Berlin/Brüssel, 23.08.2020/tst – War da was? Demokratische Proteste in Belarus? Gewaltloser Widerstand gegen eine der letzten Diktaturen in Europa? Solidaritätsbekundungen der demokratischen Staaten in der Europäischen Union? Fehlanzeige.

Die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni 1953, die ihre Herkunft aus dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR ableitet, hatte unlängst in einer Presseerklärung vorgeschlagen, den Tag der Erinnerung an die kommunistischen und nationalsozialistischen Verbrechen am 23. August  zu nutzen, um europaweit mittags um 12:00 Uhr alle Ampeln in der Union für fünf Minuten auf ROT zu schalten und damit den Verkehr symbolisch zum Stillstand zu bringen. Damit sollte Europa ein unübersehbares Signal der Solidarität mit den Demonstranten in Belarus zeigen.

Heute, um 12:05 Uhr, zeigte sich der Vorstand enttäuscht über den „vorgeblichen, weil immer wieder betonten Willen, demokratischen und vor allem gewaltlosen Widerstand gegen diktatorische Systeme zu unterstützen.“ Die Nicht-Reaktion „auf einen einfachen, aber wirksamen Vorschlag“ zeige die „Doppelmoral zwischen Wort und Tat, zwischen öffentlichen Lippenbekenntnissen und tatsächlichem Handeln nicht nur in Deutschland auf,“ sagte der Vorstandsvorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel (76) heute in Berlin.

Holzapfel hatte sich seinerzeit selbst als 17jähriger dem Gewaltlosen Widerstand gegen die SED-Diktatur und die durch diese errichtete Berliner Mauer verpflichtet. Er führte zahlreiche gewaltfreie Demonstrationen durch und war nach seiner Festnahme 1965 am Checkpoint Charlie im April 1966 in Ost-Berlin zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er gehört der Vereinigung seit 1963 als Mitglied an und ist seit Ende 2002 deren Vorsitzender.

Wir bitten um Beachtung der Sperrfrist: 23.08.2020, 12:05 Uhr

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG (AK) 17. JUNI 1953 e.V., Berlin – Mobil: 0176-48061953