Ausgaben des Hohenecker Boten können unter http://www.17juni1953.de abgerufen oder direkt bei der Redaktion gegen Kostenbeitrag bestellt werden (Redaktion: Siehe Impressum). Die Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. hat der Redaktion Gastrecht auf der Homepage eingeräumt, der Verein ist für die Inhalte nicht verantwortlich.
Impressum: Der „Hohenecker Bote“ ist einzig der demokratischen Auseinandersetzung und den Anliegen der Verfolgten beider Diktaturen verpflichtet, parteipolitisch und vereinsrechtlich unabhängig und erscheint in der Mitte eines jeden Monats. Beiträge dürfen b.a.W. kostenlos unter Zurverfügungstellung von Nachweisen (Belegen) insbesondere von gemeinnützigen Vereinen der Verfolgten- und Opferszene beider Diktaturen in Deutschland genutzt oder weiterverbreitet werden. Ausgenommen davon sind wirtschaftlich ausgerichtete Institutionen oder Unternehmen. Fotos dürfen grundsätzlich nur unter ausdrücklicher Zustimmung bzw. zu den Bedingungen der Redaktion verwandt werden. Redaktion: Carl-Wolfgang Holzapfel (cw) – verantwortlich; redaktion.hoheneck@gmail.com ; Kaiserdamm 9, D-14057 Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953; Fax: 030-30207786. Anzeigen auf Anfrage.

_____________________________________________________________________________________________

ANZEIGE

Werden Sie Mitglied:

VEREINIGUNG 17. JUNI 1953 e.V.

Ein Verein, der Geschichte lebt und gegen das Vergessen antritt.
Gestalten Sie die Erinnerung an den ersten Volksaufstand gegen den Kommunismus im Nachkriegseuropa mit – Reden Sie nicht über Einigkeit und Recht und Freiheit – gestalten Sie diesen Anspruch mit. Heute – Morgen – Für unsere Zukunft.

Fordern Sie einen Aufnahmeantrag an:
Vorstand Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. – Kaiserdamm 9 – 14057 Berlin
_________________________________________________________________________________

Über Anzeigen an dieser Stelle informiert Sie: Redaktion Hoheneck, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

Berlin/Hamburg, 25.08.2014/cw – Im Herbst 2011 berichtete der NDR über die Verstrickung des schwedischen Möbelhauskonzerns in die Ausbeutung politischer Gefangener in der DDR.
Die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni hatte wenig später den Konzern um Auskunft gebeten und den Skandal publiziert. Nach einer Sendung im Schweden-TV im Frühjahr 2012 wachte auch der Dachverband UOKG auf und stieg in die Kritik am „freundlichen Familien-Kaufhaus“ ein. Zunächst mit lukrativem Ergebnis: IKEA finanzierte unter dem entstandenen Druck eine Studie der UOKG, deren Ergebnisse in diesem Sommer vom UOKG-Beauftragten für die Haftzwangsarbeit, Dr. Christian Sachse, vorgestellt wurden.
Seitdem war es etwas still um das Thema geworden, die PR-Aktion des Möbelhauses schien sich für die Billig-Anbieter aus dem Norden auszuzahlen.

Produktion in letzter Diktatur Europas

Jetzt allerdings droht ein neuer Skandal. Die ARD startete heute zur besten Sendezeit die neue Staffel „Markenscheck“ und zu Beginn einen kritischen Beitrag über das schwedische Unternehmen: Der IKEA-Check.
Die Sendung ließ sich zunächst harmlos an oder, wie SPIEGEL-online im Vorfeld mäkelte: „Die Reporter tragen leider vor allem Krimskrams über das schwedische Möbelhaus zusammen.“ Aber der Skandal kam zum Schluß. Als hab es nie eine Debatte um die Billig-Produktion in Diktaturen, die kalte Ausnutzung von Menschen unter diesen Umständen gegeben, produziert IKEA nunmehr in Weißrussland, „der letzten Diktatur in Europa,“ wie die Reporter kritisch anmerken. SPIEGEL-online: „Jetzt wird’s ernst.“

Vor drei Jahren versuchte sich das Möbelhaus gegenüber der Vereinigung 17. Juni und später gegenüber der Öffentlichkeit noch herauszureden: Man habe von der Vergangenheit überhaupt nichts gewusst und man wolle diesen Vorwürfen offen nachgehen.
Mit viel Pomp wurde mit UOKG-Chef Wagner und BStU-Chef Roland Jahn eine aufwändige Pressekonferenz inszeniert, indem sich der Möbelkonzern mittels seines Deutschland-Chefs zerknirscht gab und „strikte Aufklärung“ versprach. Drei Jahre später der neue und für die Möbel-Schweden unter Umständen schwerer wiegende Skandal: Weil es sich nicht – schlimm genug – um zurückliegende Geschichte, sondern um brennende Aktualität handelt.

Rückfälliger Kapital-Süchtiger?

Ehemalige Häftlinge aus der DDR sind empört, und die Vereinigung 17. Juni will ihren Mitgliedern in einem Brandbrief empfehlen, einen großen Bogen um die blau-gelben Filialen zu machen. „Boykott ist die einzige Antwort, die diese hemmungslosen Profit-Geier verstehen,“ sagt die ehemalige Hoheneckerin Tatjana Sterneberg, die einst für andere Westfirmen im DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck schuften mußte.

Und der Dachverband UOKG? Der hat nach Meinung von Beobachtern jetzt auch ein wenn auch eher moralisches Problem: Einerseits freut man sich, einen Beauftragten in Brot und Arbeit gebracht zu haben und bis nach Schweden den Ruf des Aufkärers erlangt zu haben, Dank IKEA. Und nun stellt sich der Finanzier der auch für die UOKG glücklichen PR-Kampagne aktuell als rückfälliger Kapital-Süchtiger dar. Was nun?

Der Dachverband kann ohne Gefahr für das eigene Image die neuen Daten aus Schweden respektive Weißrussland nicht einfach ignorieren. Aber den zugesagten Geldfluss stoppen, die Hand beißen, die so schnell zur Fütterung bereit war? Die UOKG wird Farbe bekennen müssen. Ihr Vorsitzender hat an anderer Stelle ja schon Klartext gesprochen. Ob er nun die Möbel-Produzenten aus dem schönen Schweden auch als „Knechte Satans“ einstuft, bleibt abzuwarten.(844)

Siehe auch:
http://www.daserste.de/information/ratgeber-service/markencheck/markencheck/sendungen-neu/ikea-check-102.html

http://www.spiegel.de/kultur/tv/ikea-ard-markencheck-ueber-das-moebelhaus-a-987898.html
und
http://www.fr-online.de/tv-kritik/-der-ikea-check–duenne-bretter,1473344,28213414.html

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. und Redaktion Hoheneck, Berlin,
Tel.: 030/30207785

Berlin, 2.April 2014/cw – Nein, es war kein Aprilscherz, als der BZ-Kolumnist Gunnar Schupelius genau am 1. April in seiner Kolumne den Kultursprecher unsers Regierenden Bürgermeisters, Günter Kolodziej, mit dem Statement zitierte, das diffamierende Knabe-Bild in einer Ausstellung des Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee sei „eine schwer erträgliche moralische Herabwürdigung“ des Herrn Knabe. Es solle aber „im Sinne der Kunstfreiheit“ toleriert werden. Die Skandale scheinen sich nicht nur auf den BER zu reduzieren.

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: "Das Gesicht" von Hubertus Knabe - Foto: LyrAg

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: „Das Gesicht“ von Hubertus Knabe
– Foto: LyrAg

Nicht nur Schupelius empörte sich über diese Agitprop-Kunst 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR. (http://www.bz-berlin.de/thema/schupelius/dieses-hitlergruss-bild-ist-keine-kunst-article1823247.html). Er zitiert zwar die Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld und den UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner, um dann  festzustellen: „Sonst geschah nichts. Kein Protest war zu hören, kein Politiker mischte sich ein. Es schwieg das sonst allseits aufgebrachte Berlin.“ Schupelius, dessen Empörung wir ausdrücklich teilen, hat aber seine eigene Zeitung nicht gelesen, auch wenn er auf den Artikel vom 23.März ausdrücklich hinweist. Dort hatte sein Kollege berichtet, dass die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni den Skandal öffentlich gemacht und heftigen Protest angemeldet hatte. Rainer Wagner und danach Vera Lengsfeld schlossen sich dieser Empörung an, immerhin. Das nur zur Korrektur.

Mit dem Protest ist das ja auch so eine Sache. Man kann bequem aus seinem Sessel heraus die Geschehnisse verfolgen und bei Bedarf, wenn es denn nützlich erscheint, Proteste formulieren. Das kostet nichts und bringt entsprechende Publicity. Sich selbst an den Ort der Ausstellung begeben, das Bild selbst in Augenschein nehmen, das ja erst durch den diffamierenden und beleidigenden Text zum Skandal wird?  Zuviel Arbeit, zuviel Aufwand?
Die den Skandal aufdeckende Vereinigung 17. Juni war mehrfach vor Ort, hielt den Skandal – Bilder und Texte – fotografisch fest, wandte sich an das ARD-Hauptstadtstudio und an die Deutsche Bank (wegen der vom Künstler selbst angekündigten Ausstellung am 28. April in der Alten Münze in Berlin) und informierte schließlich die Öffentlichkeit.

Im Kontext zu Knabe? Josef Goebbels Foto: LyrAg

Im Kontext zu Knabe?
Josef Goebbels
Foto: LyrAg

Vielleicht hatte aber diese Öffentlichkeit auch Schwierigkeiten mit dem Protest des Vorsitzenden des Stiftungsbeirats der Gedenkstätte Hohenschönhausen, der in Personalunion auch Vorsitzender der UOKG ist und in zwei Wochen zusätzlich den Vorsitz in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) übernehmen will? Kommt ein Protest gegen die Diffamierung Knabes mittels „Hitlergruß und Rotfront-Faust“ an, wenn der Protestierende aus tiefer religiöser Überzeugung und unter Asserachtlassung seiner weltlichen Funktionen fast 70 Jahre nach dem Zusammenbruch des Hakenkreuz-Reiches den Juden (und andere) als „Knecht Satans“ bezeichnet, dem Islam vorwirft, eine erfundene Religion mit dem „falschen Propheten Mohammed“ zu sein und gleich noch andere Religionen wie den Buddhismus diffamiert? Bislang weigert sich der pietistische Prophet, einem Vorschlag zu folgen und seine Äußerungen zumindest als „Missverständnis, das auf  berechtigte Proteste gestoßen“ sei, zu bezeichnen und – natürlich in diesem Sinn – zu bedauern.
Schupelius weiß von diesen umstrittenen Äußerungen, um die Kritik daran. Würde er jetzt auch zitieren: „Sonst geschah nichts. Kein Protest war zu hören, kein Politiker mischte sich ein. Es schwieg das sonst allseits aufgebrachte Berlin?“

Auch die NSU-Angeklagte Zschäpe wird zum Knabe-Kontext - Foto: LyrAg

Auch die NSU-Angeklagte Zschäpe wird zum Knabe-Kontext
– Foto: LyrAg

Das Bild, um das es hier geht, ist für sich betrachtet, eine Ausdrucksform der Kunst. In dieser Eigenschaft war es auch in der Ausstellung im ARD-Hauptstadtstudio 2011 gezeigt worden. Zum Skandal wurde und wird das Bild erst durch die beigefügte und provokante Textung. Erst hier wird „das Gesicht Knabes“ beschrieben, das vielleicht sonst keiner erkannt hätte, erst hier werden die bösartigen Diffamierungen des Gedenkstättenleiters postuliert. Und erst hier erschließt sich der gewollte Kontext zu den anderen ausgestellten Bildern von Goebbels, Gaddafi, Zschäpe und Mahler. Jan Bejsovec kann das Bild nach diesem Skandal nicht mehr so harmlos ausstellen, wie weiland im ARD-Hauptstadtstudio. Es ist durch seine widerliche Agitprop-Textung buchstäblich verbrannt. Jeder, der dieses Bild in Zukunft ausstellt, macht sich nunmehr gemein mit dieser Diffamierung eines anerkannten und weltweit respektierten Historikers.

So wie sich jeder gemein macht mit der Diskriminierung des Juden als „Knecht Satans“, wenn er den Schöpfer dieses abartigen Antisemitismus in neue Positionen wählt oder gar in bisherigen Positionen belässt. Ein „bisschen schwanger“ geht nicht, Gunnar Schupelius.

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030/30207785

 

Kiew/Hamburg/Berlin, 8.12.2013/cw – Empörung bei den Verfolgten  der kommunistischen Diktatur löste die Berichterstattung über den heute in Kiew/Ukraine erfolgten Sturz der lebensgroßen Lenin-Statue aus. Tagesthemen-Moderatorin Caren Miosga (ARD) moderierte den Bericht aus Kiew mit einem Bedauern über den Sturz der Lenin-Statue an: „Wieso denn ausgerechnet der arme Lenin, was kann der denn  dafür?“ twitterte heute ein  russischer Journalist, „die hätten doch eher Luxuskarossen zertrümmern sollen.“

Dieser mangelnde Respekt vor der symbolischen Trennung vom Vater der blutigsten Epoche im 20. Jahrhundert in der einstigen UdSSR löste bei einstigen  politischen Gefangenen Protest und Empörung aus. So erklärte die in Berlin ansässige Vereinigung 17.Juni: „Wir sind entsetzt über diese instinktlose Geschichtskommentierung in einem öffentlich-rechtlichen Medium. Wir haben in  diesem Jahr des 60. Jahrestages des Volksaufstandes gegen die kommunistisch-stalinistische Diktatur gedacht und uns vor den Toten des roten Terrors verneigt. Es ist nicht hinnehmbar, wenn jetzt im moderierenden Plauderton der Sturz eines Denkmals an einen roten Diktators bedauert wird. Das ist ein verheerendes und falsches Signal an  die nachgewachsene Generation, die Dank des Einsatzes ihrer Mütter und Väter heute in Frieden und Freiheit leben dürfen,“ erklärte heute der Vorstand in Berlin. Man erwarte eine Entschuldigung für diese Wort-Entgleisung. Gerade gegenüber der mutigen Bevölkerung in  Kiew sei ein  erklärendes Wort notwendig: „Die Ukrainer brauchen in diesen Stunden, Tagen und Wochen Ermutigung,  auch wenn dies durch einen öffentlich-rechtlichen Sender nur in Form solider Berichterstattung geschehen kann. Was die Ukrainer nicht gebrauchen können, sind leichtfertige verbale und zumindest missverständliche Kotaus vor den Begründern ihrer jahrzehntelangen Unfreiheit.“

V.i.S.d.P.:Vorstand Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Die ersten Tage in Freiheit: Gustl Mollath bei „Beckmann“

Sendetermin

ARD – Do, 15.08.13 | 22:45 Uhr

September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Blog Stats

  • 755.700 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 129 anderen Followern an