Verein 17. Juni kritisiert Teilnahme Wagners an Podiumsdiskussion

Bereits 1969 Berichte über gefordertes Mahnmal in der örtlichen Presse

Bereits 1969 Berichte über gefordertes Mahnmal in der örtlichen Presse

Berlin, 10.03.2013/cw (606) – Nach mehr als vierjährigem vergeblichen Bemühen des Dachverbandes der UOKG, verarbeitungsfähige Vorschläge für ein Mahnmal der Opfer des Kommunismus zu erstellen, hat sich nun dankenswerterweise die Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur dieses wichtigen  Themas angenommen. Eine wichtige Voraussetzung für ein mögliches Gelingen, da diese Einrichtung über die notwendigen  Ressourcen (und Verbindungen) verfügt.

Im  vorauseilenden Gehorsam wollte die UOKG bereits 2010 der geplanten Entfernung der Gedenkkreuze für die Mauertoten am Reichstag im Jahre 2011 zustimmen, weil man von höchster Stelle dem 2008 dafür geschaffenen Arbeitskreis  in der UOKG Zustimmung für ein geplantes Mahnmal signalisiert hatte. Erst der heftige Widerstand aus der Mitgliederversammlung führte dann zu dem Diktum, einer Entfernung erst im Falle der Einweihung eines Denkmals für die Opfer des Kommunismus zuzustimmen.

1969: Die Mauer durchtrennt ein Herz - Vorschlag 1 der Vereinigung 17. Juni

1969: Die Mauer durchtrennt ein Herz – Vorschlag 1 der Vereinigung 17. Juni

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „60. Jahrestag des Volksaufstands vom 17. Juni 1953“ will die Stiftung das Mahnmal-Thema erstmals öffentlich diskutieren und hat zu einer Podiumsdiskussion am 11. März, 18:00 Uhr, an ihren Sitz in der Berliner Kronenstraße 5 eingeladen. Durch die Diskussion führt der renommierte Redakteur aus dem Axel-Springer-Verlag, Sven-Felix Kellerhoff.

Im Inneren Gedenken an Daten Deutscher Geschichte

Im Inneren Gedenken an Daten Deutscher Geschichte

Kritik äußerte die Vereinigung 17. Juni allerdings an der geplanten Podiums-Teilnahme von Rainer Wagner, Vorsitzender der UOKG. In einer Erklärung des Vorstandes von heute begründet der Vorstand des Vereins seinen  Protest und seine Distanzierung von der Veranstaltung:

„Die Teilnahme eines Funktionärs an der Diskussion um die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Kommunismus, der bis heute nicht bereit ist, seine vorgeblich biblisch begründete Formulierung von den „Juden“ u.a. als „Knechte Satans“ zurückzunehmen oder glaubhaft zu relativieren, ist für die Vereinigung 17. Juni nicht tolerabel. Auch die diskriminierenden Äußerungen zum Islam („Allah ist ein heidnischer Götze. Götzen aber sind nicht real, sondern Phantasieprodukte“ und „In Neustadt entsteht direkt am Ortseingang eine Moschee für den Götzen  Allah und seinen falschen Propheten Mohammed“) und gegenüber anderen Glaubensrichtungen (Buddhismus/Geisterkult; Hinduismus/Verehrung indischer Götzen) stehen nach wie

1969: Einigkeit, Recht, Freiheit; Vorschlag 2 der Vereinig. 17. Juni

1969: Einigkeit, Recht, Freiheit; Vorschlag 2 der Vereinig. 17. Juni

vor vergiftend im Raum und konterkarieren den Anspruch auf ein würdiges Gedenken an die Opfer kommunistischer Intoleranz und Gewalt. Solange Rainer Wagner sich weigert, diese Äußerungen,  die auch unter WIKIPEDIA „Rainer Wagner“ abrufbar sind, zu korrigieren, verbietet sich für uns die Teilnahme an derartigen Veranstaltungen. Einzig der Respekt vor dem Veranstalter und der berechtigten Mahnmal-Forderung wie den weiteren Diskutanten hindert uns daran, mit plakatierten Äußerungen  Rainer Wagners vor dem Sitz der Stiftung am Montag  gegen dessen Teilnahme zu protestieren. Das wird uns allerdings nicht daran hindern, auch zu diesem Mittel demokratischer Kritik zu greifen, wenn sich Wagner weiterhin weigern sollte, die ungeheuerlichen Äußerungen zu revidieren.“

In den sechziger Jahren noch drei-geteilt - Vorderseite Vorschlag 2

In den sechziger Jahren noch drei-geteilt – Vorschlag 2, Vorderseite

In der einstimmig vom  Vorstand verabschiedeten Erklärung wird allerdings auch das Befremden gegenüber der veranstaltenden Stiftung geäußert, die über die kritisierten Äußerungen informiert ist und mit der Einladung Wagners die weiteren Diskutanten einer möglicherweise peinlichen, weil vermeidbaren Situation aussetzen.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785