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Teheran/Berlin, 30.11.2013/cw – Reformen im  Iran? Seit der Amtsübernahme durch den neuen Präsidenten Ruhani sind bisher allein  367 Menschen aus politischen Gründen hingerichtet worden, insgesamt bisher 600 Iraner im  laufenden Jahr. Dies teilte vor zwei Tagen die Deutsch-Iranische Gesellschaft Berlin in einer Presse-Information mit. Nach dieser Information sind allein in der Hauptstadt Teheran auch 3000 Gefangene in den Hungerstreik getreten.

Darüber hinaus sollen sich seit dem 1. September mehrere Hundert Exiliranerinnen und Exiliraner in einem unbefristeten Hungerstreik befinden, nachdem das einstige von Exiliranern bewohnte Camp Ashraf bei Bagdad von irakischen Sicherheitskräften  angegriffen wurde. Dieser erneute Angriff soll auf direkten Befehl des irakischen Premiers Al-Maliki auf entsprechenden Druck aus Iran erfolgt sein. „Von den 100 noch dort verbliebenen Bewohnern wurden 52 regelrecht hingerichtet und sieben (sechs Frauen und ein Mann) entführt. Die übrigen 42 Bewohner wurden in das gefängnisartige Camp „Liberty“ verbracht,“ heißt es in der Presse-Mitteilung.

Die Deutsch-Iranische Gesellschaft-Berlin weist wiederholt darauf hin, dass die Geiseln geschützte Personen nach der Vierten Genfer Konvention sind. Die US-Regierung hatte 2004 allen Bewohnern von Ashraf diesen Schutz garantiert. Die hungerstreikenden Exil-Iraner fordern von der US-Regierung, sich an ihre Versprechungen zu halten und sich für die sofortige Freilassung der Geiseln einzusetzen. Ebenso wird die deutsche Bundesregierung aufgefordert, sich mit aktiven politischen Schritten bei der irakischen Regierung für die Freilassung der Geiseln einzusetzen. Die Exilanten wollen ihre Aktionen und ihren Hungerstreik bis zur Freilassung der iranischen Geiseln im Irak fortsetzen.

Seit Wochen demonstrieren immer wieder Exil-Iraner für ihre Forderungen auch am Brandenburger Tor in Berlin. So zeichneten sie am gestrigen Freitag mittels eines Straßentheaters „Szenen der Unterdrückung im Iran“ im Schatten  des Brandenburger Tores nach. Unterstützt wird die Deutsch-Exiliranische Gesellschaft von prominenten Politikern, u.a. der ehemaligen Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth (CDU) und dem ehemaligen EU-Kommissar Günther Verheugen (SPD).

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17.Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Gauting-Unterbrunn/Berlin, 30.11.2013/cw – Nachfolgend veröffentlichen wir gerne den Nachruf des BWV-Bayern auf Jürgen Maruhn. Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.

Jürgen Maruhn war zeit seines Lebens ein kämpferischer Demokrat, der sich – geprägt durch seine frühen Erfahrungen in und mit der DDR – auf verschiedenen Feldern kompromisslos für eine wehrhafte Demokratie, für Pluralismus und gegen den Totalitarismus jeglicher Couleur eingesetzt hat.

Als junger Student war ihm soziale Gerechtigkeit wichtig, deshalb schloss er sich der SPD an. Im SDS wehrte er sich Ende der 50er Jahre heftig gegen das Bestreben der Neo-Marxisten, dort ihr Meinungsmonopol durchzusetzen. Schließlich blieb ihm und den anderen Anhängern des Godesberger Programms nichts anderes übrig, als sich vom SDS zu trennen und einen neuen Studentenverband zu gründen, den Sozialdemokrati-schen Hochschulbund. Er wurde dessen erster Bundesvorsitzender.

In dieser Funktion und später während seines Studiums der Volkswirtschaft in München kam er mit Waldemar von Knoeringen in engen Kontakt. Knoeringen, der der Gerechtigkeit den ersten Rang zuerkannt und sich außerordentlich für eine intensive und realitätsbezogene politische Bildung eingesetzt hatte, hat Jürgen Maruhn beeindruckt und nachhaltig geprägt.

Zunächst arbeitete er einige Jahre in der Bundeszentrale für Politische Bildung in Bonn, dann ging er als Dozent an die Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Hier konnte er lange Jahre sein Wissen einbringen und durch seine engagierte Art sowie durch sein offenes Zugehen auf die Menschen unzählige Teilnehmer überzeugen. Neben seinem Fachgebiet, der Wirtschaft, widmete er sich aber auch anderen Themen, so der Aufarbeitung der Vergangenheit der DDR und der Auseinandersetzung mit der PDS. Eine seiner Zielgruppen waren dabei ehemalige politische Häftlinge.

Neben seiner Arbeit in Tutzing blieb Jürgen Maruhn, als die überwunden geglaubten ideologischen Konflikte in der SPD wieder aufbrachen, aber auch politisch aktiv: Er engagierte sich in München und auf Bundesebene für die Verteidigung des Godesberger Programms. In Zusammenarbeit mit Hans-Jochen Vogel verbreitete er jahrelang Informationen und aktuelle Kommentare über einen großen Verteiler, um den Sozialdemokraten im ganzen Bundesgebiet Argumente zu liefern und ihnen zu zeigen, dass sie in ihrem oft verzweifelten Kampf nicht allein waren.

Als auf Bundesebene der „Seeheimer Kreis“ gebildet wurde, der gegen den Strom des Vulgär-Marxismus den Charakter der SPD als Volkspartei verteidigen will, war Jürgen Maruhn von Anfang an dabei.

Anfang der 70er Jahre war er u.a. neben Hans-Jochen Vogel, Richard Löwenthal und  Heinz Ruhnau Mitverfasser der richtungweisenden Broschüre „Godesberg und die Gegenwart“ und deren Redakteur. Annemarie Renger vertraute ihm vor etlichen Jahren die Redaktion der Zeitschrift „Freiheit und Recht“ an. Dieses Amt übte er sehr kreativ und zuverlässig aus. Die letzte Ausgabe stellte er noch auf dem Krankenbett fertig.

Jürgen Maruhn war ein guter und zuverlässiger Freund. Er war einer, der sich auf die Menschen einließ, und bei dem man sofort wusste, woran man mit ihm war. Klartext war ihm wichtig. Seinen vielen Freunden und Mitstreitern wird er sehr fehlen.

Ernst Eichengrün

Gedenken und Würdigung durch den BWV Bayern

Nachdem die Beisetzung von Jürgen Maruhn im engsten Familienkreis stattfindet, wird der BWV Bayern ihn im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 15.März 2014 in München würdigen und seiner gedenken.

Siehe auch:

http://www.bwv-bayern.org/attachmen/010_BWVBayern%20Report%2068%20Nov%202013.pdf

www.bwv-bayern.org
http://www.seeheimer-oberbayern.de/

Nachtrag (4.12.2013):

Jürgen Maruhn wurde am 2. Dezember im Kreis seiner Familie auf dem Nordfriedhof in München beigesetzt.

Die Seeheimer Oberbayern führen am kommenden  Sonntag, 8. Dezember 2013, um 15 Uhr, eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung durch.

Treffpunkt ist  gegen 14:45 Uhr am Haupteingang des Nordfriedhof München, Ungererstraße 130 (zu erreichen z.B. über U6 Nordfriedhof;(5 min Fußweg). Parkmöglichkeiten sind längs der Ungererstraße und in der seitlichen Crailsheimstraße .

V.i.S.d.P.: Ernst Eichengrün, BWV Bayern

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