Berlin/Hohenschönhausen/Bautzen, 18. Oktober 2012/ts – Heute vor 47 Jahren wurde Carl-Wolfgang Holzapfel in den Mittagsstunden am Checkpoint Charlie von Grenzposten der DDR verhaftet. Holzapfel war wiederholt mit einem Schild „Freiheit für Harry Seidel und 14.000 politische Gefangene in der SbZ“ über den berüchtigten „weißen Strich“ in Richtung Ost-Berlin aufgebrochen, um dort gewaltlos für die politischen Gefangenen zu demonstrieren.
Vor dem 18. Oktober 1965 hatte der seinerzeitige Reklamearbeiter bei der BVG in 12 Großstädten der (alten) Bundesrepublik fast 7.000 Unterschriften gesammelt; der Hamburger Innensenator Helmut Schmidt unterstützte die Aktion, Ernst Lemmer unterschrieb als Erster die Unterschriftenliste beim Start der Aktion in Berlin. Holzapfel sammelte Unterschriften  aus 27 Nationen, darunter Ungarn und Polen, eine Unterschrift war aus der SbZ. Aus diesem Grund hatte er seinen demonstrativen Slogan abgeändert: „Menschen in aller Welt fordern…“ und hatte daher den Ausländerübergang in der Friedrichstraße für seine Aktion bestimmt.
Am 7.April 1966 wurde Holzapfel nach dreitägiger Prozessdauer für sein Engagement vom Stadtgericht in Ost-Berlin (Littenstraße) zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt und Ende 1966 freigekauft. Am 1. Mai 1966 unterschrieb auch Bundeskanzler Ludwig Ehrhardt in Berlin die Forderung nach Freilassung von „Holzapfel, Seidel und 14.000 politischen Gefangenen“.

Heute ist Holzapfel Vorsitzender der Vereinigung 17. Juni 1953 in Berlin (seit 2002). Dem Verein selbst gehört er seit 49 Jahren an.

V.i.S.d.P.: Tatjana Sterneberg, Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207778