Berlin, 10.10.2015/cw – „Räumliche Nähe und kritische Distanz zur Bundespolitik“ – so überschreibt das ARD-Hauptstadtstudio seinen Internet-Auftritt. Auf der Seite werden vielseitige Angebote unterbreitet, die man nicht unbedingt von einer Rundfunk- und Fernsehanstalt als „Nebenprodukt“ öffentlich-rechtlicher Medienarbeit erwartet. Das macht gelegentliche oder sogar regelmäßige Besuche im Foyer des ARD-Hauptstadtstudios durchaus faszinierend, weil die Bandbreite der Angebote überzeugt.

Ein Mittelpunkt kultureller und politischer Meinungsvielfalt

Dabei geht es nicht etwa um „vorgefertigte“ Rahmen, in denen bestimmte Kunstrichtungen präsentiert oder „vorgefasste“ Meinungen (Vorwurf: „Staatsfernsehen“) multipliziert werden. Einige Beispiele:

Am 29. August diesen Jahres wurde ein „Tag der Offenen Tür“ veranstaltet. Besucher konnten (wieder) einmal selbst vor und hinter Mikrofonen oder Kameras stehen, Studioluft schnuppern und in die vielfältigen Probleme einer Produktion Einblick gewinnen. Auch die sonst allenfalls auf der Funkausstellung möglichen Kontakte zur Medien-Prominenz wie der neuen Studio-Leiterin Tina Hassel (nach dem Abschied von Ulrich Deppendorf) haben für den einzelnen Besucher, hier direkt vor Ort, eine unbezweifelte Anziehungskraft.
2011 wurde vor der Austrahlung im Ersten am 9.November um 20:15 Uhr im zugänglichen Studio der Spielfilm „Es ist nicht vorbei“ mit Anja Kling, Tobias Oertel und Ulrich Nöthen über Hoheneck uraufgeführt; am 2. Dezember vorigen Jahres fand die Feature-Premiere und Podiumsdiskussion: „Machtkampf am Runden Tisch – Letzte Lügen und der Untergang der Stasi“ statt. Dieser kleine Themenausschnitt zeigt, dass diese ARD-Einrichtung zu einem beachtenswerten Mittelpunkt kultureller und politischer Meinungsvielfalt geworden ist.

ARD-Hauptstadtstudio: 25 Schicksale aus Hoheneck - Foto: LyrAg

ARD-Hauptstadtstudio:                         25 Schicksale aus Hoheneck –        Foto: LyrAg

Einblicke in eine finstere Zeit

Am kommenden Dienstag, 13.Oktober, lädt das ARD-Hauptstadtstudio in das Foyer zur Vernissage der Wanderausstellung „Das Frauengefängnis Hoheneck: 25 Portraits ehemaliger politischer Häftlinge“ (Wilhelmstraße 67a, 10117 Berlin – Nähe Reichstag) ein. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat nach dem Buch „DER DUNKLE ORT“ von Dirk von Nayhauß (Fotos) und Maggie Riepl (Texte / bebra-Verlag) die Ausstellung über das Schicksal von 25 Frauen konzipiert, die aus politischen Gründen strafrechtlich verfolgt und im Frauenzuchthaus Hoheneck zwischen 1950 und 1989 eingesperrt waren. Die ehemalige Hoheneckerin Tatjana Sterneberg hat die Ausstellung nach langen Mühen an das Hauptstadtstudio vermittelt. Die Veranstaltung (19:00 Uhr) beginnt mit einer kurzen Einführung in das Thema und einem Gespräch mit zwei Hoheneckerinnen, die als Mutter und Tochter gleichzeitig in dem dunklen Ort im Erzgebirge inhaftiert waren. Danach haben die Besucher die seltene Möglichkeit, mit weiteren anwesenden Zeitzeuginnen zu sprechen und Einblicke in diese finstere Zeit zu nehmen, die – Dank der LastenträgerInnen der Deutschen Einheit – seit 1989 der Geschichte zuzuordnen ist. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von dem ehemaligen politischen Häftling Detlef Jablonski, der sich mit seiner Gitarre von seinem einstigen Trauma (fast) freigespielt hat. Eine Anmeldung zur Vernissage unter Email: kontakt@ard-infocenter.de oder Fax: 030 2288-1109 ist unbedingt erforderlich.

Die Ausstellung aus Anlass des 25. Jahrestages der Deutschen Wiedervereinigung ist vom 14. Oktober bis zum 1. November tagsüber im Foyer des ARD-Hauptstadtstudios zugänglich. (1.040)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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