Russ.Botschaft.30.12.2014 027

Aufforderung zur Beendigung der politischen Repression – Foto: LyrAg

Berlin, 30.12.2014/cw – Bürgerrechtler aus Russland und der Ukraine demonstrierten zwischen 13:00 und 16:00 Uhr vor der Russischen Botschaft in Berlin (Unter den Linden) ein weiteres Mal gegen die Restaurierung der Diktatur durch Wladimir Putin. Unterstützt werden sie seit Wochen durch eine Gruppe deutscher Bürgerrechtler, die bereits zum 7. Mal vor Ort eine Mahnwache für die Freilassung von Nadija Sawtschenko und der kürzlich verurteilten Brüder Nawalnyj durchführen. Die nächsten Mahnwachen der deutschen Gruppe finden jeweils Donnerstags von 13:00 – 16:00 Uhr vor der Russischen Botschaft statt. Nächster Termin: 8.o1.2015.

Menschrechtler aus der Ukraine und Russland demonstrierten ebenfalls - Foto: LyrAg

Menschrechtler aus der Ukraine und Russland demonstrierten ebenfalls – Foto: LyrAg

Nadija Sawtschenko (33) war in der (ukrainischen) Region Luhansk von Kämpfern der selbsternannten „Luhansker Volksrepublik“ am 17. oder 18 Juni d.J. gefangengenommen worden. Die ukrainische Pilotin weigerte sich in durchgeführten Vernehmungen beharrlich, über oder gegen die Ukraine auszusagen und war wenig später unter ungeklärten Umständen auf dem Territorium Russlands verhaftet worden. Dort wurde ihr die angebliche Beteiligung an der Ermordung zweier Journalisten in der Ostukraine vorgeworfen und seither der erlassene Haftbefehl immer wieder verlängert.

Wenige Unentwegte setzten sich abseits für die Wiederherstellung der UdSSR ein - Foto: LyrAg

Wenige Unentwegte setzten sich abseits für die Wiederherstellung der UdSSR ein – Foto: LyrAg

Igor Korneljuk und Anton Woloschin, Mitarbeiter des russischen Staatssenders Rossija, waren am 18. Juni nahe der ostukrainischen Stadt Luhansk während der Kampfhandlungen zwischen der Ukrainische Armee und den Separatisten getötet worden.

Nach Darstellung der russischen Ermittler hatte Sawtschenko den Aufenthaltsort der Journalisten und „anderer Zivilisten“ herausgefunden und weitergeleitet. Mit Hilfe dieser Koordinaten seien dann Granaten auf den bezeichneten Aufenthaltsort der dann Getöteten abgefeuert worden. Die Regierung in Kiew wirft

Sie Farben der Ukraine waren nicht zu übersehen. Auf dem Foto ein  Fahnenträger vor der Russ. Botschaft - Foto: LyrAg

Die Farben der Ukraine waren nicht zu übersehen. Auf dem Foto ein Fahnenträger vor der Russ. Botschaft – Foto: LyrAg

Moskau vor, die Soldatin entführt zu haben und fordert ihre „sofortige Freilassung.“
Mark Feigin erklärte weiter, die Verteidigung wolle eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Sawtschenko wegen Unschuld gerichtlich erreichen. Zur Zeit des Todes von Journalisten sei sie schon in Gefangenschaft gewesen. Handyortung sei Beweis dafür.

Der Verteidiger Nadija Sawtschenkos, Mark Feigin, erklärte hingegen, seine Mandantin sei nachweislich unschuldig. Zum Zeitpunkt des Todes der Journalisten sei die Pilotin bereits in Gefangenschaft gewesen. Eine Handyortung könne dem Gericht als Beweis vorgelegt werden. Nach Berichten in diversen Medien befindet sich Sawtschenko seit dem 15.12. im Hungerstreik. (913)

V.i.S.d.P.: redaktion.hoheneck@gmail.com , Berlin

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