Neustadt a.d. Weinstraße/Berlin, 4.12.2013/cw – Der am Wochenende in  seinem  Amt bestätigte Vorsitzende der UOKG, Rainer Wagner, will sich nun  auch für den Bundesvorsitz der in  die Krise geratenen VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) bewerben. Telefonisch sicherte er jetzt einem VOS-Mitglied auf entsprechende Anfrage zu, dass „er als ein ehemaliger politischer Häftling und aus diesem Grund auch ein langjähriges VOS-Mitglied bereit wäre, den Vorsitz der politisch, moralisch und finanziell angeschlagenen VOS zu übernehmen.“ Berichtet Ralf K. aus NRW in einer Mitteilung im  Internet.

Beobachter der Szene zeigten sich überrascht. Die Führung eines Dachverbandes sei angesichts der vielen Probleme in diversen Vereinen genügend gefordert, um die berechtigten Interessen der Verfolgten der DDR-SED-Diktatur zu vertreten. In Wagners jetzt verkündeten Bereitschaft, auch die Führung der VOS zu übernehmen, sehen auch Mitglieder der UOKG eine Überforderung, die langfristig beide Organisationen mehr schwächen denn stärken würden. Wagner hatte in der Vergangenheit  immer wieder seine Belastung durch die weite Entfernung zwischen seinem theologischen Amts- und Wohnsitz und dem Sitz der UOKG in Berlin betont. Der Theologe steht in Neustadt an der Weinstraße der dortigen pietistisch ausgerichteten Stadtmission vor. Auch sei die „unbezahlte ehrenamtliche Arbeit für einen  so großen Verband“ künftig nicht mehr machbar, so Wagner 2012 auf einer UOKG-Veranstaltung gegenüber dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.

Neben dem jetzigen VOS-Bundesvorstand, der nicht nur wegen Zahlungsforderungen der Rentenversicherung über 100.000 Euro in Bedrängnis geraten  ist, wurden auch gegen Wagner massive Vorwürfe erhoben. Dieser hatte nicht nur Juden als „Knechte Satans“, sondern auch den Islam als erfundene Religion und Mohammed als „falschen Propheten“ bezeichnet. Kritiker empfanden diese verbreiteten Anwürfe gegen andere Religionen als unvereinbar mit den Grundsätzen der UOKG. Wagners Vorgänger Horst Schüler (Hamburg) hatte stets die Distanz des Verbandes gegenüber jedweder extremistischen politischen oder religiösen Richtung betont (nachzulesen auf der Internetseite http://www.uokg.de). Der alte und neue UOKG-Vorsitzende hingegen hatte seine öffentlich vorgetragene, von Vielen als Diffamierung verstandene Kritik an nichtchristlichen Religionen stets theologisch begründet und sich auf die „Religionsfreiheit“ berufen.

Rainer Wagner gab auf Anfrage zu der verbreiteten Absichtserklärung, für die VOS kandidieren zu wollen, keine Erklärung ab.

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