Sandmann, lieber Sandmann …

Eichstätt/Berlin, 13.07.2013/vos – Der Sandmann kam jeden Abend in die Kinderstuben im weiland geteilten Deutschland, um den lieben Kleinen nach einer kindgerechten Erzählung endlich Sand in die Augen zu streuen, um die kleinen Racker zum Schlafen zu bringen.

Kennen Sie Hochstapler Felix Krull? Lesenswert.

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Der Sandmann war so beliebt, daß er gleich zweimal erfunden wurde, um dem bösen Klassenfeind nicht den Einbruch in die erwünschten Vorstellungsbilder der Kinderstube zu ermöglichen. Da passt durchaus eine Veranstaltungsankündigung „Zwischen Sandmännchen und Stasi“, denn die zweitgenannte Institution wachte bekanntermaßen als Schutzschild und Schwert der Partei auch über die richtige ideologische Dosierung von Informationen oder einschläfernden Sandkörnern.
Die Katholische Universität Eichstätt möchte also am 16. Juli, von 19:15 – 21:15 Uhr, unter vorgenannter Themenstellung untersuchen „Was bleibt, was darf nicht, was soll von der DDR bleiben?“ Eine durchaus interessante und verdienstvolle Themenwahl einer katholischen Fakultät im glücklichen Bayern, einem Land, das bis auf seine Grenzen zu Thüringen im Bewusstsein der Mehrzahl seiner Bevölkerung weit ab von den Bedrängnissen der DDR-Bevölkerung in glücklicher Zufriedenheit leben durfte.

Mit dem verdienten UOKG-Veteranen und ehemaligen politischen Häftling Hans-Peter Schudt hat sich die Universität auch einen prädestinierten Zeitzeugen auf das beabsichtigte Podium geladen. Auch Dr. Marcus Ventzke und Sabine Lindau mögen als ehemalige DDR-Bürger durch ihre Erinnerungen an den TV-Sandmann und vielleicht auch an die Sandmänner der Partei ihren Podiumsplatz zu Recht einnehmen.
Ein weiterer Podiums-Teilnehmer hingegen dürfte Fragen aufwerfen.

Allein mit seiner angegebenen Qualifikation als „studentischer Aktivist in der Oppositionsbewegung 1989/90“ scheint er nicht nur dem Veranstalter thematisch durchaus angemessen Sand in die Augen streuen zu wollen. Anders jedenfalls lässt sich die in der Tat dubiose Rolle des ebenfalls für das Podium der angesehenen Universität ausersehenen Ronald Lässig nicht umschreiben. Lässig war in der Umbruchzeit nicht Student, …

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Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung mussten wir an dieser Stelle einige Sätze aus dem Artikel herausnehmen. Wir haben gegen  die vom Landgericht Berlin erwirkte einstweilige Unterlassung Rechtsmittel eingelegt. Die Redaktion, 8.09.2013

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Zuvor war er durch Wahl-Manipulationen bei seiner ersten Wahl zum VOS-Vize unangenehm aufgefallen und hatte die Generalversammlung der „Vereinigung der Opfer des Stalinismus“ dreist angelogen, als er versicherte, alle Prozesse gegen den Sender MDR wegen seiner Kündigung „gewonnen“ zu haben. Ein halbes Jahr vor dieser Versicherung war ihm das letztinstanzliche Urteil des BAG zugestellt worden, nachdem die Kündigung durch den Öffentlich-Rechtlichen Sender für rechtens erklärt worden war.

Sicherung der Kompetenz? Dubioser Lässig-Verein in Sachsen.

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Ronald Lässig hatte nach MDR-Vorwürfen im Wahlkampf 2004 seinem SPD-Landesvorsitzenden durch die Fälschung einer Nachricht schaden wollen, die Sand-Streu-Aktion war aber vorzeitig aufgeflogen. Auch späterhin versuchte der „reporter“ (unter diesem Rubrum schreibt er unter anderem auf der Seite der Bundes-SPD im Internet), mit vorgeblichen Tatsachen zu reüssieren. So ließ er sich von dem Chefredakteur eines Privatsenders ein Gefälligkeitspapier ausstellen, mittels dessen er von seinem Vorgänger in der VOS 12.000 Euro entgangenen Honorars einklagen wollte. Dumm nur, was sich später herausstellte: Der einstige Chefredakteur war früher Kollege von Lässig im MDR und von diesem Sender ebenfalls wegen Fälschung einer Nachricht gefeuert und später sogar strafrechtlich verurteilt worden. Mittlerweile betreiben Beide als Vorstände den nach dem VOS-Fiasko 2012 gegründeten Verein „DDR-Opfer-Hilfe“, um vermutlich auf diesem Weg Gelder zu akquirieren, die ihnen anderswo versagt bleiben. Der Verein gibt als Büro-Adresse ein mittleres Hochhaus in Berlin an und berät, mangels eines existenten Büros nachfragende Bürger (nach telefonischer Absprache) eben in der Eingangshalle des Komplexes.

Alles das hinderte die Schauspielerin und weiteren Podiumsgast auf der Eichstätter Bühne, Ellen Rappus-Eichberg, nicht, ihren guten Namen für den Vorstand des Vereins missbrauchen zu lassen. Rappus-Eichberg war bis 1988 durch Engagements im Fernsehen und auf den Bühnen der DDR gut im Geschäft. Wie viele andere auch entdeckte sie in der Umbruchzeit ihr Herz für die „Opposition“ und wollte ausreisen. Nach einer Schamfrist, während der ihr weitere Engagements durch die DDR-Klomentatur verweigert wurden, durfte sie die DDR verlassen. Rappus-Eichberg ist also nicht einzig, die im Nachhinein eine Opferrolle beklagt, aber wenigstens soviel Anstand hat, für das Podium den Begriff „Opfer“ in Anführung zu setzen (oder setzen zu lassen).

Vertretung der Opfer …            Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung mussten wir an dieser Stelle den an dieser Stelle eingesetzten Ausdruck von der Homepage der SLM aus dem Artikel herausnehmen. Wir haben gegen  die vom Landgericht Berlin erwirkte einstweilige Unterlassung Rechtsmittel eingelegt. Die Redaktion, 8.09.2013

Ein weiterer „neuer“ Verein wurde von Lässig & Co. unter dem Namen „BSV, Landesverband Sachsen“ gegründet. Die angegebene Adresse in Dresden stellt sich ebenso vor Ort als fragwürdig heraus. Auch hier gibt es keinen Hinweis, der auf den Sitz eines Vereins hindeutet; auch Mietern ist dieser Verein auf Befragen „völlig unbekannt“. Ob auch dieser Verein der Finanzakquirierung oder der Sicherstellung von Lässigs Ehren-Job in der Grundsatzabteilung der SLM (Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien) dienen soll, ist nicht bekannt. Lässig vertritt dort (nach seinem Ausscheiden aus der VOS) die „Opfer des Nationalsozialismus und des Kommunismus“.

Offenbar hat Ronald Lässig die Thematik, die den Sandmann unbeabsichtigt in den Mittelpunkt der Veranstaltung rückte, gründlich missverstanden. Der Vorsitzende der dubiosen „DDR-Opfer-Hilfe“ will wohl weniger aufklären, als den Anwesenden und der Öffentlichkeit weiterhin Sand in die Augen zu streuen. Der einstige „Mitarbeiter der TAGESSCHAU“ (lässige Angaben gegenüber der VOS) betreibt in diesem Sinn seit einiger Zeit recht umtriebig zahlreiche Blogs unter griffigen Namen wie „MDR TV“, MDR Nachrichten“ etc. Dort gibt er u.a. Artikel wieder, die er zuvor auch in sogen. „Bürgerzeitungen“, natürlich unter Verwendung fremder Namen platziert hat. Die „Quellen-Angaben“ sollen die Seriosität der übermittelten Artikel belegen. Wenn man diese oder jene Quelle anklickt: Fehlanzeige.

Man ist halt geübt im Sand-In-die-Augen-Streuen. Und damit passt man dann wieder lässig auf ein Podium, dass sich mit „Sandmann & Co.“ befasst. „Sandmann, lieber Sandmann…“. So dann lieber doch nicht.

Volker Otto Senneberg

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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