Berlin, 8.01.2015/cw – Der vormalige Bundesvorsitzende und bisherige stv. Bundesvorsitzende Hugo Diederich strebt nach seinem per 31.12.2014 erklärten Rücktritt „aus persönlichen Gründen“ (so Rainer Wagner in einer Mail vom 5.01.2015) offenbar wieder eine Vorstandsposition an. In der Mail, die der Redaktion vorliegt, teilt der Bundesvorsitzende mit, für die notwendig werdende Nachwahl von wahrscheinlich drei Beisitzern kandidieren bisher „meines Wissens die Kameraden/innen Diederich, Kotowski, Ostrowski und Becke“.

Erneut wird also eine für die VOS-Mitglieder wichtige Personalie, hier die erneute Kandidatur des gerade zurückgetretenen Hugo Diederich für den Bundesvorstand, nur intern kommuniziert und eher durch Zufall bekannt. Diederich ist derzeit noch Bundesgeschäftsführer und sitzt für den Verband im Fernsehrat des ZDF. Zwar betont der Bundesvorsitzende, der zugleich Vorsitzender des Dachverbandes UOKG ist, daß auch „weitere VOS Mitglieder der bundesweiten VOS kandidieren“ können, eine Information der Mitgliedschaft darüber fand und findet derzeit nicht statt. Auch über den bereits durchgeführten zweiten Wahlgang zur Nachwahl im Bundesvorstand, der am 7.Januar durch einen „Wahlausschuss“ in der Bundesgeschäftsstelle ausgezählt wurde, waren keine Informationen der Mitglieder erfolgt. Über die Ergebnisse der Nachwahl wie über die zeitgleich bekannt gewordene Anfechtung der Wahl liegen derzeit (8.01.2015, 23:10 Uhr) ebenso keine offiziellen Informationen vor.

Warum es „zu keiner Veröffentlichung (über die Nachwahl) in der Freiheitsglocke (dem Mitteilungsblatt der VOS) kommen konnte“, erklärt Rainer Wagner so: „Seit März 2014 bestand der geschäftsführende Vorstand aus den Kameraden Hugo Diederich, Matthias Katze und meine Wenigkeit. Kamerad M. Katze … und Kamerad H. Diederich … (sind) zum 31.12.2014 zurück getreten. Dies könnte ohne sofortige Nachwahl zur Arbeitsunfähigkeit der VOS führen, da die VOS laut Satzung immer von zwei Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes juristisch vertreten werden muss.“ Eine Erklärung, was eine Nichtveröffentlichung von Vorstandspersonalien in der Freiheitsglocke mit der drohenden Arbeitsunfähigkeit zu tun habe, blieb Wagner in seiner zitierten Mail schuldig.

Nicht erst nach diesen neuerlichen Fakten um Rücktritte und Nachwahlen werden indes im VOS-Verband die Stimmen immer lauter, die eine außerordentliche Generalversammlung des Vereins für die Neuwahl eines kompletten Vorstandes fordern. Tatsächlich stellt sich für die Mitglieder und die Öffentlichkeit die ggw. Situation so dar, dass es sich nicht um die Nachwahl nur eines Vorstandsmitgliedes handelt. Tatsächlich ist nach den eigenen jetzt bekannt gewordenen Ausführungen des Vorsitzenden die Nachwahl von mindestens vier bis fünf Mitgliedern des siebenköpfigen Gesamtvorstandes notwendig. Nach demokratischem Verständnis, so vereinsinterne Kritiker, entsprächen derartige offensichtlich scheibchenweise durchgeführte Nachwahlen (Wagner kündigte einen weiteren Wahlgang für die zu wählenden Beisitzer an) der Wahl des nahezu vollständigen Vorstandes. Diese Wahl, nur acht Monate nach der letzten Generalversammlung im April 2014, „entspräche einer umfassenden Vorstandswahl und berühre damit die ureigensten Mitgliederrechte auf Bestimmung der Vereinsangelegenheiten,“ so ein Vereinsmitglied.

Zwar hätten die Mitglieder kein direktes Wahlrecht zum Vorstand, das durch gewählte Delegierte ausgeübt werde, tangiere aber eindeutig das vornehmste Recht von Vereinsmitgliedern auf Mitbestimmung bei wichtigen Entscheidungen. Hier sei insbesondere das Mitwirkungsrecht in Form eines Vorschlagsrechtes für zu wählende Vorstandsmitglieder berührt.

Wagner hatte in seiner Mail zumindest „für die Wahl der Beisitzer“ dieses Mitwirkungsrecht bestätigt. (919)

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com – Berlin

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