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Von Wolfgang Graetz

Berlin, 18.09.2017 – Während unserer Demo am 13. September in Berlin gegen den Rentenbetrug hatte der Kamerad Fred Oppermann auf den TV-Beitrag am 14.9.2017 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hingewiesen und auch dort eine Demo angeregt; der Beitrag sollte aus dem ZDF-Studio Berlin gesendet werden. „Ich bin dabei!“ war meine sofortige Reaktion – wir wollten uns vor dem ZDF-Studio mit Demo-Plakaten aufstellen. Leider fand sich in der kurzen Zeit kein weiterer Mitstreiter.

Die Sendung sollte um 20:15 Uhr beginnen. Wir verabredeten uns auf 19:00 Uhr; außerdem mussten wir uns auch „vor Ort“ orientieren. Ich war pünktlich um 19.00 Uhr vor dem Studio, Fred Oppermann erschien kurz darauf. Der Vorraum zum Studio war bereits brechend voll. Wie mir die beiden freundlichen Damen vor der Sicherheitssperre mitteilten, seien nur „geladene Zuhörer“ willkommen. Eine der Damen konnte ich zu unserem Thema informieren. Der Kontakt zu ihr wurde durch ihre Arbeit zwar ständig unterbrochen; sie und ich fanden jedoch immer wieder zusammen, um das Thema zu vertiefen. Schließlich versprach sie sogar, uns zu holen, wenn Plätze nicht besetzt werden würden.

Die Zeit näherte sich immer mehr der 20:00-Uhr-Marke – die Spannung wuchs. Ein Ehepaar mit Kindern erschien und interessierte sich für unseren Protest. Zwischenzeitlich waren zwei weitere Herren aufgetaucht, die augenscheinlich auch zum Sicherheitspersonal gehörten, jedoch, abgesehen von ihrer stattlichen 2-Meter-Größe, ziemlich leger gekleidet waren.

Mit lauter Stimme verwies ich in dem Gespräch mit dem Ehepaar – die 2-Meter-Männer standen in ca. 50 cm Entfernung von uns – auf den Umstand und die Ungerechtigkeit hin, dass Stasi-Mitarbeiter im Gegensatz zu uns 120 Prozent Rentenpunkte und noch weitere Tantiemen bekämen. Einer der 2-Meter-Männer explodierte förmlich mit der Frage, woher ich diese Kenntnis habe, ob ich auch bei der Stasi gearbeitet hätte?

Innerhalb von Bruchteilen war eine äußerst aggressive Atmosphäre entstanden. Wie gesagt, der Fragesteller stand nur wenig von mir entfernt. Wortwahl und Ton erinnerten mich an die Verhöre bei der Stasi! Gefühlt hatte ich schon den ersten Schlag erwartet.
Der freundlichere Sicherheitschef trat jedoch sofort dazwischen und beruhigte die Situation.

Wenig später kamen zwei Limousinen vorgefahren und Frau Merkel stieg in zwei Meter Entfernung aus. Die 2-Meter-Männer hatten sich vorher immer wieder vor unsere Transparente gestellt, während mein wütender Hinweis auf „Schmeißfliegen“ die Atmosphäre weiter anheizte.

Ich ging einen Schritt auf die Bundeskanzlerin zu und sprach sie direkt an, worauf sich folgender kurzer Dialog ergab:

Ich: Frau Merkel, wir haben uns in den letzten 3 Wochen schon zweimal gegenübergestanden, in Hohenschönhausen und zuletzt vor der CDU-Zentrale.

Merkel: Ja, ich kenne Sie.

Ich: 380.000 Betroffene warten auf eine Antwort!

Merkel: Ich weiß(!), Sie müssen sich jedoch bis nach der Wahl gedulden. Vorher habe sie keine Zeit.

Ich: Frau Merkel, ich habe Ihr Büro angeschrieben und um einen Gesprächstermin gebeten.

Merkel: Ach ja?

Dann ging die Bundeskanzlerin ins ZDF-Studio. Fragen zum Rentenbetrug konnten wir ihr in der Sendung „Bürger fragen“ nicht stellen, wir waren ja nicht ausgewählt worden.

Fred und ich haben erneut unser Begehren deutlich machen können. Die Bundeskanzlerin hat gespürt, dass wir niemals aufgeben werden!!!

V.i.S.d.P.: Wolfgang Graetz und Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.285).

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