Berlin, 30.12.2016/cw – Die Berliner Sektion der Opferhilfsorganisation WEISSER RING kann nach dem Anschlag in Berlin ein hohes Spendenaufkommen verzeichnen. Wie die Organisation auf ihrer Website http://weisser-ring.de/media-news/meldungen/29-12-2016 jetzt mitteilte, „wurden beispielsweise 100, 200, 500 und sogar 1.000 Euro gespendet“. Darüber hinaus konnte der WEISSE RING „eine Prominenten-Spende von 100.000 US-Dollar verzeichnen“. Diese kam von der Pop-Rock-Band OneRepublic aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Colorado aus der „OneRepublic Good Life Foundation“. Die Musiker waren kurz vor dem Anschlag am 19. Dezember während ihres Berlin-Besuches selbst auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und hatten sich über die Social-Media-Plattform Twitter sehr betroffen über den Anschlag gezeigt.

Anteilnahme aus aller Welt: Hier am Anschlagsort - Foto: LyrAg

Anteilnahme aus aller Welt:
Hier am Anschlagsort –
Foto: LyrAg

Die Spender kommen nach Mitteilung der Hilfsorganisation aus allen Teilen der Welt: Aus Hong Kong, den USA und anderswo, natürlich auch aus Deutschland. „Wir möchten allen Spendern von Herzen danken“, sagt Sabine Hartwig, Vorsitzende des Berliner Landesverbands und Vorstandsmitglied des WEISSEN RINGS. „Die hohe Spendenbereitschaft und die große öffentliche Anteilnahme sind eindrucksvolle Zeichen der Solidarität und des Mitfühlens mit Menschen, denen Leid zugefügt wurde.“

Das Spendenkonto, mit dem die Opferhilfe des Vereins in Berlin weiterhin unterstützt werden kann: DEUTSCHE BANK MAINZ, IBAN: DE26 5507 0040 0034 3434 00, BIC: DEUTDE5MXXX, Stichwort: Hilfe für Berlin.

Fröhlicher die Kassen nie klingeln

Kommentar von Carl-Wolfgang Holzapfel

Löblich. Kaum passiert eine Katastrophe auf der Welt, schon melden sich diverse „karitative Einrichtungen“ oder Vereine mit ihrer Bankverbindung zu Wort. Und weil – entgegen der pessimistischen Parolen – das Mitgefühl der Menschen breit vorhanden ist, klingeln alsbald die Kassen, sprudelt das Geld – mal mehr, mal weniger – an die Hilfe-heischenden Organisationen. Das hat sich so eingespielt und erspart dem Staat in der Summe Millionen an notwendigen Hilfsgeldern. Schön wäre es allerdings, wenn man ab und an über den Spenden-Eingang und –Ausgang informiert werden würde, nicht allgemein, sondern konkret: Für die Erdbebenopfer in Italien wurde „x“ gespendet und „Y“ vor Ort eingesetzt. Aber das ist hier nicht das Thema.

Der Anschlag in Berlin wäre, so wie er abgelaufen ist, vermeidbar gewesen. Die danach aufgestellten Betonsperren lassen diesen Schluss zu. Hier steht also der Staat stellvertretend für die Versäumnisse – auf welchen Ebenen auch immer – in der Verantwortung. Und was macht dieser Staat? Er schleimt sich nicht nur aus dieser Verantwortung, er überlässt in gewohnter Manier Hilfsorganisationen, wie hier dem WEISSEN RING oder auch den Kiosk-Betreibern im ganzen Bundesgebiet, Gelder einzusammeln, um den Opfern bzw. deren Familien Hilfe zukommen zu lassen. Das ist ein veritabler Skandal!

Klage in den USA?

Der Staat hätte die Pflicht, meinethalben „ohne Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung“ den Opfern und deren Familien gegenüber seine übergeordnete Verantwortung zu bekennen und großzügige Schadenersatzleistungen zuzusagen. Stattdessen wird kolportiert, Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz seien nicht möglich, da es sich hier um einen „Lkw-Unfall“  handele. Geht’s noch zynischer?

Den Opfern, davon die Hälfte aus dem Ausland, wäre anzuraten, ggf. über die USA die Bundesrepublik Deutschland zu verklagen. Vielleicht bewegt sich die Politik – im Schatten der dann drohenden Millionenzahlungen.

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com , Berlin – Tel.: 030-30207785 (1.199).