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Berlin, 01.09.2017/cw – Im Berliner Bezirk Wedding bemerkten Berliner Kaffeehaus-Besucher vor drei Wochen, wie eine Frau geradezu verzweifelt versuchte, ein rot-geschmiertes Hakenkreuz von einem Rolltor zu wischen. Daneben stand in ebenso roter Farbe: „Ausländer raus“. Dass diese Schmierereien ausgerechnet an der Ecke „Adolfstraße/Gerichtstraße“ (Bezirk Wedding) aufgebracht wurden, wirkte auf die Beobachter nicht gerade besänftigend (siehe unseren Bericht vom 10.08.2017: https://17juni1953.wordpress.com/2017/08/10/wedding-auslaender-raus-und-hakenkreuz/ ).

Auf Befragen erklärte die angeblich verzweifelte Frau recht fröhlich, man solle sich keine Gedanken machen, diese Schmierereien seien nur für einen Filmspot angebracht worden. Schließlich stellte sich heraus: Im Auftrag der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE wurde nahe dem S-Bhf. Wedding und gegenüber dem ehemaligen Krematorium ein Wahlspot für die bevorstehende Bundestagswahl gedreht.

Nach den Protesten war das NS-Symbol nicht mehr zu sehen

Empörte Bürger informierten die Polizei, die nach div. Presseberichten von heute (BILD, B.Z., Berliner Morgenpost) Strafanzeige wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole gegen die Film-Verantwortlichen erstattete (http://www.bz-berlin.de/landespolitik/linke-lassen-hakenkreuz-malen-um-gegen-nazis-zu-demonstrieren). Ob die Empörung, die Polizei oder der Bericht der Redaktion Hoheneck zu den bemerkbaren Veränderungen in dem fraglichen Linken-Wahlspot geführt haben, der inzwischen mit den Spitzenkandidaten Bartsch und Wagenknecht auch im Internet zu sehen ist, kann nur spekuliert werden. Jedenfalls ist darin das Hakenkreuz nicht mehr zu sehen und aus der Adolfstraße wurde die Wählenstrasse. LINKE-Sprecher Hendrik Thalheim allerdings hat wohl auf die Hakenkreuz-Entfernung keinen Einfluss genommen, denn er verteidigte ggüb. BILD das Vorgehen: „Die Symbole wurden verwendet um Distanz auszudrücken.“

Das nicht alle LINKE von dieser Gangart begeistert sind, zeigte die Reaktion eines bekannten Politikers dieser Partei. Gegenüber unserer Redaktion äußerte er deutliche Kritik. Er habe unseren Beitrag über die Filmarbeiten gelesen und sei der Meinung, dass „eine solche Malerei gar nicht ginge und ihm völlig unverständlich sei.“

Bereits im Landtagswahlkampf Empörung gegen LINKE-Hakenkreuz

Dass die linke Partei mit der Verwendung von nationalsozialistischen Symbolen für Wahlkampagnen nicht das erste Mal aneckt, zeigte ein Bericht in der Mitteldeutschen Zeitung vom 23.06.2016 (http://www.mz-web.de/hettstedt/plakatwerbung-zur-landtagswahl-aufregung-um-hakenkreuz-23613432). Unter der Schlagzeile „Plakatwerbung zur Landtagswahl – Aufregung um Hakenkreuz“ berichtete Wladimir Kleschtschow über Empörungen in Siersleben, einem Ortsteil der Stadt Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz. Dort hatte DIE LINKE im Landtagswahlkampf auf Plakaten ein Hakenkreuz gezeigt, das wie eine Schmiererei aussieht und wegen seiner Größe den Passanten förmlich ins Auge sprang. Darunter stand in Druckbuchstaben „Brandstifter abschieben! Die Linke.“

Ähnlichkeiten mit den jetzigen Berliner Vorkommnissen sind dabei sicherlich nicht zufällig. Der „Kampf gegen Rechts“ wird offenbar gerne mit der Abbildung des berüchtigsten Nazi-Symbols untermauert. Auch die Kommentare gleichen sich: „Das Plakat sei bewusst so gestaltet worden,“ hieß es seinerzeit bei der Linken-Geschäftsstelle in Magdeburg. Und auch der Hettstedter Linken-Landtagsabgeordnete Steffen Gebhardt wird in der MZ zitiert, das Plakat sei in Ordnung. „Es soll die Menschen zum Nachdenken bewegen“. Deshalb sei es gut, dass das Plakat auffalle. Damit kann es seine Aufgabe besser erfüllen.

Ob die Spitzenkandidaten der Links-Partei Dietmar Bartsch und Sarah Wagenknecht die Filmsentenz vor ihrer abschließenden Wahlempfehlung inhaltlich zur Kenntnis genommen oder gar gebilligt haben, ist nicht bekannt.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.277).

 

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