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München, 30.07.2013/cw – Der Bayerische Rundfunk strahlte heute im Rahmen seiner Sendereihe „Notizbuch“ im zweiten  Hörfunkprogramm ein  Gespräch mit der ehemaligen  Ostberlinerin Tatjana Sterneberg aus.

Die ehemalige Insassin des DDR-Frauenzuchthauses (1973 – 1976) hatte den aus Neapel stammenden Italiener bei dessen Besuch im  Ostteil der geteilten Stadt kennengelernt. Antonio hatte sich sofort in Tatjana verliebt. Nach einem Jahr waren die junge  Leute sich einig: Man wollte heiraten, im Westen eine Zukunft aufbauen.

Nach der Antragstellung auf Ausreise schaltete sich die Stasi ein. Zeitweise waren elf IM der Stasi auf das verliebte Paar angesetzt, unter diesen ein  Kollege, dem Tatjana vertraute und der schließlich die entscheidenden Hinweise gab. Die junge Hotelfachfrau wurde am Abend des 7. November 1973 in ihrer Wohnung verhaftet. Antonio wurde am Checkpoint durch einen menschlichen Vopo gewarnt: „Reisen Sie heute nicht ein!“ Er konnte diesen Hinweis nicht deuten, wurde festgenommen.

Nach einer sechsmonatigen Tortur in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Pankow schließlich das Urteil: Antonio erhielt sechs Jahre, Tatjana viereinhalb Jahre Haft. Gegen den Rat von Rechtsanwalt Wolfgang Vogel legte Tatjana Berufung ein; die Strafe wurde leicht reduziert: viereinhalb Jahre und drei Jahre, acht Monate. Tatjana kam nach Hoheneck, Antonio nach Rummelsburg.

In dem sensiblen und eindrücklichen Beitrag der BR-Journalistin Gabriele Knetsch werden die verschiedenen Stationen des Liebespaares nachgezeichnet, Haft, Entlassung, Heirat, Geburt des Sohnes Sandro. Das Glück währte nur kurz. Die schreckliche Vergangenheit holte beide immer wieder ein, führte zur Trennung. Antonio verweigerte sich jedem Gespräch. Verdrängung bis zu seinem qualvollen Tod im  Jahre 2006 nach schwerer Krankheit infolge der erlittenen Haft.

Tatjana Sternebergs Credo heute: „Wer, wenn nicht wir können über Erfahrungen in der DDR und deren  Gefängnisse berichten – gegen Verklärung und Vergessen.“

Bayrischer Rundfunk / eingestellt hier:

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/notizbuch/republikflucht-liebe-ddr-100.html

oder:

http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_H1S/_-0S/_2Nc5yFf/130730_1005_Notizbuch_Republikflucht-fuer-die-Liebe—Die-Geschic.mp3

V.i.S.d.P.: Redaktion „Hohenecker Bote“, Berlin, Tel.: 030-30207778

Wichtiger Sendehinweis: 

Heute, 30.07.2013, 21:00 Uhr: FRONTAL 21 im ZDF

Wiederaufnahme im  Fall Gustl Mollath abgelehnt!

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1951722/Vorschau-Frontal21-am-30.-Juli-2013#/beitrag/video/1951722/Vorschau-Frontal21-am-30.-Juli-2013

Trügerische Idylle: Vor dem Haupteingang zum Bezirkskrankenhaus in  Bayreuth am vergangenen Wochenende. Für Gustl Mollath erneuit ein  Wochende zu viel... - Foto: LyrAg

Selbst der Himmel weint: Trügerische Idylle vor dem Haupteingang zum Bezirkskrankenhaus in Bayreuth am vergangenen Wochenende. Für Gustl Mollath erneut ein Wochende zu viel in der Psychiatrie… (Ein Bericht über die Demo in  Nürnberg folgt.) – Foto: LyrAg

 

Von Frank Auer

Berlin, 25.07.2013/fa – Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat ein Verbot von Symbolen und Organisationen, die an das Unrechtsregime der damaligen DDR erinnern, abgelehnt. Die BZ und andere Tageszeitungen haben dieser Tage darüber berichtet. Die Ablehnung wird damit begründet, dass man das Unrechtsystem der DDR nicht mit den Gräueltaten der NS-Diktatur gleichsetzen kann. Dabei lassen sich diese Diktaturen sehr wohl vergleichen. Denn auch in dieser Diktatur ist gefoltert, unterdrückt, getötet und gedemütigt worden.

Vor dem Denkmal an die NS-Opfer der Roma und Sinti am Berliner Reichstag: Unerträgliche Provokation - Wie lange noch? - Foto: LyrAg 24.07.2012

Vor dem Denkmal an die NS-Opfer der Roma und Sinti und unweit der Mauerkreuze am Berliner Reichstag: Unerträgliche Provokation – Wie lange noch? – Foto: LyrAg – 24.07.2012

Unschuldige Menschen sind in den Zuchthäusern von Hoheneck, Cottbus, Bautzen und anderswo eingesperrt worden. Nur weil diese eine andere Meinung hatten oder die damalige DDR verlassen wollten, um freie Menschen zu sein. In den o. g. Zuchthäusern wurden die Häftlinge mit Schlafentzug, Psychopharmaka, Medikamentenmissbrauch und Nahrungsentzug gefoltert. Sie mussten Zwangsarbeit verrichten und sind in Nass- und Dunkelzellen gesperrt worden. Müttern hat man die Kinder weggenommen und der Staat hat diese zwangsadoptiert.

Diese Opfer leiden heute noch an den seelischen Folgen ihrer unmenschlichen und qualvollen zu Unrecht erlittenen Haft. Das Zuschaustellen von DDR-Symbolen, wie z. B. DDR-Fahnen und NVA-Uniformen, teilweise auch mit Waffen, lösen immer wieder schmerzhafte seelische Wunden aus.  Jetzt ziehen diese Verharmloser bereits provokativ vor Mahnmalen der NS-Diktatur auf (siehe Foto).

Meine Frage: Hat Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sich einmal die Zeit  genommen, sich umfangreich über die Gräueltaten des SED-Regimes zu informieren? Wahrscheinlich nein. Frau Leutheusser-Schnarrenberger, ich empfehle ihnen hier einmal drei Bücher: „Stell dich mit den Schergen gut„; „Der Feind an meiner Seite“ sowie „Wo sind die Toten von Hoheneck?„. Wer diese drei Bücher von Ellen Thiemann gelesen hat, weiß fast alles über das menschenverachtende Regime der damaligen Zeit.

Gerade als Bundesministerin sollte man sich erst einmal umfassend mit einer Thematik beschäftigen, bevor man sich dazu äußert. Denn für die Opfer sind diese Äußerungen, wie das Zeigen von DDR-Symbolen in der Öfentlichkeit, eine tägliche Provokation.

Ich bedaure zutiefst, dass  die zweite deutsche Diktatur nach wie vor verharmlost wird. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass diese Position und Haltung endlich überdacht wird. Auch von der Bundesjustizministerin.

V.i.S.d.P.: Frank Auer; Redaktion: Vereinigung (AK) 17 Juni 1953 e.V., Tel.:030-30207785

Stollberg/Erzgebirge, 22.07.2013/cw – Das einstige Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg ist erneut verkauft worden. Die Stadt Stollberg, in deren Gemeinde der Ortsteil Hoheneck liegt, hat bereits am 10. Juli den notariellen  Kaufvertrag unterschrieben. Dies teilte der (zweite) Förderverein  Hoheneck aktuell auf seiner Homepage mit

(http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/28-kaufvertrag-unterschrieben).

Im Gespräch war seinerzeit ein Kaufpreis von 160.000 Euro. Allerdings hat sich die Stadt, deren Oberbürgermeister Marcel Schmidt den Kaufvertrag für die Kommune unterschrieb, eine Rücktrittsklausel für den Fall vorbehalten, das die Fördermittel für das Projekt ausbleiben oder nicht in der erforderlichen Höhe beschlossen werden. Gefordert ist hier zunächst der Freistaat Sachsen. Der Bund hatte bereits früher für diesen Fall eine fünfzigprozentige Förderung in Aussicht gestellt.

Einstiger trister Ausblick für die politischen Gefangenen von Hoheneck - Foto: LyrAg

Einstiger trister Ausblick für die politischen Gefangenen von Hoheneck – Foto: LyrAg

Die Artemis GmbH. in Chemnitz hatte das Gelände nach der Jahrtausendwende für einen  Symbolpreis von 5.000 Euro vom Freistaat Sachsen erworben. Der Eigentümer Bernhard Freiberger wollte seinerzeit u.a. „Erlebnistage im Frauenknast“ organisieren, was schließlich am heftigen Widerstand der ehemaligen Frauen von Hoheneck unter Führung der seinerzeitigen Vorsitzenden Margot Jann scheiterte.

Für Bernhard Freiberger beendet der Verkauf letztlich ein endloses und finanziell entgegen den ursprünglichen Erwartungen wenig lukratives Engagement. Noch vor wenigen Jahren wollte er das Areal für sage und schreibe 16 Millionen Euro veräußern, allerdings vergeblich.

Durch den Besuch des seinerzeitigen Bundespräsidenten Christian Wulff im Mai 2011 war Bewegung in das Projekt einer Gedenkstätte gekommen. Nachdem der Präsident sich klar für ein ehrenvolles Gedenken vor Ort ausgesprochen  hatte, wurde spontan noch im selben Jahr von ehemaligen Hoheneckerinnen ein  Förderverein „Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck (BuG)“ gegründet. Bereits im  Herbst hatte der Verein nach vielen Gesprächen, u.a. mit dem bisherigen Eigentümer  und der Stadt ein  vielbeachtetes erstes Konzept für die Zukunftsgestaltung vorgelegt, das bis hinein in den Sächsischen  Landtag Beachtung fand und Furore machte. Der Landtag beschloss im  Jahr darauf die Aufnahme von Hoheneck in die Förderung der Sächsischen Gedenkstätten, womit eine wichtige Voraussetzung, gleichsam eine erste Hürde für die Zukunftsgestaltung des einstigen „Weiberzuchthauses“ genommen  wurde.

Der Leidensweg begann mit den durch SMT verurteilten Frauen, die 1950 aus dem einstige  NS-KZ Sachsenhausen nach Hoheneck verlegt wurden. Foto: Archiv

Der Leidensweg begann mit den durch SMT verurteilten Frauen, die 1950 aus dem einstigen NS- und von den Sowjets fortgeführten KZ Sachsenhausen nach Hoheneck verlegt wurden. Foto: Archiv

Durch bedauernswerte Intrigen, die sich vornehmlich gegen  den Förderverein BuG richteten und später auch den Verein „Frauenkreis der ehemalige Hoheneckerinnen“ erfassten, der letztlich im  Mai diesen Jahres sogar seine allerdings umstrittene „Auflösung“ beschloss, gerieten die Gespräche und Verhandlungen zunächst ins Stocken. Ein mit entsprechender Unterstützung durch den Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten im  Herbst 2012 gegründeter weiterer Förderverein wurde schließlich vor Ort aktiv.

Die Vorsitzende des (ersten) Fördervereins BuG, Tatjana Sterneberg, selbst einstige Insassin des Frauenzuchthauses, lobte in einer ersten Stellungnahme das „unvergleichliche persönliche und politische Engagement“ des Stollberger Oberbürgermeisters Marcel Schmidt. Ohne ihn wäre „kaum  oder gar keine Bewegung“ in das Projekt gekommen. Dieses Beispiel zeige einmal mehr, wie sehr „Politiker vor Ort“ Einfluss in wichtigen Angelegenheiten einer Kommune nehmen könnten, wobei der Zukunftsgestaltung des Areals „fraglos eine überörtliche, wenn nicht gar gesamtstaatliche Bedeutung“ zukäme, sagte Sternberg.

Zum Thema siehe auch:

http://www.zeit.de/2011/42/S-Schloss-Hoheneck

V.i.S.d.P.: Förderverein BuG e.V. / Redaktion „Hohenecker Bote,  Tel.: 030-30207778

D A N K E !

Ihr hattet kein  Volk –

Wir hatten keine Führung.

Die Tragik von zwei gescheiterten Aufständen, ohne die wir dennoch heute keinen Bestand hätten.

Wir verneigen  uns vor dem Mut, vor der Bereitschaft, Euer Leben für unser Land, für unser Volk, für Recht und Freiheit einzusetzen.

VEREINIGUNG (AK) 17. JUNI 1953 e.V.

Nürnberg, 18.07.2013/cw – Die Organisatoren der Kundgebung für den seit Jahren unter dubiosen Begründungen in der Psychiatrie in Bayern eingesperrten Gustl Mollath haben in einem neuerlichen Aufruf sowie einer Plakataktion an alle Demokraten appelliert, an der Kundgebung am Samstag, 27. Juli 2013, 14:00 – 16:30 Uhr in Nürnberg, Am Kornmarkt teilzunehmen.

In dem Aufruf wird auch darauf hingewiesen, das die Kundgebung auch dann durchgeführt wird, „wenn Gustl Mollath auf Grund des nicht nachlassenden Drucks der Öffentlichkeit und der nach sieben Jahren von den verantwortlichen Unverantwortlichen endlich erkannten Nichtaussitzbarkeit dieses Problems von den Mächtigen „vorzeitig“ entlassen werden sollte. Denn die vielen namenlosen – von Experten geschätzten – bis zu 50 % unschuldig in psychiatrischen Anstalten Einsitzenden dürfen nicht in Vergessenheit geraten.“

Plakativer Aufruf

Plakativer Aufruf

Auch Pop-Ikone Nina Hagen protestiert

Neben anderen Prominenten aus Politik, Medizin und Menschenrechtsinitiativen wird auch Nina Hagen an der Protestkundgebung teilnehmen. Die bekannte Pop-Diva konnte nach einer Mitteilung des  „Menschenrechtsforum Gustl Mollath“ in Nürnberg als Unterstützerin gewonnen werden.

Auf der Kundgebung werden nach bisherigen  Bekanntmachungen  sprechen:

Dr. Wilhelm Schötterer, früherer oberster bayerischer Steuerfahnder; Dr. med. Friedrich Weinberger, Psychiatrischer Gutachter Gustl Mollaths und Vorsitzender der Walter- von-Bayer-Gesellschaft für Ethik und Psychiatrie in Garmisch-Partenkirchen; Florian Streibl, MdL, Parlamentarischer Geschäftsführer der FREIEN WÄHLER im Bayerischen Landtag; Dr. Martin Runge, MDL, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Bayerischen Landtag und Prof. Dr. Peter Paul Gantzer, MdL/SPD.

Aktuelle Informationen über den Stand der Vorbereitung zur Großkundgebung am 27. Juli werden von dem „Menschenrechtsforum Gustl Mollath“ hier veröffentlicht:
http://www.nuernbergwiki.de/index.php/Menschenrechtsforum_Gustl_Mollath

Die Vereinigung 17. Juni in Berlin unterstützt die Forderungen auf sofortige Freilassung und eine Wiederaufnahme des gerichtlichen Verfahrens.

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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