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Berlin, 12.11.2013/cw – Der BERLINER KURIER berichtet heute auf der Seite 8 über düstere Aussichten für den einst größten und ältesten Verband der Diktatur-Opfer. Unter dem Titel:  „In zwei Wochen geht das Licht aus“ berichtet das Boulevardblatt über eine drohende Insolvenz des Vereins. Laut KURIER fordert die Rentenversicherung bis zum 27.11. „mehr als 135.000 Euro“ an rückständigen Zahlungen. Nachdem bereits die Landesgeschäftsstelle „Berlin-Brandenburg“ mangels Finanzierung der Miete geschlossen worden war, droht nun auch der Bundesgeschäftsstelle das AUS: „Auch die Bundesgeschäftsstelle im Zoobogen soll geschlossen werden,“ schreibt Marcus Böttcher im KURIER.

Engagiert sich Vera Lengsfeld?

Heute kommen im einstigen Macht-Zentrum der Stasi, dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR, die Chefs mehrerer Landesgliederungen der VOS zu einem Treffen zusammen. Ab 13:00 Uhr sollen in der Ruschestraße im Haus 1 Wege gesucht werden, den Verein  vor dem endgültigen finanziellen Aus und dem drohenden Zerfall zu retten. Ob auch die einstige Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld an dem Treffen teilnehmen wird, stand noch nicht fest. Lengsfeld ist derzeit gewählte Landesvorsitzende der Gliederung Berlin-Brandenburg, wird aber vom umstrittenen Bundesvorstand nicht anerkannt. Der Vorsitzende Hugo Diederich: „Es gibt derzeit keinen Vorstand für Berlin-Brandenburg.“

BERLINER KURIER: "In zwei Wochen geht das Licht aus"

BERLINER KURIER: „In zwei Wochen geht das Licht aus“

Nach Ansicht von Teilnehmern wird das „ein schwerer Gang.“ Denn die Ursache  für die jetzige Existenz-Krise liegen bereits Jahre zurück: Der Verein habe sich nie ernsthaft der Kritik gestellt sondern stets nach dem Motto gehandelt „Weiter so.“ Kritiker seien mundtot gemacht oder gar mit Ausschlussverfahren überzogen worden. Das habe im Verein zur Resignation und, was schlimmer sei, zur „inneren Emigration vieler Mitglieder“ geführt.

Die Aussichten  auf eine Rettung in der jetzigen Konstellation werden  eher skeptisch beurteilt. Auch der im selben Haus beheimatete Dachverband der Opferverbände wird sich aus mehreren Gründen einer versuchten Rettung fernhalten, obwohl der Vorsitzende selbst Mitglied der VOS ist. „Wir mischen uns nicht in die internen Angelegenheiten von Verbänden ein,“ heißt es unisono aus der Dachverbands-Zentrale. Tatsächlich hatte die VOS den Spitzenverband bereits vor fünf Jahren verlassen und der Dachverbandsvorsitzende,  auch VOS-Mitglied, muss sich selbst heftiger Vorwürfe erwehren. Er hatte während des letzten Dachverbandstreffens (in der Rusche- straße) zwei Opfer der SED-Diktatur als „Knechte Satans“ diffamiert. Schriftlich hatte er bereits zuvor pauschal auch Juden in diese Charakterisierung einbezogen. Das VOS-Mitglied will das allerdings einzig aus theologischer Sicht sehen oder gesehen haben.

Schwere Zeiten also für die VOS, die   nicht auf die Hilfe oder Vermittlung des verschmähten und am Konferenzort residierenden Dachverbandes  hoffen kann. Und auf theologischen Zuspruch ihres VOS-Mitgliedes wird sie in der gegebenen Situation wohl freiwillig verzichten.

Letzte Meldung: Vera Lengsfeld nimmt definitiv nicht an der heutigen Konferenz in der Ruschestraße teil. Dies teilte die Bürgerrechtlerin soeben mit (11:15 Uhr).

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207778

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