Walter Priesnitz verstarb im  Alter von 80 Jahren

Berlin, 1.09.2012/cw – Die Vereinigung würdigte in einem Nachruf den im Alter von 80 Jahren verstorbenen ehemaligen Beauftragten  des Bundes in Berlin, Walter Priesnitz, als „einen Wegbereiter der Humanität über und unter dem Stacheldraht hinweg, der unser Land so unerbittlich und inhuman über Jahrzehnte teilte.

Walter Priesnitz (* 1.04.1932 in Hindenburg;† 26.08.2012 in Neuharlingersiel) gehörte der CDU an und hatte herausragende Ämter und Funktionen inne. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Lehre als Bankkaufmann, studierte dann Rechtswissenschaften, die er 1955 mit dem ersten, 1959 mit dem zweiten Staatsexamen abschloss. 1961 folgte die Promotion zum Dr. jur.

Priesnitz brachte es bis zum Staatssekretär im  Bundesinnenministerium und war als solcher auch in den sechziger Jahren Beauftragter der Bundesregierung in  Berlin. Hier wirkte er im Hintergrund und verhalf vielen Menschen oft über verschlungene Wege in die Freiheit. Auch bereits geflüchteten Menschen aus der Sowjetisch  besetzten Zone half er unaufdringlich und effizient.

Der Autor erinnert sich an die Hilfe des jetzt Verstorbenen, als er zum Beispiel 1967 im Bundeshaus in Berlin vorsprach. Eine junge Frau, Rosemarie S., hatte nach ihrer Flucht einen Schuldenberg von 10.000 DM, die sie ihren  Fluchthelfern schuldete. Verzweifelt wandte sie sich während einer Reise der Berliner Exil-CDU nach Brüssel und Paris an den Autor, der Dr. Priesnitz erfolgreich um Hilfe bat. Unbürokratisch, in aller Stille wurde der jungen Frau geholfen.

Priesnitz war nach seinem unvergessenen Wirken in Berlin von 1971 bis 1975 Leitender Kreisverwaltungsdirektor der Kreisverwaltung Nordfriesland und von 1975 bis 1985 Stadtdirektor in  Ahlen.

„Mit Walter Priesnitz verlieren wir einen  der letzten humanitären Streiter des geteilten Deutschland, für den die Politik stets Mittel zum  Zweck war, um den Menschen, die durch die Teilung akut in  Bedrängnis geraten waren, zeit- und hautnah zu helfen. Wir werden diesen Politiker und großen Menschen nicht vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren,“ heißt es in dem Nachruf der Vereinigung 17. Juni 1953.

Hinweis: Die Trauerandacht mit anschließender Beisetzung für Dr. Walter Priesnitz fand bereits am Samstag, 1. September, um 13.30 Uhr in der Kirche zu Werdum, statt.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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