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Berlin, 22.05.2012/cw – Wenige Unentwegte standen vor dem Gerichtsgebäude in der Moabiter Turmstraße und hielten tapfer ihre fünf Plakate in den Himmel: „Keine Verfolgung der AntiFa beim  Kampf gegen Rechts“ und ähnliche Sprüche sollten den meist ahnungslosen Besucher auf den bevorstehenden Akt der Rechtsverfolgung unschuldiger Streiter für Demokratie und gegen (rechten) Extremismus aufmerksam machen.

Blaues Auge vor blauer Fahne – Frieder Weisse nach dem AntiFa-Angriff
Foto: VOS

Zum „Kampf gegen Rechts“ gehört für manchen jugendlichen  Wort-Verbalisten offenbar auch das Faustrecht, eine Auffassung, die zwei junge Leute nun  vor den gesetzlichen Richter im Saal 371 des Amtsgerichtes Berlin-Moabit brachte.

Am 8.01.2011 hatte sich im einstigen  Westberliner Kulturtempel URANIA die Rosa-Luxemburg-Konferenz aus dem facettenreichen linken Spektrum versammelt, um u.a. nach „Wegen zum Kommunismus“ zu suchen, wie zuvor die inzwischen zurückgetretene Parteivorsitzende Gesine Lötzsch parolisiert hatte. Das gefiel besonders den Opfern dieses Kommunismus nicht, und so hatte die Vereinigung 17. Juni für den Nachmittag des Tages eine friedliche Protest-Demo angekündigt. Von den politischen Parteien hatte einzig die rechte „Pro-Deutschland – pro Berlin“-Bewegung ebenfalls zur Demonstration aufgerufen.

„Schwarz-braunes Bündnis mit Faschisten“ – Internet-Aufruf der AntiFa

Vermeintliche Angriffe auf die „braune Ecke“?                      

Das gefiel weder der auf dem Kongress breit vertretenen AntiFa, noch dem seinerzeitigen Vize-Vorsitzenden und einstigem Pressesprecher der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Ronald Lässig. Sah dieser doch nicht nur in der rechten Pro-Deutschland-Partei, sondern auch in der von seinem Amtsvorgänger angeführten Vereinigung 17. Juni eine „braune Ecke“, wie er ein  halbes Jahr zuvor an diverse SPD-Genossen via VOS-Computer gemailt hatte. Dieser „braunen Ecke“ wollte der einstige, unrühmlich gekündigte Sprecher beim MDR nicht den Protest gegen die rote Wegsuche überlassen, und so kam er auf die publicity-trächtige Idee, kurzfristig einen „Foto-Termin“ mit Protestanten der VOS zu vereinbaren.

„Etwa gegen Mittag“, so Nebenkläger Frieder Weiße, rief ihn der Pressechef an und unterbreitete seinen geplanten Foto-Coup. Weiße und einige andere Mitglieder sagten spontan zu und so vereinbarte man sich zu einem Termin kurz vor dem allgemeinen Redaktionsschluss der Druckmedien vor der URANIA.

Ob die Mitglieder der AntiFa, die sich – natürlich rein zufällig – vor dem Konferenzort zu „einer Rauchpause“ aufhielten, wie die Angeklagten aussagten, bei ihrem Angriff auf die Foto-Truppe einer Verwechslung mit der „braune Ecke“ unterlagen oder gar einen entsprechenden Tipp erhalten hatten, ließ sich bislang nicht klären. Tatsächlich fühlten sie sich, so die Aussagen der aus Bayern angereisten und angeklagten Genossen, durch „die Plakate“ der Gruppe provoziert. Und als plötzlich „Nazi, Nazi-Rufe“ erschallten, kam es zu den „Rangeleien“, an denen die Angeklagte aber nicht beteiligt gewesen sein wollen. Sie hätten das Geschehen  nur beobachtet. Sicher sei bemerkt worden, wie „ein älterer Mann“ zu Boden stürzte, aber „Schläge oder gar Tritte“ habe man nicht bemerkt.

Während sich der Inszenator des Demo-Fotos schnellstens aus dem Staub machte, um aus dem VOS-Büro eine entsprechende Pressemeldung über  „das empörende Geschehen“ abzusetzen, mußte sich der von einem Faustschlag auf das Auge und Tritten in den Bauch getroffene Frieder Weiße in eine Erstversorgung „in  einem Polizei-Auto“ und anschließende ärztliche Behandlung im Klinikum Steglitz begeben. Sein VOS-Kollege Mario R. habe in dem Angriffs-Getümmel seine 370Euro-teure Brille verloren, andere Mitglieder seien ebenfalls mit Tritten „gegen den Körper“ traktiert worden.

„Diese Schweinerei nicht verheimlichen“ – Auch die „Rote Hilfe“ propagiert AntiFa-Deutsch

Öffentliches Interesse an Strafverfolgung

Während die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage auf den Straftatbestand der schweren Körperverletzung und der Sachbeschädigung (Zertrümmerung des mitgeführten VOS-Plakates) hinwies und ein „öffentliches Interesse an der Verfolgung“ attestierte, verlegte sich die Verteidigung der beiden AntiFa-Genossen auf Beschuldigungen der Polizei vor Ort, die zahlreiche Rechtsverletzungen begangen habe. So habe man den Festgenommenen den Grund dafür vorenthalten und die „angeblichen  Opfer“ der Attacken vor die Polizei-Fahrzeuge geführt, um diesen einen Blick auf die Delinquenten zu ermöglichen. Im  Übrigen hätten die Angeklagten „zu keiner Zeit aktiv am Geschehen  mitgewirkt“ und seien „nur Beobachter“ gewesen.

Nebenkläger Frieder Weiße, der sich als „Kultur-Anthropologe“ bezeichnete („Nicht von Beruf, aber die Ausrichtung.“) und zum Termin  zerzaust wirkend erschienen war, was im Zuhörerbereich zu anzüglichen Bemerkungen führte, konnte die Ausführungen der Verteidigung nicht widerlegen. Auf mehrere Fragen sowohl des Richters, der souverän durch das Verfahren  führte, wie der Anwälte auf der Verteidigerseite konnte er nur betonen, er könne sich nicht an die Angeklagten erinnern, wie er auch sonst durch „die erlittenen Körperschäden“ Erinnerungslücken habe. Auf die Frage nach anhaltenden Folgen sagte der Nebenkläger als Zeuge aus, wegen seiner Blessur am Auge „so ca. 14 Tage“ in Behandlung gewesen zu sein, mit seiner Verletzung am Ellenbogen habe das wesentlich länger, „so um die zwei Monate“ gedauert. Weiße betonte auch, er habe traumatische Folgen verarbeiten müssen (Schlafstörungen), dies sei nicht das erste Mal gewesen. Er sei um 1970 in politischer Haft gewesen und über seine traumatischen Haftfolgen könne man im Internet lesen.

Straffähige Angriffe

Auf die Frage eines Verteidigers, ob es denn nicht ratsam sei, den einstigen Pressesprecher Ronald Lässig vorzuladen, meinte Weiße, dies sei „wohl nicht empfehlenswert, weil dies nichts bringe.“ Genau dies aber will das Gericht nun tun. Neben der unentschuldigt ferngebliebenen Zeugin Vera Lengsfeld sollen nun  auch Ronald Lässig und mindestens drei weitere Zeugen vorgeladen werden. Termin: Dienstag, 29. Mai 2012, 09:15 Uhr, Saal 371, Kriminalgericht Moabit.

Klärungsbedarf: Keine Fotos? (Aussage F.Weisse) – VOS-PE 8.01.2012
Quelle: http://www.vos-ev.de

Für die VOS, deren Bundesvorsitzender Hugo Diederich die Verhandlung aufmerksam verfolgte, unter Umständen kein guter Tag. Muss der nach eigenen Angaben „größte und älteste Verfolgten-Verband“ doch befürchten, das am Rande einer Auseinandersetzung um die gewalttätigen und straffähigen Angriffe der AntiFa auf friedliche Foto-Statisten die Querelen um das Führungspersonal des Verbandes das Licht der Öffentlichkeit erreichen. So klagt beispielsweise der einstige VOS-Vize und Pressesprecher Ronald Lässig gegen die Entlassung aus seiner Beratertätigkeit im Verband und Frieder Weiße muß sich aktuell mit Vorwürfen auseinandersetzen, als Stasi-Opfer-Berater einst selbst mindestens zwei Personen gegenüber dem MfS belastet zu haben. Mit schweren Folgen: Drei und fünf Jahre Haft für die so Düpierten. Am Ende könnte das eintreten, was weder der am 8. Januar vorigen  Jahres am schwersten Geschädigte und Nebenkläger, sein Verband noch die anderen Demonstranten  wollten: Die angeklagten AntiFa-Mitglieder werden mangels Beweises freigesprochen und die Kommunismus-Opfer bleiben mit ihren Erinnerungen an die Segnungen  des Kommunismus, zu denen postmortal nicht nur ein  blaues Auge gehört, nicht zum ersten Mal allein. Es scheint, als habe ein alerter einstiger Pressesprecher mehr hinterlassen, als die Idee eines Foto-Termins im Schatten einer Rosa-Luxemburg-Konferenz.

 V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Jui 1953 e.V., Berlin, Tel. : 030-30207785

Berlin, 13.01.2011/cw – Tatjana Sterneberg, einst Opfer des DDR-SED-Regimes und Vorstandsmitglied der Vereinigung 17. Juni wandte sich heute in  einer Mail an die bekannte ZDF-Talkerin Maybrit Illner. Die ehemalige Insassin des berüchtigten DDR-Frauenzuchthauses Hoheneck in  Sachsen und Mitglied im  Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen stellt zur heute Abend um 22:15 Uhr geplanten Sendung im ZDF einige Fragen, die der beliebten Moderatorin nicht angenehm sein dürften.

Nachfolgend geben wir den Mail-Inhalt wieder:

„Sehr geehrte Frau Illner,

heute wurde ich auf Ihre Sendung mit Gesine Lötzsch durch einen Trailer aufmerksam. Dazu habe ich einige Fragen:

1. Gesine Lötzsch ist ja nicht nur wegen ihrer umstrittenen Weg-Suche nach dem Kommunismus unangenehm aufgefallen, sondern auch durch die Tatsache, dass sie sich bis heute nicht zu den linksextremistischen Schlägern vor der Berliner URANIA geäußert noch ihr Bedauern ausgesprochen  hat. Hätten Sie auch den Vorsitzenden der NPD eingeladen, wenn dieser sich zur Weg-Suche zum Nationalsozialismus geäußert hätte und am Rande einer Neo-Nazi-Veranstaltung NS-Opfer von Rechtsextremisten zusammengeschlagen worden wären?

2. Warum laden Sie zu einem solchen tatsächlich wichtigen Talk neben Lötzsch renommierte Theoretiker ein, aber kein einziges Opfer kommunistischer Gewalt?

3. Sind Ihnen keine derartigen DDR-SED-Opfer bekannt? Ein Blick in das Sende-Archiv hätte Ihnen sicherlich weiterhelfen können, z.B. „F“ wie Siegmar Faust, oder „L“ wie Vera Lengsfeld, oder „T“ wie Ellen Thiemann, um nur einige zu nennen.

So bleibt nicht nur bei mir, sondern bei den tausenden SED-Opfern der fade Verdacht, die Vertretung radikaler Positionen (wenn sie denn von LINKS kommen) ist für einen öffentlich-rechtlichen Sender allemal wichtiger, als Opfer der zweiten Diktatur im 50. Jahrestag des unseligen Mauerbaus. Oder irre ich mich?
Mit freundlichen  Grüßen

Tatjana Sterneberg

Vorstandsmitglied
Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V.

Mitglied im Frauenkreis ehem. Hoheneckerinnen
(ehem. Frauenzuchthaus der DDR)“

Kommentar:

So einfach ist das in diesem öffentlich-rechtlich organisierten Land: Man kündige die Suche nach dem (linken) Weg zum (durch den Begriff Kommunismus identifizierbaren) Verbrechen an, ignoriert das in NS- und Kommunismus-Manier der berüchtigten dreißiger Jahre praktizierte Zusammenschlagen von Demonstranten durch linksextreme Gewalttäter und schon ist die aktuelle Einladung zu einer renommierten Talk-Show im öffentlich-rechtlichen  Fernsehen perfekt.

Und die Opfer dieser letzten roten Schläger-Aktion? Die Opfer der zweiten, der kommunistischen Diktatur? Die bleiben wie selbstverständlich „vor der Tür“. Stattdessen lädt man, wie gewohnt, politische Theoretiker ein und versichert auf Anfrage, diese werden schon die Stalinismus- und Kommunismus-Opfer vertreten. Kann es sein, dass sich in den ZDF-Etagen auch schon der AntiFa-Bazillus breit macht? Die AntiFa, die sich mit zahlreichen K-Gruppen an der Wochenend-Veranstaltung in Berlin beteiligten, versteht nämlich unter „Kampf gegen Rechts“ die totale Ausblendung der Verbrechen und der Gewalt von Links.

In den zitierten dreißiger Jahren gab es viele zutreffende Sprüche. Einer davon: Gleiche Narren, gleiche Kappen. Oder eben „die rot-lackierten Faschisten“. Tragisch, dass das ZDF wieder einmal der Einseitigkeit Tor und Tür öffnet. Obwohl im Fernsehrat ein Vertreter der Opfer des Stalinismus sitzt. Aber das ist eine andere Geschichte…

Carl-Wolfgang Holzapfel

Letzte Meldung (15:35 Uhr):

Aufgrund der Proteste nimmt das ZDF einen Trailer mit dem UOKG-Vorsitzenden Rainer Wagner in der Gedenkstätte Hohenschönhausen auf, der im Verlauf der Sendung eingespielt werden soll.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207778

Von Vera Lengsfeld

Die Antifa.de hat im Vorfeld der Konferenz auf ihrer Seite verkündet, sie wolle von Rosa lernen, „wie man kämpfen muss“. Das stand auch als Motto auf der Eintrittskarte für die heutige Podiumsdiskussion „Wo bitte geht’ts zum Kommunismus” mit der Linke- Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch, der RAF-Terroristin Vieth und anderen.  Ehemalige politische Häftlinge, die vor dem Konferenzort gegen die Verharmlosung der kommunistischen Verbrechen protestieren wollten, bekamen den Kampfgeist linksradikaler Aktivisten zu spüren. Sofort nach  ihrem Eintreffen wurden sie gezielt und brutal von linken Schlägern angegriffen.

In der ersten Angriffswelle wurden die Männer zu Boden gerissen und mit Schlägen ins Gesicht und in die Seite  traktiert. Dr. Frieder Weiße, ein Mann um die 60,  wurde von jungen Männern Anfang zwanzig so zugerichtet, dass er ins Martin-Luther-Krankenhaus eingewiesen werden musste. Ein anderer älterer Herr, Rainer Buchwald, erhielt mehrere Faustschläge ins Gesicht und in die Seite. Einem dritten ehemaligen Häftling wurde bei einem Schlag ins Gesicht die Brille zerstört. Er hatte noch Glück, dass seine Augen verschont blieben.

Beim ersten Angriff waren nicht alle mitgeführten Protest-Schilder zerstört worden. Als ich mich bückte, um ein unversehrt gebliebenes Schild aufzuheben, kam eine zweite Angriffswelle. Diesmal rückten schwarz gekleidete Vermummte vor, vier in einer Reihe, gut trainiert und im Kickboxen erfahren. Einer davon griff mich an und zielte mit seinen Stahlkappenschuhen auf meinen Bauch. Zwei mal konnte ich zurückspringen, beim dritten mal erwischte er mich, weil ich gegen einen Menschen prallte.

Zum Glück kam endlich die Polizei angerannt und verhinderte Schlimmeres. Die Schläger suchten feige Schutz im Haus der Konferenz. Die draussen herumstehenden Linken hatten nicht einen Finger gerührt, um uns zu helfen. Im Gegenteil. Sie gaben den Schlägern die nötige Deckung und verhinderten deren Festnahme. Uns sagten sie, wir hätten eben nicht „provozieren“ dürfen. Lediglich einer der Schwarzen wurde geschnappt. Bei der späteren Gegenüberstellung war ich schockiert, wie jung und unschuldig er aussah. Natürlich wollte er es nicht gewesen sein.

Der Einsatzleiter der Polizei verfügte, wir hätten uns vom Veranstaltungsort zu entfernen. Unter Gejohle und Sprechchören: „Wir kriegen euch alle!“ wurden wir unter Polizeischutz auf die andere Straßenseite geführt, wo uns, ebenfalls auf polizeiliche Anweisung ,eine  Demonstration von „Pro Deutschland“ an die Seite gestellt wurde. Protest war sinnlos. Sicherheit ging bei der Polizei vor.

Der „Sicherheit“ wegen sprachen die Veranstalter der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Person des 8. Mai-Verlagsleiters Andreas Hüllinghorst und einem angeblichen Anwalt, der sich „Müller“ nannte, mir und meinem Haftkameraden Hartmut Richter Hausverbot aus. Wir hatten Karten für die Podiumsdiskussion erworben und wollten mit diskutieren. Aus Sorge um unsere körperliche Unversehrtheit sei das Hausverbot verhängt worden.

Ist es nicht eigentlich so, dass ein Veranstalter garantieren muss, dass seine Gäste unversehrt bleiben? Wäre es nicht Aufgabe der Polizei, eine Veranstaltung aufzulösen, deren Ausrichter brutalen Schlägern Unterschlupf bieten und die die Anwesenheit von Schlägertrupps zum Vorwand nehmen, um mit unliebsamen Andersdenkenden nicht diskutieren zu müssen? Aber offenbar ist die Angst von Lötzsch & Co vor unseren Argumenten so groß, dass sie sich hinter organisierten Schlägern verstecken müssen.

V.i.S.d.P.: Vera Lengsfeld, Berlin, 08.01.2011

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