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Berlin, 26.08.2014/cw – Die Vereinigung 17. Juni 1953 in Berlin hat in einer ersten Stellungnahme den Rücktritt von Klaus Wowereit bedauert. Mit Wowereit verlieren die Verfolgten der zweiten Diktatur einen engagierten Fürsprecher, der neue Wege gegangen sei, mit den Betroffenen einen regelmäßigen Diskurs zu führen.

Vorläufer der Verbänderunde: Manfred Plöckinger, Christine Bergmann, Klaus Wowereit und Carl-Wolfgang Holzapfel (von re.) im August 2001 im Roten Rathaus - Foto: LyrAg

Vorläufer der Verbänderunde: Manfred Plöckinger, Christine Bergmann, Klaus Wowereit und Carl-Wolfgang Holzapfel (von re.) im August 2001 im Roten Rathaus – Foto: LyrAg

Der Vorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel, erinnert sich: „Wir waren am Anfang durchaus über die Art der „Machtübernahme“ am Vorabend des Jahrestages vom Volksaufstand empört und wollten Wowereit am 17. Juni auf dem Friedhof Seestraße die „kalte Schulter“ zeigen, sprich den Rücken zukehren. Unser Beirats-Mitglied, der ehemalige Innensenator Heinrich Lummer, überzeugte uns dann davon, lieber das Gespräch zu suchen. Das haben wir dann getan.“

Überraschend sei Wowereit bei dem ersten Gespräch am Rande des Staatsaktes sehr zugänglich gewesen und habe sich viel Zeit genommen. Im kurz darauf stattgefundenen Gespräch im Roten Rathaus habe Klaus Wowereit die aktuellen Anliegen der Verfolgten, vorgetragen von Manfred Plöckinger und Carl-Wolfgang Holzapfel, sehr ernst zur Kenntnis genommen und vorgeschlagen, diese Gespräche regelmäßig fortzuführen. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, dem Regierenden die Einbeziehung aller betroffenen Verbände vorzuschlagen,“ so Holzapfel. Daraus wäre das regelmäßige Treffen aller Verbände, die sogen. Verbänderunde, entstanden, ein bisher einmaliger Ritus unter den Ministerpräsidenten.

Dafür schulden wir ihm Dank

Stellte sich hinter die Forderung nach einer Platzbenennung : Klaus Wowereit,  C.W.Holzapfel  (v.li.) vor der errichteten Tafel "17.Juni 1953" - Foto:LyrAg

Stellte sich hinter die Forderung nach einer Platzbenennung : Klaus Wowereit, C.W.Holzapfel (v.li.) vor der errichteten Tafel „17.Juni 1953“ – Foto:LyrAg

Wowereit habe damit durchaus konstruktive Geschichte im Umgang mit den SED-Verfolgten geschrieben. Der Vereinsvorsitzende: „Dafür schulden wir ihm Dank!“

Durchaus kritisch sieht der Verein die Entwicklung in den letzten Jahren. Die offensichtliche Amtsmüdigkeit des Regierenden habe sich auch auf die Verbänderunde ausgewirkt. Seine Stellungnahmen waren weniger engagiert wie zu Beginn, die Abwehr von Vorschlägen wurde zum Standard. „Mit einer Ausnahme,“ so Holzapfel. „Im Gegensatz zu Frank Henkel (CDU) habe sich Wowereit persönlich immer wieder für die Benennung des Platzes vor dem Bundesfinanzministerium zur Erinnerung an den ersten Volksaufstand im Nachkriegseuropa eingesetzt.“ Henkel hatte nach einer anfänglichen und sehr engagierten Unterstützung des Vorhabens dem Verein 2008 erklärt, die CDU und er könnten das Vorhaben „wegen seiner Aussichtslosigkeit“ nicht weiter begleiten.

Abschließend äußerte die Vereinigung die Hoffnung, daß der Nachfolger, „gleich, wer das sein wird,“ die Verbänderunde fortführt und mit neuem Schwung belebt. In diesem Zusammenhang erinnert der Verein an eine Vorlage, die dem Abgeordnetenhaus seit einigen Monaten vorliegt und in der konstruktive Vorschläge zum Umgang mit den Verfolgten innerhalb der Stadtgrenzen gemacht werden.(846)

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, tel.: 030-30207785

Berlin, 26.08.2014/cw – Soeben hat Klaus Wowereit seinen Rücktritt als Regierender Bürgermeister von Berlin zum 11. Dezember diesen Jahres bekannt gegeben. Vor der Hauptstadtpresse kritisierte er in diesem Zusammenhang auch die eigene Partei (SPD), die die Spekulationen um sein Amt kräftig gefördert habe, was der Politik in dieser Stadt nicht gut getan hätte.

Als eine der größten Niederlagen betrachte er die Dissonanzen um den Flughafen BER und sprach seine Hoffnung aus, dass diese Dinge ins richtige Lot kommen.

Wowereit bedankte sich bei allen Wegbegleitern, die auch in kritischen Zeiten zu ihm gestanden hätten. Besonders hob er die Loaylität durch den Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh, den Landesvorsitzenden Jan Stöß erwähnte er in diesem Zusammenhang nicht. Beobachter sehen darin eine Unterstützung Salehs durch Wowereit im jetzt anstehenden Kampf um die Nachfolge.

Klaus Wowereit bekleidet das Amt seit 13 Jahren. Er war am 16. Juni 2001, einen  Tag vor dem Jahrestag des Volksaufstandes von 1953, durch einen vielfach als „Putsch“ verstandenen Austritt aus der Großen Koalition unter dem langjährigen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen  (CDU) in  das Amt gewählt worden.(845)

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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