Von Carl-Wolfgang Holzapfel

Islamabad/Erfurt/Berlin, 30.10.2014/cw – Wieder soll ein Mensch wegen seines Glaubens hingerichtet werden, diesmal in Pakistan. Die pakistanische Christin Asia Bibi soll sterben, weil sie auf Anweisung eines Landbesitzers Wasser für andere Landarbeiterinnen geschöpft hatte. Das war vor fünf Jahren. Bereits 2009 war Bibi von einem Bezirksgericht im Punjab zum Tod verurteilt worden. Seither wartete sie im Kerker auf ihre Berufungsverhandlung. Nun hat ein Gericht in Lahore, mit über sieben Millionen Einwohnern nach Karatschi die größte Stadt Pakistans, am 16. Oktober nach fünfmaliger Verschiebung das Todesurteil bestätigt.

Die Landarbeiterinnen, für die das Wasser geschöpft wurde, hatten die Nutzung verweigert, weil das Wasser durch „eine Christin verunreinigt“ worden sei. Schließlich eskalierte die Auseinandersetzung. In der Folge überfielen Dutzende Islamisten den Wohnsitz der christliche Familie. Nachdem die Fanatiker Asia Bibi, ihren Mann und die Kinder verprügelt hatten hinterließen sie eine Spur der Zerstörung. Asia Bibi wurde nach einem Gesetz, das offenbar bei Streitigkeiten dieser Art als Vorwand verwendet wird, wegen Blasphemie angeklagt.

Wie Menschenrechtsorganisationen mitteilen, waren bei der Urteilsverkündung über 20 islamische Würdenträger im Gerichtssaal anwesend. Dies sei in Pakistan bei „Gotteslästerungsverfahren“ üblich, um den Druck auf die Richter zu erhöhen. In der Vergangenheit waren Richter mit massiven Morddrohungen konfrontiert worden, weil sie aufgrund eindeutiger Beweislage unschuldige Opfer freisprachen. Auch Politiker, die sich für diese Menschen einsetzten, wurden ebenso bedroht. So wurde beispielsweise der Christ Shahbaz Bhatti, immerhin Minister für religiöse Minderheiten, für seinen Einsatz für verfolgte Christen, aber auch mehrere Personen des öffentlichen Lebens aus den gleichen Gründen ermordet.

In einer online gestellten Petition haben sich jetzt Menschenrechtsorganisationen und Tausende Unterzeichner an den US-Botschafter in Pakistan, Richard Olson, gewandt und diesen aufgefordert, sich zu Gunsten der fünffachen Mutter einzusetzen. Auch in Deutschland hat das Schicksal der Christin große Anteilnahme ausgelöst. Die Referentin für Ökumene im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Kirchenrätin Charlotte Weber, hat in einem Appell dringend dazu aufgerufen, sich der Petition anzuschließen. Auch Landesbischöfin Junkermann hat neben fast 200.000 Petenten  unterzeichnet. (885)

Die Petition kann unterzeichnet werden unter:
http://citizengo.org/de/12569-freiheit-fuer-asia-bibi?tc=ty&tcid=7640623

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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