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Berlin, 29.03.2014/cw – Das ARD-Hauptstadtstudio hat in einem Telefonat mit uns die Angaben des Künstlers Jan Bejsovec bestätigt, wonach das in die Kritik geratene Textil-Bildnis der Kreuz-Darstellung mit Hitler-Gruß und Rot-Front-Faust tatsächlich 2011 im Hauptstadtstudio ausgestellt war. Das Hauptstadtstudio lege allerdings großen Wert auf die Feststellung, dass seinerzeit weder in der Textbeschreibung zum Bild noch in anderer Form eine Beziehung zu Hubertus Knabe hergestellt worden oder erkennbar gewesen war. Ansonsten hätte das Hauptstadtstudio eine solche Darstellung im Rahmen einer Ausstellung „in unseren Räumen selbstverständlich abgelehnt, “ so Eva Woyte in dem Telefonat.

Das Bildnis mit dem umstrittenen Text ist zur Zeit im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee ausgestellt -                  Foto: LyrAg - Foto: LyrAg

Das Knabe-Bildnis mit dem umstrittenen Text ist zur Zeit im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee ausgestellt – Foto: LyrAg
– Foto: LyrAg

Die Vereinigung 17. Juni begrüßt diese Klarstellung, die „an Deutlichkeit für sich spreche.“ Einmal mehr sei Jan Bejsovec überführt worden, der mit Halbwahrheiten seine Diffamierung Knabes bemäntelt. Der Künstler hatte in einer eigenen Presseerklärung u.a. betont, dass das kritisierte Bild ohne jede Beanstandung auch 2011 im ARD-Hauptstadtstudio gezeigt worden sei und damit den Eindruck erweckt, das Hauptstadtstudio habe die jetzt angegriffene Diffamierung des Leiters der Gedenkstätte Hohenschönhausen kommentarlos akzeptiert.

Wohl nach der selben Desinformations-Taktik hatte Bejsovec auch die behauptete Absicht der Deutschen Bank dementiert, sein  Werk auszustellen. Er habe mit der Bank zu keiner Zeit über eine Ausstellung gesprochen. Im Widerspruch zu dieser Darstellung in seiner PE veröffentlicht der Textilant auf seiner eigenen Homepage „Konfliktstoff“ eine Ausstellung seiner Werke in der „Deutsche Bank, Alte Münze“ in Berlin.

Wie nicht anders zu erwarten, sprang das einstige FDJ-Zentralorgan, die heutige linksextreme Zeitung „jungeWelt“ dem Künstler zur Seite und unterstellte den Kritikern der Knabe-Diffamierung in der Freitag-Ausgabe einen Angriff auf die Freiheit der Kunst und nutzte die Gelegenheit, wie zuvor Bejsovec in seiner Erklärung zu einem Rundumschlag gegen die Union der Opferverbände Komunistischer Gewaltherrschaft , UOKG (http://www.jungewelt.de/2014/03-28/036.php).
„Das Hässliche häuft sich,“ resümiert das Blatt. Allerdings, möchte man anmerken.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17.Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030/30207785

Die Tragödie der iranischen Flüchtlinge im Irak – vom Westen im Stich gelassen, von den Mullahs abgeschlachtet

von Javad Dabiran

Teheran/Berlin, 26.03.2014/JaDa – Seit drei Wochen verschärfen die Militärangehörigen des irakischen Machthabers Maliki die Blockade gegen iranische Dissidenten in Camp Liberty. Das Einfuhrverbot betraf auch Nahrungsmittel und Medikamente. UN-Experte Prof. Jean Ziegler nennt den Einsatz von „Hunger“ als Waffe ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nur nach großem politischem Druck aus dem Ausland ist eine sehr minimale provisorische Lockerung erfolgt.
Ohne Frage ist das Elend der endlosen Ströme von Flüchtlingen aus den Krisengebieten in Afrika, Syrien, dem Irak, Afghanistan und aus den katastrophalen Diktaturen in Nordkorea, China und dem Iran eines der größten Dramen unserer Zeit. Menschen ertrinken auf den Meeren, verlieren Gliedmaßen bei der illegalen Erstürmung von Grenzzäunen und hausen in völlig überfüllten Flüchtlingslagern.
Doch es gibt nicht nur Flüchtlinge, die außer einem zerrissenen T-Shirt und zerschlissenen Hosen nichts haben, die vor den Kriegswirren fliehen und denen kein Verteidiger ihrer Rechte zugestanden wird. Im Irak leben 3000 iranische Flüchtlinge. 25 Jahre lang bewohnten sie eine von ihnen selbst erbaute moderne Stadt. Sie werden von Hunderttausenden Iranern im Ausland und im Iran unterstützt und sind seit Jahrzehnten ein Leuchtfeuer der Hoffnung im Kampf um die iranische Freiheit.
UN-Experte Prof. Jean Ziegler: „Hunger“ als Waffe ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
In Camp Ashraf, nahe der irakischen Grenze zum Iran, lebten nicht nur 3000 Flüchtlinge, sondern auch viele Menschen, die freiwillig in den Irak gingen, junge, intelligente Menschen, die für den Kampf um die Freiheit ein gut situiertes Leben in Europa oder im Iran aufgaben.
Nirgendwo auf der Welt findet man Flüchtlinge, auf die der Begriff des politischen Flüchtlings so genau passt wie auf die in Camp Ashraf. Der monetäre Wert der Siedlung ist kürzlich erfasst worden. Über 500 Millionen US-Dollar an Werten hatte diese moderne Stadt mit Gärten, Stadien und Musikarenen. Ihr Ruf als Leuchtfeuer der Freiheit war weltweit ein Begriff, nicht nur unter den Iranern.
Doch die Dissidenten leiden auch so sehr unter geopolitischen Schachspielen wie keine andere Flüchtlingsgruppe. Die Bewohner sind allesamt Mitglieder der Organisation der iranischen Volksmojahedin (PMOI), die seit der Schahzeit für die Freiheit des nun 70 Millionen Bürger umfassenden Landes kämpfen.
Diese Iraner haben mehr Feinde, als man denkt. Natürlich sind sie für die iranischen Mullahs „Staatsfeind Nummer 1″ und das nicht ohne Grund: Die Volksmojahedin sind gut organisiert, hoch motiviert und sie haben mit dem Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) und seiner Präsidentin Maryam Rajavi mächtige Fürsprecher in der Welt. Zur jährlichen Veranstaltung des iranischen Widerstandes vor den Toren von Paris strömen über 100.000 Menschen und der eigene Widerstandssender kann sich vor Spenden aus aller Welt kaum retten.
Die Volksmojahedin sind auch im Inland ein Problem für die Mullahs. Sie haben bestens ausgebildete Informanten in den höchsten Kreisen dieser herrschenden Clique und decken immer wieder detailliert Atomprojekte und andere Aktionen der Mullahs auf. Sie sind maßgeblich bei Studentenunruhen aktiv. Hunderte Sympathisanten sitzen in den Gefängnissen der Mullahs und warten auf ihre Hinrichtung. Allein im Jahr 1988 wurden Zehntausende Mojahedin im Rahmen einer Säuberungsaktion hingerichtet.
Nicht nur die iranischen Mullahs trachten den Volksmojahedin nach dem Leben. Die irakische Regierung ist auf „Kuschelkurs“ mit den Mullahs. Regierungschef al-Maliki versucht im brodelnden Irak seine Macht mit der Unterstützung der Mullahs zu sichern und die Vernichtung der Volksmojahedin hat allerhöchste Priorität als Bedingung für eine Zusammenarbeit beider Regierungen.
Das Repertoire an Menschenrechtsverletzungen gegen die Volksmojahedin ist dementsprechend weitreichend. Irakische Truppen erstürmten mehrmals Camp Ashraf, Mojahedin wurden erschossen, erschlagen und von Militärfahrzeugen überfahren, seit Jahren ist über sie eine medizinische Blockade verhängt und das Lager wurde monatelang aus 300 Lautsprechern mit Propagandaparolen und Morddrohungen Tag und Nacht beschallt.
2011 wurden die Volksmojahedin dann ihrer neuen Heimat beraubt, als sie nach Vernichtungsdrohungen und unter falschen Zusagen in das ehemalige, inzwischen geplünderte, viel kleinere und verwahrloste Camp Liberty in Bagdad ziehen mussten.
Bei vier Raketenanschlägen auf das Lager wurden Dutzende Menschen getötet, doch das schlimmste Massaker fand noch einmal am 1. September 2013 in Camp Ashraf statt. 100 Mojahedin waren dort verblieben, um das Eigentum der Stadt zu schützen. Sie wurden von irakischen Spezialeinheiten massakriert, exekutiert. Sieben von ihnen sind bis heute entführt und leiden wohl in irakischen Geheimgefängnissen.
Der traurigste Gegenwind kommt jedoch nicht aus dem Mittleren Osten, sondern direkt aus hiesigen auf ihre Menschenrechte so stolzen westlichen Regierungen. Deutschland selbst hat in zurückliegenden Jahren bei der Stigmatisierung und Verfolgung der iranischen Dissidenten eine unrühmliche Rolle gespielt. Inzwischen hat eine scheinbare Art leichter „Wiedergutmachung“ eingesetzt, denn Deutschland hat als einziges Land der EU ca. 100 Asylberechtigte aus Camp Liberty aufgenommen.
„Wiedergutmachung“ kann man es nennen, hatte doch ein Deutscher namens Martin Kobler aus der Partei der Grünen, seinerzeit so genannter UN-Sonderbeauftragter für den Irak und Chef der UNAMI, in der Zeit der Zwangsumsiedlung der Mojahedin eine entscheidende Rolle gespielt. Der iranische Widerstand hatte von Anfang an klare Hinweise darauf, dass Kobler sich mit iranischen Vertretern traf – was gegen UN-Recht verstößt – und später stellte sich heraus, dass Kobler einen Bericht über den Zustand von Camp Liberty bewusst gefälscht und so die Iraner in das neue Camp gezwungen hatte. Tahar Boumedra, ein enger Mitarbeiter Koblers, zeichnete später ein schockierendes Bild der geopolitischen Realpolitik von Kobler, die durchtränkt davon war, die Sicherung der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Irak über das Schicksal der Dissidenten zu stellen und im Rahmen der Verhandlungen mit dem iranischen Regime zu einem willigen Handlanger der Mullahs zu werden. Seine Amtszeit, die vor einem Jahr nach massivem internationalem Druck beendet wurde, ist und bleibt ein dunkler Schatten auf der deutschen Außenpolitik im Namen der UN.
Das Schicksal der Volksmojahedin im Irak bleibt trotz hochrangiger Unterstützung westlicher Politiker und bekannter Menschenrechtsgruppen ungewiss. Der Westen ist weiterhin in Atomverhandlungen mit der neuen iranischen Regierung involviert, die nachweislich Drahtzieher des Massakers am 1. September war. Der irakische Regierungschef braucht die Unterstützung der Mullahs mehr denn je. Auch die Mullahs selbst müssen, da manches darauf hindeutet, dass das Volk seine Resignation überwindet, und nach dem Abbau von Subventionen im Land um neue Aufstände fürchten und nichts wäre hier gefährlicher als ein gut organisierter Widerstand mit einem leuchtenden Vorbild der Demokratie vor der Haustür.
Das Schicksal der iranischen Dissidenten ist daher ein echter Test für westliche Demokratien, vielleicht noch mehr als die Flüchtlinge auf Lampedusa oder die Flüchtlingsboote im Mittelmeer. Die Mojahedin stehen wie kaum eine andere Oppositionsgruppe für die uralten Werte Freiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Trennung von Kirche und Staat und für alles, worauf die westlichen Verfassungen beruhen. Es geht bei dem Umgang mit den Mojahedin daher nicht um Aufnahmekapazitäten oder Fragen der Finanzierung und des Umgangs mit den heimischen Bürgern, bei den Mojahedin geht es um westliche Werte, westliches Verständnis von Recht und Menschenrecht.
In der Krim-Krise wird fast minütlich von europäischen Volksvertretern das Völkerrecht betont, doch im Irak lässt man zu, dass es seit fast fünf Jahren an den 3000 iranischen Dissidenten fast täglich gebrochen wird. Woher nimmt man das Selbstverständnis, hier mit zweierlei Maß zu messen? Es wird Zeit, auch über diese Frage einmal ausführlich medial mit europäischen Politikern zu diskutieren.

Siehe auch: http://www.huffingtonpost.de/javad-dabiran/der-umgangmit iranischen_b_5030509.html?utm_hp_ref=politik

* Der Autor ist Iran- und Nahost-Experte, NWRI-Deutschlandsprecher, Exil-Iraner

V.i.S.d.P.: Javad Dabiran und Huffington-Post (siehe LINK)

Berlin, 26.03.2014/cw – Der Künstler Jan Bejsovec hat jetzt mit einer Presseerklärung die Vorwürfe gegen ein „Kunstwerk“ durch die Vereinigung 17. Juni in Berlin scharf zurückgewiesen. Bejsovec hatte Hubertus Knabe, den Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, nach Ansicht des Vereins mit einem textilen Bildwerk diffamiert, das nach mehreren Stationen, u.a. im ARD-Hauptstadtstudio (2011) aktuell im Cafe Sibylle in der Karl-Marx-Allee (der früheren Stalinallee) im Kontext mit politischen Extremisten wie Josef Goebbels, Muammar al-Gaddafi, Horst Mahler und Beate Zschäpe gezeigt wird.

Programmgestaltung mit Stasi-Oberst a.D. Schramm

Programmgestaltung mit
Stasi-Oberst a.D. Schramm

Nicht nur an dieser Zusammenstellung hatte sich die Kritik entzündet, sondern auch an dem Begleittext zu dem „gekreuzigten Knabe“, der vom Künstler namentlich mit seinem „Gesicht“ benannt und, wie es der Vorsitzende des Vereins ausdrückt, mit nicht hinnehmbaren Unterstellungen, die einer gezielten Diffamierung entsprechen, verunglimpft wird. (Siehe dazu https://17juni1953.wordpress.com/2014/03/21/erziehung-zum-hass-unglaubliche-diffamierung-des-historikers-knabe/).

Bejsovec verweist in seiner heutigen Presseerklärung auf die zahlreichen Ausstellungen mit dem Knabe-Werk und dass es „weder in dieser Anstalt des öffentlichen Rechts (Anmerkung: Hauptstadtstudio der ARD) noch in kommunalen oder privaten Galerien … je zu obengenannten Vorwürfen“ kam.
Wenn dem tatsächlich so sei, würde es sich um eine Ausweitung des Skandals handeln, kontert der Vereinsvorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel dieses Argument. Er könne nicht nachvollziehen, dass eine öffentlich-rechtliche Anstalt die Diffamierung des Leiters einer öffentlich-rechtlichen Stiftung „noch mit einer Ausstellung in den eigenen Räumen“ prämiert. Allerdings würde das erklären, warum die ARD-Medien diesen „an schlimme Zeiten des Kalten Krieges erinnernden Vorgang“ bisher nicht thematisiert hätten.

Jan Bejsovec holt entsprechend verbal aus, bezeichnet die Kritik an dem Knabe-Bild als „publizistisch geführten Angriff auf die Freiheit der Kunst“ und schwingt bei dieser Gelegenheit gleich selbst den Verbal-Hammer: So sei der Autor dieses „Pamphlets“, in dem „zum Bruch der Meinungsfreiheit aufgerufen“ werde, der „rechtskonservative Aktivist Carl-Wolfgang Holzapfel,“ der „seit Jahrzehnten eine aggressive Form der politischen Auseinandersetzung“ verfolgt. Das Holzapfel gegen die Mauer stets mit gewaltlosen Demonstrationen nach Gandhi demonstrierte und dafür 1966 nach neunmonatiger Einzelhaft im Zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi, der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen, zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, übersieht der um die Meinungsfreiheit besorgte Künstler ebenso, wie er den Vorsitzenden der UOKG, Rainer Wagner, ohne Nachweis als „Monarchist und radikalen Kreationisten“ bezeichnet. Wagner hatte sich dem Protest der Vereinigung 17. Juni seitens des Dachverbandes UOKG angeschlossen und sogar eine Strafanzeige gegen Bejsovec angekündigt.

Brandstifter - keine Diffamierung Knabes? - Ausstellung in der Deutschen Bank - eine Erfindung?

Brandstifter – keine Diffamierung Knabes? – Ausstellung in der Deutschen Bank – eine Erfindung?

In der PE des in Karl-Marx-Stadt gebürtigen Textilanten macht sich dieser die Ausführungen des Historikers Martin Jander zu eigen, der über die UOKG u.a. feststellte: „Der radikale Antikommunismus jedoch, die mehr oder weniger deutliche Gleichsetzung des sowjetischen Krieges gegen das nationalsozialistische Deutschland mit dem Vernichtungskrieg der Wehrmacht, die Gleichsetzung sowjetischer Internierungslager am Ende des Krieges mit den Nationalsozialistischen Konzentrationslagern sowie die via einer banalisierenden Totalitarismustheorie vollzogene Gleichsetzung von Nazis und Kommunisten, rechts und links, die hat weiter ihre Heimat in der UOKG, sie ist ihr Markenkern“ (Hrsg. Wolfgang Benz: „Ein Kampf um die Deutungshoheit“). Das der Dachverband in seiner Satzung ausdrücklich jeglichen politischen und religiösen Extremismus verurteilt, wird – natürlich – verschwiegen.

Wundern tun sich die Kritiker darüber nicht, denn Jan Bejsovec hat auch nichts gegen eine im Internet verbreitete Programmgestaltung, in der er gemeinsam mit dem bekannten Stasi-Obersten a.D. Gotthold Schramm aufgeführt wird (http://www.kritische-kunst.org/de/2013/menschen-rechte).

Auch mit der Wahrheit nimmt es der offenbar bekennende oder auch „nur“ sympathisierende Kommunist nicht so genau. So unterschlägt er in dem seiner PE beigefügten Begleittext zur Abbildung seines „Knabe-Kunstwerkes“ seinen diffamierenden Exkurs in der Ausstellung und beschreibt stattdessen unverfänglich die Maße seiner Handstickerei und deren Entstehungsjahr (2010). Auch die Angabe der Kritiker über eine geplante Ausstellung durch die Deutsche Bank wird als „Beschuldigung“ der Bank durch Holzapfel hingestellt: „Es hat nie Planungen oder Absprachen mit der Deutschen Bank zu Einzelausstellungen von Werken des Künstlers … gegeben.“ Im Internet liest sich das anders. Auf der vom Künstler verantworteten Seite „Konfliktstoff“ wird an zweiter Position angeführt: „28.04.2013 / 24 Stunden – Konfliktstoff in der Deutsche Bank Kunsthalle Alte Münze Berlin.“ Neben dem Text wird ein Bild des Künstlers abgebildet
(http://www.testbildlabor.de/splitterbox/konfliktstoff/aktion.htm).

Auch auf dieser Seite: Das „Gesicht“ Knabes (Ausschnitt aus dem „Kunstwerk“) mit der Erläuterung „Beim Barte des Propheten – Einzelausstellung Textilpolitische Einsichten und handgestickte Ansichten von Knaben und anderen Brandstiftern.“ Keine Diffamierung?

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Siehe auch:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42627

 

Nürnberg, 25.03.2014/cw – „Die Verbreitung unwahrer Behauptungen sei durch die grundgesetzlich geschützte Meinungs- und Pressefreiheit nicht gedeckt.“ So urteilte am 14.03.2014 das Landgericht Nürnberg-Fürth (11 O 1226/14). Eine Mitarbeiterin der einstigen Hypo-Vereinsbank hatte den Betreiber einer Internet-Seite auf Unterlassung verklagt, weil dieser dort einen Brief des in die Schlagzeilen geratenen Gustl Mollath veröffentlich hatte. Mollath, der jahrelang offenbar unschuldig in die Psychiatrie eingesperrt und im vergangenen Jahr nach heftigen Protesten in der Öffentlichkeit auf freien Fuß gesetzt worden war, hatte in dem veröffentlichten Schreiben behauptet, diese sei „an Schwarzgeldverschiebungen beteiligt“ gewesen, habe „dabei auch die Bank betrogen“ und sei „deshalb letztlich von der Bank gekündigt worden“.

Seinerzeit breite Proteste empörter Bürger - Foto: LyrAg

Seinerzeit breite Proteste empörter Bürger –         Foto: LyrAg

Der Beklagte hatte seiner Veröffentlichung des Briefes eine Einleitung beigefügt, in der er u.a. erklärte, „dass es Mollath darum gehe, das Netzwerk jener Bankmitarbeiter öffentlich zu machen, die sich an ihm für „die Aufdeckung ihrer Schwarzgeldgeschäfte und ihre darauffolgende Kündigung rächen wollen.“ Deshalb würde er deren Namen benennen.
Die frühere Bankmitarbeiterin und Klägerin hatte hingegen in einer eidesstattlichen Versicherung erklärt, nicht an den unterstellten Geschäften beteiligt gewesen und schon gar nicht von der Bank gekündigt worden zu sein. Deshalb habe sie die Unterlassung beantragt.

Das Gericht folgte jetzt der Klägerin und stellte in dem Urteil u.a. fest, dass diese „nachweislich nicht von der Bank gekündigt“ worden sei und diese „durch eine eidesstattliche Versicherung glaubhaft gemacht“ hat, dass „auch die übrigen Behauptungen nicht der Wahrheit entsprächen. Anderes ergebe sich auch nicht aus dem vom Beklagten vorgelegten Sonderrevisionsbericht der HypoVereinsbank.“
Das Gericht verkannte zwar nicht, dass es sich „bei dem veröffentlichen Brief durchaus um ein Dokument, an dem ein öffentliches Interesse bestehe,“ handele. Dem Beklagten „sei aber zuzumuten, die unrichtigen Tatsachenbehauptungen“ aus seinem Bericht „herauszunehmen.“
Prozessbeobachter sehen die Entscheidung durchaus zwiespältig, da der Seiten-Betreiber ein Dokument veröffentlicht habe, für dessen Inhalte er nicht verantwortlich zu machen sei. Allerdings sei die Aneignung dieser Inhalte durch den beigefügten Kommentar problematisch und damit in Konsequenz für diesen Teil der Veröffentlichung bei unterstellten Voraussetzungen wohl unterlassungsfähig.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 0176-48061953

 

Berlin, 22.03.2014/cw – Der Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni traute seinen Augen nicht, als er in  der Karl-Marx-Allee, der ehemaligen Stalin-Allee, auf eine ungeheuerliche Diffamierung stieß. In dem durch seine historische Dauer-Ausstellung bekannten Cafe „Sibylle“ bemerkte er ein unter dem Rubrum  „Kunst“ ausgestelltes Bildnis, das den weltbekannten Historiker und Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, mit unverkennbarem Hitlergruß und kommunistischer Kampffaust abbildet. Wer auf den ersten Blick glaubt, hier auf eine eigenwillige Interpretation der Fragestellung nach einer berechtigten oder unberechtigten Gleichstellung von Diktaturen zu stoßen, wird durch den beigefügten Text eines Besseren belehrt. Das einstige berüchtigte zentrale Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit, in dem der Vereinsvorsitzende selbst 1965/66 für neun Monate in  Einzelhaft eingesperrt war, wird in unerträglicher, weil verhöhnender Form als „Gedenkstätte eines ehemaligen Haftkrankenhauses“ beschrieben.

IKONE des Antikommunisten? - Foto: LyrAg

IKONE des Antikommunisten?
– Foto: LyrAg

Epigone des Antikommunismus, totaler und rechthaberischer Theoretiker

Unter dem Titel: „Totaler Theoretiker“ heißt in der Bildbeschreibung u.a.:

Das Bild thematisiert die umstrittene „Totalitarismustheorie“, nach der in Wesen und Wirkung alle totalitären politischen Systeme gleich sind. Diese von seriösen Historikern lange widerlegte Theorie wird in Deutschland nur noch von den Epigonen des Antikommunismus als Propaganda verwendet. Das „Gesicht“ dieser noch tief im Kalten Krieg verwurzelten Gruppe ist Hubertus Knabe, der als Direktor die Gedenkstätte eines ehemaligen Haftkrankenhauses der Staatssicherheit der DDR mit unwissenschaftlichen Mitteln zur politischen Einflussnahme missbraucht.“

Und: „Der goldene Heiligenschein verweist auf die rechthaberische Selbstgewissheit der „totalen Theoretiker“.

Die Handstickerei, „Applikationen auf Keilrahmen 2011“ mit den Maßen „120 x 30 cm, 45 x 30 cm, 25 x 30 cm“ zeigt „in Anlehnung an Mattheuers „Jahrhundertschritt“ eine Figur, welche mit dem rechten Arm den Hitlergruß, mit dem linken Arm den Gruß des Rotfrontkampferbundes ausführt.“

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: Gesicht von Hubertus Knabe - Foto: LyrAg

Als Kunst verbrämter Hass auf die Diktatur-Opfer: Gesicht von Hubertus Knabe
– Foto: LyrAg

Der 17.Juni-Vorsitzende ist empört: „Das Bild an sich  – mit dem unverkennbaren und freimütig eingeräumten Gesicht von Hubertus Knabe – ist bereits eine Zumutung, die auch als Kunst an nachvollziehbare Grenzen stößt. Die angefügte „Erklärung“ des „Kunstwerkes“ aber überschreite die Zumutbarkeit und ist nicht von der uns heiligen Meinungsfreiheit gedeckt.“ Hier werde ein  anerkannter Historiker und um die Gedenkstättenkultur verdienter Mensch in „unverschämter Weise und unter Verwendung eindeutiger kommunistischer Injurien diffamiert und öffentlich verächtlich gemacht,“ stellt der Verfolgtenverband aus Berlin in einer heute verbreiteten Erklärung fest. Darüber hinaus sei die Zusammenstellung der Ausstellung in dem Cafe eine bösartige Beleidigung des ausgewiesenen Demokraten Knabe. Dieser werde vor Ort in einen Kontext mit dem NS-Propagandaminister Josef Goebbels, dem einstigen RAF-Anwalt und heutigen  NS-Propagandisten Horst Mahler, der der rechtsextremen NSU zugehörigen Beate Zschäpe und dem libyschen Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi gestellt: „Das ist keine Kunst, das ist Volksverhetzung in Reinkultur und die in der DDR-Diktatur praktizierte Erziehung zum  Hass auf Andersdenkende!“ zitiert der Verein seinen Vorsitzenden.

Tiefgang der einst gepflegten Kultur im führenden Bankhaus

Im Gegensatz zu Knabe künstlerisch verarbeitet: Josef Goebbels Foto: LyrAg

Im Gegensatz zu Knabe künstlerisch verarbeitet:
Josef Goebbels
Foto: LyrAg

Die Hubertus Knabe diffamierende Ausstellung „Konfliktstoff“ des 1975 in „Karl-Marx-Stadt“ (Chemnitz) geborenen Jan Bejšovec soll ab April auch in einer Filiale der Deutschen Bank gezeigt werden. Die Vereinigung 17. Juni fordert die Bank auf, „zumindest die diskriminierende und beleidigende Sequenz über Hubertus Knabe nicht in die geplante Schau zu übernehmen.“ Ohnehin entspräche die Übernahme einer eindeutig kommunistisch geprägten  Ausstellung ausgerechnet durch die Deutsche Bank „einem Tiefgang der einst gepflegten Kultur in dem führenden Bankhaus.“ Der Vereinsvorsitzende ist gelernter Bankkaufmann und hat als Abteilungsleiter für eine große Bank selbst Ausstellungen organisiert.

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Siehe auch „B.Z. am Sonntag„:  http://www.bz-berlin.de/bezirk/friedrichshain/politischer-streit-um-kreuzigungs-kunst-article1819180.html

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