Von Wieland Zumpe*

Leipzig, 3.10.2016 – Polarisierung und Radikalisierung in Deutschland waren die Ausgangsbegriffe einer Öffentlichen Podiumsdiskussion von Sozialpsychologen zum 50. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie am 20. September 2016 in Leipzig.

Es ging aber in der Hauptsache um die Besprechung von Lösungen. Denn Polarisierung und Radikalisierung entstehen durch Bedrohung, Verängstigung, Abwertung, Stimmlosigkeit, Zustände der Hemmung und fehlende u.a. politische Steuerung.

In einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat sind daher dessen Strukturen gefordert, aus sich selbst heraus dieses freie selbstbestimmte Handeln im Sinne des Grundgesetzes zu entwickeln, was unsere Kultur geprägt hat und diese ausmacht. Das bedeutet die Einhaltung von Grundwerten und Normen in ihrer gesamten Palettenbreite, die im Podium auch benannt wurden.

Auseinandersetzungen bedürfen des Dialogs

Dazu gehört die ständige Gewährleistung der Handlungsfähigkeit und das Bieten von Handlungsoptionen für soziale Integration und gegen sozialen Demokratieabbau. Sorgen der Menschen müssen ernstgenommen werden. Sie müssen sich zugehörig fühlen und engagieren. Teilhabe muß im Sinne des Grundgesetzes ermöglicht werden.

Stellungsmäßig vermeintlich geschlossene Absonderungen, die sich als „Eliten“ sehen, müssen entzaubert und Gleichheit wieder sichergestellt werden. Die Auseinandersetzungen bedürfen des Dialogs.

Dazu müssen inhaltliche Klärungen stattfinden. Man muß diskursfähig sein und sondieren, was möglich ist und was nicht. Hierzu wurden Beispiele und Problemlagen erläutert und Untersuchungsergebnisse zitiert.

Letztlich – und nur letztlich – wurde das Vertrauen in Verfassungsorganisationen benannt.

* Der Autor ist diplomierter Kulturwissenschaftler, hat in Psychologie u.a. ein Rigorosum erfolgreich abgeschlossen und Praktika in der Neurobiologie.

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