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Berlin/Potsdam, 29.09.2019/cw –UOKG-Chef Dieter Dombrowski (CDU), in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Landtages von Brandenburg an der Seite des Ministerpräsidenten und der Landtagspräsidentin zum Zeitpunkt der Turbulenzen in Hohenschönhausen auf Reisen in China, hat jetzt auf der UOKG-Seite www.uokg.de / 20180926_AbberufungKnabe für den Dachverband der Opferverbände zur Kündigung von Hubertus Knabe Stellung genommen. Die Erklärung vom 26.09.2018 hat folgenden Wortlaut:

Umgang mit den Vorwürfen angemessen?

Dr. Hubertus Knabe hat sich große Verdienste um die Aufarbeitung des SED-Unrechts erworben, deshalb ist es bedauerlich, dass die bekannten Vorgänge in der Gedenkstätte Hohenschönhausen zur Beendigung der Arbeitsverhältnisse von Direktor Dr. Hubertus Knabe und seinem Stellvertreter Helmuth Frauendorfer geführt haben. Die Frauen, die unabhängig voneinander glaubhafte und teilweise unstrittige Vorwürfe, die sich über einen Zeitraum von ca. sieben Jahren erstrecken, gegen den Stellvertretenden Direktor Frauendorfer erhoben haben, wiegen schwer und sind mit dem Anspruch einer Gedenkstätte, die für Respekt und Toleranz steht, nicht vereinbar. Im Stiftungsrat,“ so Dombrowski, „war nicht die Qualität der Arbeit von Direktor Dr. Knabe und seinem Stellvertreter Frauendorfer zu bewerten. Es war vielmehr die Frage zu beantworten, ob der Umgang mit den Vorwürfen angemessen war. Im Ergebnis musste die Frage beantwortet werden, ob insbesondere die Hauptakteure, Land und Bund, vor dem Hintergrund der Fakten noch eine ausreichende Vertrauensgrundlage zur Zusammenarbeit sehen und ob das Vertrauen ausreicht, um die entstandene Situation glaubhaft und wirksam zu verändern. Der Stiftungsrat war in Würdigung aller Umstände zu der Einschätzung gelangt, dass ein glaubhafter Neuanfang mit Herrn Direktor Dr. Knabe nicht möglich ist. Land und Bund haben versichert, dass die Arbeit der Gedenkstätte Hohenschönhausen auch zukünftig höchste Priorität hat und jede mögliche Unterstützung bei der weiteren Aufarbeitung des SED-Unrecht bereit gestellt wird.“ (Ansprechpartner: Benjamin Baumgart; 030/55779620; presse@uokg.de).

Erste Aufforderungen zum Rücktritt

Inzwischen wurden erste Aufrufe von Mitgliedsverbänden im Dachverband laut, eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach § 8, Abs.2 der Satzung einzuberufen, die der Ehrenvorsitzende der UOKG, Horst Schüler, in einem Offenen Brief gefordert hatte. Auf der angestrebten Versammlung soll zuvorderst das Plädoyer von Dombrowski für eine mögliche Koalition mit der SED-Partei DIE LINKE diskutiert werden, das aus Sicht zumindest einiger Mitgliedsverbände „ohne vorherige Abstimmung im Verband“ in die Öffentlichkeit getragen wurde. Auch die „unabgestimmte Haltung“ von Dombrowski zu den jüngsten Vorgängen in Hohenschönhausen „müsse offen“ unter den Mitgliedern diskutiert werden.

Diverse, zum teil wütende Kommentare, in denen sogar der Rücktritt Dombrowskis gefordert wird, liegen unserer Redaktion inzwischen vor:

Die Erklärung  des Herrn Dombrowski auf der UOKG – Seite ist ein Unverschämtheit und an Zynismus nicht zu überbieten. Eine handfeste  juristische Begründung für die Kündigung Dr. Knabes liefert er nicht. Weil es keine gibt! Als Mitglied des Stiftungsrates ist er mitverantwortlich für diese Ungeheuerlichkeit. Neuerdings plädiert dieser UOKG – Vorsitzende  für eine weitere Rehabilitierung  der SED – Nachfolgepartei, heute genannt Die Linke, indem er  als CDU-Mitglied und Landtagsvizepräsident diese Truppe für koalitionsfähig mit der CDU  hält.“ Der Schreiber erinnert daran, dass Dombrowski schon einmal einen Mitgliedsverband im Stich gelassen habe, als es um die Auseinandersetzungen um das ehem. KGB-Gefängnis Leistikowstraße in Potsdam gegangen sei und folgert im Ergebnis: „Es ist der  sofortiger Rücktritt als UOKG – Vorsitzender  zu fordern.

In einer weiteren Mail heißt es u.a.: „Dombrowski hat eine roter Linie überschritten! Er muss deutlichen Gegenwind spüren und massiv mit seinen unsäglichen Äußerungen konfrontiert werden.“

Kommentar:

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist Dieter Dombrowski ein erfahrener Politiker, der bereits zahlreiche „Schlachten“ hinter sich hat. Gerade deswegen sollte er um die Gefährlichkeit wissen, brisante Thesen ohne jede Rücksprache in seinem Verband zu verbreiten. Mit seiner Erfahrung hätte er wissen müssen, dass ein Schwenk zur einstigen SED mehr als Unruhe in einem Verband auslöst, dessen Mitglieder auf eine bittere Verfolgungszeit unter der SED zurückblicken. Seine unsensiblen Äußerungen besonders zur Absetzung des hochverdienten und in der Szene geschätzten Hubertus Knabe haben nun offenbar das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht.

Dombrowski sollte jetzt nicht taktieren, sondern der Aufforderung seines Vor-Vorgängers Horst Schüler auch ohne Rückzug auf Satzungs-Formeln entsprechen und seitens des UOKG-Vorstandes schnellstens eine außerordentliche Versammlung der Mitgliedsverbände einberufen. Jetzt ist Gradlinigkeit gefragt, es sei denn, Dombrowski wäre drei Jahre nach seiner Erstwahl bereits amtsmüde. Dann allerdings erschiene die Wahl eines Nachfolgers als unausweichlich.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.433).

Von Carl-Wolfgang Holzapfel – 28.10.2018

Das Faszinierende an dieser Stadt ist auch die Tatsache, dass es hier Dinge gibt, die es sonst nicht gibt. Dazu gehört die aberwitzige Idee, in einem renommierten Teil Berlins eine Mauer zu errichten. Konrad Weiß, einst prominenter früherer DDR-Bürgerrechtler, Mitgründer der Bürgerbewegung „Demokratie jetzt“ und später MdB für Bündnis 90/Grüne, hat zu Recht bei seiner Ablehnung des Projektes von einer „Zelebrierung des Bösen“ gesprochen.

Die Kreuze am Reichstag als Zeugnis des einstigen Terrors – Foto: LyrAg

Der Gedanke, dass ein Stück Berlin neuerlich von einer Mauer geschändet wird, und sei es auch nur für einige Tage, ist für mich unerträglich. Ich denke, dass dies viele, die in der DDR oder in Ostberlin gelebt haben, so empfinden werden,“ schrieb Weiß in seinem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Vor einer Woche wandte sich ebenfalls die Publizistin Lea Rosh gegen die neuerliche „Errichtung der Mauer.“ Inzwischen haben mehr als 60 Kunstschaffende und Historiker den offenen Brief der Publizistin unterschrieben, unter diesen Hubertus Knabe, der Kunstsammler Heiner Pietzsch, die frühere Bildungssenatorin Sybille Volkholz, der Literaturhistoriker Conrad Wiedemann, der Verleger Klaus G. Saur, Kunstmäzen Gernot Moegelin, der US-Historiker Michael Cullen, die Schauspielerin Barbara Schnitzler sowie die frühere Stasi-Unterlagen-Beauftragte Marianne Birthler (Grüne) und die Direktorin der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anna Kaminsky.

Niemand käme auf die Idee, ein Vernichtungslager Auschwitz nachzubauen

Andere Prominente, wie die Schauspieler Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres, die Regisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky sprachen sich für die Pläne aus.

Der Autor protestierte auch mit Hungerstreiks gegen die Mauer, hier im März 1963 am Mahnmal für Peter Fechter aus Anlass der Leipziger Messe. – Foto: LyrAg

Als ein Mensch, der Ende August 1961 mit 17 Jahren erschüttert vor der zugemauerten Versöhnungskirche in der Bernauer Straße stand und seither seinem dort abgelegten Schwur gefolgt war, gegen die Mauer zu kämpfen, bis dieses „Bauwerk des Bösen beseitigt sei oder ich nicht mehr leben würde“ und der sich 28 Jahre lang an diesen Eid gebunden wußte, habe ich kein Verständnis für derartige „Kunstbauten.“ Es gibt keine Rechtfertigung, Zeugnisse des Unrechtes, wie die Mord-Mauer, in irgend gearteter Form in einem künstlich bestimmten Umfeld nachzubauen. Die verbliebenen Original-Zeugnisse, wie am Abgeordnetenhaus von Berlin, reichen als historische Erinnerung in bedrückender Form aus, für alle Zeiten.

Niemand käme auf die Idee, gegenüber dem Holocaust-Mahnmal ein verkleinertes Vernichtungslager von Auschwitz zu errichten. Es gibt Ideen, die sich von selbst verbieten, und das ist gut so. Es reicht, dass es diese Mauer überhaupt gegeben hat.

Kleinkariert? Kein Kunstverständnis? Zugegeben, Kunst genießt andere Freiheiten. Aber müssen dies gleich Projekte aus Absurdistan sein? Muss Kunst immer einher gehen mit aufwändigen, sprich überdimensioniert teuren Projekten, unabhängig von gegebenen Unsäglichkeiten?

Vor vielen Jahren hatte ich einmal vorgeschlagen, an einem Jahrestag des Mauerbaus zum Beispiel die Brunnenstraße/Ecker Bernauer Straße symbolisch zuzumauern, um jene Besucher und Touristen, die den Schrecken der Mauer – Gott sei dank – nie leibhaftig erlebt haben, durch die symbolische Sperrung einer viel genutzten Verkehrsader an diese böse und traurige Zeit zu erinnern. Die Mauer stand dort, wäre also niemals künstlerisch imaginär und würde schneller als das Original, nämlich nach einem Tag, wieder verschwinden. Das wäre lebendiger Geschichtsunterricht ohne verschwiemelte heiße Kunst-Debatten und einen ansonsten notwendigen Kampf um Haushaltsmittel. Und es würde nicht die vielen Verletzungen bei denen verstärken, die unter diesem Ulbricht/Honeckerschen Machwerk gelitten haben und immer noch leiden, wie – zum Beispiel – die noch lebenden Angehörigen der Toten an der Mauer.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.432).

Hamburg/Berlin/Potsdam, 26.09.2018/cw – Der langjährige Vorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzende der UOKG, Horst Schüler (94) hat jetzt in einem OFFENEN BRIEF an seinen Nach-Nachfolger Dieter Dombrowski (67) eine außerordentliche Hauptversammlung des Dachverbandes gefordert. Auf dieser Versammlung solle eine von Dombrowski in den Raum gestellte bzw. unterstützte Zusammenarbeit der CDU mit der einstigen SED und jetzt als DIE LINKE firmierende Partei offen diskutiert werden.

Zeitzeugen-Veteranen unter sich: Margot Jann, Ehrenvors. des Frauenkreise der ehem. Hoheneckerinnen und Horst Schüler, Ehrenvors. der UOKG – Foto: LyrAg

Dombrowski, Vizepräsident des Landtages von Brandenburg, hatte unlängst eine künftige Zusammenarbeit mit der einstigen SED „unter den geänderten Verhältnissen“ befürwortet und damit Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben (44) unterstützt, der eine „künftige Koalition“ mit der LINKEN nicht ausgeschlossen hatte. Gegenüber dem rbb-Magazin KONTRASTE (13.09.2018) hatte der UOKG-Vorsitzende gesagt: „Wenn andere Konstellationen nicht möglich sind, dann muss die CDU nicht nur gesprächs-, sondern auch zusammenarbeitsfähig sein, auch mit der Linken.“

„Täter rehabilitiert – Opfer werden diskreditiert“

Zehn Jahre zuvor war Dombrowski noch in einstiger Häftlingskleidung im Landtag von Brandenburg erschienen und anklagend formuliert: „Es ist heute ein Tag, an dem die Täter rehabilitiert und die Opfer diskreditiert werden. Von daher, die Menschen, die am meisten haben leiden müssen unter SED und Stasi, für die ist das heute ein Schlag ins Gesicht.“ Auf diese Äußerung von KONTRASTE angesprochen, sagte der Landtags-Vize: „Das ist ’ne lange Zeit und eine ganze Generation von Ganoven aus der SED, die gibt es nicht mehr. Und natürlich hat sich auch die jetzige Linkspartei hineingefunden in unsere Demokratie.“

In einem vorhergehenden Interview mit der Lausitzer Rundschau (17.08.2018) hatte Dombrowski ausgeführt: „Was ich nicht richtig finde, ist, dass man aufgrund alter, berechtigter Kampfbegriffe von vor 30 Jahren heute noch so tut, als wäre die Linkspartei noch immer die Partei von Erich Honecker und Erich Mielke.“

Dieter Dombrowski (CDU): Heftige Kritik aus der UOKG – Foto: LyrAg

Nicht nur Horst Schüler ist mit diesem in der UOKG nicht zuvor debattierten Sinneswandel nicht einverstanden. Auch Schüler-Nachfolger und Dombrowski-Vorgänger Rainer Wagner (67) meldete auf seiner Facebook-Seite Kritik an und forderte von seinen Usern eine „Offene Diskussion.“ Schüler schrieb in seinem auf der Blog-Seite der „Lagergemeinschaft Workuta“ am Dienstag dieser Woche veröffentlichten Offenen Brief (http://www.workuta.de/aktuelles/index.html), man dürfe sich zwar „darüber wundern,“ was er als Politiker der CDU sage, doch dies müsse Dombrowski letztlich gegenüber seiner Partei verantworten. Er sei „aber auch Vorsitzender  der UNION DER OPFERVERBÄNDE KOMMUNISTISCHER GEWALTHERRSCHAFT,“ und in dieser Funktion  gewinnen „Ihre Aussagen  deutlich an Gewicht.“

Der ehemalige Hamburger Journalist, dessen Vater bereits von den Nationalsozialisten verfolgt worden war, erinnert den UOKG-Vorsitzenden auch daran, daß sich im Dachverband auch Mitglieder befänden, die „Terrorherrschaft und unsägliche Folter erlitten haben“ und dass diese „vielen ihrer ermordeten Kameradinnen und Kameraden nachtrauern.“ Die UOKG sei einst gegründet worden, um „deren  Andenken zu bewahren und unsere bitteren Erfahrungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Es sei also „kein Wunder, wenn uns die Aussagen des jetzigen Vorsitzenden der UOKG so bestürzen, zumal Sie ja auch selbst unter  der kommunistischen Herrschaft gelitten haben.“ Dombrowski war politischer Gefangener in Cottbus und ist dort seit vielen Jahren auch Vorsitzender des Menschenrechtszentrums.

„Verbrechen der SED nicht persönlich anlasten“

Schüler kritisiert Dombrowskis Äußerungen, wonach „den jüngeren Mitgliedern der Linkspartei die politisch-moralische Verantwortung für die Verbrechen der SED nicht persönlich anzulasten“ seien und fragt den CDU-Politiker, was er wohl sagen würde, wenn „man solch entschuldigendes Argument auch  gegenüber jungen Neonazis anwenden“ würde?

In seiner bekannten ruhigen und eher zurückhaltenden Art unterstellt Schüler dem Brief-Empfänger, dass dieser „in der Hast und Eile eines Interviews“ seine Aussagen  „nicht so recht bedacht“ habe. Dennoch möchte Schüler von Dombrowski gerne wissen, ob dieser sich „mit den anderen Verantwortlichen in der Führung der UOKG vor dem Interview abgesprochen“ habe. Abschließend merkt der UOKG-Ehrenvorsitzende an, „dass der Vorgang in einer außerordentlichen Hauptversammlung der UOKG behandelt werden sollte.“

Eine Reaktion von Dieter Dombrowski lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Der Politiker hält sich zur Zeit in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Brandenburgischen Landtages im Gefolge des Brandenburgischen Ministerpräsidenten und der Landtagspräsidentin in China auf.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – tel.: 030-30207785 (1.431).

Berlin, 25.09.2018/cw – Wir stimmen nicht in die Jubelrufe zum Desaster in der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen ein. Hubertus Knabe hat sich – unbeschadet aller aktuellen Vorwürfe – um den Aufbau und die Gestaltung der Gedenkstätte bleibende und unvergessene Verdienste erworben. Das bleibt. Daher verzichten wir in diesem Fall auf eine eigene Berichterstattung und beschränken uns auf eine Anführung zufällig ausgewählter LINKS zum Thema:

http://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/Berlin-kuendigt-Stasi-Gedenkstaettenchef-Knabe

http://www.taz.de/Stasi-Gedenkstaette-Hohenschoenhausen/!5538679/

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-09/gedenkstaette-berlin-hohenschoenhausen-stasi-opfer-direktor-vorwuerfe

https://www.n-tv.de/panorama/Hubertus-Knabe-fristlos-gefeuert-article20640783.html

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/sexuelle-belaestigung-direktor-hubertus-knabe-muss-stasiopfer-gedenkstaette-verlassen-31349292

https://www.sueddeutsche.de/panorama/belaestigungsvorwuerfe-chef-der-stasi-gedenkstaette-hohenschoenhausen-wird-entlassen-1.4145355

Nachtrag:

Letzte Meldung: Berlin, 26.09.2018/cw – Nach einem Bericht der Berliner Zeitung hat der letzte ehem. DDR-Außenminister Markus Meckel Jörn Mothes als nachfolger von Hubertus Knabe vorgeschlagen. Meckel ist Vorsitzender  des Stiftungsrates der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; der hem. Theologe Mothes war von  1998 bis 2008 Stasi-Beauftragter in Mecklenburg-Vorpommern und arbeitet seither als Referatsleiter im Bildungsministerium des Landes.

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/stasiopfer-gedenkstaette-meckel-schlaegt-joern-mothes-als-knabe-nachfolger-vor-31352566 

Berlin, 26.09.2018/cw – Die Berliner FDP hat die Entlassung von Stasiopfer-Gedenkstättenchef Knabe als „Unverschämtheit“ bezeichnet: „Das sei „die späte Rache“ der Linkspartei im Berliner Senat, teilte der FDP-Abgeordnete Stefan Förster am Mittwoch mit. Die AfD sprach   sprach von einer Vorverurteilung.

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/fdp-entlassung-von-stasiopfer-gedenkstaettenchef-knabe-ist–unverschaemtheit–31351680

Weiterer Nachtrag:

Berlin, 28.09.2018/cw – UOKG-Chef Dieter Dombrowski (CDU) zur Causa Hubertus Knabe im TAGESSPIEGEL:

Im Stiftungsrat war nicht die Qualität der Arbeit von Direktor Knabe und seinem Stellvertreter Frauendorfer zu bewerten. Es war vielmehr die Frage zu beantworten, ob der Umgang mit den Vorwürfen angemessen war.“ Und weiter: „Der Stiftungsrat war in Würdigung aller Umstände zu der Einschätzung gelangt, dass ein glaubhafter Neuanfang mit Direktor Knabe nicht möglich ist.“

https://www.tagesspiegel.de/berlin/stasiopfer-gedenkstaette-hohenschoenhausen-nachfolge-von-hubertus-knabe-ist-unklar/23117878.html

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.430).

Berlin, 25.09.2018/cw – In den Medien wird erneut eine heiße Debatte um einen vorhandenen oder nicht vorhandenen Antisemitismus in Deutschland geführt. Auslöser war diesmal die Ankündigung der größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag, innerhalb der Partei eine neue Mitgliedervereinigung namens „Juden in der AfD“ zu gründen. Ausgerechnet am unseligen einstigen „Tag der Republik“, dem Paradetag der zweiten deutschen Diktatur „DDR“, die sich nicht gerade mit Freundschaftskundgebungen gegenüber dem Staat Israel hervortat, will die Newcomer-Partei durch diese Gründung alle die Lügen strafen, die ihr einen wie immer gearteten Antisemitismus unterstellen.

Auslöser der neuerlichen Debatte war ein BILD-Artikel („Was machen Juden in der AfD?“, 24.09.2018 – 23:40 Uhr) in dem die „Empörung jüdischer Verbände“ über die beabsichtigte Gründung kolportiert wird. Zahlreiche Medien wie DER TAGESSPIEGEL oder das NEUE DEUTSCHLAND, einstiges Flaggschiff der SED, griffen die BILD-Meldung auf und unterstellten der AfD, die Partei benutze Juden als »Feigenblatt für plumpen AfD-Rassismus«, so Elio Adler vom Berliner Verein »WerteInitiative« im ND. Auch Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress warnte davor, dass Juden die AfD legitimieren könnten. „Ich glaube nicht, dass man der AfD einen Koscherstempel geben sollte„, sagte er (TAGESSPIEGEL).

Gedenken an die Opfer der NS-Tyrranei, hier Gedenkstein am Steinplatz – Foto: LyrAg

Und die Seniorin Jüdischen Lebens in Deutschland und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, zitiert BILD mit deren völligem Unverständnis, wie „jüdische Menschen ihre Mitgliedschaft in einer solchen Partei vor sich selbst rechtfertigen können.“ Man solle sich nicht täuschen lassen: Die AfD ist und bleibt eine Partei, „in der Antisemiten sich pudelwohl fühlen können,“ so Knobloch. Durch ihre geplante Vereinigung in der AfD verliehen die jüdischen Mitglieder „der AfD zusätzlich den Anschein von Legitimität.“

Friedmann: AfD macht geistige Brandstiftung wieder salonfähig

Dass die entbrannte Diskussion nicht nur Nicht-Juden offenbar spaltet, belegen die Äußerungen zweier prominenter jüdischer Repräsentanten in Deutschland. Während der streitbare Publizist und früheres Mitglied im Zentralrat der Juden, Michel Friedman, in seiner bekannten und drastischen Bekenner-Weise gegenüber BILD äußerte: „Die AfD ist die Partei, die geistige Brandstiftung wieder salonfähig macht. Niemand sollte in die AfD eintreten, ein Jude erst recht nicht,“ sieht Rafael Korenzecher, u.a. Kolumnist und Herausgeber der Monats-Zeitschrift JÜDISCHE RUNDSCHAU das Engagement der AfD offensichtlich ganz anders.

In einem Beitrag für den Internet-Blog „Achgut.com“ vom 20.07.2018 schrieb der vielfach engagierte Korenzecher unter der Zwischenzeile: „Israel-Feinde in Regierung, Parlament und Medien“ u.a.:

Korenzecher: Vor Einzug der AfD keine Antisemitismus-kritische Reden

Aber soweit man erinnern kann, hat es vor dem Einzug der AfD ins Parlament derartige proisraelischen und Antisemitismus-kritischen, von der ganzen Fraktion zugestimmten Reden im Deutschen Bundestag nicht gegeben, schon gar nicht von den Parteien des israelfeindlichen Blocks des Linksbündnisses inklusive CDU/CSU.

Ausweislich an die „Jüdische Rundschau“ von jüdischen Menschen hierzulande gesandten Schreiben gefällt eben genau das vielen Juden an der neuen Opposition: Die AfD ist zur Zeit die einzige mit Israel solidarische und wirklich Antisemitismus-kritische Partei im Parlament. Und sie hat sofort und ohne Wenn und Aber den Umzug der amerikanischen Botschaft und die Anerkennung Jerusalems als ewige, historisch legitimierte jüdische Hauptstadt Israels begrüßt.

Das ist mehr, als der Zentralrat selbst und die von ihm hofierten linken Israel-Feinde aus Regierung, Parlament und Medien getan haben und wohl auch in der Zukunft bis zu ihrer voraussehbaren Abwahl tun werden. Wie bedauerlich, dass Frau Merkel und Co. die nächste Amtsperiode des im Gegensatz zu der Kanzlerin überaus erfolgreichen US-Präsidenten Trump absehbar nicht mehr im Amt überstehen wird.

Quelle: https://www.achgut.com/artikel/wir_haben_nichts_gegen_juden_wir_sind_nur_blind).

Auch in dieser Diskussion zeigt sich offenbar die Notwendigkeit, wieder zu den Inhalten notwendiger Debatten zurückzukehren, um die über Jahrzehnte erkämpfte Demokratie wieder mit neuem Leben zu erfüllen. Dies wäre die beste Antwort gegen jedweden Extremismus – auch in Wort und Schrift.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.429).

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