Berlin, 11.08.2013/cw – Neben der offiziösen alljährlichen Gedenkfeier in der Bernauer Straße (10:30 Uhr Gedenkgottesdienst in der Versöhnungskapelle mit Rainer Wagner, Vorsitzender der UOKG und Prediger aus Neustadt an der Weinstraße, anschließend (11:00 Uhr) Kranzniederlegung und Gedenken am „Mahnmal Berliner Mauer“) finden an verschiedenen Orten in Berlin weitere, eher stillere Gedenkfeiern statt.

Gedenken an den Mauerkreuzen am Reichstag

So gestaltet die Vereinigung 17. Juni am 13. August ab 12:00 Uhr an den Gedenkkreuzen für die Mauertoten in der Ebertstraße (gegenüber dem Reichstag) eine „alternative Gedenkfeier“ an die Toten der Mauer. Jeder, der dem Getöse und dem Gedränge   offizieller Veranstaltungen  entgehen möchte, hat hier die Gelegenheit, in „sensitiver Stille des Mauerbaus am 13. August 1961 und seiner schmerzlichen Opfer zu gedenken,“ heißt es dazu in einem Aufruf der Vereinigung.

Einladung der CDU Reinickendorf

Einladung der CDU Reinickendorf

Brücken-Benennung in Reinickendorf

Am selben Tag (Dienstag, 13. August 2013) findet um 17:30 Uhr in der Klemkestraße am dortigen Kreuz eine Gedenkfeier der örtlichen CDU (Reinickendorf) statt. Aus diesem Anlass wird eine der Bahn-Brücken nach dem Mauer-Toten Horst Frank benannt. Zwei Frauen aus dem einstigen berüchtigten Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge, Birgit Krüger und Monika Schneider, werden u.a. als Zeitzeugen vor Ort sprechen. Der Bläserchor der Ev. Johanneskirche wird die Gedenkfeier musikalisch umrahmen.

Horst Frank hatte am 29. April 1962 kurz nach Mitternacht zusammen mit einem Freund versucht, die Mauer in Wilhelmsruh in  der Nähe der dortigen Kleingartenkolonie „Schönholz“ im nördlichen Berlin zu überwinden. Nach Angaben seines Freundes Detlef W., dem die Flucht gelang, brauchten die beiden Männer über vier Stunden, um  unbemerkt die verschiedenen Barrieren, u.a. den an dieser Stelle 80 Meter breiten  Todesstreifen unbemerkt zu überwinden. Horst Frank verfing sich schließlich kurz vor dem letzten Hindernis in einer Stacheldrahtrolle, wurde entdeckt und unter Feuer genommen. Er verstarb gegen 4 Uhr früh im Vokspolizei-Krankenhaus.

Der Weg zum Gedenkkreuz für Horst Frank

Der Weg zum Gedenkkreuz für Horst Frank

Die drei Todesschützen wurden 1995 vom Landgericht Berlin wegen „gemeinsamen Totschlags“ zu Freiheitsstrafen „auf Bewährung“ zwischen 15 und 18 Monaten verurteilt.

Gedenken in  Treptow

Auch im Bezirk Treptow wird am  13. August der Opfer erinnert,  die die Grenzregime an der Grenze zu Neukölln und Kreuzberg verschuldeten. An das letzte Opfer von Gewehrsalven, Chris Goeffroy, wird um 11:30 Uhr der Bürgermeister, Oliver Igel und sein Kollegium erinnern. Ort: Gedenkstele am Britzer Zweigkanal in Höhe der Kleingartenanlage Harmonie.

Erinnerung an die toten Kinder

Für die jüngsten Maueropfer, die 10 bzw. 13jährigen Kinder  Jörg Hartmann und Lothar Schleusener wird der Bezirksverordnetenvorsteher der Bezirksversammlung Treptow-Köpenick,  Siegfried Stock und Kinder aus der Bouché- und Sonnenblumengrundschule ein Gebinde ablegen. Ort: Mahnmal für die Opfer in der Kiefholzstr. (Nähe Dammweg. hinter der Kleingartenanlage Kuckucksheim), 13:00 Uhr.

Mauer-Film im RBB

Am Abend des 13. August sendet der RBB ab 20:15 Uhr die Doku „Geheimsache Mauer – Die Geschichte einer Deutschen Grenze“ in seinem TV-Programm. „Der Film gewährt einen tiefen Einblick in die innere Logik des ‚Systems Mauer‘ und zeigt wie die Grenze funktionierte und was sie war – Symbol und traurige Realität des Kalten Krieges,“ heißt es dazu in der Programmmitteilung des Senders.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785