Stollberg/Hoheneck, 8.11.2015/cw – Der Förderverein Stollberg – Gedenkstätte Frauenhaftanstalt Hoheneck bleibt weiterhin ohne handlungsfähigen Vorstand. Auf einer für den gestrigen Samstag einberufenen Mitgliederversammlung konnte sich diese nicht auf einen neuen Vorstand einigen. Der einzig zur Wahl für den Vorsitz angetretene Stollberger Theo Schreckenbach erzielte in dem durchgeführten Wahlgang keine Mehrheit. Schreckenbach engagiert sich seit Jahren durch Führungen im ehemaligen Frauenzuchthaus und hatte in DDR-Zeiten dem Posaunenchor angehört, der – nicht ganz ungefährlich -unterhalb des Gemäuers in der Weihnachtszeit Weihnachtslieder intoniert hatte. Nachdem kein weiterer Kandidat für einen weiteren Wahlgang zur Verfügung stand, wurde die Wahl eines neuen Vorstandes abgesagt. Stattdessen vertieften sich die offensichtlichen Risse in der Mitgliedschaft, wie aus den Diskussionen um die Zukunft des Vereins hervorging.

Auch der bisherige Gründungsvorsitzende Dietrich Hamann hatte seine Nichtkandidatur für den Vorstand mit den Angriffen gegen seine Person begründet. Auf die inzwischen abgegebene Unterlassungserklärung gegenüber einem einstigen politischen DDR-Gefangenen ging Hamann dagegen ebenso wenig ein, wie auf die Diffamierungen gegen eine ehemalige Hoheneckerin.

Die Wahl-Wiederholung war vom Registergericht Chemnitz angeordnet worden, da gegen den Wahlgang im Frühjahr zahlreiche begründete Einsprüche erhoben worden waren. Mit dem aktuellen Ergebnis bleibt der Förderverein bis auf weiteres in Sachen Gedenkstätte Hoheneck weiter handlungsunfähig. So wird der Oberbürgermeister die Geschicke des geplanten Erinnerungsortes mit dem Stadtrat weiterhin alleine, das heißt ohne Begleitung und Unterstützung durch den eigens dafür gegründeten Verein betreiben müssen.

Auch der historische, von der legendären Maria Stein 1991 gegründete „Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen“ kann sich derzeit nicht in die Planungen einbringen, da seit mittlerweile fast vier Jahren auch hier heftige Auseinandersetzungen geführt werden und der derzeitige Vorstand 2013 die (allerdings gerichtlich angefochtene) Auflösung des Vereins betrieben hat. Der Vorstand war bei den Auflösungsbemühungen aktiv von der einstigen Zeitzeugenbüroleiterin der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Mechthild Günter, unterstützt worden. Günter war vor ihrer Ausreise aus der DDR kurzeitig im Durchgang des Hoheneck-Gefängnisses gewesen und ist seit geraumer Zeit Mitglied im Förderverein. Dort stoßen ihre Aktivitäten ebenfalls auf teils heftige Kritik. (1.055).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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