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Berlin, 26.04.2012/cw – Über die mehr als lässige Kreierung zahlreicher BLOGS durch zwei beruflich verschwisterte „Kollegen“ haben wir an dieser Stelle bereits berichtet („Fragwürdiger Zuwachs in der Phalanx der Opfervereine“, https://17juni1953.wordpress.com/2013/04/06/fragwurdiger-zuwachs-in-der-phalanx-der-opfervereine/).

Die beiden „Journalisten“ schreiben unter diversen eigens ins Leben gerufenen Blogs und in Bürgerzeitungen als „Bürgerreporter“ u.a. über die glorreichen Aktivitäten des über seine Vergangenheit ins Straucheln geratenen ehemaligen Bundesvize der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) und seiner inzwischen neu gegründeten Vereine „DDR-Opfer-Hilfe“ und „Bund der Stalinistisch Verfolgten (BSV), Landesverband Sachsen“. Der dabei missbräuchlich in den Namen zahlreicher Blogs angeführte Sender, eine öffentlich rechtliche Anstalt, prüft gegenwärtig rechtliche Schritte. Die Bürger, deren Namen ebenso missbräuchlich angeeignet unter den Beiträgen der „Bürgerreporter“ verwendet werden, können sich vermutlich mangels Beweisen (dass z.B. sie persönlich angeführt werden) ebenso wehren, wie es seinerzeit dem Autor dieses Beitrags nicht gelang, den Beweis für eine behauptete maßgebliche Beteiligung des einstigen VOS-Vize und SPD-Mitgliedes Ronald Lässig an der Entfernung von ehemaligen SED-Opfern aus einer SPD-Veranstaltung beizubringen (https://17juni1953.wordpress.com/2011/09/05/tom-schreiber-spd-mit-lugen-ins-abgeordnetenhaus/).

Das Landgericht bestätigte am 9.08.2011 einen Unterlassungsanspruch gegen seinen  Amtsvorgänger in der VOS unter üblicher Androhung einer empfindlichen Geldstrafe im Falle der Wiederholung (27 O 304/11 –

https://17juni1953.wordpress.com/2011/08/10/eilurteil-landgericht-berlinlassig-hat-rauswurf-nicht-veranlasstlassig-war-nicht-mitveranstalter/).

Willfährige VOS-KameradInnen, selbst einstige politische Gefangene der SED-Diktatur, verbreiteten beflissen Lässigs Jubel-Mail zu dem Urteil. Der hoffte, dass der „Verurteilte“ sich möglichst bald in einer Zelle des Rechtsstaates wiederfinde, falls er die Gerichtskosten nicht zahlen könne. Nach dem Rücktritt des so Bejubelten sind diese KameradInnen allerdings  auf Distanz zu ihrem einstigen  Vorbild gegangen.

Ob oder wie weit sich einige Genossen ebenfalls dieser Distanz gegenüber ihrem einstigen Landtagskandidaten in Sachsen (2004) anschlossen, ist derzeit nicht bekannt. Zumindest einige der Mitwirkenden an jener SPD-Veranstaltung im Sommer 2010, in deren Gefolge es zu der jetzt (2012) von Lässig verbreiteten „Verurteilung“ (Unterlassungs-Entscheidung) der Zivilkammer des Landgerichtes Berlin kam, finden sich seltsamerweise im Gründungsvorstand der DDR-Opfer-Hilfe wieder. Sie sind ebenso wenig Opfer der DDR-Diktatur wie der Vereinsvorsitzende Lässig.

Fälschung zu Lasten  von Thomas Jurk

Das scheint den

Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung haben wir an dieser Stelle vorsorglich einige Sätze aus dem Artikel herausgenommen, obwohl dieser Artikel  nicht Gegenstand des Antrages auf Unterlassung vom 29.08.2013 war. Wir haben gegen  die vom Landgericht Berlin erwirkte einstweilige Unterlassung (Az.: 27 0 481/13) Rechtsmittel eingelegt. Die Redaktion, 8.10.2013

ebenso wenig zu berühren, wie seine Lüge vor den Delegierten der VOS, er habe alle gerichtlichen Auseinandersetzungen gegen seinen einstigen Arbeitgeber MDR gewonnen. Wegen des Vorwurfs einer Mail-Fälschung zu Lasten des einstigen sächsischen SPD-Landesvorsitzenden Thomas Jurk war dem MDR-Sprecher gekündigt worden. Ein halbes Jahr vor dieser Lüge war ihm das letztinstanzliche Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) zugestellt worden. In diesem war Lässigs Berufung gegen die Kündigung endgültig abgewiesen worden

(https://17juni1953.wordpress.com/2011/10/17/mdr-urteil-entscheidungen-des-bundesarbeitsgerichtes/).

Auch seinem jetzigen Bürgerreporter-Kollegen und Vereinsvorstandsmitglied Torsten W.-Fuchs war übrigens unter ähnlichen Vorwürfen durch den MDR gekündigt worden. Er hatte deshalb jüngst nach wenigen  Stunden einen Posten als Pressesprecher einer Stadt verloren (wir berichteten), weil er eine Verurteilung in diesem Zusammenhang verschwiegen hatte.

Wer mag schon die Beleuchtung dubioser Vorgänge zu einem Zeitpunkt hoffnungsfroh gegründeter Vereine, über die (bei der VOS) verloren gegangene „Beratungshonorare“ oder andere Förderungen eingeworben werden könnten? So schreibt man fleißig weiter Beiträge unter diversen erlaubten oder rechtlich umstrittenen Namen, um bisherige negative Einträge im  Internet beharrlich „nach hinten“ zu schieben, damit diese unter den Fleißartikeln nicht mehr ohne weiteres aufgespürt werden können.

Löschung durch „mein-südhessen.de“ verschwiegen

Bewusst werden dabei nicht nur Beiträge von 2004 als aktuell vermittelt („Klaus Wowereit trifft sich in  Dresden mit MDR-Reporter Ronald Lässig“), sondern auch das „Urteil wegen gefälschter Artikel“ eingestellt. Hier das Urteil als Dokument:

Landgericht Berlin 9.08.2011

Dass man sich mit diesem „Urteil“ nicht selbst meint (MDR) sondern einen hartnäckigen  Gegner lässiger Machenschaften wortreich zu diffamieren sucht, versteht sich dabei von selbst. Die Ausblendung des Hintergrundes dieser Gerichtsentscheidung gehört dabei ebenso dazu, wie das Verschweigen der Löschung dieses Artikels von der Seite „mein-südhessen.de“ (Rhein-Main-Verlag). Gleichwohl wird auf diese seriöse Quelle  nach wie vor mittels zahlreicher Duplizierungen in  anderen Bürgerzeitungen und Blogs oder per Mail von „Freunden“ hingewiesen.

Noch einträchtig zusammen: MdA Tom  Schreiber (3.v.li.). Ronald Lässig und MdA Raed Saleh 2010 im  Rathaus Schöneberg.

Noch einträchtig zusammen:                                      MdA Tom Schreiber (3.v.li.), Ronald Lässig und MdA Raed Saleh 2010 im Rathaus Schöneberg.  Foto: Ralf Gründer

Noch scheinen sich Lässig und Fuchs sicher zu fühlen. Hatten sich doch einstige führende Genossen, unter ihnen immerhin der jetzige Fraktionsvorsitzende  der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, und eine damalige Staatssekretärin erfolgreich einer Zeugenaussage in der seinerzeitigen  Auseinandersetzung entziehen können und damit vermutlich ihrem Genossen zu seinem Unterlassungs-Erfolg verholfen. Ob diese Unterstützung trotz legendärer Genossen-Treue Bestand haben wird, wissen derzeit nur die zitierten „Götter“. Denn auch die SPD in Sachsen setzte einst auf den damaligen  Aufsteiger und MDR-Sprecher und wählte ihn 2004 sogar zum Landtagskandidaten. Die einstige Begeisterung ist einer Ernüchterung, teilweise einer klaren Ablehnung gewichen. Die ehrwürdige alte Partei sieht ihren Genossen manches nach, nicht aber Fälschungen zu Lasten der eigenen Führungsriege. Nachdem sich auch die VOS von ihrem einstigen Zugpferd distanziert hat bleibt abzuwarten, wann  sich die neu gegründeten Vereine trotz gegebener genossenschaftlicher Unterstützung ebenso von ihrem jetzigen  Nutzer als „DDR-Opfer“ distanzieren.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

 

Berlin, 25.04.2013/cw – Die kürzlich nach einer Zwangsräumung verstorbene Rosemarie Fliess wird am kommenden Freitag, den 26. April, 11:00 Uhr auf dem Jerusalem-Friedhof (Mehringdamm 21, 10961 Berlin) beerdigt.

Erste Trauergäste: Debatten um den Tod Foto:LyrAg

Erste Trauergäste (von ca. 600): Debatten um den Tod
Foto:LyrAg

Wie das Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ heute mitteilte, habe man sich zusammen mit dem gesetzlichen einstigen Betreuer der Verstorbenen auf eine angemessene Beisetzung geeinigt. Die Initiative ruft dazu auf, an der Beerdigung teilzunehmen: „Im Anschluss an die Beerdigung findet auf dem Blücherplatz ein Picknick im Gedenken an Rosemarie Fliess statt. Dort wollen wir gemeinsam essen und uns austauschen. Bringt Essen und Blumen mit!“ heißt es dazu in einem Aufruf.
Die bereits in der DDR nach einem Fluchtversuch und einer vorausgegangenen Zwangsräumung zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesene Fliess  hatte angekündigt, im Falle einer nunmehr im Westen durchgeführten Zwangsräumung nicht weiterleben zu können. Zwei Ärzte hatten zuvor vergeblich attestiert, dass Fliess nicht umzugsfähig sei. Offensichtlich hat die Räumung die einstige DDR-Verfolgte endgültig zerbrochen. Gericht, Vermieter, Polizei und Sozialamt hatten die Räumung vorangetrieben, ohne sich ernsthaft darum zu kümmern, welche Folgen diese Zwangsräumung für eine  durch die DDR-Verfolgung bereits Traumatisierte haben würde. Rosemarie Fliess starb kurz nach der Räumung ihrer Wohnung in Reinickendorf.

Hätten Blumen zu Lebzeiten die Tragödie verhindert? Foto. LyrAg

Hätten Blumen zu Lebzeiten die Tragödie verhindert?
Foto. LyrAg

Die Vereinigung 17. Juni 1953 wies anlässlich dieses tragischen Todesfalls darauf hin, dass die Psychiatrie-Opfer der SED-DDR-Diktatur nach wie vor um ihre Anerkennung kämpfen müssten. Hätte der Gesetzgeber bereits eine entsprechende Anerkennung dieser Verfolgtengruppe gesetzlich geregelt und entsprechende Hilfsmaßnahmen bestimmt, könnte Rosemarie Fliess nach Auffassung der Verfolgten-Organisation heute noch leben. So aber sei auch sie ein Opfer staatlicher Ignoranz gegenüber diesem tragischen Teil deutscher Geschichte geworden. Die Verstorbene war mehrere Jahre durch Tatjana Sterneberg, Vorstandsmitglied des Vereins, betreut worden.

Der Verein warnte allerdings in einer Erklärung davor, den Tod der Rosemarie Fliess zu instrumentalisieren: „Eine parteipolitische Ausnutzung dieser Tragödie hätte ebenso nicht im Interesse dieser verzweifelten Frau gelegen, noch würde dies im Interesse der anderen noch nicht respektierten Opfer staatlichen Psychiatrie-Missbrauchs liegen.“

Siehe auch:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/rosemarie-fliess–sie-ging-einen-eigenen-weg–,10809148,22596846.html

http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/beisetzung-rosemarie–wir-werden-dich-nicht-vergessen-,7169128,22597094.html

Video von der Beisetzung:

http://www.youtube.com/watch?v=PHTFWvtsAz4

V.i.S.d.P.:Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Ist die medienkritische Reflexion nun endlich eröffnet?

Gastkommentar von Susanne Baumstark

24.April 2013/ef-magazin – Das ist ja mal erfrischend wie ein Kopfsprung vom Zehnmeterbrett ins Becken der Reflexion:  Hans-Ulrich Jörges prescht im „Stern“ vor mit einem Beitrag, der an Deutlichkeit nichts missen lässt. Unter dem Titel „Fürsorgliche Vernichtung“ schreibt er: „Es ist Zeit – und Anlass wahrlich genug –, über Macht und Hybris der Medien nachzudenken. Auch selbstkritisch. Denn deren Auftreten und Wirkung haben sich verändert, dramatisch.“ Von „Rudeljournalismus“ traut er sich zu sprechen, von lustvoll schmähenden Kampagnen. Widerworte gebe es kaum noch, ebenso wenig Besinnung. „Denn ideologische Gräben sind planiert, publizistische Lager aufgelöst. Das Rudel folgt Leitwölfen, vereint in Skandalisierung und Emotionalisierung. Das Ergebnis ist eine Medienrepublik, in der Journalisten nicht mehr argumentieren, wer regieren sollte und wer nicht, sondern in der sie darüber entscheiden.“ Ja, das Mitglied einer Chefredaktion hat das geschrieben, ganz aktuell.

Unter Journalisten wurde gewettet auf Wulffs Rücktritt, gibt Jörges preis. Wulff redet mit solchen Leuten nicht mehr. Dem „Stern“ sagte er: „Barmherzigkeit, Menschenwürde, Unschuldsvermutung, faires Verfahren, Privatsphäre, Familie, Kinder, nichts ist mehr heilig.“ Ein Satz, der nicht veröffentlicht werden sollte. Passt ja auch nicht wirklich zu seiner Verbrecherrolle, in die er medial gehetzt wurde. Auch Jörges erlebte „dieses Jagdfieber“. Mehrfach sei er bedrängt worden, ebenfalls Wulffs Rücktritt zu fordern. Im Ton lag auch er selbst schon mal daneben, so seine heutige Sicht: „Ich habe dem Druck nachgegeben, nicht die Kraft aufgebracht, weiter alleine zu stehen. Auch wenn sich alles in mir dagegen sträubt: Ich war Teil der Meute.“ Chapeau!

Jörges hat völlig recht: Den kritischen Journalismus gilt es mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Der Nächste. Bitte!

Susanne Baumstark, Jahrgang 1967, ist freie Redakteurin und Diplom-Sozialpädagogin. Sie engagiert sich im christlich-menschenrechtlichen und medienethischen Bereich. (ef-magazin)
Mit freundlicher Genehmigung des ef-Magazins „Eigentümlich frei“ und der Autorin:

http://ef-magazin.de/2013/04/24/4173-outing-ein-journalist-geht-in-sich

Das Glück kennt keine Grenzen:

Museums-Gründer Hildebrandt Vater von Zwillingen?

Berlin, 23.04.2013/cw – In den letzten Jahren gab es um das von Rainer Hildebrandt gegründete und weltberühmt gewordene Mauermuseum am Checkpoint Charlie immer wieder beunruhigende Berichte. Die Witwe Alexandra Hildebrandt bemühte sich um  die Konsolidierung der umfangreichen Hinterlassenschaften des Freiheitskämpfers und Kunstmäzens und geriet dabei immer wieder in den Fokus der Medien. So berichtete u.a. DER TAGESSPIEGEL im August letzten Jahres über „Finanznöte“ des Mauermuseums. Die Museums-Witwe habe sich mit dem Kauf eines weiteren Hauses verspekuliert und sei in Bedrängnis durch Finanzbehörden und Bank geraten. Eine Klage gegen eine betriebene Zwangsvollstreckung sei vom Berliner Landgericht „mangels Erfolgsaussichten“ zurückgewiesen worden. Seither war weder aus den Reihen der CDU, die nach wie vor als größter Förderer der eigenwilligen Checkpoint-Charlie-Chefin gilt, noch in den Medien etwas über die parteipolitischen Bemühungen zu hören, dem Mauermuseum aus der entstandenen Klemme zu helfen.

Mit der so vermittelten „Ruhe“ dürfte es nun vorbei sein. Das liegt weniger an den angelaufenen Vorbereitungen zum 50. Jahrestag der Museums-Eröffnung in  einem kleinen Laden am Checkpoint Charlie. Denn eigentlich war das Mauermuseum unter dem Namen „Es geschah an der Mauer“ bereits im Herbst 1962 in der Bernauer-/Ecke Wolliner Straße in einer angemieteten Wohnung im  ersten  Stock eröffnet worden.

Dass Alexandra Hildebrandt diesen Termin bisher kaum berücksichtigen  konnte, hatte offensichtlich sehr menschliche Hintergründe. Wie die Boulevardzeitung B.Z. aktuell berichtet (Ausgabe 23.04.2013, S.1 und 4), wurde die Museums-Chefin am 1. Februar Mutter von Zwillingen, war also schlichtweg schwanger und konnte sich so kaum um die Gestaltung des anstehenden Jubiläums kümmern. Die Vierundfünfzigjährige Zwillingsmutter sieht das Geschwisterpaar als – so wörtlich – „Verstärkung für das Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie,“ wie sie ihren Freunden unter Beifügung eines Fotos der Babys laut B.Z. mitteilte.

Diesmal glückliche Nachrichten  vom Checkpoint Charlie - Bericht der B.Z. von heute

Diesmal glückliche Nachrichten vom Checkpoint Charlie – Bericht der B.Z. von heute

Befreiungsschlag? Spekulationen über eine mögliche Insemination

So groß die Freude über diese menschliche Nachricht der Mutterschaft ist, schießen natürlich auch wieder zahlreiche Vermutungen ins Kraut. Die Formulierung über die „Verstärkung für das Museum“ veranlassen nicht zuletzt Beobachter aus dem Umfeld des Museums darüber zu spekulieren, ob gar der vor fast zehn Jahren verstorbene Museumsgründer Rainer Hildebrandt selbst der späte Vater der Zwillinge sein könnte.

Sinn hätte eine Insemination (künstliche Befruchtung) mit dem Samen des Verstorbenen durchaus machen können, um die Witwe von diversen Vorhalten zu befreien, ein Befreiungsschlag gewissermaßen. So wird neben zahlreichen kritischen Vorhalten immer wieder kolportiert, ihre Begegnung mit Hildebrandt sei „nicht zufällig“ gewesen. Es existieren Film-Aufnahmen der Stasi vom 13. August 1989, auf denen Beobachter die damals schwangere und spätere Frau des Museums-Gründers in Begleitung eines Unbekannten erkannt haben wollen. Die Stasi hatte die zwei Personen wohl eher zufällig am Rande einer Demonstration zum 28. Jahrestag des Mauerbaus  am Checkpoint Charlie gefilmt. Laut eigener Biografie will Alexandra Hildebrandt allerdings erst 1990 erstmals nach Deutschland und Berlin gekommen sein. Wenn diese bislang nicht bekannten Bilder tatsächlich Alexandra Hildebrandt zeigen sollten, stände womöglich für die trauernde Witwe vom Checkpoint nicht nur das Ansehen auf dem Spiel. Durch eine theoretisch mögliche Vaterschaft Rainer Hildebrandts würde sie hingegen als Mutter leiblicher Kinder des Museumsgründers vollendete Tatsachen  geschaffen haben. Nach einer Insemination ist die Geburt von Zwillingen nicht selten.

Aus einem Film der Stasi vom 13.08.1989: Die Frau im  weißen Kleid (Bildmitte) und ein bislang unbekannter Begleiter

Aus einem Film der Stasi vom 13.08.1989: Die Frau im weißen Kleid (Bildmitte) und ein bislang unbekannter Begleiter

Natürlich habe ich einen  Freund                      

Freilich stehen, wie das in einem solchen geheimnisumwitterten Vorgang durchaus üblich ist, auch noch andere Spekulationen im  Raum. Danach sollen die Kinder von einem jüngeren Mann stammen. Hildebrandt in der B.Z.: „Natürlich habe ich einen  Freund.“ Und: „Manche erwarten, dass ich jetzt immer mit Trauerkleidung durch die Welt gehe. Doch ich glaube, das hätte auch Rainer nicht gewollt.“ Freilich hätte auch das ein möglicher Grund sein können, die vorausgegangene Schwangerschaft zunächst zu verheimlichen. Hätte doch eine solche Story trotz der jetzigen überraschenden Bekundung in der B.Z. dem Bild der trauernden Witwe widersprochen, dokumentiert durch Trauerbilder in der nachgebauten Kontrollbaracke der einstigen Alliierten oder  im Museums-Keller mit ausgelegtem Kondolenzbuch. In diesem dürfen die Besucher des Museums nach wie vor ihre Anteilnahme am Tod von Rainer Hildebrandt bekunden.

Das indes die Urne mit den sterbliche Überresten des weit über Berlin  und Deutschland bekannt gewordenen Streiters gegen den Kommunismus neun Jahre nach seinem Tod noch immer in einem Regal des Krematoriums in Ruhleben steht, passt irgendwie zu den verwirrenden Storys um  den einstigen Brennpunkt der Weltgeschichte und die dort aktive nunmehr im Mutterglück stehende Chefin eines der meist besuchtesten Museen der Hauptstadt.

V.i.S.d.P.: C.W.Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Berlin, 21.04.2013/cw – Mehrere Nachrichtenagenturen und  -dienste melden heute, daß die Bundesregierung 60 Jahre nach dem Volksaufstand von 1953 die Akten der „Organisation Gehlen“, dem Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND), zum Volksaufstand freigegeben habe. Sie beziehen sich übereinstimmend auf Meldunge des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL (http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/westdeutsche-geheimdienstakten-zu-ddr-aufstand-1953-freigegeben-a-895531.html).

Nach diesen ersten  Mitteilungen glaubte die Organisation Gehlen an einen von den Sowjets selbst inszenierten Putsch, der dann  außer Kontrolle geraten sei. Zwar habe die Organisation „mehrere hundert Agenten“ in der einstigen  DDR geführt, von diesen aber nur spärliche Informationen erhalten, da Westberlin während des Aufstandes abgeriegelt gewesen sei. Informationen seien aber überwiegend direkt in Westberlin übermittelt worden. So habe die Organisation Gehlen wohl eher spekuliert als über nachweisbare Informationen verfügt. Daher habe der Dienst „das Ausmaß der Rebellion unterschätzt“ und andererseits die „Zahl der Toten überschätzt.“

In einer ersten Reaktion teilte die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni 1953 mit, es handele sich hier nicht um „exclusive Neuigkeiten.“ Einstige Aufstandsführer hätten schon damals – nach dem Aufstand – die „Mär von einem Putsch westdeutscher Agenten“ in das Reich der Fabel verwiesen. Allerdings wurde bereits nach dem Aufstand unter ehemaligen Teilnehmern über eine „indirekte Auslösung oder Beförderung der Unruhen durch interessierte sowjetische Kreise“ spekuliert. So wurden Gerüchte kolportiert, ein hoher sowjetischer Vertreter habe sogar politische Oppositionelle im Zuchthaus Bautzen kontaktiert, um über eine Ablösung Ulbrichts, des damaligen SED-Chefs und DDR-Diktators zu eruieren.

Friedrich Schorn, einst Streikführer in den Leuna-Werken, berichtete seinerzeit gar über „Angebote einer Sowjet-Delegation“, in eine neue DDR-Regierung eintreten zu können. Vorraussetzung sei die Akzeptanz von mindestens fünf durch die Sowjets bestimmte Minister. Schorn habe dieses „Diktat“ abgelehnt und war kurz darauf nach Westberlin geflüchtet.

Der Sprecher des Vereins, der Friedrich Schorn noch selbst gekannt hat, verweist allerdings darauf, daß zwar Verhandlungen mit einem sowjetischen Kommandeur vor Ort verifiziert seien, wohl die einzige Ausnahme während des Aufstandes, hingegen bisher nicht die von Schorn kolportierten Angebote bezüglich eines DDR-Kabinetts. „Das bleibt im Raum und harrt der Aufklärung,“ so der Sprecher. Begrüßenswert sei allemal die Öffnung des Gehlen-Archivs. Spezifischer würden allerdings die offenbar vorhandenen Tagebücher des seinerzeitigen  Geheimdienstchefs der UdSSR, Lawrenti Beria, Auskunft geben können. Ein Historiker und nachfolgender General in der jetzt ukrainischen Armee habe Ende der neunziger Jahre bei einem  Gespräch in  München erklärt, er habe Zugang zu diesen Tagebüchern und werde dem Wunsch entsprechend speziell nach Einträgen  zum 17. Juni 1953 forschen. Nach dessen Ernennung zum General sei der Kontakt des jetzigen Vorsitzenden der Vereinigung zu dem Historiker allerdings abgebrochen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785

 

 

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