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Berlin, 20.08.2015/cw – Am vergangenen Dienstag referierte in der Gedenkbibliothek für die Opfer des Kommunismus in Berlin der ehemalige Grenzsoldat der DDR-Grenztruppen und spätere Fluchthelfer Rudi Thurow über seine Geschichte und wichtige Hintergründe aus der Zeit des Kalten Krieges wie der Nach-Wende-Zeit. Christine Meyer berichtete im Forum FLUCHT UND AUSREISE über den interessanten Abend. Die Zwischenüberschriften wurden durch die Redaktion eingefügt; eine Auslassung  (aus rechtlichen Gründen) gekennzeichnet (…).

Fluchttunnel mit Hilfe der Amerikaner

Von Christine Meyer

Wir waren gestern in der Gedenkbibliothek, wo Rudi THUROW erzählte, wie er vom DDR-Grenzpolizisten zum Fluchthelfer wurde.

Auf seiner Flucht nahm er Dokumente über die innerdeutsche Grenze mit und übergab diese den Amerikanern. Die Ami’s leiteten die Unterlagen nicht an den Berliner Senat weiter, weil sie die deutschen Behörden für nicht vertrauenswürdig hielten. Der Grund hierfür ist, dass Westberlin mit DDR-hauptamtlichen IM’s durchzogen war. …

Mit Hilfe der Amerikaner baute Rudi THUROW Fluchttunnel. Generalmajor Karl KLEINJUNG plante die Ermordung Thurows. Zwei Attentate scheiterten, weil THUROW durch die Amerikaner gewarnt wurde, beim dritten hatte er Glück und entkam.

Belege über Mordanschläge wurden unter Gauck vernichtet

Nach der Wende beantragte er Akteneinsicht und erhielt die bereinigte Akte durch die Gauck-Behörde. Focus-Journalisten informierten THUROW, dass sie weiteres Material über ihn hätten, welche den Auftragsmord des Generalmajor KLEINJUNG belegten – nachdem der Titel der Veranstaltung „Fluchthelfer Thurow ist zu erschlagen“ gewählt wurde. Es ist eine große Ausnahme, dass Journalisten diese Belege in die Hände fielen. Laut THUROW ist Joachim GAUCK (als BStU /wm) eine Nachlässigkeit passiert.

Sämtliche Belege über Mordanschläge wurden, noch unter GAUCK, vernichtet. Geschadet hat es Herrn KLEINJUNG trotzdem nicht. Er lebte gut situiert bis zum natürlichen Ende. Ebenso wie die Verräter am Tunnelbau. Ein Grieche hatte den Tunnelbau verraten, wodurch Flüchtlinge erschossen und verhaftet wurden. Der Verräter ist bekannt und wird vom deutschen Staat gedeckt.

Die Helfer beim Tunnelbau waren international: Dänen, Belgier… etc. Rudi THUROW erhielt das Bundesverdienstkreuz; seine Kameraden von damals wurden zur Feier nicht eingeladen. Ausländische Staatsbürger haben ihr Leben für die Freiheit der DDR-Flüchtlinge riskiert – ohne die kleinste Aufmerksamkeit durch den deutschen Staat. Rudi THUROW überlegt, ob er das Verdienstkreuz zurückgeben sollte.

Maulwurf“ für den RIAS wurde hingerichtet

Ein leitender Historiker unter den Zuhörern erforscht die Anzahl der Mauertoten. Staatlich hoch bezahlte Historiker rechnen die Opferzahlen herunter, indem die eine oder andere Gruppe nicht dazu gezählt wird. Die wahren Aufklärer sind die Ehrenamtlichen. Wahre Zahlen gibt es bei Alexandra HILDEBRANDT, Museum Checkpoint Charlie; geschönte Zahlen gibt’s in der Bernauer Straße und im „Tränenpalast“.

Ein Beispiel: Maueropfer gibt es erst seit dem 13.8.1961. Die 200 Toten davor werden nicht gezählt usw. usf. Die Grenze wurde bereits vor dem Mauerbau überwacht, bspw. Zufahrtswege nach Berlin. Am Abend davor wurden im kleinen Kreis die Züge, welche kontrolliert werden sollten, als Befehl für den nächsten Tag festgelegt. Darunter war ein Maulwurf, der die geplanten Aktionen dem RIAS zukommen ließ. Und der RIAS warnte seine Zuhörer vor diesen Zügen. Der Maulwurf flog auf und wurde in Leipzig hingerichtet und seine Leiche an einer bekannten Stelle verscharrt. Nach der Wende verhinderte die DDR-Opposition ein würdiges Begräbnis aller Hingerichteten. Aufgrund von Baumaßnahmen mussten diese dann doch umgebettet werden und sie ruhen jetzt auf dem Südfriedhof Nähe abseitsgelegenen Komposthaufen ohne jeglichen Hinweis, wer sie einmal waren.

Meine Schilderung ist ein bisschen lang geworden. Da kann sich jeder selbst einen Reim darauf machen, wo wir im 26. Jahr nach dem Mauerfall stehen.

Quelle: Flucht und Ausreise –
http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=3864164&pg=1

Berlin, 13.09.2013/cw – Seit Jahren ziehen dunkle Wolken über den einst weltberühmten ehemaligen Checkpoint Charlie in Berlin. Hier, wo sich einst US-Amerikanische und Sowjetische Panzer gegenüberstanden, wo fast ein Jahr später der achtzehnjährige Flüchtling Peter Fechter vor aller Welt ohne jeden Versuch einer Hilfe elend im Mauerschatten verblutete, hier hatte Rainer Hildebrandt seine zweite und dauerhafte Ausstellung „Es geschah an der Mauer“ mit zunächst bescheidenen Mitteln platziert.

Im Laufe der Jahre wurde die Ausstellung als Museum und „Haus am Checkpoint Charlie“ zum unbedingten Muss der Touristen aus aller Welt. Aus dem bescheidenen Eckladen wurde ein von der Kochstrasse bis zur Zimmerstraße über die gesamte Häuserfront verlaufendes Museum, das sich über mehrere Etagen erstreckt. Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen, die dem einstige Gründer der KgU (Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit) die zuvor versagte Reputation sicherte.

Sprudelnde Euro-Quellen

Um die Jahrtausendwende entschied sich das Ehepaar Hildebrandt, das bis dato sichere Terrain der öffentlichen Förderung zu verlassen und das Museum selbständig zu machen. Zu diesem Zeitpunkt sprudelten die Quellen aus Eintritt und Verkauf von Mauer-Utensilien und einschlägiger Literatur immer Bilanzfreudiger, von jährlichen Einnahmen in mehrfacher Millionenhöhe war die Rede. Rainer Hildebrandt konnte diesen Erfolg nicht mehr auskosten. Schwer erkrankt überlebte er die Verselbständigung nur noch wenige Jahre.
Seiner rührigen und lernfähigen Frau aus der Ukraine gelang es, drei Tage vor seinem Tod in der Schweiz eine Stiftung auf den Namen ihres Mannes zu gründen. Seither fließen die Einnahmen in die Schweiz. Ob Rainer Hildebrandt die Stiftungsurkunde drei Tage vor seinem Tod noch selbst in den Schweizer Alpen unterzeichnen konnte, darüber gibt es seither unterschiedliche Sichtweisen.

Seine Witwe jedenfalls, die erst 1990 nach Berlin gekommen sein will, obwohl es Filmdokumente der BStU geben soll, die Alexandra Hildebrandt bereits vor dem Fall der Mauer 1989 im westlichen Teil von Berlin zeigen, zeigte sich äußerst agil und für eine einstige Raketentechnikerin aus dem Ostblock äußerst geschäftstüchtig. So wurden permanent neue Gebäudeteile erworben und die Ausstellung ebenso zügig erweitert. Als sie 2007 das Eckhaus zur Zimmerstraße für 15 Millionen Euro kaufen wollte, in dem sie bereits mehrere Etagen für die Ausstellung akquiriert hatte, kam die Museumschefin offenbar ins Trudeln. Jedenfalls bezahlte sie die vereinbarte Kaufsumme nicht. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung vom vergangenen Donnerstag wurden der taffen Witwe sogar zwischenzeitlich die Konten gesperrt.

Rettet Vergleich das Erbe?

Doch das alles erscheint nun als „Schnee von Gestern“. Nach dem erwähnten Bericht soll sich die Chefin vom Checkpoint, wie Hildebrandt teils neidisch, teils respektvoll genannt wird, mit dem Eigentümer, der bundeseigenen Bank FMS Wertmanagement geeinigt haben, nachdem die FMS, die für den Bund als Bad-Bank fungiert, 2011 vom Kaufvertrag zurückgetreten war. Nachdem sich die quirlige Geschäftsfrau, die nebenher noch im letzten Jahr geborene Zwillinge zu versorgen hat, mit der FMS auf einen Vergleich und einen 25jährigen Mietvertrag geeinigt hatte, konnte die Bank das Gebäude endlich weiterverkaufen.

Ob mit diesem Kompromiss das Erbe Rainer Hildebrandts, dessen Asche seiner sterblichen Überreste auch über zehn Jahre nach seinem Tod einer Beisetzung harren, gerettet werden kann, wird die Zukunft zeigen. Das wird nicht zuletzt auch davon abhängen, ob seine Witwe die gegebene Möglichkeit nutzt, nun die vielfach von Fachleuten angemahnte Überarbeitung der Ausstellung anzugehen. Die Ausstellungschefin schweigt sich weiterhin über ihre Vorstellungen und Planungen aus. Dabei würde eine aktive Umgestaltung und Erneuerung des Museums auf übliche Standards vermutlich die bisher dominierende Funktion des Hauses am Checkpoint Charlie zementieren. Denn die Realisierung der von der öffentlichen Hand nach wie vor geplanten Ausstellung über den „Kalten Krieg“ am selben Ort dürfte noch einige Hürden zu überwinden haben. Eine Zeitbrücke, die Hildebrandt geschickt nutzen könnte.

Unvergessene Installation von Mauerkreuzen

Für Überraschungen war die Berliner Ukrainerin, die sich ob ihrer Eigenwilligkeiten mehr Skeptiker als Freunde geschaffen hat, immer gut. Unvergessen ihre Installation von Mauerkreuzen am ehemaligen Nabelpunkt der west-östlichen Auseinandersetzungen, die zwar beseitigt wurden aber immerhin für eine vorher ungeahnte Aktivität des Berliner Senats zur Schaffung einer würdigen Gedenkstätte an die Zeit der Berliner Mauer führte. Im Ergebnis ist die Stiftung gleichen Namens mit der beeindruckenden Gedenkmeile in der Bernauer Straße nicht mehr wegzudenken. Diesen Erfolg kann ihr wenigstens keiner mehr nehmen.(855)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Das Glück kennt keine Grenzen:

Museums-Gründer Hildebrandt Vater von Zwillingen?

Berlin, 23.04.2013/cw – In den letzten Jahren gab es um das von Rainer Hildebrandt gegründete und weltberühmt gewordene Mauermuseum am Checkpoint Charlie immer wieder beunruhigende Berichte. Die Witwe Alexandra Hildebrandt bemühte sich um  die Konsolidierung der umfangreichen Hinterlassenschaften des Freiheitskämpfers und Kunstmäzens und geriet dabei immer wieder in den Fokus der Medien. So berichtete u.a. DER TAGESSPIEGEL im August letzten Jahres über „Finanznöte“ des Mauermuseums. Die Museums-Witwe habe sich mit dem Kauf eines weiteren Hauses verspekuliert und sei in Bedrängnis durch Finanzbehörden und Bank geraten. Eine Klage gegen eine betriebene Zwangsvollstreckung sei vom Berliner Landgericht „mangels Erfolgsaussichten“ zurückgewiesen worden. Seither war weder aus den Reihen der CDU, die nach wie vor als größter Förderer der eigenwilligen Checkpoint-Charlie-Chefin gilt, noch in den Medien etwas über die parteipolitischen Bemühungen zu hören, dem Mauermuseum aus der entstandenen Klemme zu helfen.

Mit der so vermittelten „Ruhe“ dürfte es nun vorbei sein. Das liegt weniger an den angelaufenen Vorbereitungen zum 50. Jahrestag der Museums-Eröffnung in  einem kleinen Laden am Checkpoint Charlie. Denn eigentlich war das Mauermuseum unter dem Namen „Es geschah an der Mauer“ bereits im Herbst 1962 in der Bernauer-/Ecke Wolliner Straße in einer angemieteten Wohnung im  ersten  Stock eröffnet worden.

Dass Alexandra Hildebrandt diesen Termin bisher kaum berücksichtigen  konnte, hatte offensichtlich sehr menschliche Hintergründe. Wie die Boulevardzeitung B.Z. aktuell berichtet (Ausgabe 23.04.2013, S.1 und 4), wurde die Museums-Chefin am 1. Februar Mutter von Zwillingen, war also schlichtweg schwanger und konnte sich so kaum um die Gestaltung des anstehenden Jubiläums kümmern. Die Vierundfünfzigjährige Zwillingsmutter sieht das Geschwisterpaar als – so wörtlich – „Verstärkung für das Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie,“ wie sie ihren Freunden unter Beifügung eines Fotos der Babys laut B.Z. mitteilte.

Diesmal glückliche Nachrichten  vom Checkpoint Charlie - Bericht der B.Z. von heute

Diesmal glückliche Nachrichten vom Checkpoint Charlie – Bericht der B.Z. von heute

Befreiungsschlag? Spekulationen über eine mögliche Insemination

So groß die Freude über diese menschliche Nachricht der Mutterschaft ist, schießen natürlich auch wieder zahlreiche Vermutungen ins Kraut. Die Formulierung über die „Verstärkung für das Museum“ veranlassen nicht zuletzt Beobachter aus dem Umfeld des Museums darüber zu spekulieren, ob gar der vor fast zehn Jahren verstorbene Museumsgründer Rainer Hildebrandt selbst der späte Vater der Zwillinge sein könnte.

Sinn hätte eine Insemination (künstliche Befruchtung) mit dem Samen des Verstorbenen durchaus machen können, um die Witwe von diversen Vorhalten zu befreien, ein Befreiungsschlag gewissermaßen. So wird neben zahlreichen kritischen Vorhalten immer wieder kolportiert, ihre Begegnung mit Hildebrandt sei „nicht zufällig“ gewesen. Es existieren Film-Aufnahmen der Stasi vom 13. August 1989, auf denen Beobachter die damals schwangere und spätere Frau des Museums-Gründers in Begleitung eines Unbekannten erkannt haben wollen. Die Stasi hatte die zwei Personen wohl eher zufällig am Rande einer Demonstration zum 28. Jahrestag des Mauerbaus  am Checkpoint Charlie gefilmt. Laut eigener Biografie will Alexandra Hildebrandt allerdings erst 1990 erstmals nach Deutschland und Berlin gekommen sein. Wenn diese bislang nicht bekannten Bilder tatsächlich Alexandra Hildebrandt zeigen sollten, stände womöglich für die trauernde Witwe vom Checkpoint nicht nur das Ansehen auf dem Spiel. Durch eine theoretisch mögliche Vaterschaft Rainer Hildebrandts würde sie hingegen als Mutter leiblicher Kinder des Museumsgründers vollendete Tatsachen  geschaffen haben. Nach einer Insemination ist die Geburt von Zwillingen nicht selten.

Aus einem Film der Stasi vom 13.08.1989: Die Frau im  weißen Kleid (Bildmitte) und ein bislang unbekannter Begleiter

Aus einem Film der Stasi vom 13.08.1989: Die Frau im weißen Kleid (Bildmitte) und ein bislang unbekannter Begleiter

Natürlich habe ich einen  Freund                      

Freilich stehen, wie das in einem solchen geheimnisumwitterten Vorgang durchaus üblich ist, auch noch andere Spekulationen im  Raum. Danach sollen die Kinder von einem jüngeren Mann stammen. Hildebrandt in der B.Z.: „Natürlich habe ich einen  Freund.“ Und: „Manche erwarten, dass ich jetzt immer mit Trauerkleidung durch die Welt gehe. Doch ich glaube, das hätte auch Rainer nicht gewollt.“ Freilich hätte auch das ein möglicher Grund sein können, die vorausgegangene Schwangerschaft zunächst zu verheimlichen. Hätte doch eine solche Story trotz der jetzigen überraschenden Bekundung in der B.Z. dem Bild der trauernden Witwe widersprochen, dokumentiert durch Trauerbilder in der nachgebauten Kontrollbaracke der einstigen Alliierten oder  im Museums-Keller mit ausgelegtem Kondolenzbuch. In diesem dürfen die Besucher des Museums nach wie vor ihre Anteilnahme am Tod von Rainer Hildebrandt bekunden.

Das indes die Urne mit den sterbliche Überresten des weit über Berlin  und Deutschland bekannt gewordenen Streiters gegen den Kommunismus neun Jahre nach seinem Tod noch immer in einem Regal des Krematoriums in Ruhleben steht, passt irgendwie zu den verwirrenden Storys um  den einstigen Brennpunkt der Weltgeschichte und die dort aktive nunmehr im Mutterglück stehende Chefin eines der meist besuchtesten Museen der Hauptstadt.

V.i.S.d.P.: C.W.Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Auch 2012 Demo vor dem Finanzministerium mit Klaus Wowereit (2.v.r.) und Frank Henkel (4.v.r.) - Foto: Landespresse

Auch 2012 Demo vor dem Finanzministerium mit Klaus Wowereit (2.v.r.) und Frank Henkel (4.v.r.) –

Berlin, 29.03.2013/cw – Die Vereinigung 17. Juni begrüßt den Beschluß der BVV Mitte, der Benennung des Platzes vor dem heutigen  Bundesfinanzministerium in der Leipziger-/Ecke Wilhelmstraße in „Platz des Volksauftandes von 1953“ zum 60.Jahrstag zuzustimmen. Damit seien die jahrelangen Bemühungen der Vereinigung endlich von Erfolg gekrönt. Die Kernforderung sei stets gewesen, die Erinnerung an den für Deutschland und Europa so wichtigen  Aufstand „über fünfzehn  Jahre nach der Wiedervereinigung“ endlich wieder an den Ort des ursprünglichen Geschehens zu führen. Die bisherige Durchführung von Erinnerungen ausschließlich in den einstigen  Westsektoren sei inzwischen anachronistisch und werde den aktuellen geschichtlichen Gegebenheiten nicht mehr gerecht, hatte die Vereinigung argumentiert. Am 16. Juni 1953 hatten sich vor dem einstigen Haus der Ministerien, dem ehemaligen Reichsluftfahrtministerium, tausende Arbeiter versammelt und für den 17. Juni den Generalstreik ausgerufen („Morgen früh, am Strausberger Platz!“).

Insgesamt drei Fototafeln erinnerten an den 17. Juni - Foto: LyrAg

Insgesamt drei Fototafeln erinnerten an den 17. Juni – Foto: LyrAg

Klaus Wowereit und C.W.Holzapfel vor der errichteten Tafel "17.Juni 1953" - Foto:LyrAg

Klaus Wowereit und C.W.Holzapfel vor der 2010 errichteten Tafel „17.Juni 1953“ – Foto:LyrAg

Acht Jahre Auseinandersetzung

Der jetzigen Zustimmung war eine seit 2005 andauernde Auseinandersetzung zwischen der Vereinigung und den beteiligten Institutionen vorausgegangen, wobei sich das Bundesfinanzministerium und die Bezirksverwaltung gegenseitig die Zuständigkeiten zuschoben: Der jeweils andere Partner sollte die Verantwortung für eine Benennung haben. Der Berliner Senat unter Klaus Wowereit hatte sich dagegen schon frühzeitig für eine Umsetzung ausgesprochen, erklärte sich allerdings für „nicht zuständig.“

Die jetzt nach acht Jahren vor dem Ende stehende Auseinandersetzung hatte zwei Jahre nach dem 50.Jahrestag begonnen. Im  Sommer 2005 hatte die Arbeitsgemeinschaft 13. August unter ihrer Direktorin Alexandra Hildebrandt den Kampf um  die Beibehaltung der Fototafeln am Gebäude des Finanzministeriums endgültig verloren. Der Denkmalschutz setzte sich gegen die Forderung der Arbeitsgemeinsachaft durch. Spontan hatte die Vereinigung 17. Juni am Tage der Foto-Tafel-Demontage aus Protest einen  unbefristeten Hungerstreik begonnen. Der Vorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel legte sich spontan auf die Mitte des Rüppel-Denkmals, das dort an den Aufstand erinnerte und ließ sich von anwesenden Protestanten mit Rosen zudecken. Er wolle damit die „Beerdigung von Geschichte“ an diesem Ort symbolisieren, erklärte seinerzeit der Hungerstreiker.

2005: Neun  Tage Hungerstreik

Hungerstreik: Mit Rosen symbolisch Geschichte begraben - Foto: LyrAg

Hungerstreik: Mit Rosen symbolisch Geschichte begraben – Foto: LyrAg

Bereits drei Tage später wurde der Appell auf die Wiederanbringung der Fototafeln durch die Forderung ergänzt, das Areal vor dem Ministerium in „Platz des 17. Juni 1953“ umzubenennen. Nach der Zusicherung des seinerzeitigen Berliner CDU-Generalsekretärs Frank Henkel und des Bundestagsabgeordneten Roland Gewalt, sich dauerhaft für eine entsprechende Benennung einsetzen zu wollen, beendete Holzapfel nach neun Tagen seinen vielbeachteten Hungerstreik.

In der Folge wurden vor einigen  Jahren immerhin nach vielen Gesprächen  und Verhandlungen vier Erinnerungsstelen und eine Tafel „17. Juni 1953“ auf dem Platz aufgestellt. Im Frühjahr 2013 wurden im  sogen. Säulengang weitere Tafeln mit einer Ausstellung über die Ereignisse vor sechzig Jahren angebracht. Die Vereinigung setzt sich für einen „dauerhaften Verbleib dieser wertvollen Informationen“ ein.

Unterstützung von UOKG und VOS

Bekräftigten  ihre Unterstützung: Roland Gewalt und Frank Henkel(von li.) - Foto: LyrAg

Bekräftigten ihre Unterstützung: Roland Gewalt und Frank Henkel
(von li.) – Foto: LyrAg

Die Benennung in „Platz des 17. Juni 1953“, die die Vereinigung seither an jedem Jahrestag vor Ort gefordert und mit Transparenten unterstrichen hatte, was „dankenswerter Weise“ von der UOKG und der VOS nachhaltig unterstützt wurde, war letztlich am Widerstand der Bezirksverwaltung gescheitert, da nach dem Berliner Straßengesetz eine Doppelbenennung nicht möglich sei. Zwar habe das die gleiche Bezirksverwaltung bei der umstrittenen Umbenennung der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße nicht so eng gesehen, obwohl nach dem einstigen APO-Führer bereits im Bezirk Steglitz-Zehlendorf (Ortsteil Dahlem) eine Straße benannt worden war, sagte Holzapfel augenzwinkernd, erklärte aber namens der Vereinigung, daß man mit dem jetzigen, vom Finanzministerium beantragten Namen sehr gut leben könne: „Für uns war die würdige Erinnerung vor Ort das erklärte Ziel!“ Ausdrücklich bedanke sich der Verein beim jetzigen Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble für die bevorstehende Umsetzung, die seine Vorgänger, unter ihnen Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, bedauerlicherweise  immer wieder aus formalen Gründen abgelehnt hätten. Auch sei der Verein froh über die unumgängliche Zustimmung des Bezirkes, die im durchaus nicht selbstverständlichen Konsens von allen Parteien unterstützt wurde. Das sei „für den bevorstehenden 60. Jahrestag ein  wichtiges Signal,“ so der Verein in seiner Erklärung.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin , Tel.: 030-30207785

Vereinigung 17. Juni fordert Umbenennung der Zimmerstraße in „Peter-Fechter-Straße“

Berlin, 12.08.2012/cw – Zum 51. Jahrestag  des „13.August 1961“, an dem in und um Berlin mit der Absperrung der sogen. Westsektoren mittels Stacheldrahtrollen und aufgerissenen Straßen der Bau der berüchtigten Berliner Mauer eingeleitet wurde, finden am Montag, 13.08.2012, wieder zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt:

Ab 10:30 Uhr: Gottesdienst in der Kapelle „Versöhnungskirche“ in der Bernauer Straße, anschließend Kranzniederlegungen durch Berliner Senat, Bundesregierung, politische Parteinen und diverser Verbände.

Ab 13:00 Uhr: „Brücke der Einheit“ (Glienicker Brücke) Berlin/Potsdam Gedenkveranstaltung der CDU Berlin und Brandenburg. U.a. sprechen der Berliner Bürgermeister und Innensenator Frank Henkel und der Generalsekretär der Brandenburger CDU, Dieter Dombrowski.

Ab 15:00 Uhr: Gedenkveranstaltung an den Mauerkreuzen Scheidemann-/Ecke Ebertstraße (Reichstag) durch die Vereinigung 17. Juni 1953 e.V. Ansprache u.a. durch den Vorsitzenden,
Verlesung der Namen von Toten an der Berliner Mauer. Auf der Trompete spielt Stefan Thelemann. Die Kränze an den Kreuzen werden zuvor wieder durch die „Arbeitsgemeinschaft 13. August / Museum Haus am Checkpoint Charlie“ niedergelegt (Alexandra Hildebrandt).

In einer Erklärung zum 51. Jahrestag schließt sich die Vereinigung 17. Juni der Mahnung des Staatsministers im Kanzleramt, Bernd Neumann, an, der vor wenigen  Tagen die Benennung einer Straße nach dem am 17. August 1962 nahe dem Checkpont Charlie ermordeten Peter Fechter gefordert hatte. In der Erklärung von heute heißt es:

„Es wirft ein  schlechtes Bild auf die demonstrierte öffentliche Trauer um die Mauertoten und die einhergehende Zelebrierung von aufwändigen  Kranzniederlegungen, wenn auch 50 Jahre nach dem welterschütternden, weil öffentlich stattgefundenen Tod des Flüchtlings Peter Fechter keine Straße an diesen erinnert. Peter Fechter wurde zum anklagenden Symbol der menschenverachtenden und blutig gewordenen Mauer. Die Umbennenung der Zimmerstraße zwischen Friedrichstraße und dem Axel-Springer-Verlag, an der sich dieser Mord ereignete, wäre eine längst überfällige und glaubwürdige Ehrung.“

Siehe zum Thema auch:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/berlin/article108520534/Spaete-Ehre-fuer-Peter-Fechter.html

http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article108578731/Er-wollte-einfach-nur-in-Freiheit-leben.html

http://www.morgenpost.de/berlin/article108560665/Peter-Fechter-Strasse-ist-eine-Ehrenpflicht-fuer-Berlin.html

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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