You are currently browsing the tag archive for the ‘Absperrungen’ tag.

Berlin, 02.01.2021/cw – Zumindest die weißen Mauerkreuze am Reichstag sind einen Tag nach Neujahr wieder frei zugänglich. Zwar sind die „offiziellen“ Absperrungen rund um das Brandenburger Tor bis einschließlich Samstag, 02.01. vorgesehen. Aber um 14:00 Uhr konnten vorbeigehende Touristen eine Reihe von Arbeitern sehen, die die Gitter in der Ebertstraße abbauten. Zwar stand ein Kontrollposten an der fragliche Kreuzung noch symbolisch „Wache“, ließ aber bereits Besucher der Mauerkreuze freundlich passieren.

Die Absperrungen wurden heute, 14:10 Uhr, wieder beseitigt – Foto: LyrAg-Press

Die Vereinigung 17. Juni hatte bereits angekündigt, im neuen Jahr Gespräche mit den „zuständigen Stellen“ aufzunehmen, um künftig durch „geeignete Maßnahmen einen möglichst freien Zugang“ zu den um das Brandenburger Tor vorhandenen Gedenk- und Mahnstätten zu sichern.
Der Gedenkort Weiße Kreuze wurde zum 10. Jahrestag des Mauerbaus durch den Berliner Bürgerverein an der Ostseite des Reichstags 1971 an einem Zaun vor der dortigen Mauer errichtet. Von 1961 bis 1990 verlief die Mauer direkt am Ufer, die Wasserfläche befand sich an dieser Stelle auf Ost-Berliner Gebiet. Die Kreuze wurden von dem Verein an einem Zaun vor der Mauer an der Ostseite des Reichstags auf West-Berliner Gebiet montiert. Ursprünglich hatte der Bürger-Verein an jedem Ort entlang der Mauer ein weißes Kreuz aufstellen wollen, an dem ein Mensch bei einem Fluchtversuch ums Leben gekommen war. Die Pflege der über das Stadtgebiet verteilten Kreuze überstieg jedoch die finanziellen und arbeitstechnischen Kapazitäten des Vereins, sodass dieser beschloss, sich auf den Standort am Reichstag und einen in der Bernauer Straße („Straße der Tränen“) im Bezirk Wedding zu konzentrieren.
Nach den erforderlichen Umbauarbeiten am und um den Reichstag wegen desbeschlossenen Umzuges des Deutschen Bundestages nach Berlin (1990) wurden die mittlerweile 15 Kreuze 1995 auf Kosten des Bundes gegenüber der Südseite des Reichstags an einem Zaun des Tiergartens montiert. Trotzdem weihte der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, 2003 anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes von 1953 direkt an der Spree unterhalb des Reichstages eine weitere Gedenkstätte mit sieben Kreuzen ein. Auf diesen sind aus schwer nachvollziehbaren Gründen diesseits und jenseits der dortigen Wassergrenze Namen angebracht, die bereits wenige Meter entfernt auf Kreuzen an der bestehenden Gedenkstätte zu lesen sind. Wolfgang Thierse sagte bei der Einweihung u.a.: Die Mauer-Kreuze erinnern seit 1971 „an alle, die bei solchen Fluchtversuchen ums Leben gekommen sind.“ Diese seien „inzwischen selbst schon ein Stück Berliner und deutscher Geschichte geworden.“
In den 90er Jahren übernahm der ehemalige politische DDR-Gefangene Gustav Rust die „Betreuung“ der Gedenkstätte. Nach dem Tod des Bügervereins-Vorstandes übernahm die Vereinigung 17. Juni 1953 die Patenschaft und beteiligt sich seither aktiv zusammen mit Rust an der Pflege des Gedenkortes.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Mobil: 0176-48061953 (1.600).

Berlin, Sylvester 2020/cw – Eine überraschende Öffnung im Besucher-abwehrenden Gittermeer rund um das Brandenburger Tor ließ den Vorstand der Vereinigung 17. Juni hoffen: Die Abordnung befragte den Wachmann am Durchlass nach einem Zutritt zu den Mauerkreuzen. Nachdem ihm das Vorhaben geschildert worden war, erlaubte er den Durchgang. Und so konnte der Verein zum Jahreswechsel an den weißen Kreuzen, die am Reichstag an die Toten der Mauer erinnern, einige Dauerbrennkerzen entzünden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

So endet ein alles in allem eher trauriges Jahr wenigstens hier eher versöhnlich, auch wenn die heute gegebene Möglichkeit wohl eher der menschlichen Reaktion eines Wachmannes vor Ort als einer starren Bürokratie zu verdanken war. Ansonsten waren die Absperrungen – wie vorher angekündigt – seit dem 30.12. noch totaler geworden. Auch die bis dahin offen gehaltenen Zugänge zu den anderen Denk- und Mahnmalen rund um das Brandenburger Tor sind bis zum 2. Januar des neuen (besseren?) Jahres verrammelt worden.

Die Vereinigung 17. Juni durfte zu Sylvester trotz Absperrungen Kerzen entzünden – Foto: LyrAg-Press

Da die Vereinigung 17. Juni grundsätzlich von Optimisten angeführt wird, hofft der Vorstand für die Zukunft auf die Vereinbarung einer grundsätzlichen Regelung für die Gedenk- und Mahnstätten im Zentrum Berlins. Nach Meinung des Vereins sollte es möglich sein, auch im Falle notwendig erachteter Absperrungen im Regierungsviertel den Zugang zu den Gedenkorten soweit wie möglich für jedermann offen zu halten: „Man sei gerne bereit, konstruktive Vorschläge für eine künftige Regelung des jeweiligen Zugangs vor Ort einzubringen, um den offensichtlich unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden.“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin – Tel.: 030-85607953 (1.599).

 

 

 

 

September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Blog Stats

  • 755.859 hits

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 129 anderen Followern an