Stollberg/Hoheneck, 3.09.2013/cw – Die Stadt Stollberg ist heute Vorwürfen entgegengetreten, sie würde die Zusage einer Gedenkstätte im ehemaligen Frauenzuchthaus Hoheneck zugunsten anderer Planungen aufgegeben haben. Der umstrittene, weil u.a. bisher nicht in das Vereinsregister eingetragene Vorstand des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen hatte besonders dem Oberbürgermeister Marcel Schmidt vorgeworfen, sein im Frühjahr gegebenes Wort auf Schaffung einer Gedenkstätte „gebrochen“ zu haben und in  einer verbreiteten Erklärung auch den Rücktritt des Vereinsvorsitzenden des Fördervereins, Dietrich Hamann, aus eben diesem Grund an die Öffentlichkeit gebracht.

Die Erklärung hatte unter den Mitgliedern des Vereins, dessen Auflösung vom derzeitigen  Vorstand betrieben wird, große Unruhe und Empörung ausgelöst. Besonders die Buchautorin Ellen Thiemann, die ehemalige Vorsitzende (bis 2012) Inge Naumann und die Vorsitzende des ersten Fördervereins, Tatjana Sterneberg, hatten den Vorwürfen gegen OB Marcel Schmidt vehement widersprochen und dessen hervorgehobenes Engagement für die Anliegen der einstigen politischen Gefangenen in Hoheneck und der Schaffung einer Gedenkstätte hervorgehoben.

In  einer heute verbreiteten gemeinsamen Presserklärung von Marcel Schmidt und Dietrich Hamann wird nicht nur der Wortbruch bestritten, sondern auch der Rücktritt von Dietrich Hamann widerrufen. In der Erklärung heißt es:

Die Stadt Stollberg stellt hierdurch missverständliche mediale Darstellungen zum Vorhaben, betreffend die vormalige JVA Hoheneck, dahingehend richtig, dass selbstverständlich weiterhin daran festgehalten wird, die Gedenkstätte für die Mahnung an dort stattgefundenes Unrecht durch willkürliche politische Haft während der Zeit der sowjetischen Besatzung und in der DDR so bald als möglich in Betrieb zu setzen. Der konkrete Beginn der Baumaßnahmen soll zeitgleich mit der Sanierung des Nordflügels stattfinden, eine vorläufige Eröffnung könnte möglicherweise noch in diesem Jahr, in jedem Fall zu Beginn des Jahres  2014  zu realisieren sein.

Der Vorstand des Fördervereins erklärt, dass die Differenzen, welche aus den Meldungen von Fernsehen, Presse und Rundfunk für Spannungen zwischen Verein und Stadt sorgten, ausgeräumt wurden. In einem klärenden Gespräch am 28. August 2013, an dem der Oberbürgermeister, Vorstandsmitglieder des Fördervereins, der Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und Vertreter der Politik teilnahmen,  wurden die entstandenen Probleme ausführlich diskutiert und beseitigt.

Jegliche anderen Pressemitteilungen sind nicht mit den Beteiligten dieser Gesprächsrunde abgestimmt worden. Die mit den differenten Medieninformationen im Zusammenhang stehende Rücktrittserklärung des Vorsitzenden wurde vom Vorstand des Fördervereins nicht angenommen. Nach Klärung der Differenzen besteht für den Vorsitzenden des Fördervereins kein Grund mehr zur Aufrechterhaltung der Rücktrittsabsichten.

Marcel Schmidt                                                                       Dietrich Hamann Oberbürgermeister                                                                 Vorsitzender des Fördervereins

Die gemeinsame Erklärung wurde heute Vormittag über die Internetseite des Fördervereins http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/32-gemeinsame-presseerklaerung verbreitet.

V.i.S.d.P.: Redaktion Hoheneck, Berlin, Tel.: 030-30207778