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Protest: Heimkinder vor dem Charlottenburger Schloss - Foto: LyrAg

Protest: Heimkinder vor dem Charlottenburger Schloss – Foto: LyrAg

Berlin, 28.09.2014/cw – Ideenreichtum kann man ihnen nicht absprechen, den einstigen Heimkindern aus Ost und West. Gestern hatte eine Gruppe ehemaliger „Zöglinge“, als die sie einst verharmlosend bezeichnet wurden, in den Abendstunden zu einem Event vor das Charlottenburger Schloss in Berlin eingeladen. Die Idee: Man wollte vor historischer Kulisse der Bundeskanzlerin einen Mercedes zum „Dank für die Entschädigung der Heimkinder“ übergeben. Zu diesem Zweck war eine augenscheinlich ansehnliche Limousine aus der Stern-Fabrikation des schwäbischen Herstellers unter einer schwarzen Plane verborgen und eigens mit einer großen (roten!) Schleife versehen worden. Die Veranstalter hatten – mit einem Augenzwinkern – natürlich die Medien informiert und besonders herzlich die Berliner Medien eingeladen. Nur – die kamen nicht.

Ein Mercedes für Angela Merkel, eine vergleichbare Mogelpackung - Foto: LyrAg

Ein Mercedes für Angela Merkel, eine vergleichbare Mogelpackung – Foto: LyrAg

Davon ließen sich die rund zwanzig ehemaligen und an Enttäuschungen gewöhnte Heimkinder aber nicht entmutigen. Pünktlich um 18:00 Uhr wurde der Text „Entschädigung“ gegen den Text „zum Dank für die Mogelpackung für die Heimkinder“ ausgetauscht. Robby Basler verlas unter Beifall eine geharnischte Rede an die „Werten Gäste, Pressemitarbeiter, Journalisten und Redakteure“.

Nach der hypothetischen Frage, ob Frau Merkel tatsächlich einen Mercedes zum Dank für die Entschädigung der Heimkinder bekommt, erinnerte Basler an den Anfang der Berichterstattung über die Entschädigung der Heimkinder durch die Super Illu. Eine Richtigstellung, dass eine Entschädigung anders aussehe, wurde ihm, Basler verwehrt. Trotzdem folgten unzählige Medien „mit gleichgelagerter Berichterstattung“ über die beabsichtigte Entschädigung, „so dass ich mich fragte, war das Kalkül?“

Der Dank als "Mogelpackung" - Foto: LyrAg

Der Dank als „Mogelpackung“ – Foto: LyrAg

Denn diese Berichte würden auch die Volksvertreter lesen, die eigentlich die Medien zur Richtigstellung auffordern müssten, daß über den Fonds Heimerziehung eben „keine Entschädigungsleistungen ausgezahlt“ werden.
Der Gipfelpunkt sei die Erklärung des zuständigen Brandenburger Bildungs-Ministeriums gewesen, das gegenüber DPD erklärt habe, dass „die Opfer entschädigt“ seien. Nach Protesten der Heimkinder interpretierte das Ministerium die vorgesehene „Hilfe“ als „Entschädigung.“ Dagegen habe die zuständige Bundesfamilienministerin Schwesig „klipp und klar“ gesagt, dass „der Fonds keine Entschädigung beinhaltet.“

„Wir fühlen uns betrogen und verhöhnt,“

rief Basler unter Beifall der Anwesenden durch das Megafon.

Robby Basler bei seiner engagierten Rede vor historischer Kulisse - Foto: LyrAg

Robby Basler bei seiner engagierten Rede vor historischer Kulisse – Foto: LyrAg

Doch sei ja weder Frau Schwesig noch das Brandenburger Ministerium nicht Empfängerin des heutigen „Dankes“ sondern die Bundeskanzlerin. Diese habe schließlich in der letzten Legislaturperiode über ihren Minister Rösler den Gesetzentwurf für die Individualbeschwerde vor dem Kinderrechtskomitee der UNO in Genf eingebracht. Allerdings sei dieser Entwurf mit einer Stichtagsregelung versehen worden, die „uns Opfer von diesem Beschwerderecht ausschließt.“

Auf die Leistungen aus dem Heimkinderfons gäbe es keinen Rechtsanspruch und kein Beschwerderecht. Das verdiene die Definition „Diktat“ und nicht die Einstufung als „Entschädigung.“ Daher würden ehemalige Heimkinder wenige Tage vor dem gesetzlich beschlossenen Auslauf einer Antragstellung (30. September, 24:00 Uhr) die Demonstration nutzen, der Öffentlichkeit „diese Mogelpackung vor Augen zu führen.“ Leider sei die eigens eingeladene Bundeskanzlerin nicht erschienen, um ihren Mercedes in Empfang zu nehmen. Dies zeige aber auch – ebenso symbolisch – dass „Frau Merkel unser Geschenk ignoriert, uns nicht achtet und keine Sensibilität für unsere Probleme entwickelt.“ Offenbar glaube die Bundeskanzlerin selbst nicht daran, dass „hier heute glückliche Opfer stehen, die den Fonds-Erfolg mit ihr feiern möchten.“ Die hier anwesenden Opfer der Heimerziehung in Ost  u n d  in West kämpfen stellvertretend für alle Betroffenen „für ein explizites Minderjährigen-Opferentschädigungsgesetz, dass alle Menschenrechtsverbrechen abdeckt und für jede(n) BürgerIn gilt, der/die Opfer von Menschenrechtsverbrechen als Minderjährige(r) wurden.“

Rund 20 ehem. Heimkinder aus OST und WEST hatten sich zu dem Protest eingefunden - Foto: LyrAg

Rund 20 ehem. Heimkinder aus OST und WEST hatten sich zu dem Protest eingefunden – Foto: LyrAg

Antrag an Heimkinderfonds zerrissen

Um die Ablehnung der jetzigen Regelung deutlich zu machen, zerriss der Redner unter Protest symbolisch seinen Antrag an die Stiftung „Heimkinderfonds“ und ließ die Schnitzel demonstrativ zu Boden fallen.
Abschließend forderte Robby Basler ein Individualbeschwerderecht in Genf sowie einen Sonderstrafgerichtshof, der Art und Umfang der Verbrechen feststellt und die Verantwortung einzelner Personen, wie zum Beispiel Margot Honecker prüft und sanktioniert. „Nur durch das Schweigen und Wegsehen der Gesellschaft war es möglich, diese Form von Qualen, seelischer Folter, sexuellem Missbrauch und der Zwangsarbeit an unschuldigen Minderjährigen zu exekutieren.“

Der Künstler Werner Rauh brachte eigens gefertigte Bildnisse mit - Foto: LyrAg

Der Künstler Werner Rauh brachte eigens gefertigte Bildnisse mit – Foto: LyrAg

Nach zwei Stunden wurde die Demonstration, die von vielen Passanten mit neugierigem Interesse aufgenommen wurde, um 19:00 Uhr beendet und der nicht überreichte Mercedes wieder eingepackt.

Eine weitere Demonstration der ehemaligen Heimkinder wird am 4. Oktober am Alexanderplatz durchgeführt. (866)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin/Köln, 29.09.2014/cw – Die ehemalige Hoheneckerin und vielfache Buchautorin Ellen Thiemann ist am Dienstag, 30.09.2014, ab 22:45 Uhr, Gast in der Talkrunde Menschen bei Maischberger (ARD).

Zum Thema 25 Jahre Wende: War die DDR Heimat oder Unrechtsstaat? diskutiert die bekannte Moderatorin neben Thiemann mit den unmittelbar Betroffenen Brüdern Ingo, Egbert und Holger Bethke, die aus der DDR flohen, dem letzten Innenminister der DDR Peter-Michael Diestel, dem Journalisten Ernst Elitz (ARD) und der Sängerin und Entertainerin Dagmar Frederic.

Thiemann hatte zuletzt mit ihrem Buch „Wo sind die Toten von Hoheneck“ (HERBIG – ISBN: 978-3-7766-2750-3 – 19,99 EUR* D / 20,60 EUR) große Aufmerksamkeit gefunden und war bis zu ihrem Ruhestand Ressortleiterin im Kölner Express. Die jetzige Kölnerin engagierte sich nach ihrer Haft im einstigen DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck Mitte der siebziger Jahre publizistisch für die Aufarbeitung des DDR-Unrechtes. Legendär sind ihre Reportagen über Hoheneck und ihre Bücher, in denen sie auch über den Verrat ihres einstigen Ehemannes, der für die Stasi spionierte und die Fluchtabsichten der Familie verraten hatte.(865)

Siehe auch:
http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/30092014-25-jahre-wende-100.html

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=4036505&pg=1

http://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/68785419

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 27.09.2014/mm – Heute wollte ich meine Termine im Monat November einordnen.
Die Einladungen liegen vor mir auf dem Tisch oder sie stehen auf dem Monitor des Computers, bunt und schwarz-weiß. Mehr als um alle anderen Themen handelt es sich um Veranstaltungen zum Thema Asyl und Asylanten in Deutschland und in Europa.
Mehr als 200.000 neue Asylsuchende werden im Jahr 2015 in Deutschland leben. 200.000 Menschen, das ist ungefähr die Zahl der Einwohner einer Mittelstadt in Deutschland wie Mainz oder Kassel.

Was ist los in der Welt?

Sie kommen aus Syrien, Irak, Libyen und Iran und aus anderen Ländern. Was ist los in der Welt, dass die Menschen ihr Hab und Gut, Familie und Freunde, Kultur und Heimatland verlassen, um in der Welt einen sicheren Ort zu finden? Unter ihnen gibt es auch politische Asylanten, die gegen Diktatoren in ihren Ländern Widerstand geleistet haben oder politische Gefangene waren.
Wir müssen an dem Thema arbeiten: Warum sind so viele Menschen auf der Flucht, so viele, dass das Mittelmeer jetzt zum Totenmeer geworden ist? Tausende Menschen haben dort anstatt eines sicheren Landes den sicheren Tod gefunden. Was sollen die Länder in Europa machen? Was sollen die Bewohner Europas tun? Wie kann man erreichen, dass es in der Welt weniger Flüchtlinge gibt?

Die westlichen Länder haben die Diktatoren unterstützt

Man soll das Thema einmal nicht Themenfremd bearbeiten. Da die westlichen Länder die Diktatoren immer unterstützt oder doch nichts gegen sie unternommen haben, werden voraussichtlich weitere Millionen Menschen aus diesen Ländern fliehen. Dort schießen auch die Terrororganisationen wie Pilze aus dem Boden. Wir nehmen Syrien und Irak als Beispiele für Länder mit sehr hohen Flüchtlingszahlen.

1. Beispiel: Syrien. 10 Millionen Menschen auf der Flucht

Am Anfang der Revolution gegen Baschar al-Assad kämpfte die Freie Armee gegen den Diktator. Damals traten Terrororganisationen wie IS und Nasser noch nicht in Erscheinung. Als die UNO und USA das Regime dort wegen seines Einsatzes von Giftgas gegen die Bevölkerung hätte bestrafen sollen, hat man nichts unternommen. Die Hoffnung ist geplatzt, die hoffnungslos gewordenen Menschen haben Sympathie für radikale Organisationen gezeigt, weil sie sie vermeintlich besser im Kampf gegen den Diktator unterstützen konnten. Die Terrororganisationen haben die Zahl ihrer Kämpfer vielfach vergrößern können. Auch ISIS wurde so immer größer, und dann steckten die Menschen zwischen zwei Fronten: Assad und ISIS. Es blieb ihnen nichts als die Flucht, sie flohen zu Hunderttausenden, bald sind es Millionen.

2. Beispiel: Irak

Nuri al-Maleki, lange Premierminister des Irak von Mullahs’ Gnaden, hat sehr lange Zeit die Sunniten unterdrückt und ermordet. Er hat auch Schiiten, die gegen ihn und den Einfluss der iranischen Mullahs im Irak waren, systematisch getötet. Er hat mehrere Angriffe auf iranische Oppositionelle im Camp Ashraf und Camp Liberty veranlasst, mit mehr als 130 Toten und 1300 Schwerverletzten. In allen diesen Jahren hat der Westen ihn unterstützt. Man hat sein Terrorregime als demokratisch bezeichnet! Was waren die Folgen dieses Handelns der Regierung Maliki? Auch hier befinden sich Millionen Menschen auf der Flucht. ISIS konnte viele von ihnen einfach auf seine Seite bringen. Die Stärke von ISIS ist die Schwäche der westlichen Politik gegenüber den Diktatoren.

Wirksame Waffen gegen den Terrorismus

Die Flut der Flüchtlinge kann aufgehalten werden. Wenn man sich auf die Seite der Demokratie stellt und nicht auf die Seite der Diktatoren, dann wäre es verrückt, zu flüchten. Das sind auch wirksame Waffen gegen Fundamentalismus und Terrororganisationen: Demokratie und Menschenrechte. Es ist leider die Zeit gekommen, nicht mehr Themenfremd zu denken und zu handeln. ISIS, Nasser, die 9. Badr-Division im Irak, die iranische Qods-Miliz, Al-Qaeda usw. sind nicht mehr ein fernes Thema. Die Flut der Flüchtlinge und 200.000 Ayslsuchende im Jahr 2015 allein in Deutschland beweisen das.

V.i.S.d.P.: Mohammad Moshiri*, Berlin,

http://www.diezeitbruecke.de/artikel/1566-fluechtlinge.html

* Der Autor ist Dichter, Exil-Iraner und lebt in Berlin. Sein Credo: „Religion darf nicht als ein Instrument ausgenutzt werden, um die unmenschlichen Handlungen zu rechtfertigen. Künstler in einer Zeit der Diktatur haben eine sehr große Pflicht. Sie sollen mit Ihrer Kunst die Diktatur bekämpfen und sich an die Seite der Freiheit stellen.“

Berlin, 27.09.2014/bst – Die Medien berichten, daß Sympathisanten und Aktivisten des islamischen Terrors an Ausreise aus der Bundesrepublik und an der Einreise gehindert werden sollen. Ich halte dies Praxis für falsch. An der Einreise hindern ist richtig, die Ausreise sollte man jedoch nicht behindern sondern forcieren. Wenn man diese bestialisch-fanatischen Menschenverächter im eigenen Lande zurückhält besteht die Gefahr, daß sie hier in Deutschland Gräueltaten begehen. Wollen wir das? Wenn man diese Fanatiker ausreisen lässt, besteht große Hoffnung daß sie nie wieder zurückkehren. Und das würde unserem Lande deutlich mehr nützen.

In den Medien wurde die Meinung vertreten, es wäre Aufgabe der Imame, auf die Moslems in Deutschland einzuwirken und eine Fanatisierung und Radikalisierung zu verhindern. Welch horrender Schwachsinn!!! Da könnte man ja auch behaupten, es wäre Aufgabe der Kirche gewesen, die NAZIs zu verhindern. Dazu wäre die Kirche damals allein nie in der Lage gewesen, und die Imame heute sind allein auch nicht in der Lage, diese erschreckende Entwicklung zu verhindern, weil sie es größtenteils innerlich auch gar nicht wollen, sondern nur nach außen hin den Frieden bejahen.

Dazu kommen auch noch realitätsfremde Wortakrobaten die uns weismachen wollen daß der Islamismus gefährlich wäre, jedoch der Islam selbst wäre gut. Klingelt jetzt was ?????
Haben wir nicht auch in unserem Lande immer noch Leute die behaupten, Stalinismus und Maoismus wären zwar schlecht gewesen , der eigentliche Kommunismus jedoch wäre eine gute Sache?. Dümmer geht’s nimmer! Ein Krebs wird immer Metastasen bilden, solange der Herd nicht beseitigt ist!
Und vor all diesem Hintergrund ist unsere Bundesregierung nicht zu einer klaren und konsequenten Handlungsweise fähig, sondern debattiert ewig hin und her und vollführt einen politischen Eiertanz.

Ganz besonders schlimm jedoch ist die Tatsache, daß trotz weltweitem islamischen Terrors in Deutschland immer noch Menschen wegen angeblicher Volksverhetzung oder übler Nachrede gerichtlich verurteilt werden, bloß weil sie die Zustände offen ansprechen und die Verursacher benennen. Diejenigen aber, die für diese weltweite Bedrohung ursächlich mitverantwortlich sind, werden immer noch mit Samthandschuhen angefasst.
Wer in westdeutschen Ballungsgebieten wohnt, wird das wohl ähnlich sehen.

V.i.S.d.P.: Bernd Stichler, Anfragen zum  Autor über die Redaktion Hoheneck,                       Tel.: 030-30207785

von Martin Mitchell und Carl-Wolfgang Holzapfel

Dieser Artikel handelt von betrügerischen E-Mails in Form von angebliche Hilferufen von Freunden. Diese Betrugs-Mails werden von gehackten E-Mail-Adressen aus versendet.

Seit einiger Zeit werden mit steigender Tendenz E-Mails versandt, mit denen der Absender Freunde um eine Geldüberweisung bittet. Ihm sei im Urlaub oder auf einem Auslands-Trip (Aberdeen, Edinburgh, Madrid, Ukraine oder –jetzt- Schweden) die Tasche samt Handy, Flugticket, Pass und Kreditkarten gestohlen worden. Er brauche dringend ein paar hundert Euro, um Hotel und Rückflug bezahlen zu können. Auf Rückfragen besorgter Freunde wird eine angebliche Rufnummer des Hotels angegeben. Meist handelt es sich dabei um die Rufnummer eines (britischen) Prepaid-Handys oder gar um Mehrwertnummern. In anderen Fällen, so in einem Betrugsfall „Madrid“ oder jetzt „Schweden“, werden existierende Adressen angegeben, die lediglich Seriosität vortäuschen sollen, aber mit den Absendern dieser Mails überhaupt nichts zu tun haben.
Ein guter Freund, der vor eineinhalb Jahren ohne zu zögern 650 Euro nach Madrid angewiesen hatte, war diesmal schlauer und bat den „lieben“ Absender um eine Anschrift, damit er wisse, wohin er seine Hilfe senden könne. Prompt folgte eine Anschrift: Kungsgatan 69, 11123 Stockholm, Schweden (Dahinter verbirgst sich ein Tapetengeschäft). Und: „Ich brauche die MTCN-Nummer, wenn Du das Geld abgeschickt hast.“

Natürlich ist die E-Mail gefälscht, der scheinbare Absender gar nicht in Urlaub. Als Absender des Hilferufs wird eine ähnliche E-Mail des angeblichen Absenders angegeben, im letzten Fall z.B. verein17juni1953@mm.st . Wem fällt da schon in der Aufregung um das Missgeschick des Freundes auf, das die Endung nicht wie gewohnt auf gmail.com lautete?
Schickt man Geld über die vorgeschlagene Geld-Transport-Institution Western Union, die meist in derartige Transaktionen verstrickt wird, kann dieses Geld weltweit abgehoben werden. Die Abhebungsorte müssen nicht identisch mit dem angegebenen Ort, hier Stockholm, sein. Mehrfach wurden hier in der Vergangenheit Liverpool oder Dublin ermittelt.
Da der Einzahler eine Code-Nummer (MTCN) erhält, die er an den „notleidenden Freund“ weiterschickt, kann dieser Empfänger mittels dieser Nummer ohne jede weitere Kontrolle das Geld in Empfang nehmen. Eine der Tätergruppen wurde bereits im Umfeld afrikanischer Betrügerbanden, der sogen. Nigeria-Connection ausgemacht.

Von den Betrügereien sind besonders Yahoo-Adressen betroffen, aber auch Google und AOL-Adressen sind bereits zu diesem Zweck gehackt worden. Dabei werden besonders gern E-Mail-Adressen von Personen des öffentlichen Lebens missbraucht.

Reaktionen des Empfängers

Rasches Handeln ist wichtig. Jede Stunde des Zögerns erhöht die Chance, dass ein wohlmeinender Empfänger dem Täter Geld schickt, das nie wieder zu erlangen ist.

Am Besten warnt man den angeblichen Absender sofort telefonisch und setzt diesen von der betrügerischen Mail in Kenntnis. Eine Warnung per Mail ist in diesem Fall nicht empfehlendwert: Entweder wird diese zu spät gelesen oder die Mail-Adresse ist bereits gehackt. Nutzt man diese oder antwortet man durch den üblichen Klick auf den Antwort-Button, antwortet man tatsächlich dem Täter, anstatt –vermeintlich- den Absender bzw. Inhaber der Mail-Adresse zu warnen.

Anzeige erstatten

In jedem Fall sollte man Anzeige gegen „Unbekannt“ erstatten und einen Ausdruck der erhaltenen Mail beifügen. Zwar gehen die Staatsanwaltschaften in der Regel aufgrund der hohen Zahl an versandten Mails meist von einer straffreien Vorbereitungshandlung und nicht von einem Betrugsversuch nach § 263, 2 StGB aus, aber je mehr Anzeigen erstattet werden, um so mehr steigt der Druck auf die Ermittlungsbehörden, tätig zu werden.

Um weitere Spuren und damit wichtige Unterlagen für die Polizei zu erhalten, sollte man mittels einer fiktiven Adresse auf den Hilferuf antworten. Man könnte z.B. anbieten, anstelle einer Western-Union-Zahlung die Hotelrechnung zu überweisen und das Flugticket am Flughafen zu hinterlegen.  Antwortet der Betrüger, liegt ein Betrugsversuch vor (siehe zuvor aktuelles Beispiel Stockholm). Die Antwort auf die Frage nach der Hotel-Adresse könnte in diesem Zusammenhang ebenso spannend werden.

Maßnahmen durch den „Hilfesuchenden“

Meist haben die Betrüger die Adressdatei und E-Mails aus dem gehackten Account gelöscht. Hat man keine Sicherung, sollte man an alle verfügbaren Mail-Empfänger eine deutliche Warnung senden, verbunden mit der Bitte, gemeinsame Bekannte ebenfalls zu warnen. Auch hier ist schnelles Handeln enorm wichtig.
Aufgrund der Dringlichkeit empfiehlt sich zusätzlich zu einer entsprechenden E-Mail ein umgehender Anruf beim Provider, der die falsche E-Mail-Adresse sofort sperren sollte.

Warnung an Western Union

Die Auszahlung soll unter dem Namen des hilfesuchenden angeblichen Absenders erfolgen. Es kann also nicht schaden, Western Union zu informieren und zu warnen. Wird ein Betrag nach (und trotz) der Warnung an die Betrüger ausgezahlt, ergeben sich u.U. Ansprüche gegen Western Union. Auch die Mitwirkung an einem Betrug kann relevant sein.

Wiederherstellung von Daten

Manchmal lässt sich die Adressdatei über einen anderen PC wieder herstellen, es kommt auf einen Versuch an (Fachleute bzw. Fachberatung sind gefragt). Allerdings sollte man die hergestellte Datei nicht (mehr) auf der Mail-Seite des jeweilige Providers belassen. Was nicht mehr dort gespeichert ist, kann auch nicht (nochmals) gestohlen werden.

Eine Passwort-Änderung kann eine der Sicherheitsmassnahmen sein. Trotz dieser Maßnahmen wurden manche Accounts mehrfach gehackt. Besser wäre die Einrichtung einer neuen Mail-Adresse bzw. die Löschung der gehackten Mail-Adresse. Bei sogen. Gratis-Providern sollte man den bürgerliche Namen nicht in der E-Mail-Adresse verwenden und nicht im Absender-Feld (von…) anzeigen lassen. Ohne den Namen des Absenders kann der Täter keine glaubhafte Mail verfassen.
Und: Adressverzeichnisse sollten regelmäßig gesichert und außerhalb des Rechners gespeichert werden.(862)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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