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Stollberg/Hoheneck, 3.02.2014/cw – Der Vorsitzende des (zweiten) Fördervereins Gedenkstätte Hoheneck, Dietrich Hamann (1944) ist „aus gesundheitlichen Gründen“ vom Vorsitz des Vereins zurückgetreten. Dies teilte der Verein heute am frühen Nachmittag mit.

http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/43-wichtige-information-aus-dem-vorstand

In seinem kurzen  Schreiben vom 31,.01.2014 setzte Hamann die Mitglieder des Fördervereins „in Kenntnis, das ich am gestrigen Tag aus gesundheitliche Gründen mein  Amt als Vorsitzender des Vereins niedergelegt habe.“ Er wünsche dem Verein, „dass unser Ziel, die Errichtung einer Gedenkstätte in  Hoheneck, in diesem Jahr Realität wird.

Der im Februar diesen Jahres siebzigjährige Optikermeister hatte sich zunächst an der Gründung des ersten  Fördervereins „Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck“ im September 2011 nach dem Besuch des Bundespräsidenten Christian Wulff aktiv beteiligt. Im Dezember des selben  Jahres trat er nach erheblichem „Druck von Außen“ aus dem jungen Verein aus und gründete im Herbst des Folgejahres den jetzigen Verein.

Hamann hatte bereits im September nach missverständlicher öffentlicher Kritik gegen den für die Gedenkstätte außerordentlich engagierten Bürgermeister Marcel Schmidt seinen Rücktritt angeboten, der aber laut einer gemeinsamen Presseerklärung vom 3.09.2013 vom Vorstand abgelehnt worden war.

Die Vorsitzende des ersten Fördervereins, Tatjana Sterneberg, erklärte zum Rücktritt des einstigen Gründungsmitgliedes ihren tiefen Respekt vor der Entscheidung, dem sie die guten Wünsche ihres Vereins für „die Gesundheit Hamanns“ anschließe. Man sehe dennoch weiterhin  nach vorn, denn das Ziel der Schaffung einer würdigen Gedenkstätte, die diesen Namen auch verdiene, sei „stets unumstrittenes gemeinsames Ziel gewesen,“ sagte Sterneberg. Ihr Verein hoffe nun auf ein bisher „leider behindertes aktives Zusammenwirken, das schließlich am Anfang aller Aktivitäten gestanden“ habe. Es sei an der Zeit, vorhandene Blockaden aufzulösen, um  „gemeinsam ein würdiges Andenken an die Frauen von Hoheneck und ihre Leiden zu verwirklichen.“  Sterneberg: „Wir sollten künftig mit einer Stimme sprechen, das war und das ist unser Ziel.“

V.i.S.d.P.: Verein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V., Tel.: 030-30207778

 

Berlin, 3.02.2014/cw – Ulrich Lenze, Produzent des ZDF-Zweiteilers „Es war nicht alles schlecht in der DDR“ (Zweiter Teil: Dienstag, 4.02., 20:15 Uhr – ZDF) hat jetzt eingeräumt, „leitendes Mitglied der KPD“ gewesen zu sein. Dies bestätigte Lenze jetzt auf Anfrage.

Ausschnitte aus einem SPIEGEL-Interview mit Führungskadern der KPD von 1974

Ausschnitte aus einem SPIEGEL-Interview mit Führungskadern der KPD von 1974

Die Redaktion Hoheneck hatte zuvor in einem Beitrag zu dem ZDF-Film eher vorsichtig die Frage in den Raum gestellt, ob der Produzent Ulrich Lenze mit jenem Mitglied gleichen Namens im  ZK der KPD/AO identisch sei, dies aber gleichzeitig „angesichts der realen Wirklichkeit in der heutigen Republik mit einstigen Aufsteigern aus der  DDR an der Staatsspitze und im Bundestag“ als nicht mehr relevant bezeichnet. So war auch Christian Semler, zwztl. anerkannter Journalist, Gründer und späterer Vorsitzender der maoistisch ausgerichteten  kommunistischen Partei. Er wurde gar am 3.September.2010 durch den polnischen  Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski mit der Dankesmedaille des Europäischen Zentrums der Solidarnosc in Beisein des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert ausgezeichnet. Auch der einstige Bundesminister und Fraktionsvorsitzende der Partei Bündnis90/DIE GRÜNEN, Jürgen Trittin, gehörte bekanntlich dem Kommunistischen Bund Westdeutschland an, was er später distanzierend „als illegal“ einstufte.

Fortsetzung - Ausschnitte aus DER SPIEGEL 1974

Fortsetzung – Ausschnitte aus DER SPIEGEL 1974

Lenze bezog in seiner Stellungnahme eine klare Position: „Die Organisation, der ich angehörte, nannte sich zwar auch kommunistisch, hatte sich aber, wie viele andere kleine Gruppen in der damaligen BRD damals auch, nach dem gewaltsamen Einmarsch der Sowjetunion und anderer Ostblockstaaten in der Tschechoslowakei gebildet. Wir waren nämlich dadurch mehr denn je davon überzeugt, dass die DDR, dass die Verhältnisse im ganzen sogenannten „sozialistischen Lager“ nichts mit unserer Auffassung von „links“ und schon gar nichts mit einer Befreiung des Menschen zu tun hatten. Natürlich unterlagen auch wir und ich schrecklichen Irrtümern damals, aber die DDR als den „besseren deutschen Staat“ habe ich niemals betrachtet. Im Gegenteil.

Zum Film selbst meinte Ulrich Lenze: „dass auch dieser Film … sicher in Vielem recht allgemein, auch zu oberflächlich bleibt,“ wenn man dies unter dem Aspekt der Genauigkeit betrachtet, mit der Menschen, die „die Repressionen des Regimes besonders leidvoll ertragen“ mussten und die „die Verhältnisse tagtäglich beobachtet haben“. Bei allem Bemühen könne ein solcher Film „in der Kürze der Sendezeit nie die ganze Wirklichkeit abbilden.“ Es bleibe „ein subjektiver Blick auf diese.“ Der Titel des Films sei eine Entscheidung des ZDF gewesen. „Der Sender wollte damit auf ironische Weise Aufmerksamkeit auch bei denen erregen, die sich tatsächlich in sogenannter „Ostalgie“ ergehen.“ Nach Meinung des Produzenten sage der Film „glücklichweise etwas anderes aus, als es der Titel vermuten lässt.“

Nach Meinung von Lenze sei „Kritik an dem Film nicht nur gestattet, sondern erwünscht,“ denn nur durch Diskussionen könne man gerade den jüngeren Menschen, „die das alles nur noch vom Hörensagen kennen,“ vielleicht etwas mehr über die Verhältnis in der damaligen DDR erklären. Der Film wollte keine Schönmalerei der DDR sein und ist es nach Meinung des einstigen KPD-Funktionärs und Filmproduzenten  auch nicht.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207785

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