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Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

             Nr.019                          Förderverein – Info                15. Juli 2013

Aufruf Hohenecker Frauen:

Zukunft bedarf der Erinnerung – Rettet das Vermächtnis

Stollberg/Berlin, 15.07.2013/ts – Wie berichtet, wurde unter rechtlich fragwürdigen  Umständen auf einer umstrittenen „Außerordentlichen Versammlung“ des Vereins „Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen“ am 4. Mai ein Beschluss über die Auflösung des Vereins gefasst, der noch 2011 zu seinem 20jährigen Bestehen den Bundespräsidenten auf Hoheneck begrüßen durfte. Während die Satzung im § 12 eindeutig eine Mehrheit von 75 Prozent für einen Auflösungsbeschluss vorschreibt, stimmten der Auflösung lediglich 17 der anwesenden 20 Mitglieder zu, davon allein 7 Mitglieder des zuvor gewählten neuen Vorstandes.

Die Wiege des Vereins - Ehem. Gaststätte "Hoheneck" von Maria Stein in Lützelbach - Foto: LyrAg

Die Wiege des Vereins – Ehem. Gaststätte „Hoheneck“ von Maria Stein in Lützelbach – Foto: LyrAg

Inzwischen sind sich die Initiatoren der Auflösung ihrer Sache wohl nicht mehr sicher, denn neun Wochen  nach den durchgeführten drei Versammlungen lagen dem zuständigen  Registergericht bis auf die Anmeldung der neuen Vorstandsvertretung weder Protokolle noch Beschlüsse der Versammlung vor. Der noch vom  alten Vorstand bemühte Rechtsanwalt übermittelte dem Gericht allerdings seine Bedenken, ob der Auflösungsbeschluss satzungskonform sei.

Nun haben zwölf Frauen aus dem Verein der ehemaligen  Hoheneckerinnen die Initiative ergriffen und sowohl gegen den Auflösungsbeschluss wie gegen die Wahl des neuen Vorstandes Rechtsmittel eingelegt. In einem Aufruf an ihre Haftkameradinnen heißt es u.a.: „Es geht hier nicht allein um  rechtliche Auseinandersetzungen. Es geht um  das Vermächtnis der 2002 verstorbenen Vereinsgründerin Maria Stein und ihrer verdienten Nachfolgerin Margot Jann, das vor dem Zugriff sachfremd agierender Personen gerettet werden“ müsse. Man empfinde es in diesem Sinn als „kontraproduktiv, wenn sich jetzt Frauen um die Auflösung bemühten, die bereits „aktiv gegen den Antrag auf Eintragung des Vereins beim Registergericht gegen den Willen des seinerzeitigen  Vorstandes“ votiert hätten. Das würden Schreiben u.a. von Constanze H., Sylvia O. und Ute St. in den Registerakten belegen. Mit der Eintragung sollte immerhin die Rechtsfähigkeit des Vereins hergestellt werden, um  an der sich abzeichnenden Gestaltung einer Gedenkstätte im ehem. Frauenzuchthaus mitwirken zu können.

Juli 2013: Das Grab von Maria Stein - Foto: LyrAg

Juli 2013: Das Grab von Maria Stein (Mitte)               Foto: LyrAg

Nicht jene, die gegen die Rechtsfähigkeit und jetzt für die Auflösung votiert haben, vertreten die Interessen des Vereins sondern „jene Frauen, die gegen das Vergessen antreten und das Vermächtnis der andauernden Erinnerung an die Leiden von nahezu 10.000 politisch verfolgter Frauen auf Hoheneck wach halten wollen,“ heißt es in dem Aufruf. „Die Zukunft bedarf der Erinnerung,“ schreiben die Frauen und appellieren an die einstigen Haftkameradinnen, sich der „gemeinsamen Verantwortung für unseren Verein“ zu stellen.

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Weiter Klärungsbedarf in Sachen der Anita G.

Berlin-Hohenschönhausen/Hoheneck, 15.07.2013/cw – In Sachen der vom Hohenecker Boten aufgedeckten „Unstimmigkeiten“ in der Vita der einstigen  Hoheneckerin Anita G. besteht weiter Klärungsbedarf. Die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen hatte auf Anfrage signalisiert, Einblick in die dortigen  Unterlagen zu gewähren, sofern „ein Einverständnis der Betroffenen (Anita G.)“ vorliege. Trotz mehrfacher Bitten wurde dieses Einverständnis nicht erteilt. Die Gedenkstätte war in den Fokus der Aufklärung über die fragliche Vita gekommen, weil die mit der Erfassung von Zeitzeugenberichten befasste Historikerin und vormalige Direktorin Mechthild Günther auf  der Mitgliederversammlung der ehemaligen  Hoheneckerinnen zu den Veröffentlichungen des HB  geäußert hatte, sie kenne die Unterlagen „seit zehn  Jahren.“ Damit hatte Günther missverständlich den Eindruck vermittelt, sie habe gegen die Darstellungen der Anita G. im Gegensatz zu den diskutierten Veröffentlichungen im HB  „keine Bedenken.“ Auf Nachfrage der Redaktion  stellte die Historikerin inzwischen klar:

 Mir sind in diesem Rahmen seit mehreren Jahren auch einige archivische Unterlagen zur Haftgeschichte von Frau G…  bekannt geworden. Allerdings handelt es sich dabei offensichtlich nicht um die unten angeführten  „fraglichen Unterlagen“, die wohl  eine Grundlage  für Ihre Veröffentlichung waren. Nach meiner Kenntnis wurden – unabhängig von der Sammlung der Gedenkstätte –  von mehreren Autoren bisher ausschließlich persönliche Erinnerungsberichte von Frau G…  publiziert.  

Anita G., die in Zwönitz mitsamt des ganzen bisherigen Vorstandes ihren Rücktritt erklärt hatte, schweigt sich allerdings weiter aus. Dabei wäre eine Mitwirkung an der Aufklärung über die tatsächlichen  Abläufe  um ihre damalige Verhaftung und Verurteilung für alle Beteiligten hilfreich. Weniger hilfreich erscheint die fragwürdige Schützenhilfe aus der UOKG, deren Vorstandsmitglied Anita G. nach wie vor ist. Der UOKG-Vorsitzende und in die Kritik geratene Prediger Rainer Wagner bedauerte die der Lüge Bezichtigte als „alte Kameradin Anita G.“, während er den Autor der Veröffentlichung wegen dessen „Verfehlungen“, die dieser „nicht bereue“ freimütig und in der „Pflicht seines kirchlichen Amtes“ als „Knecht Satans“ bezeichnete. Dieser sei „in menschlich unerträglicher Weise gegen andere“ vorgegangen. Zu den behaupteten Lügen und der teilweisen Veröffentlichung aus einer Hakenkreuz-Broschüre (,HB vom 15.06.2013) die in den Unterlagen der Anita G. gefunden wurde, äußerte sich Wagner hingegen  nicht; auch eine Hinterfragung erschien dem theokratisch ausgerichteten Vorsitzenden der UOKG nicht notwendig.

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Aus den Verbänden:

Der UOKG-Vorsitzende Rainer Wagner hat in einer Presseerklärung des Verbandes vom 7. Juli angekündigt, nur im Falle einer notwendigen Förderung des Verbandes erneut für das Amt des „Bundesvorsitzenden“ am 3. November anzutreten: „Wir benötigen die konkrete Aussicht auf institutionelle Förderung. Ansonsten wird die Stimme der Opfer bedeutungsloser werden.“ Es wäre „verantwortungslos, die Aufgaben des Bundesvorsitzenden in der bisherigen Form weiterzuführen.“                                                        <<<>>>

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Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung mussten wir an dieser Stelle einige Sätze aus dem Artikel herausnehmen. Wir haben gegen  die vom Landgericht Berlin erwirkte einstweilige Unterlassung Rechtsmittel eingelegt. Die Redaktion, 8.09.2013

und nachmalige Gründer eines „DDR-Opfer-Hilfe“-Vereins und eines „BSV- Landesverband Sachsen“ will am 16. Juli als „studentischer Aktivist in der Oppositionsbewegung von 1989/90“ auf einem Podium der ehrwürdigen Katholischen Universität Eichstätt bei Ingolstadt in Bayern auftreten.

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Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (>Förderverein und/oder > Hohenecker Bote) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht bis zur Einrichtung einer eigenen Homepage auf ihrer Seite eingeräumt. Fotos/Dokumente dieser Ausgabe nur im Internet.             © 2013 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck e.V., verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

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