Berlin, 12.11.2012/cw – Die schwedische Möbelhaus-Kette IKEA wird die Resultate der firmeneigenen Forschung zur Ausnutzung der Zwangsarbeit in der ehem. DDR nach einem Jahr am kommenden Freitag in Berlin diversen Opfer-Organisationen der SED-Diktatur vorstellen.

Auf einer Veranstaltung im Bildungszentrum der BStU in der Kreuzberger Zimmerstraße 90 wird BStU-Chef Roland Jahn und Rainer Wagner von der UOKG ab 14:00 Uhr den Vortrag der Ergebnisse moderieren.

Die Vereinigung 17. Juni in Berlin hatte im vergangenen Jahr einen TV-Bericht des NDR über die IKEA-Verstrickungen in die Zwangsarbeit in den Haftanstalten der DDR zum Anlass genommen, IKEA zum Regress aufzufordern. IKEA hatte daraufhin die Aufnahme eigener Forschungen zugesagt. Die Bemühungen der Vereinigung wurden schließlich erst öffentlich registriert, nachdem das schwedische Fernsehen im Frühjahr d.J. darüber ausführlich berichtet hatte. In einer Erklärung nach der Sendung hatte die Vereinigung die „nunmehrige Beteiligung“ weiterer Verbände an der IKEA-Kritik ausdrücklich begrüßt.

Allerdings kritisierte der Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen Hubertus Knabe die „firmengesteuerte Aufklärung“ und regte eine externe Untersuchung über die Zwangsarbeit und deren Ausnutzung durch westliche Firmen und Konzerne an.

Der Hinweis in der Einladung der UOKG auf „Übernahme der Übernachtungskosten“ für Teilnehmer durch IKEA stieß allerdings auf Kritik. Die Vereinigung 17. Juni, die sich seit Oktober 2011 als federführend in der Aufklärungskampagne gegenüber dem Möbelkonzern sieht, erklärte am Montag, man habe sich „eigentlich keine Erstattung von Übernachtungskosten oder sonstiger Spesen, sondern eine eindrucksvolle Form der Entschädigung und damit Anerkennung der Zwangsarbeits-Folgen vorgestellt.“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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