Berlin, 14.Mai 2020/cw – Ein Romanautor hätte es nicht besser erfinden können: Nach dem (vorläufigen) Höhepunkt der aktuellen Pandemie können Gläubige heute den Namenstag der Heiligen Corona feiern.

Die Pfarrei St. Pankratius in Roding veröffentlichte bereits während der Coronavirus-Pandemie eine Novene mit Anrufung der heiligen Corona. Aus dem niederösterreichischen St. Corona am Wechsel ist auch das Wallfahrtslied Corona hoch erhoben aus diesem Erdental überliefert, das auf die Melodie des Kirchenlieds Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit gesungen wird. Der Autor und die Entstehungszeit des Textes sind nicht bekannt. Aus St. Corona am Wechsel wird auch von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Miss­ernte und zur Abwendung von (Vieh-)Seuchen berichtet. Dies wird auch im entsprechenden Artikel des Ökumenischen Heiligenlexikons aufgegriffen, ist sonst in der Fachliteratur aber nicht belegt. Die Angabe geht auf eine lokale Tradition in St. Corona am Wechsel zurück, der zufolge die Heilige von der bäuerlichen Bevölkerung dort gegen Viehseuchen angerufen wurde. Regional soll sie auch als Patronin der Holzfäller verehrt worden sein.

Auch andere christliche Gebetsstätten verehren die Heilige oder haben ihr Reliquien gewidmet. Besondere Verehrung wird der Heiligen in Österreich und in Ostbayern zuteil, wo ihr verschiedene Wallfahrten gewidmet sind. Aber auch im Norden, im mittelalterlichen Bremer Dom, in den 965 Reliquien der Heiligen gebracht wurden, muss es eine bedeutende Corona-Verehrung gegeben haben. Das legen hier gefundene Pilgerzeichen und drei Skulpturen im Dom nahe. Ebenso verehrte sie Kaiser Otto III., der nach seiner Kaiserkrönung im Jahre 996 Corona-Reliquien zusammen mit Reliquien des hl. Leopardus von Otricoli in Umbrien nach Aachen überführen ließ. Beide Heilige wurden zu Konpatronen des Aachener Marienstiftes erhoben. Die Bleireliquiare aus dem frühen 11. Jahrhundert wurden 1843 wieder aufgefunden. Deren Inhalt wurde im neobyzantinischen Corona-Leopardus-Schrein des Aachener Doms eingebettet, der in den Jahren 1911/12 durch den Aachener Goldschmied Bernhard Witte geschaffen worden war und derzeit (März 2020) restauriert wird. Im Straßburger Münster stellt ein Bleiglasfenster des 14. Jahrhunderts sie in langem Kleid, mit Mantel und Schleier dar, die Märtyrerpalme in der Linken. Spätere Darstellungen zeigen sie, wie sie einem Bettler ein Geldstück reicht oder ein Geldkästchen in der Rechten hält.

Auch die Heilige Corona wird mit Geld in Verbindung gebracht

Die heilige Corona (Korona) oder auch Stephana (* um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177) soll eine frühchristliche Märtyrin gewesen sein. Sie ist nach katholischer Betrachtung die Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber. Das Patronat in Geldangelegenheiten verdankt sie ihrem Namen, der auf deutsch „Krone“ bedeutet, eine Bezeichnung für verschiedene Währungen.

Der Überlieferung zufolge soll Corona zur Zeit der Christenverfolgungen das Martyrium im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Soldaten Victor von Siena, nach einigen Quellen dessen Ehefrau, erlitten haben. Während dieser gemartert wurde, soll Corona als vermutete Braut eines seiner Kameraden Victor getröstet und ermutigt haben. Corona wurde daraufhin nach der Legende verhaftet und verhört. Schließlich soll sie von ihren Peinigern zwischen zwei herabgebogenen Palmen gebunden und beim Emporschnellen der beiden Palmen zerrissen worden sein. Victor soll nach dieser Legende enthauptet worden sein.

Die Benennung dieser Heiligen in Zeiten der alles überlagernden gleichnamigen Pandemie ist Chronistenpflicht, auch wenn die Namensgleichheit mit der aktuellen Pandemie und der ihr unterstellten Nähe zu global-finanziellen Überlegungen (Bill Gates etc.) einige Heißsporne zu neuen Spekulationen veranlassen könnte. Dass die ursprünglich im Raum stehende Debatte im Bundestag um eine Gesetzesvorlage zur allgemeinen Impfpflicht verschoben oder aufgehoben wurde, weil man den Namenstag der Heiligen Corona nicht entehren wollte, steht nun wirklich außerhalb realer politischer Entscheidungen.

Letzte Meldung: Demo-Beschränkungen im Juni aufgehoben

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) teilte heute im Abgeordnetenhaus mit, dass im Laufe des Juni die derzeitigen Demo-Beschränkungen ganz wegfallen könnten. Derzeit gilt in Berlin eine Beschränkung auf 50 Personen. Damit könnten die Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 ungehindert stattfinden bzw. durchgeführt werden.

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