Berlin, 22.08.2015/cw – Der Verein „Berliner Unterwelten“ zeigt am U-Bhf. Gesundbrunnen bereits seit dem 2. April 2015 bis zum 29. November 2015 (jeweils Donnerstag bis Sonntag: 11 – 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr) unter dem vorgen. Titel eine interessante und sehenswerte Ausstellung. Die zentrale Kasse des Berliner Unterwelten e.V. schließt um 16 Uhr, der Einlass in die Ausstellung erfolgt bis eine Stunde vor Schließung der Ausstellung. Karten ab 6 € (ermäßigt 5 €); 3 € Kombiticket (beim gleichzeitigen Kauf eines Tickets für die Teilnahme an einer Tour des Berliner Unterwelten e.V.) Der Verein führt regelmäßig Touren durch die Berliner Unterwelten, so durch ehemalige Bunker wie einstige Fluchttunnel (unter der Berliner Mauer) durch. Zur aktuellen Ausstellung ist ein Ausstellungskatalog erhältlich.

Zur Intention der Ausstellung schreibt der Verein:

„Albert Speers Planungen für Berlin waren keine Utopie, sondern ein konkretes Bauvorhaben. Als Generalbauinspektor entwarf der Architekt breite Achsen und Monumentalgebäude von enormen Dimensionen, die den Machtanspruch des NS-Systems demonstrieren sollten. Berlin hätte nicht mehr als Lebensraum der Bewohner gedient, sondern als Repräsentationsraum des Regimes. Für die Umsetzung der Pläne forderte und unterstützte Speer Vertreibungen, Deportationen und Sklavenarbeit. Beim angestrebten Neubau der Metropole waren Vision und Verbrechen untrennbar miteinander verbunden.Mythos Germania_
Die Geschichtsausstellung des Berliner Unterwelten e.V. beleuchtet Architektur und Städtebau im Berlin der NS-Zeit und analysiert die ideologischen Zielsetzungen und verbrecherischen Konsequenzen. Darüber hinaus werden Legenden und Klischees rund um die „Welthauptstadt Germania“ dekonstruiert.
Mit seinem aktuellen Projekt beabsichtigt der Verein, einen dauerhaften Informationsort über die Stadtplanungen der NS-Zeit zu schaffen. Die multimediale Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“ lädt die Besucher zur eigenständigen Erkundung des vielschichtigen Themas ein. Über 20 Autoren – viele von ihnen für Berliner Universitäten, Gedenk- und Dokumentationsorte tätig – haben sich an dem interdisziplinären Projekt beteiligt.“

Und zu den Themen, Raum und Inszenierung:

„Die Architektur hatte im Nationalsozialismus einen herausragenden politischen Stellenwert; sie diente der Machtdemonstration und der Massenmanipulation. Berlin besaß für sämtliche Gauhauptstädte Modellcharakter und sollte zur international führenden Metropole aufgebaut werden. Zur Realisierung dieses Vorhabens wurde 1937 eine neue Institution geschaffen: „Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin“ kurz GBI. Ihr Chef: der damals 32-jährige Architekt Albert Speer. Er erhielt die Möglichkeit, nahezu unbegrenzt über Menschen und Ressourcen zu verfügen. Als Generalbauinspektor war er verantwortlich für die Vertreibung der Berliner Juden aus ihren Wohnungen, mit der SS schloss er Verträge für die Produktion von Baumaterial in Konzentrationslagern. Als späterer Rüstungsminister veranlasste Speer die Verschleppung hunderttausender Menschen zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich.
In ihren insgesamt sieben Themenbereichen zeigt die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“ ausgewählte Bauvorhaben und beleuchtet dabei bautechnische, soziale und ideologische Hintergründe – stets im Kontext mit den für die „Neugestaltung“ begangenen Verbrechen: Vertreibung, Deportation und Zwangsarbeit.

Den passenden Ort für die Ausstellung liefern die Räume einer Zwischenetage im U-Bahnhof Gesundbrunnen. Hier geben Medienstationen, Text- und Bildfahnen, Exponate und Architekturmodelle einen umfassenden Einblick in die Pläne und Vorhaben des GBI. Zur individuellen Vertiefung dienen zusätzliche Film-, Hör- und PC-Stationen sowie „Ausziehladen“, die weitere Detailinformationen liefern.
Zu den Originalexponaten zählen der Teil eines „Speer-Kandelabers“, Artefakte vom Gelände des KZ-Außenlagers „Klinkerwerk“ bei Oranienburg, ein Säulenfragment der Neuen Reichskanzlei und eine Versuchsleuchte aus einem Tunnel vor dem Sowjetischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni. Darüber hinaus wird das für den Film „Der Untergang“ (2004) geschaffene Großmodell von „Germania“ ausgestellt. Dieses steht im eindrucksvollen Spannungsverhältnis mit einer unmittelbar angrenzenden Leuchtwand, die die verbrecherischen Konsequenzen des Großbauprojektes darstellt.“

Die zentrale Kasse des Berliner Unterwelten e.V. schließt um 16 Uhr (Brunnenstraße 105, 13355 Berlin, Pavillon neben dem Eingang des U-Bhf. Gesundbrunnen, vor „Kaufland“, Ausgang → Humboldthain, Brunnenstraße), der Einlass in die Ausstellung erfolgt bis eine Stunde vor Schließung der Ausstellung. Achtung: Keine Kartenzahlung – Nur Barzahlung möglich!“

Ferner weist der Veranstalter auf folgende Gegebenheiten hin:
„Aufgrund der baulichen Gegebenheiten der Ausstellungsräume ist der Aufenthalt auf max. 99 Besucher gleichzeitig begrenzt.Wir bitten bei möglichen Wartezeiten um Ihr Verständnis. Für die Besichtigung der Ausstellung ist flaches Schuhwerk (ohne Absätze) erforderlich (Gitterroste). Fotografieren und Filmen ist in den Räumen (leider) nicht gestattet, dafür gibt es einen Ausstellungskatalog zu erwerben. Für Kinder unter 7 Jahren ist die Ausstellung aufgrund der Thematik nicht geeignet.“ (1.026).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck und (für die inhaltlichen Angaben)
Verein Berliner Unterwelten e.V.