Berlin, 21.11.2012/cw – Das am 12. November vorgestellte BILD-Buch „Freigekauft – der DDR-Menschhandel“ (Piper-Verlag München, 17,99 Euro / Im  Buchhandel) ist Thema eines Beitrages im MDR-Fernsehen am 22.11.2012, 22:05 Uhr.

Das von BILD-Chef  Kai Dieckmann herausgegebene und von Hans-Wilheln Saure und anderen verfasste Buch beschreibt eines der schmutzigsten Kapitel des Kalten Krieges, dem von der DDR praktizierten Menschenhandel. Die schizophrene SED-Führung scheute sich nicht, Menschen unter dem Vorwurf des „Menschenhandels“, weil diese Fluchthelfer waren, in die DDR-Zuchthäuser zu stecken, um  selbst über drei Milliarden (der verteufelten) DM an dem Freikauf-Handel zu verdienen.

Für die Betroffenen war dieses schmutzige Kapitel auf der anderen Seite vielfach ein  Segen. So wurde beispielsweise der zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilte einstige DDR-Straßenrad-Profi und Fluchthelfer Harry Seidel nach vier Jahren DDR-Haft freigekauft. Auf diesem Weg wurden zwischen 1963 und 1989, also in 26 Jahren, 33.000 aus politischen Gründen Verurteilte vom sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat in die Freiheit verkauft.

Einige dieser Schicksale werden  in dem großformatigen Bildband auf über 200 Seiten vorgestellt. Eindrucksvolle Fotos und bislang nicht veröffentlichte Dokumente aus den Archiven des Staatssicherheitsdienstes vermitteln mehr Licht in dieses dunkle Kapitel deutsch-deutscher Geschichte.

Einstige Hohenecker Frauen, wie Uta Franke und Tatjana Sterneberg sowie einstige Gefangene aus Cottbus, Bautzen und anderen Haftanstalten der DDR werden in dem übersichtlich und lesbar gestalteten Buch portraitiert.

Buch: Empfehlenswert.

MDR-Beitrag: Tages-Tipp.

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