Berlin, 7.09.2014/cw – Die Exil-Iraner, vertreten durch den NWRI (Nationaler Widerstandsrat Iran) demonstrierten erneut am gestrigen Samstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin gegen das Mullah-Regime im Iran. Die Vereinigung 17. Juni wurde als befreundete Organisation auch diesmal gebeten, das Anliegen der iranischen Freunde mit einer Ansprache zu unterstützen. Durch akute gesundheitliche Probleme mußte der Vorsitzende seine Teilnahme kurzfristig absagen. Folgend der Text seiner vorgesehenen Ansprache:

„Liebe Freunde,

wieder einmal stehen wir fassungslos vor dem Geschehen im Irak. Der selbst ernannte Kalif Ibrahim führt eine Terrorgruppe an, die eine weitere Eskalation des Terrors mit Berufung auf den Islam darstellt.
Die Politik reagiert chaotisch. Man könnte meinen, es gäbe keine Außenministerien, keine Dienste mehr, die den Politikern vorzeitige Informationen liefern. Stimmt das? Ist es nicht vielmehr so, dass die Politik sich aussucht, wann sie etwas für wichtig hält, wann nicht?

Als in Camp Ashraf im Jahr 2009 ein Massaker an Exil-Iranern stattfand, hat es die Politik gestört? Als der mörderische Bürgerkrieg in Syrien ausbrach: Haben sich Politiker für einen Schrei nach Hilfe für die gepeinigten Bürger entschieden?

Jetzt sprechen sie sogar von Waffenlieferungen in den Irak, um den Terror-Milizen der Islam-Heuchler zu begegnen. Das ist ja nicht falsch, liebe Freunde. Aber warum erst jetzt diese notwendigen Reaktionen? Haben wir nicht schon bei der Machtergreifung im Iran durch Khomeini erkennen können, welche Bedrohung für die Menschheit durch diese religiösen Fanatiker entstanden ist?

Im Mittelalter, liebe Freunde, gab es die berüchtigte Inquisition. Angebliche und selbsternannte Christen-Fanatiker glaubten, aus einer religiösen Lehre der Liebe, der Vergebung und des Verzeihens den Hass auf und gegen Andersdenkende entwickeln zu dürfen. Unschuldige, oft Nichtwissende, wurden der Folter ausgeliefert, landeten auf den Scheiterhaufen der Christen.
Heute werden wieder Menschen angeblich im Namen Gottes gemordet, Frauen vergewaltigt, Kinder ihren oft gemordeten Eltern entrissen. Wir erleben die blutige Renaissance der Inquisition, diesmal unter dem behaupteten Diktat des Koran.
Und das nicht erst heute, liebe Freunde. Spätestens nach der Machtergreifung in Teheran durch Islam-Fanatiker hätte die Politik reagieren müssen. Stattdessen bejubelten Verblendete auch bei uns den Ayatollah im Iran als neuen Heilsbringer. Selbst der furchtbare Anschlag vom 11.September brachte nur einen von Drahtziehern herbeigesehnten Krieg im Irak hervor, ohne dass sich die Weltgemeinschaft zu einem gemeinsamen Handeln gegen diese Geißel des 21. Jahrhunderts verbündete.

Ihr, liebe Freunde, gehörtet und gehört zu den ernsten Warnern. Selbst meist dem wahren Impetus des Islam verpflichtet, habt Ihr Eure Stimme erhoben – und wurdet nicht gehört. Camp Ashraf und alles blutige Geschehen danach belegte Euren Kampf nicht nur für den legitimen Anspruch auf die Befreiung Eurer Heimat von den blutrünstigen Verfremdern des Koran. Mit Eurem Kampf deckt Ihr auch die wahren Hintergründe des Strebens machtbesessener religiöser Fanatiker auf.

Hier, an diesem Tor, trennte einst eine blutige Mauer nicht nur unsere Heimat, sondern Europa und die Welt. Schon damals setzten sich sogen. Friedensapostel mit der These durch, man solle doch diese Trennlinie endlich anerkennen. Dadurch würden wir den Erbauern dieses Mauer- und Stacheldrahtverhaus die Hand reichen und diese friedlich stimmen. Gott sei Dank gab es genug vernunftbegabte und kampfeswillige Menschen, die nicht aufgaben, die jedes Jahr lauter riefen: „Macht das Tor auf!“

In diesem Jahr begehen wir den 25. Jahrestag der Beseitigung dieses grässlichen Merkmales des Kalten Krieges. Und es ist gut so, wenn sich hier am Brandenburger Tor ungebeugte Menschen, wie Ihr es seid, treffen, um den unverbrüchlichen Glauben an die unteilbaren Menschenrechte, an das Recht auf Freiheit für jeden einzelnen Menschen und jede Nation nicht nur zu bekunden, sondern aktiv dafür einzutreten. Darum ist es wichtig, dass Ihr nicht aufgebt, dass Ihr Euch nicht dem religiös verbrämten Terror beugt und Euer Recht auf eine tolerante, dem Menschen verpflichtete Nation einfordert. Wo anders, als hier aus Berlin, hat diese Eure Forderung den besten Boden, um endlich gehört zu werden?

Wir brauchen den mutigen Kampf gegen die Terrorgruppen im Irak. Aber wir brauchen diesen Kampf auch in Syrien und anderswo, wo die Unfreiheit ihr freches Haupt erhebt und Menschen abschlachtet, die sich für die Menschenrechte und gegen jedweden religiösen und politischen Terror erheben. Hinter diesen Fanatikern des IS-Terrors stehen als Geburtshelfer die Mullahs in Eurer Heimat. Wenn wir diese gemeinsam besiegen, dann besiegen wir langfristig den religiös verbrämten Terror, wo immer er auftreten möge. Ob in Syrien, im Irak oder – seit Jahrzehnten – im Iran.

Wir, die Freiheitskämpfer in Deutschland, stehen in diesem Sinne ungebeugt an Eurer Seite. Unser gemeinsamer Gruß: Nächstes Jahr in Teheran!“(852)

V.i.S.d.P.: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Carl-Wolfg. Holzapfel, Berlin,                           Tel.: 030-30207785