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Berlin, 4.10.2018/cw – Er fertigte eindrucksvolle Grafiken vom harten Alltag der politischen Gefangenen im Zuchthaus Cottbus. Seine Signatur: „F.T.“ 28 Jahre lang konnte das Geheimnis um diesen „Zeichner der Gegenwart“ in den Cottbuser Zellen nicht gelüftet werden.

Ein „anständiger Erzieher“, wie der Künstler heute sagt, gab ihm in der Haft einen Zeichenblock, auf dem er seine Eindrücke vom Zuchthaus-Alltag festhielt. Allerdings durfte er seine Grafiken nicht behalten. Der „anständige Erzieher“ nahm diese an sich. Heute muß man sagen „Gott sei Dank,“ denn wer weiß, was aus diesen wertvollen Zeitdokumenten geworden wäre, wenn diese in die Hände der Stasi gelangt und wohlmöglich vernichtet worden wären.

Frank Timpe (60), der lang gesuchte Künstler aus dem ehem. Knast in Cottbus.

So aber übergab der ehemalige „Mitarbeiter“ im letzten Jahr mehrere Zeichenblöcke an das Menschenrechtszentrum in Cottbus, nachdem er selbst den Künstler nicht ausfindig machen konnte. Das Menschenrechtszentrum machte sich auf die schwere Suche nach dem Urheber der künstlerischen Zeitzeugnisse. Das war nicht einfach. Nach einem Bericht in der heutigen Ausgabe der B.Z. in Berlin (4.10.2018, Tomas Kittan, S.20) wurden mehrere ehemalige Mitarbeiter befragt, ehe ein Name gefunden wurde, der zu den Initialen passte, doch keiner der fünf Angefragten war der fragliche Künstler. Erst im Internet fand sich nach beharrlicher Suche der Hinweis auf eine kleine Grafikausstellung in NRW. Über diese Spur fand man endlich den gebürtigen Berliner Frank Timpe (60) als Schöpfer der Grafiken.

Von 1984 bis zum April 1987 saß der heutige Werbegrafiker in DDR-Gefängnissen. Nach 33 Jahren kehrte der Künstler gestern in seine ehemalige Zelle zurück, die er sich mit elf Mitgefangenen wegen „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ teilen musste. Anlass war die Eröffnung einer Ausstellung mit seinen eindrucksvollen Bildnissen im Menschenrechtszentrum Cottbus.

Timpe heute: „Drei Wochen war ich im sogenannten Tiger­käfig im Arrest. Eine schreckli­che Zeit“ (B.Z.). Ein Jahr nach seiner Entlassung durfte Timpe in die Bundesrepublik aus­reisen, heute lebt er in Bergisch Gladbach (NRW).

Die Ausstellung kann bis zum Ende des Jahres während der Öffnungszeiten im Menschenrechtszentrum Cottbus besichtigt werden: Di. – Fr. 10:00 – 17:00; Sa. & So. 13:00 – 18:00 Uhr; Mo. Ruhetag.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.437).

Ein Fest „DEM DEUTSCHEN VOLKE“ –                   Foto: LyrAg

 

Das Brandenburger Tor – Symbol der Darstellung deutscher Geschichte – Foto: LyrAg

Etwas erschöpft vom Berichts-Marathon: Arndt Breitfeld vom rbb – Foto: LyrAg

Der Rufer – vielfach auch nach 28 Jahren noch nicht wahrgenommen – Foto: LyrAg

Geschichte und Gegenwart:
Blick auf den „Unbekannten Plünderer“ (Berliner Schnauze) – Foto: LyrAg

Erinnerungen an die Toten der Mauer: In einem Pavillion unter div. Fotos versteckt – Foto: LyrAg

 

 

Hier, an der Bernauer Straße, wurde 2018 ein Fluchttunnel von 1963 entdeckt – Aktuelle Präsentation? Fehlanzeige – Foto: LyrAg

 

Lichtblick: Rainer Klemke (Mitte), einst zuständig für die Gedenkstätten, als Pensionär noch   immer für die Erinnerung aktiv – Foto: LyrAg

Auch Polit-Prominzenz, hier MinPräs. Armin Laschet (im Mauerjahr 1961 geboren) wurde gesichtet. Zeitzeugen der Teilung waren nicht gefragt – Foto: LyrAg

 

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Fotos: ©2018 LyrAg – Tel.: 030-30207785

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