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Berlin, 3.03.2014/cw –  In der wichtigen und überaus erfolgreich gestarteten Ausstellung „DER DUNKLE ORT“ über die Schicksale der Frauen von Hoheneck, gefördert durch die Heinrich-Böll-Stiftung und die Bundesstiftung Aufarbeitung wurden nach dem Buch von Dirk von Nayhauß und Maggie Riepl (bebra-verlag, Berlin, 2012) diverse Schicksale der Frauen von Hoheneck vorgestellt. Eine beeindruckende Sammlung ausgewählter Daten und Fakten über das einstige Frauenzuchthaus der DDR. Wenige Wochen später wurden erste Informationen über offenbare Unrichtigkeiten in dem veröffentlichten Buch und damit der Ausstellung bekannt. Eine der Frauen hatte wohl zu tief in die Kiste erfundener Geschichten gegriffen und dabei als aktive Funktionärin diverser Organisationen den Überblick verloren. So stand in einem Buch der Bundespräsidenten-Beraterin Helga Hirsch („Endlich wieder Leben“, Siedler, München, 2012) etwas anderes, als im DUNKLEN ORT. Und dem Bundespräsidenten Christian Wulff erzählte die einstige Hoheneckerin wieder andere Versionen bei seinem Besuch in Hoheneck.

Irritationen: "Dafür kam ich in die Wasserzelle... (S.40), die kannte ich schon aus der U-Haft." Wasserzelle im  Krankenhaus? Folter für "gute Führung" und angepasstes Verhalten?

Irritationen: „Dafür kam ich in die Wasserzelle… (S.40), die kannte ich schon aus der U-Haft.“
Wasserzelle im Krankenhaus? Folter für „gute Führung“ und angepasstes Verhalten?

Mal war die ein  Jahr in  Hoheneck einsitzende Anita G. in Wasserzellen in Leipzig und in Hoheneck, dann nur in Leipzig (Nicht in Hoheneck, Herr Präsident!), mal will sie von einer Waffe ihres Verlobten gewusst haben, dann  wieder nicht. Mal grämte sie sich um ihren Verlobten, der in Bautzen verstorben und seine Urne an der Ostsee begraben worden war, mal will sie sich nach dem Prozess von ihm getrennt haben und wollte nichts mehr von dem Vater dreier Kinder wissen. Mal wurde sie im Haftkrankenhaus Meusdorf bei und nach der Geburt ihres Kindes geschunden, dann wieder war in  Meusdorf eine beispielhafte Versorgung der Kinder gewährleistet. Die meisten der in  dem Buch und der Ausstellung portraitierten Frauen distanzierten sich von  ihrer einstigen Haftkameradin und forderten den Verlag zu Korrekturen auf, weil sie durch die Verbreitung von Lügen Schaden für ihr Image befürchteten. Bisher trotz mehrfacher Interventionen vergeblich.

Mauern, Gitter, Stacheldraht

Nun stellt auch der Dachverband der Opferverbände (UOKG) zum 25. Jahrestag des Mauerfalls eine Wanderausstellung vor. Unter dem Namen „Mauern, Gitter, Stacheldraht“ werden  13 Schicksale aus den Haftanstalten der DDR vorgestellt. Auch die IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) wird als gehasstes Zielobjekt des MfS aufgeführt. Die Stiftung Aufarbeitung finanziert das Projekt. So weit, so gut. Oder nicht?

Die Ausstellungsmacher bilden ausgerechnet als Vertreterin der Frauen von Hoheneck jene Anita G. und deren Schicksal ab, gegen deren Unwahrheiten zahlreiche Frauen von Hoheneck vehement protestiert hatten. Anita G. war im  Gefolge dieser Kritik sogar 2013 vom Vorsitz des Vereins „Frauenkreis der ehem. Hohndeckerinnen“ zurückgetreten. Ihre Funktion im Vorstand der UOKG behielt sie allerdings bis heute. Vielleicht war das auch ein Grund für ihre Berücksichtigung?

Umstrittene Präsentation von Hoheneck: Anita G. - Ausstellungs-Tafel:   © UOKG

Umstrittene Präsentation
von Hoheneck: Anita G. –
Ausstellungs-Tafel: © UOKG

Die gen. Frauen von Hoheneck empört vor allem, dass sich nun auch die UOKG neben der Stiftung Aufarbeitung über die berechtigte Kritik hinwegsetzt und Anita G. als Vertreterin der Frauen  von  Hoheneck trotz der auch der UOKG bekannten Kritik in einer neuerlichen Ausstellung präsentiert. Damit werde die Aufarbeitung über die zweite deutsche Diktatur nachhaltig diskreditiert und in ihrer Glaubwürdigkeit schwer geschädigt. Der Vorwurf: Zumindest hätte man erwarten können, dass die UOKG angesichts der Vorwürfe die Darstellungen in den Texten der Ausstellung einer besonders sorgfältigen Prüfung unterzogen hätte, erklärten betroffene Frauen in Telefonaten mit der Redaktion.

Start mit einer vermeidbaren  Hypothek

In der UOKG-Ausstellung wird u.a. erneut verbreitet, Anita G. hätte in Leipzig in einer Wasserzelle gesessen, obwohl   a)  es bisher keinen Nachweis für die Existenz einer solchen Zelle in Leipzig gibt und b) Anita G. laut Archiv-Unterlagen in Delitzsch durch die Kripo vernommen und inhaftiert worden war. Durch die Verbringung in Haftkrankenhäuser nach Abschluss der Ermittlungen im März 1953 war sie nach den vorliegenden Unterlagen nur zur Durchführung des Prozesses in Leipzig.

Auch die weiteren Angaben zum angeblich verhinderten  Abitur (nach ausgewiesenen acht Jahren Schulbesuch) und verweigertem Studium stimmen mit den Archiv-Erkenntnissen, die der Redaktion vorliegen, nicht überein. Die Darstellung, sie habe sich „nicht am sozialistischen System“ beteiligen  wollen, lassen sich ebenfalls nicht mit den Archiv-Dokumenten belegen, nach denen Anita G. bei der Reichsbahn  sogar „Betriebs-Gewerkschaftsleitungs (BGL)- Vorsitzende“  war und in  diesem Zusammenhang auch eine entsprechende Schulung erfahren habe. So schrecklich die Erfahrungen in der DDR-Haft und hier besonders in Hoheneck waren: Aus den Berichten der Anstaltsleitung geht eine angepasste, um die Wiedergutmachung bemühte Strafgefangene hervor, die sich dem Aufbau des sozialistischen Staates widmen wolle und regelmäßig das NEUE DEUTSCHLAND und die JUNGE WELT lese. Sperrte man derartig positiv bewertete Gefangene in den Arrest oder gar in die (in Hoheneck tatsächlich vorhandene) Wasserzelle („Der Dunkle Ort“)?

"Verbreitung tendenziöser Gerüchte?" - Erklärungsbedürftiger Fund in den Gerichtsakten von 1953 - Archiv Leipzig

„Verbreitung tendenziöser Gerüchte?“ – Erklärungsbedürftiger Fund in den Gerichtsakten von 1953 – Archiv Leipzig

Auch die vierseitige  Werbung über die Verwendung des  Hakenkreuzes auf Fähnchen, Bannern und Girlanden in den Prozessunterlagen wäre ebenso hinterfragungsbedürftig gewesen, wie die verbreitete Mär über den Tod ihres Verlobten in einem Zuchthaus, in dem der nie einsaß. Die „Odyssee durch mehrere Haftorte“ (UOKG-Ausstellung) fand nicht nach Hoheneck sondern, immerhin erstmals eingeräumt, vor der Verbringung nach Hoheneck statt (Altenburg und Görlitz).

Angesichts dieser Präsentation eines Vorstandsmitgliedes, dass es nachweislich und nach wie vor mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, startet die UOKG-Ausstellung mit einer vermeidbaren Hypothek. Schade um  einen sicherlich gut gemeinten Beitrag zum Jubiläumsjahr des Mauerfalls.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin,  Tel.: 030-30207785

 

 

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

             Nr.019                          Förderverein – Info                15. Juli 2013

Aufruf Hohenecker Frauen:

Zukunft bedarf der Erinnerung – Rettet das Vermächtnis

Stollberg/Berlin, 15.07.2013/ts – Wie berichtet, wurde unter rechtlich fragwürdigen  Umständen auf einer umstrittenen „Außerordentlichen Versammlung“ des Vereins „Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen“ am 4. Mai ein Beschluss über die Auflösung des Vereins gefasst, der noch 2011 zu seinem 20jährigen Bestehen den Bundespräsidenten auf Hoheneck begrüßen durfte. Während die Satzung im § 12 eindeutig eine Mehrheit von 75 Prozent für einen Auflösungsbeschluss vorschreibt, stimmten der Auflösung lediglich 17 der anwesenden 20 Mitglieder zu, davon allein 7 Mitglieder des zuvor gewählten neuen Vorstandes.

Die Wiege des Vereins - Ehem. Gaststätte "Hoheneck" von Maria Stein in Lützelbach - Foto: LyrAg

Die Wiege des Vereins – Ehem. Gaststätte „Hoheneck“ von Maria Stein in Lützelbach – Foto: LyrAg

Inzwischen sind sich die Initiatoren der Auflösung ihrer Sache wohl nicht mehr sicher, denn neun Wochen  nach den durchgeführten drei Versammlungen lagen dem zuständigen  Registergericht bis auf die Anmeldung der neuen Vorstandsvertretung weder Protokolle noch Beschlüsse der Versammlung vor. Der noch vom  alten Vorstand bemühte Rechtsanwalt übermittelte dem Gericht allerdings seine Bedenken, ob der Auflösungsbeschluss satzungskonform sei.

Nun haben zwölf Frauen aus dem Verein der ehemaligen  Hoheneckerinnen die Initiative ergriffen und sowohl gegen den Auflösungsbeschluss wie gegen die Wahl des neuen Vorstandes Rechtsmittel eingelegt. In einem Aufruf an ihre Haftkameradinnen heißt es u.a.: „Es geht hier nicht allein um  rechtliche Auseinandersetzungen. Es geht um  das Vermächtnis der 2002 verstorbenen Vereinsgründerin Maria Stein und ihrer verdienten Nachfolgerin Margot Jann, das vor dem Zugriff sachfremd agierender Personen gerettet werden“ müsse. Man empfinde es in diesem Sinn als „kontraproduktiv, wenn sich jetzt Frauen um die Auflösung bemühten, die bereits „aktiv gegen den Antrag auf Eintragung des Vereins beim Registergericht gegen den Willen des seinerzeitigen  Vorstandes“ votiert hätten. Das würden Schreiben u.a. von Constanze H., Sylvia O. und Ute St. in den Registerakten belegen. Mit der Eintragung sollte immerhin die Rechtsfähigkeit des Vereins hergestellt werden, um  an der sich abzeichnenden Gestaltung einer Gedenkstätte im ehem. Frauenzuchthaus mitwirken zu können.

Juli 2013: Das Grab von Maria Stein - Foto: LyrAg

Juli 2013: Das Grab von Maria Stein (Mitte)               Foto: LyrAg

Nicht jene, die gegen die Rechtsfähigkeit und jetzt für die Auflösung votiert haben, vertreten die Interessen des Vereins sondern „jene Frauen, die gegen das Vergessen antreten und das Vermächtnis der andauernden Erinnerung an die Leiden von nahezu 10.000 politisch verfolgter Frauen auf Hoheneck wach halten wollen,“ heißt es in dem Aufruf. „Die Zukunft bedarf der Erinnerung,“ schreiben die Frauen und appellieren an die einstigen Haftkameradinnen, sich der „gemeinsamen Verantwortung für unseren Verein“ zu stellen.

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Weiter Klärungsbedarf in Sachen der Anita G.

Berlin-Hohenschönhausen/Hoheneck, 15.07.2013/cw – In Sachen der vom Hohenecker Boten aufgedeckten „Unstimmigkeiten“ in der Vita der einstigen  Hoheneckerin Anita G. besteht weiter Klärungsbedarf. Die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen hatte auf Anfrage signalisiert, Einblick in die dortigen  Unterlagen zu gewähren, sofern „ein Einverständnis der Betroffenen (Anita G.)“ vorliege. Trotz mehrfacher Bitten wurde dieses Einverständnis nicht erteilt. Die Gedenkstätte war in den Fokus der Aufklärung über die fragliche Vita gekommen, weil die mit der Erfassung von Zeitzeugenberichten befasste Historikerin und vormalige Direktorin Mechthild Günther auf  der Mitgliederversammlung der ehemaligen  Hoheneckerinnen zu den Veröffentlichungen des HB  geäußert hatte, sie kenne die Unterlagen „seit zehn  Jahren.“ Damit hatte Günther missverständlich den Eindruck vermittelt, sie habe gegen die Darstellungen der Anita G. im Gegensatz zu den diskutierten Veröffentlichungen im HB  „keine Bedenken.“ Auf Nachfrage der Redaktion  stellte die Historikerin inzwischen klar:

 Mir sind in diesem Rahmen seit mehreren Jahren auch einige archivische Unterlagen zur Haftgeschichte von Frau G…  bekannt geworden. Allerdings handelt es sich dabei offensichtlich nicht um die unten angeführten  „fraglichen Unterlagen“, die wohl  eine Grundlage  für Ihre Veröffentlichung waren. Nach meiner Kenntnis wurden – unabhängig von der Sammlung der Gedenkstätte –  von mehreren Autoren bisher ausschließlich persönliche Erinnerungsberichte von Frau G…  publiziert.  

Anita G., die in Zwönitz mitsamt des ganzen bisherigen Vorstandes ihren Rücktritt erklärt hatte, schweigt sich allerdings weiter aus. Dabei wäre eine Mitwirkung an der Aufklärung über die tatsächlichen  Abläufe  um ihre damalige Verhaftung und Verurteilung für alle Beteiligten hilfreich. Weniger hilfreich erscheint die fragwürdige Schützenhilfe aus der UOKG, deren Vorstandsmitglied Anita G. nach wie vor ist. Der UOKG-Vorsitzende und in die Kritik geratene Prediger Rainer Wagner bedauerte die der Lüge Bezichtigte als „alte Kameradin Anita G.“, während er den Autor der Veröffentlichung wegen dessen „Verfehlungen“, die dieser „nicht bereue“ freimütig und in der „Pflicht seines kirchlichen Amtes“ als „Knecht Satans“ bezeichnete. Dieser sei „in menschlich unerträglicher Weise gegen andere“ vorgegangen. Zu den behaupteten Lügen und der teilweisen Veröffentlichung aus einer Hakenkreuz-Broschüre (,HB vom 15.06.2013) die in den Unterlagen der Anita G. gefunden wurde, äußerte sich Wagner hingegen  nicht; auch eine Hinterfragung erschien dem theokratisch ausgerichteten Vorsitzenden der UOKG nicht notwendig.

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Aus den Verbänden:

Der UOKG-Vorsitzende Rainer Wagner hat in einer Presseerklärung des Verbandes vom 7. Juli angekündigt, nur im Falle einer notwendigen Förderung des Verbandes erneut für das Amt des „Bundesvorsitzenden“ am 3. November anzutreten: „Wir benötigen die konkrete Aussicht auf institutionelle Förderung. Ansonsten wird die Stimme der Opfer bedeutungsloser werden.“ Es wäre „verantwortungslos, die Aufgaben des Bundesvorsitzenden in der bisherigen Form weiterzuführen.“                                                        <<<>>>

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Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung mussten wir an dieser Stelle einige Sätze aus dem Artikel herausnehmen. Wir haben gegen  die vom Landgericht Berlin erwirkte einstweilige Unterlassung Rechtsmittel eingelegt. Die Redaktion, 8.09.2013

und nachmalige Gründer eines „DDR-Opfer-Hilfe“-Vereins und eines „BSV- Landesverband Sachsen“ will am 16. Juli als „studentischer Aktivist in der Oppositionsbewegung von 1989/90“ auf einem Podium der ehrwürdigen Katholischen Universität Eichstätt bei Ingolstadt in Bayern auftreten.

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein und/oder > Hohenecker Bote) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht bis zur Einrichtung einer eigenen Homepage auf ihrer Seite eingeräumt. Fotos/Dokumente dieser Ausgabe nur im Internet.             © 2013 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V., verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

             Nr.018                          Förderverein – Info                15. Juni 2013

Trauer17.Juni_NEW

Stadt Stollberg kauft Hoheneck für 160.000 Euro

Stollberg/Erzgebirge, 15.06.2013/cw – Die große Kreisstadt Stollberg hat Anfang Juni mit äußerst knapper Mehrheit den Kauf des einstigen  DDR-Frauenzuchthauses Hoheneck für 160.000 Euro beschlossen. In trockenen Tüchern ist die Absicht des Stadtrates damit noch nicht. Denn der engagierte Oberbürgermeister Marcel Schmidt (FW) macht den Vollzug von einigen Vorgaben abhängig. So ist die Beteiligung des Freistaates Sachsen wie auch die des Bundes noch im Stadium von Absichtserklärungen. Der Bund hatte bereits vor geraumer Zeit eine fünfzigprozentige Beteiligung unter der Maßgabe der gleichwertigen  Finanzierung durch den Freistaat in  Aussicht gestellt. Die Stadt könne aber so ein Projekt nur schultern, wenn  der Staat sich entsprechend beteilige, so Marcel Schmidt, der darum auch eine Ausstiegsklausel mit dem bisherigen Besitzer vereinbart hat.

Für Bernd Freiberger, dem Noch-Burgherren, ginge mit dem Vollzug des Kaufes durch die Kommune ein wohl abenteuerliches Kapitel zu Ende. Der einst aus dem Saarland kommende Immobilienhändler hatte die ungeliebte Immobilie vom Freistaat vor fast zehn  Jahren für den Spottpreis von 5.000 Euro erhalten. Freiberger wollte u.a. einen sogen. „Erlebnisknast“ kreieren, wo sich Bürger – wohl nach amerikanischem Vorbild – zum Beispiel für ein Wochenende in Zellen hätten einmieten und durch entsprechende „Wärter“ drangsalieren hätten lassen können. Das Vorhaben scheiterte an der aufgekommenen Empörung der ehemaligen, aus politische Gründen gefangenen Frauen von  Hoheneck. Zwischendurch hatte Freiberger versucht, die Anlage für 16 Millionen Euro zu veräußern.

Nach dem Besuch des Bundespräsidenten Christin Wulff im Mai 2011 kam jedoch Bewegung in das bis dahin eher gestörte Verhältnis der Beteiligten. Bernd Freiberger beteiligte sich aktiv an der Entwicklung eines möglichen Konzeptes für die künftige Nutzung, ein erster Förderkreis wurde gegründet, um „vor Ort“ die Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Nach diversen Irritationen gründete sich ein  Jahr später ein zweiter Förderverein. Erste Abrissarbeiten verlodderter Gebäude um die Anlage vermittelten zumindest den Eindruck von Bewegung. Nun  also der Verkauf für ein Prozent der ursprünglich avisierten Summe an die Stadt, die insgesamt mit Investitionen bis zu 6 Millionen Euro rechnet.

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Versinkt Frauenkreis in juristischer Auseinandersetzung?

Stollberg/Berlin, 15.06.2013/cw – An den Zukunftsplanungen für das einstige DDR-Frauenzuchthaus ist der Verein „Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen“ so gut wie nicht beteiligt. Ein Jahr nach dem Besuch des Bundespräsidenten war der Verein intern in Turbulenzen geraten, nachdem Vorwürfe der Manipulation von Vorstandswahlen erhoben  worden waren. Nachdem nach entsprechenden Beschwerden von Mitgliedern durch das zuständige Registergericht in Darmstadt zunächst vergeblich Neuwahlen angeordnet worden waren, geriet die im Mai 2012 neu gewählte Vorsitzende neben den angeführten Vorwürfen auch persönlich unter Druck. Diese soll in diversen Publikationen und Filmen, letztere werden auch als DVD vertrieben, zahlreiche Unwahrheiten über ihre Haft verbreitet haben. Eine satzungsgemäße Minderheit forderte daraufhin die auch in Gliederungen der SPD und im Vorstand der UOKG tätige Vorsitzende zum Rücktritt und zu Korrekturen ihrer verbreiteten „falschen Vita“ auf. Im  Ergebnis trat der gesamte Vorstand in einer anberaumten außerordentlichen Mitgliederversammlung zurück. Der neu gewählte Vorstand beantragte nach seiner Wahl die Auflösung des Vereins. Er amtierte also nur eine gute Stunde, da der Verein mit 17 Stimmen aufgelöst wurde, davon sieben Stimmen des neugewählten Vorstandes. Inzwischen haben empörte Mitglieder, ehemalige Frauen von Hoheneck, einen  Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt und sowohl die letzte Wahl wie den Auflösungsbeschluss angefochten.

Dem Registergericht lagen bis Redaktionsschluss keine Beschlüsse über die Neuwahlen und/oder den Auflösungsbeschluss seitens der Versammlungsleitung oder des kurzfristigen Vorstandes vor.                                                                                                                                                                                                      <<<>>>

War Gedenkstätte Hohenschönhausen über dubiose Aktenlage informiert? 

Berlin, 15.04.2013/cw – Auf der letzten Mitgliederversammlung des Frauenkreises löste die Leiterin des Zeitzeugenarchivs in der Berliner Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Mechthild G., Irritationen aus. In der Debatte um die Vorwürfe gegen  die einen Tag später zurückgetretene Vorsitzende Anita G. erklärte die einstige Direktorin der Gedenkstätte, sie kenne die Aktenlage in diesem Fall seit „zehn Jahren“. Die Vorwürfe fußten auf falschen  Interpretationen. Auf Nachfrage wollte sich die Mitarbeiterin  der Gedenkstätte jedoch nicht detailliert äußern. Anita G. konnte zu Fragen ebenfalls nicht Stellung nehmen, da sie sich für die Versammlung entschuldigt hatte.

Offen Fragen: VK-Prospekt in fraglicher DDR-Gerichtsakte von 1953 - Redaktion HB

Offene Fragen:
VK-Prospekt in fraglicher DDR-Gerichtsakte von 1953 – Redaktion HB

Die Redaktion hat aufgrund der Aussagen von Mechthild G. Einsicht in die in Hohenschönhausen offenbar vorhandenen Unterlagen zu Anita G. beantragt. Die Gedenkstätte hat diese Einsicht unter der Maßgabe eines Einverständnisses von  Anita G. zugesagt. Dieses selbstverständliche Einverständnis lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

Wir hatten Anita G. den objektiven Abgleich mit den uns vorliegenden Unterlagen zugesagt, um mögliche Differenzen „klären zu können“. Dies erscheint dringend notwendig, da in den uns vorliegenden Akten auch ein vierseitiger Verkaufsprospekt in DIN 4 mit „flächendeckenden Abdrucken von NS-Abzeichen und Hakenkreuzen“ (Wimpel, Ständer, Abzeichen und Fähnchen) aufgefunden wurde. Wir wollten von Anita G. wissen, ob „und ggf. in welcher Form  auch Ihnen dieser Prospekt vorgehalten und/oder in Ihre Vernehmungen einbezogen wurde.“ Auch zu dieser Anfrage lag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme vor.

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein und/oder > Hohenecker Bote) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht bis zur Einrichtung einer eigenen Homepage auf ihrer Seite eingeräumt. Fotos/Dokumente dieser Ausgabe nur im Internet.

© 2013 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V., verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

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