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rbb: 2.Juni 2013, 18:30 Uhr – Heinz Grünhagen –    Der 17. Juni in  Strausberg

Theodor – Geschichte(n) aus der Mark

Der 17. Juni 1953 in der DDR – Spurensuche in Brandenburger Städten und Dörfern: * Brandenburg an der Havel: Brennpunkt des Volksaufstands * Jessen: Bauern befreien Inhaftierte * Eisenhüttenstadt: Bauarbeiter gegen Hochöfner? * Frankfurt (Oder): Ein Comic zum Marsch der Hennigsdorfer * Straußberg: Heinz Grünhagen – Porträt eines Streikführers Moderation: Gerald Meyer

THEODOR zeigt kleine Porträts und Reportagen, Hintergründiges zu allem, was die Zuschauer in den brandenburgischen Regionen vom Elbe-Elster-Land bis zur Uckermark bewegt.

Gerald Meyer

Heinz Grünhagen war Streikführer am 17. Juni 1953 in Strausberg. Aus Protest gegen „Normerhöhungen“ und die miserablen wirtschaftlichen Bedingungen wollte er mit vielen Strausberger Baustellen-Kollegen spontan zu den Kundgebungen nach Berlin fahren.

Weil die Straßen gesperrt waren, kehrten sie um. Trotzdem büßte Heinz Grünhagen die Aktion nach einem Schauprozess mit fünf Jahren Haft, erlebte weder Geburt seiner Tochter noch die Beisetzung des Vaters.

Jahrzehnte später, nach der Wende, setzte er sich für Aufarbeitung und Gedenken ein. Dank dieses Engagements steht heute ein Gedenkstein in Strausberg. Heinz Grünhagen war dennoch nicht unumstritten. Zu polarisierend war sein Auftreten, zu verbittert erschien er vielen Menschen. Im Juli 2012 starb Heinz Grünhagen.

Autor: Michael Nowak

V.i.S.d.P.: http://www.rbb-online.de/theodor/archiv/theodor_vom_02_06/streikfuehrer_heinz.html

Bautzen/Berlin, 1.06.2013/cw – Mit der Wahl  von Alexander Latotzky zum Vorsitzenden des bis dato renommierten Bautzen-Komitees (wir berichteten) gerät dessen Umgang mit Grundsätzen und Spielregeln  der Demokratie ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Latotzky betätigt sich als Web-Master für diverse Seiten von Vereinen im  Internet und macht dort regen Gebrauch von der Möglichkeit, nur ihm genehme Äußerungen zuzulassen. Dabei wird dann auch schon mal der Nachruf auf eine plötzlich verstorbene ehemalige Hoheneckerin und Buchautorin ebenso verweigert wie Berichte über die Buchvorstellung einer bekannten Journalistin über das einstige  DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck. Hintergrund: Beide Frauen gehören bzw. gehörten zu den kritischen Begleitern der Aufarbeitung in und um Hoheneck. In diesem Zusammenhang hatten  sie auch mehrfach Kritik an Latotzky vorgetragen.

Für das nun von Latotzky geführte Bautzen-Komitee bietet sich ein ähnliches Bild. Auf der Homepage des Vereins bietet der Webmaster Latotzky ein Gästebuch an und vermerkt u.a.:

Ihre Beiträge können Sie direkt und ohne eine Möglichkeit der Einflussnahme durch die Redaktion ins Gästebuch stellen. Der Inhalt der Einträge wird daher von der Redaktion auch nicht verantwortet, verantwortlich dafür sind ausschließlich Sie selbst!“ Gleich danach stellt er seine eigenen Ausführungen ad absurdum: „Die Redaktion behält sich jedoch vor, Beiträge, die nicht mit dem Thema dieser Website in Zusammenhang stehen oder solche mit beleidigendem oder erkennbar strafbarem Inhalt durch den Webmaster entfernen zu lassen.“ Und: „Wir sind gegen Zensur, bieten jedoch auf unserer Webseite kein Publikationsforumfür derartige Ansichten an.“ http://www.bautzen-komitee.de/Dgastbuch.htm

Wir sind gegen Zensur, bieten  aber kein Publikationsforum für derartige Ansichten an. Aha, möchte man konstatieren. Der Unterschied zwischen strafbaren Äußerungen und Ansichten scheint dem Webmaster des Bautzen-Komitees wohl nicht geläufig zu sein.

Nachdem einige langjährige Mitglieder nach den Wahlen angekündigt hatten, den Verein unter Protest zu verlassen, ist dem bisherigen  Vorsitzenden Harald Möller bereits ein Austrittsschreiben übermittelt worden. Der etwas blauäugige Versuch, dieses Schreiben  im Gästebuch des Vereins zu veröffentlichen („Ihre Beiträge können Sie direkt und ohne eine Möglichkeit der Einflussnahme durch die Redaktion ins Gästebuch stellen.“) stieß nach dem Eintrag auf folgenden bemerkenswerten Hinweis:

Vielen Dank für Ihren Eintrag im Gästebuch. Aus gesetzlichen Gründen bin ich verpflichtet, die Gästebucheinträge vor der Veröffentlichung zu überpüfen. Desswegen wird Ihr Gästebucheintrag zuerst kontrolliert und in den nächsten Tagen veröffentlicht.“ (Hinweis: Die Fehler wurden original übernommen.)
http://www.yasp.ch/Runtime/guestbook.aspx?action=add&yaspid=d4002d2f

Da der Eintrag nach den Maßstäben des „Großen Vorsitzenden“ die Überprüfung kaum überstehen dürfte, veröffentlichen wir das Schreiben unwesentlich gekürzt (…) nachfolgend:

„Lieber Kamerad Möller,

zunächst einmal bedanke ich mich herzlich für Deinen unermüdlichen Einsatz für unsere Sache und unsere jahrelange freundschaftliche Zusammenarbeit …

Wenn  ich mich nun  veranlasst sehe, aus dem BK auszutreten, so bitte ich Dich um Verständnis. Es ist mir nicht möglich, einem Verein  anzugehören, der trotz seiner ehrenvollen und langen Tradition und seiner respektablen Vorsitzenden nun mehr eine Person zum Vorsitzenden wählt, die vor allem in anderen Verbänden durch Intrigen, Zersetzung und andere wohl durch die Mutter erlernte oder abgeschaute Eigenschaften nur den eigenen Vorteil im Auge hatte und hat und niemals … das Wohl der Kameraden. … Da der neue Vorsitzende bereits in  der Vergangenheit in seiner Vorstandsfunktion Vereinen darüber hinaus auch finanziellen Schaden zugefügt hat, möchte ich mich als Vereinsmitglied nicht an einem zu erwartenden Desaster beteiligen.

Mit Betroffenheit nehme ich zur Kenntnis, das nun  auch der Verfolgungs- und Stasi-Opfer-Verein  Bautzen-Komitee in die Führungshand einer entsprechenden Nachkommenschaft der Täter-Generation geraten ist. Das kann nicht im  Interesse der einstigen  Kämpfer gegen  Unrecht und diktatorische Gewalt liegen.

Ein weiterer Grund für meinen  sofortigen  Austritt liegt in der offenbaren Vereinsmitgliedschaft von Anita Goßler, die offensichtlich nur durch ihre Behauptung, daß ihr Freund 1953 in Bautzen ums Leben gekommen sei, Mitglied werden konnte. Nachdem diese ungeheure, alle Mitglieder und Verfolgten beleidigende Lüge aufgedeckt werden konnte, empfinde ich die Anwesenheit einer solchen Person auf der Mitgliederversammlung des BK als zusätzlichen Affront.  Auch wenn die Anwesenheit und Mitgliedschaft derartiger Personen sich nunmehr nahtlos in die neue Spitzenführung des Vereins einzupassen scheint.

Vielleicht ist es ja auch Deiner Aufmerksamkeit als (nunmehr) ehemaliger Vorsitzender entgangen, dass Anita Goßler eben wegen dieser Vorwürfe bzw. nachgewiesenen Lügen ihren Vorsitz im Frauenkreis der ehem. Hoheneckerinnen zur Verfügung stellen mußte. Sie war zuvor von vielen Frauen zum Rücktritt aufgefordert worden. …   In alter Freundschaft und Verbundenheit ...

Redaktionelle Anmerkung: Die zurückgetretene Vorsitzende des Frauenkreises ehem. Hoheneckerinnen, Anita Goßler, wurde nach vorliegenden Informationen im  Rahmen einer durchgeführten  Blockwahl am 29.05.2013 in das siebenköpfige Beisitzergremium des Bautzen-Komitees gewählt.

V.i.S.d.P.:Redaktion Hoheneck, Tel.: 030-30207778

 

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