Absprache? Für einen  Förderverein der Frauen von Hoheneck zumindest befremdlich...

Absprache? Für einen Förderverein der Anliegen der Frauen von Hoheneck zumindest eine befremdliche Mitteilung…

Auflösung mit „erforderlicher Mehrheit“?

Stollberg, 11.05.2013/cw – In den Abendstunden des heutigen  Samstag stellte der „Förderverein Gedenkstätte Stollberg – Frauenhaftanstalt Hoheneck“ vorstehende Meldung auf seine Homepage http://gedenkstaette-hoheneck.com/index.php/aktuelles/19-das-frauenzuchthaus-gestern-heute-morgen

In der Meldung wird seltsamerweise eine „erforderliche Mehrheit“ behauptet, die  von zahlreichen Vereinsmitgliedern bestritten wird, die das Erbe von Maria Stein und Margot Jann fortführen wollen. Die Information über die behauptete „ausreichende Mehrheit“ könnte nach Insider-Kenntnissen ausschließlich aus den Kreisen gekommen sein, die mit Hilfe des zuvor gewählten neuen Vorstandes ( 7 ) mit 17  Stimmen von 104 derzeitigen Mitgliedern die Auflösung betreiben und den zitierten Beschluss durchgewunken haben.

Nachdenklich. Die Nachfolgerin Maria Steins und einstige SMT-Verurteilte Margot Jann enthielt sich der Stimme - Foto: LyrAg

Nachdenklich am Gedenkstein für die toten Frauen von Hoheneck: Die Nachfolgerin Maria Steins und einstige SMT-Verurteilte Margot Jann enthielt sich bei der Auflösungs-Abstimmung. Foto: LyrAg

Cui bono?

Da gibt es eine Stiftung, die maßgeblich auf die Gründung des (zweiten) Fördervereins Einfluss genommen hat, weil der spontan gegründete (erste) Förderverein (BuG Hoheneck) mit zwei ehem. Hoheneckerinnen im  Vorstand als Fürsprecher der ehemaligen Frauen von Hoheneck u.a. mit einem zeitig vorgestellten Konzept kein bequemer Gesprächspartner im Hinblick auf eine künftige Gedenkstätte zu sein schien. Aus Auseinandersetzungen mit anderen Vereinen in Sachsen ist der Stiftungs-Anspruch auf alleinige Direktiven für die „Gestaltung vor Ort“ hinlänglich bekannt.

An zweiter Stelle freut sich offenbar ein Förderverein vor Ort, der mit der Auflösung des Frauenkreises zumindest nach außen ein Alleinvertretungsanspruch in Fragen der Gedenkstättengestaltung hätte. In enger Verzahnung mit dem fördernden und fordernden Geschäftsführer der Stiftung ist dabei eine eigenständige Interessenvertretung kaum zu befürchten.

Können die „Förderer“ der Geschicke von Hoheneck in Gestalt der Stiftung und ihres Fördervereins vor Ort mit der jetzigen  Entwicklung wirklich zufrieden sein? Einzig der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen käme unter die Räder, bliebe bei dieser Konstallation außen vor. Einmal mehr blieben  damit  jene auf der Strecke, die zuvorderst an dieser Stelle unter einem unmenschlichen Regime leiden mussten. Die nicht Betroffenen, unter diesen der eine oder andere Mitläufer, reiben sich die Hände ob der ausstehenden Geschäfte mit der leidvollen Geschichte…

V.i.S.d.P.: Redaktion Hohenecker Bote, Tel.: 030-30207785