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Solidaritätserklärung der Lagergemeinschaft Workuta / GULag Sowjetunion mit dem Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Dr. Hubertus Knabe

Hamburg/Berlin, 17.10.2018 -Der Ehrenvorsitzende der UOKG und der Lagergemeinschaft Workuta, Horst Schüler (94), hat zusammen mit seinem Nachfolger, dem jetzigen Sprecher der Lagergemeinschaft, Stefan Krikowski, nachfolgende Solidaritätserklärung veröffentlicht (Quelle: http://www.workuta.de/aktuelles/index.html ):

„Gegen die Führung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen sind von Mitarbeiterinnen schwere Vorwürfe erhoben worden. Sie richten sich vor allem gegen den Stellvertretenden Direktor. Uns ehemaligen Gulag-Häftlingen sind die Details der Vorwürfe unbekannt.

In Folge der erhobenen Vorwürfe sind der Direktor der Gedenkstätte und sein Stellvertreter ihrer Posten enthoben worden. Wir ehemaligen politischen Häftlinge der Stasi-Gefängnisse im untergegangenen SED-Staat, wir Überlebende des stalinistischen GULag-Terrors in der Sowjetunion protestieren hiermit gegen die Amtsenthebung von Direktor Dr. Hubertus Knabe, gegen den die eingangs erhobenen Vorwürfe der Mitarbeiterinnen nicht gelten. Dies haben bereits die vier Angehörigen des Stiftungsbeirates der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen festgestellt und gegen die Amtsenthebung protestiert. Ihrem Protest schließen wir uns vollinhaltlich an. Die überstürzten Maßnahmen gegen Dr. Knabe, seine arbeitsrechtlich fragwürdige Kündigung sollten umgehend aufgehoben werden, weil gegen ihn offensichtlich keine gerichtsfesten Vorwürfe vorliegen. Wir fordern deshalb, Dr. Knabe sofort wieder als Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen einzusetzen.

In diesem Zusammenhang sehen wir ehemaligen politischen Häftlinge in dem von Stiftungsrat der Gedenkstätte angestrebten „Kulturwandel“ in Wahrheit eine Schönfärberei der finsteren Realitäten des Justizwesens der früheren DDR, wie sie von linksextremen Kräften seit langem angestrebt wird. Seit Jahrzehnten haben wir gegen das Unrecht-Regime gekämpft, oft unter Verlust unserer Freiheit, viele sogar unter Verlust ihres Lebens. Wir fordern, dass Zeitzeugen der kommunistischen Verfolgung weiterhin im Zentrum der Aufarbeitung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen stehen müssen.

Horst Schüler, Ehrenvorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta,
Stefan Krikowski, Sprecher der Lagergemeinschaft Workuta“

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785

 

 

Berlin, 17.10.2018/cw – Sieben Mitgliedsverbände in der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) haben am gestrigen Dienstag, 16.10., unter dem Titel „Manifest zur Gedenkstättenarbeit in Deutschland“ ihren Protest gegen die „Kaltstellung“ des Direktors Hubertus Knabe von der Gedenkstätte Hohenschönhausen veröffentlicht.

Zu den – bisherigen – Unterzeichnern gehören die  Gedenk- und Begegnungsstätte ehem. KGB-Gefängnis Potsdam e.V. (Leistikowstraße); das FORUM zur Aufklärung und Erneuerung e.V. (Berlin/Leipzig); der Verband Ehemaliger Rostocker Studenten (VERS); die Cottbuser Häftlingsgemeinschaft (Berlin); die Interessengemeinschaft ehemaliger politischer Brandenburger Häftlinge 1945-1989; die Lagergemeinschaft Workuta / GULag Sowjetunion und VOK-Deutschland e.V. / Vereinigung der Opfer des Kommunismus. Als (bisherige) Einzelperson hat Dr. med. Christian Richter (Ltd. Medizinalrat a.D.) das Manifest unterzeichnet. Als Ansprechpartner, auch für mögliche weitere Unterzeichnungen, wurde Dr. Richard Buchner, ebenfalls Mitglied der UOKG, Tel.: 030 8012471, Mail: richard.buchner@web.de , angegeben.

In der „Resolution von Verbänden in der Union der Opfer Kommunistischer Gewaltherrschaft“ heißt es:

1) Wir Häftlinge der Stasi-Gefängnisse im untergegangenen SED-Staat, wir Überlebende der stalinistischen GULAG-Terrors in der Sowjetunion und wir BürgerrechtlerInnen befürchten, dass der angestrebte „Kulturwandel“ in Hohenschönhausen (HSH) in Wahrheit eine Schönfärberei („lakirowka“) der finsteren Realitäten des Justizwesen der DDR bezwecken soll. Seit Jahrzehnten haben wir gegen das Unrechts-Regime in der damaligen DDR gekämpft. Oft unter Verlust unserer beruflichen Karriere, viele unter Einsatz ihrer Freiheit, manche unter Einsatz ihres Lebens.

2) Wir sind uns darüber einig, dass trotz der wechselnden Parteibezeichnungen alle Mitglieder der Partei DIE LINKE die politisch-moralische und historische Verantwortung für die Verbrechen der SED-Diktatur tragen.

Mit Bestürzung und grenzenloser Enttäuschung stellen wir nun fest, dass durch anonym gebliebene Vorwürfe das Lebenswerk von Dr. Knabe zersetzt werden soll. Der geplante „Kulturwandel“ könnte zu empathiefreier Darstellung führen, die eine opferzentrierte Deutungskompetenz in der Gedenkstätte HSH nachhaltig beschädigt. Zeitzeugen der sozialistischen Verfolgung müssen weiterhin im Kern der Aufarbeitung eine zentrale Rolle spielen!

3) Wir protestieren gegen die überstürzte Kaltstellung von Dr. Hubertus Knabe als Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Auch den betroffenen Frauen gilt unser Mitgefühl, soweit sie triftigen Gründe oder womöglich Beweise vorbringen können. Wir appellieren an den STIFTUNGSRAT der Gedenkstätte, seine arbeitsrechtlich fragwürdige und inhaltlich weitgehend absurde „Kündigung“ zum Ende März 2019 zu annullieren, weil gegen Knabe selbst offenbar keine gerichtsfesten Sachverhalte vorliegen. Dr. Knabe ist daher als Gedenkstätten-Direktor wiedereinzusetzen und inhaltlich zu rehabilitieren.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.343).

 

 

 

München/Berlin, 17.10.2018/cw – „Kampf um Platz zwei“, so beschrieb der bayerische AfD-Vorsitzende Martin Sichert die Zielsetzung seiner Partei für die Landtagswahl am 14.Oktober in der JUNGEN FREIHEIT (Nr.41/18 vom 5.10.2018, Seite 3). Sichert wolle danach „die FDP aus dem Landtag halten, die Freien Wähler überrunden, die CSU demütigen“ und „vor allem aber die Grünen schlagen“.

Vorläufiges amtliches Endergebnis: Statt Platz zwei wurde Platz vier erreicht. Der FDP (5,2 %) ist der Einzug in den bayerischen Landtag gelungen. Die Freien Wähler (11,9 %) liegen vor der AfD (10,3 %), haben also die AfD überrundet (und stehen vor einer Regierungsbeteiligung). Die Grünen (17,5 %) sind nicht geschlagen, sondern stellen als zweitstärkste Partei die größte Opposition. Und die SPD (10,1 %) wurde schwerer gedemütigt, als die CSU (36,8 %), die weiterhin die Regierung anführt.

Willkommen in der Realität.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.342).

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