Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

 

       Nr.020                      Förderverein – Info             15. August 2013           

Frauen von Hoheneck kämpfen um  ihren  Verein

Hoheneck/Stollberg, 15.08.2013/cw – Viele ehemalige Frauen von Hoheneck wollen  sich mit dem „ausgerufenen Grabgesang“ um ihren Verein nicht abfinden. Wie berichtet, hatte eine umstrittene „Außerordentliche Versammlung“ am 4. Mai nahe des einstigen berüchtigten DDR-Frauenzuchthauses die Auflösung des einst von Maria Stein gegründeten und von Margot Jann bis 2009 geführten  Vereins beschlossen.

Uns allen rollen die Tränchen runter

Zuvor hatte sich Edda Schönherz unter ebenso fragwürdigen  rechtlichen Grundlagen noch zur neuen Vorsitzenden wählen lassen, nachdem der alte Vorstand nach Vorwürfen gegen die bisherige Vorsitzende seinen Rücktritt erklärt hatte. Zur Auflösung hatte Schönherz vor der Abstimmung laut schriftlicher Aufzeichnung erklärt: „ … uns allen rollen die Tränchen runter….“, was im  Nachhinein große Verbitterung unter den Mitgliedern ausgelöst hatte. Eine Hoheneckerin: „Wenn man schon den Willen hat, die Erinnerung an unsere Leiden an die Wand zu fahren, dann braucht man darüber nicht diesen völlig unangebrachten Spott zu verbreiten.

Vorstand „Testamentsvollstrecker“, Stiftung „Liquidator“

Auch Konstanze Helber verursachte mit ihrem im Stacheldraht, dem Mitteilungsorgan des Dachverbandes UOKG verbreiteten Äußerungen zum Treffen der ehemaligen Hoheneckerinnen Unmut und Empörung. Helber hatte u.a. berichtet, der „neue Vorstand setzt die laufende Arbeit kontinuierlich fort mit allen Kooperationspartnern und erledigt die Abwicklung des Auflösungsbeschlusses“ (Nr. 4, Seite 13). Wie die bisherige Arbeit des Vereins kontinuierlich unter der Erledigung der Abwicklung des Auflösungsbeschlusses fortgesetzt werden soll, bleibt Helbers Geheimnis.

Am Mahnmal für Horst Frank in  Berlin sprachen am 13. August auf ein er Gedenkveranstaltung der CDU die Hoheneckerinnen Birgit Krüger (2.v.r.) und Monika Schneider (1.v.r.) - Foto: LyrAg

Am Mahnmal für Horst Frank in Berlin sprachen am 13. August auf einer Gedenkveranstaltung der CDU die Hoheneckerinnen Birgit Krüger (2.v.r.) und Monika Schneider (1.v.r.) – Foto: LyrAg

Jetzt haben sich Vereinsmitglieder entschlossen, um  ihren Verein zu kämpfen und sich erneut an das Registergericht Darmstadt gewandt. Ziel ist die Existenz-Sicherung des Vereins und die Fortsetzung der „unverzichtbaren  Arbeit angesichts der positiven Entwicklung in Richtung einer immer angestrebten  Gedenkstätte in Hoheneck,“ erklärte Regina Labahn als Sprecherin der Initiative der Hoheneckerinnen. Und Tatjana Sterneberg, die sich zusammen mit Regina Labahn namens der Frauen an das Registergericht gewandt hat, ergänzt: „Wir dürfen unser Schicksal nicht in  die Hände von Menschen legen, die offenbar völlig andere Interessen vertreten, als der bisherige Verein.“ So hatte zur Überraschung vieler Frauen Mechthild Günther den  neuen Vorstand zu „Testamentsvollstreckern“ des Vereins und die Stiftung Aufarbeitung zum „Liquidator“ ausgerufen. Günther war seinerzeit aufgrund einer Amnestie nach ihrer Verurteilung wenige Tage im sogen. „Zugang“ in Hoheneck, bevor sie in die Bundesrepublik entlassen wurde. Günther leitet das Zeitzeugenarchiv in  der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen in Berlin.

Auflöser votierten bereits gegen  die Eintragung ins Register

Sterneberg bezog sich bei ihrer Äußerung wohl auch auf die Akteneinsicht beim Registergericht Darmstadt. Zu ihrem Erstaunen hatte die einstige Hoheneckerin diverse Schreiben, u.a. auch von Helber an das Registergericht vorgefunden, in denen sich die Absender noch 2012 vehement gegen die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister ausgesprochen hatten. Sterneberg: „Es stimmt sehr nachdenklich, wenn ausgerechnet diese Gegner einer Eintragung, die Voraussetzung für diverse staatliche Förderungen ist, jetzt zu den Vorreitern einer Vereinsauflösung gehören.“ Labahn  und Sterneberg sind überzeugt, dass den Mitgliedern diese Zusammenhänge vorenthalten werden, um „ungestört die offensichtlich geplante Torpedierung  jahrzehntelanger Arbeit des Vereins zu verschleiern.“

<<<>>>

Bewegendes WORKUTANER-Treffen in Berlin

Berlin, August 2013/cw – Zu ihrem alljährlichen Treffen unter Leitung des Vorsitzenden Horst Schüler kamen rund dreißig ehemalige Workutaner Anfang August in Berlin  zusammen. Es kam zu bewegenden Begegnungen zwischen den immer weniger werdenden und ins hohe Alter gekommenen einstigen Strafgefangenen und Zeitzeugen der einstigen  „Hölle von Workuta“, einem Zentrum der berüchtigten Straflager in der einstigen UdSSR. Das Treffen wurde wesentlich von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert.            Aufsehen erregte ein  Antrag, aus dem Dachverband UOKG auszutreten, solange dieser einen Vorsitzenden toleriere, der u.a. Juden „als Knechte Satans“ bezeichne.

<<<>>>

Tag des Denkmals erstmals in Hoheneck

Hoheneck/Stollberg, 15.08.2013/cw – Erstmals werden im ehemaligen DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck aus Anlass des bundesweiten Tag des Denkmals am 8. September Führungen angeboten. Wie der (zweite) Förderverein „Gedenkstätte Hoheneck“ mitteilte, sind ab sofort Anmeldungen beim Bürgerservice im Rathaus Stollberg (Tel. 037296-940) möglich, da die Teilnehmerzahl an den jeweiligen  Führungen aus organisatorischen Gründen begrenzt ist.

Vor Ort sollen auch Zeitzeugen  zur Verfügung stehen. Führungen sind zu folgenden Zeiten vorgesehen: 11:00, 11:20, 11:40 Uhr – 14:30, 14:50, 15:10 Uhr – 17:00, 17:20, 17:40 Uhr (Dauer ca. 75 Minuten). Im Anschluss besteht Gelegenheit zu Gesprächen mit Vertretern der BStU-Außenstelle Chemnitz und zur Ansicht eines Dokumentarfilms.

Ausstellung in  Pforzheim

Ausstellung in Pforzheim

 Ausstellung „Der Dunke Ort“

Die Ausstellung „Der Dunkle Ort“ über Schicksale der Frauen von Hoheneck wird vom 25.09. bis 28.10. in Pforzheim (Lichthof, Altes Rathaus) gezeigt. Eröffnung 18:00 Uhr; Einführung: Mechthild Günther, Berlin.

Ab 21.10. (19:00 Uhr) ist die von der Heinrich-Böll-Stiftung geschaffene und von der Bundesstiftung Aufarbeitung geförderte Ausstellung in  Rastatt zu sehen. Einzelheiten lagen bei Redaktionsschluss für diese Ausgabe noch nicht vor.

Letzte Meldung:

Kritik an Sanierungsplan für Hoheneck

Hoheneck, 15.08.2013/ts – Kurz nach Redaktionsschluss erreichte uns die Nachricht über einen  Beitrag im MDR-Sachsenspiegel vom 13.08.2013, in  dem u.a. Siegfried Reiprich eine Finanzierung der Gedenkstätte seitens seiner Stiftung infrage stellt:

http://www.ardmediathek.de/mdr-sachsen/sachsenspiegel/kritik-an-sanierungsplan-fuer-hoheneck?documentId=16470818

Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht auf der Homepage eingeräumt.

     Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen: 

Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00

Erzgebirgssparkasse  

Fordern Sie einen Aufnahmeantrag an: c/o Vorsitzende T.Sterneberg, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Förderverein  BuG e.V., Tel.: 030-30207778

Advertisements