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Berlin, 20.08.2012/cw – Zum 50. Todestag von Peter Fechter sendet der rbb  im Fernsehprogramm die Dokumentation „Ein Tag im August„. Wie die Pressestelle des rbb mitteilt, wird die Sendung am 21.08.2012 ab 22:45 Uhr im  Regionalprogramm des rbb ausgestrahlt.

„Der Film rekonstruiert die tödliche Flucht und untersucht, welche Auswirkungen der Tod Fechters damals hatte.“ In der Doku wird u.a. auch über die Wut berichtet, den das Sterben und der Tod Fechters in der Öffentlichkeit ausgelöst hatte.

Synonym für die Morde an der Mauer: Die Vereinigung 17. Juni erinnerte am 17. August mit Fotos an das dramatische Geschehen vor 50 Jahren und sammelte am Checkpoint Charlie Unterschriften für eine „Peter-Fechter-Straße“. – Foto: LyrAg

„Der Filmemacher Wolfgang Schoen hat sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder mit dem Fall Fechter auseinandergesetzt. Er hat Menschen getroffen, die Peter Fechter kannten – vor allem Familienangehörige und Augenzeugen. Sein Film „Ein Tag im August“ rekonstruiert minutiös die tödliche Flucht. Viele Dokumente sind rätselhafterweise verschwunden,“ heißt es dazu in der rbb-Ankündigung.

Vielfach werden die Ereignisse um den Tod von Peter Fechter zeitgeschichtlich als Ausgangspunkt für Willy Brandts Politik „Wandel durch Annäherung“ gesehen, die Egon Bahr erstmals 1963 in seiner berühmt gewordenen Rede in der Evangelischen Akademie in Tutzing (Bayern) angedacht hatte. Auch Wolfgang Schoen geht in seinem Beitrag dieser Frage nach.

Erneut wird in den Opferverbänden der späte Zeitpunkt der Sendung kritisiert. So hätten die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten durchaus wichtige Beiträge zur Aufklärung der historischen Geschehnisse geleistet. Diese seien aber in der Summe mehrheitlich an den Adressaten, nämlich den Zuschauern vorbei gegangen, weil „diese zu Zeiten ausgestrahlt wurden und werden, zu denen arbeitspflichtige Menschen in der Regel das Bett aufsuchen (müssen),“ sagte Tatjana Sterneberg von der Vereinigung 17. Juni in Berlin.

Siehe auch: http://presseservice.rbb-online.de/fernsehtipps/rbb_fernsehen/2012/08/20120821_ein_tag_im_august.phtml

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785

Start für die Unterschriftensammlung am Todestag von Peter Fechter: Fotos erinnern an das schreckliche Geschehen vor 50 Jahren – Foto: LyrAg

Berlin, 18.08.2012/cw – Und alle, alle kamen sie, aus Costa Rica und aus Napoli. So hätten die Aktivisten der Vereinigung 17. Juni texten können, nachdem sie gestern über acht Stunden am Todestag von Peter Fechter Unterschriften für eine teilweise Umbenennung der jetzigen  Zimmerstraße zwischen Friedrich- und Axel-Springer-Straße gesammelt hatten. In der Tat beteiligten sich neben vielen Deutschen überraschend  viele ausländische Besucher an der Aktion, nicht ohne sich vorher ausführlich über die Hintergründe zu informieren.

Die „Berliner Unterwelten“ erinnerten eindrucksvoll mit einer Skulptur an den Abtransport von Peter Fechter – Foto: LyrAg

Die Vereinigung fühlte sich auch durch die vielfachen Diskussionen vor Ort in ihrem begründeten  Vorschlag bestätigt. So wurde mehrfach die Besorgnis geäußert, mit einer Umbenennung der gesamten Zimmerstraße ginge ein wichtiger Teil der Historie nicht nur im Hinblick auf die dortige Zimmerei, sondern auch über den sogen. „Grenzübergang (GüSt) Zimmerstraße“, wie der Checkpoint von Seiten der DDR amtlich bezeichnet wurde, verloren.

Daher wurde der Vorschlag der Vereinigung, die Zimmerstraße unter Berücksichtigung dieser Vergangenheit erst ab der Friedrichstraße umzubenennen, ausdrücklich begrüßt.

 Wie der Verein mitteilte, können nach wie vor Unterschriften geleistet werden. Dies kann durch eine entsprechende Mail (verein17juni1953@aol.com), per Post (Vereinigung 17. Juni 1953 e.V., Kaiserdamm 9, 14057 Berlin, per Fax: 030-30207786 oder durch Herunterladen der Unterschriftenliste auf der Homepage (www.17juni1953.de > Link: Peter Fechter) geschehen. Gegenwärtig bemüht sich der Verein um die technischen  Voraussetzungen, die Unterschriften (über einen Dritt-Anbieter) auch elektronisch übermitteln zu können, da auf der eigenen Homepage ggw. die Voraussetzungen nicht gegeben sind. „Wir arbeiten idealistisch ohne öffentliche Mittel auf der Basis der Vereinsbeiträge und Spenden und können uns daher keinen unbezahlbaren technischen  Aufwand leisten,“ sagte dazu der Sprecher des Vorstandes.

Uwe Müller, Redakteur (links) mit Tatjana Sterneberg, stellte sich hinter die Forderung nach einer Peter-Fechter-Straße – Foto: Ralf Gründer (Berliner-Mauer.de)

Über die Aussichten einer Umsetzung äußerte er sich vorsichtig optimistisch. Sicherlich müssten da noch einige Bezirkspolitiker über ihre Schatten und selbstverfasste Barrieren zum Beispiel im entsprechenden Straßenbenennungsgesetz springen, das eine Bevorzugung weiblicher Namensgeber vorsehe (Der Bezirk Mitte ist formal für eine Umbenennung der Zimmerstraße zuständig). Allerdings sei auch hier ausdrücklich eine Ausnahmemöglichkeit in  dem Gesetz verankert. Und außerdem hätten sich zwischenzeitlich so viele namhafte Persönlichkeiten für eine  Straßenbenennung nach Peter Fechter ausgesprochen, dass „hier die Politik wohl kaum  über die eigenen Postulate zurückrudern kann.“

Zimmerstraße: Der Name wird auf einen Zimmererplatz zurückgeführt, der sich hier während des Baus der Friedrichstadt befand. Die Straße war zu dieser Zeit entstanden und ist in ihrer jetzigen Länge seit 1734 vorhanden.

Peter Fechter: Der seinerzeit achtzehnjährige Maurer wollte in den Mittagsstunden des 17. August 1962, also ein  Jahr nach Errichtung der Mauer, diese zusammen mit seinem Freund Helmut Kulbeik in  der Zimmerstraße nahe der Ecke Charlottenstraße in Richtung Westen überwinden. Während dem Freund die Flucht gelang, brach Fechter im  Kugelhagel von DDR-Grenzposten unmittelbar vor der Mauer zusammen und verblutete elend unter den Augen der Weltöffentlichkeit und immer schwächer werdenden Hilferufen. Die erschütternden Bilder seines Sterbens und des Abtransportes seines zu diesem Zeitpunkt noch schwach lebenden Körpers wurden zum Synonym des Leidens und Sterbens wegen und an der Berliner Mauer.

Blick in die Geschichte: C.W. Holzapfel (Mitte) legte am 14.11.1964 vor seiner Demonstration für die Freilassung der politischen Gefangenen am Mahnmal für Peter Fechter einen Kranz nieder. – Foto: Archiv CWH

Weiterführende LINKS:

http://www.dw.de/dw/9800/0,,3055,00.html

Aktuell Fernsehen Deutsche Welle: Beginn des Beitrages bei 19:45 Minute (Dritter Beitrag), Ende 25:38 Minute (ca. 6 Minuten).

http://www.bild.de/news/inland/berliner-mauer/peter-fechter-das-symbol-fuer-den-mord-an-der-mauer-25692486.bild.html#

http://www.welt.de/kultur/history/article108507461/Wie-Peter-Fechter-an-der-Berliner-Mauer-verblutete.html

http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article108603726/Wowereit-unterstuetzt-Idee-einer-Strasse-fuer-Peter-Fechter.html

http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-08/peter-fechter-mauer-flucht-opfer

http://www.tagesspiegel.de/berlin/tod-an-der-berliner-mauer-peter-fechter-im-sterben-ein-foto-und-seine-geschichte/7010110.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/zum-gedenken-an-peter-fechter-cdu-politiker-fordert-strasse-fuer-mauer-opfer/6978140.html

http://f3.webmart.de/f.cfm?id=2165073&r=threadview&t=3543015&pg=1

Auch der einstige Fluchthelfer und Buchautor Dr. Burkhart Veigel (rechts) trug sich in die              ausliegende Liste ein – Foto: Ralf Gründer               (Berliner-Mauer.de)

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 17. August 2012/cw – Mit einer Unterschriftensammlung fordert die in Berlin ansässige Vereinigung 17. Juni die Umbenennung der Zimmerstraße zwischen Checkpoint Charlie und Axel-Springer-Verlag in  Peter-Fechter-Straße.

Die Vereinigung erinnert mit der Aktion an den 50. Jahrestag des Todes von Peter Fechter. Der achtzehnjährige Maurer war am 17. August 1962 in der Zimmerstraße nahe dem Checkpoint Charlie durch DDR-Grenzer niedergeschossen worden und ohne jede ärztliche Hilfe hinter der Mauer liegend verblutet. Sein Tod hatte tagelange heftige Proteste ausgelöst und wurde weltweit zum Synonym für den „Mord an der Mauer“.

Die Unterschriftensammlung findet heute

von 10:00 – 18:00 Uhr

an der Zimmer- / Ecke Friedrichstraße

(Checkpoint Charlie)

statt.

V.i.S.d.P.: VEREINIGUNG (AK) 17. JUNI 1953 e.V., Berlin, Tel.: 0176-48061953

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

Nr.009                            Förderverein – Info                   15. August 2012

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Ehemalige Hoheneckerinnen wollen Zukunft mitgestalten

Berlin/Hoheneck, 15.August 2012/cw– Das in der letzten Ausgabe des Hohenecker Boten veröffentlichte Interview mit Karl-Heinz Labahn hat ein vielfältiges Echo und Aktivitäten ausgelöst. Die amtierende Vorsitzende des Frauenkreises der ehemalige Hoheneckerinnen, Anita Goßler, lehnte allerdings eine Stellungnahme seitens des Vereins ab.

Dagegen haben sich mehr als zwanzig Prozent der Mitglieder für die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ausgesprochen. Nach der Satzung des Vereins (§ 9) ist ein „Zehntel der stimmberechtigten Mitglieder“ für die Einberufung ausreichend. In einem am 8. August der Vorsitzenden übermittelten Antrag wird die „satzungsgemäße Wahl eines neuen Vorstandes“ unter Punkt 7 eines beigefügten  Tagesordnungsvorschlages gefordert. Die Petenten, für die drei ehemalige Hoheneckerinnen das Schreiben unterzeichnet haben, weisen u.a. darauf hin, dass mit der ebenfalls vorgeschlagenen Ergänzung der Satzung gleichzeitig die entstandenen Auseinandersetzungen um die Verabschiedung der Satzung vor der Eintragung in das Vereinsregister erledigt werden könnten.

Begründet wurde der Antrag überdies mit der deutlichen Gefahr, den Verein in langwierige rechtliche Auseinandersetzungen  zu verstricken. Stattdessen solle dem Verein durch den eingereichten  Antrag eine klare Zukunftsperspektive aufgezeigt werden. Man verstehe sich als „Brückenbauer zwischen den divergierenden Meinungen“ im Verein und wolle Wunden  heilen statt „immer wieder neue Wunden“ aufzureißen. Gegenüber dem HB äußerten sich beteiligte Hoheneckerinnen besorgt über die vorhandenen Auseinandersetzungen zu einer Zeit, in der „wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Gedenkortes Hoheneck“ gestellt werden. Es drohe die akute Gefahr, dass „wir Frauen, die das Leiden getragen haben und zu erdulden hatten, bei den Entscheidungen außen vor“ bleiben. Entscheidungen „über unsere Köpfe hinweg“ seien aber keineswegs akzeptabel.

Trotz gesetzter Frist lag den Antragstellern nach Rückfrage durch den HB keine Reaktion oder Antwort des Vorstandes auf den satzungskonformen Antrag seiner Mitglieder vor.

Letzte Meldung:

Berlin, 15.08.2012/cw – Ehemalige Hoheneckerinnen trafen sich am Mittwoch in Berlin, um  das weitere Vorgehen wegen der „augenscheinlichen  Ignoranz der Satzung“ durch die Vorsitzende zu beraten. Bis zum Redaktionsschluss lagen allerdings noch keine konkreten Ergebnisse vor. Wir werden in der nächsten Ausgabe berichten.

Eskalation? Anwalt mit Vertretung gegen Siegfried Reiprich beauftragt

Dresden/Berlin, 13.08.2012/cw – Der Vorstand des Fördervereins BuG Hoheneck e.V. hat einen Anwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen gegenüber dem Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, beauftragt. Der Verein wirft Reiprich vor, „unwahre und verleumderische Behauptungen“ über den Verein und namentlich über Mitglieder des Vorstandes verbreitet zu haben. Dies sei nachweisbar u.a. in entsprechenden Schreiben oder Mails insbesondere an die UOKG (Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft) und an die vormalige Vorsitzende des Frauenkreises, Inge Naumann, geschehen. Da Reiprich bisher einer Aufforderung zur künftigen  Unterlassung oder einem Widerruf ignoriert habe, bleibe dem Vorstand kein anderer Weg, wie die Vorsitzende Tatjana Sterneberg bedauerte.

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„Wir sind diesen Weg unserer Selbstachtung als ehemalige politische Verfolgte des DDR-Systems schuldig,“ so Sterneberg gegenüber dem HB. Andererseits sei „eine Auseinandersetzung unter Menschen und Institutionen, die sich eigentlich den gleichen  Zielen verpflichtet wissen“, äußerst traurig. Auch unter diesem Gesichtspunkt „können wir eigentlich die unerklärliche Unbeweglichkeit Siegfried Reiprichs in dieser Sache“ nicht nachvollziehen.

Der Verein, dem auch die Botschafterin für Demokratie und Toleranz 2011, die ehemalige Hoheneckerin Waltraud Thiele angehört, sieht einer Klärung dennoch hoffnungsvoll entgegen, da sich „erwiesene Verleumdungen und einseitige Stellungnahmen“ als nicht haltbar erweisen würden. Im Übrigen läge es an Siegfried Reiprich, diesen Weg „durch ein klärendes Gespräch erheblich abzukürzen oder gar zu beenden,“ sagte Tatjana Sterneberg.

Ausstellung „Der Dunkle Ort“ stark nachgefragt

Berlin, im August 2012/cw – Die von der Heinrich-Böll-Stiftung erstellte Ausstellung „Der Dunkle Ort“ erfreut sich reger Nachfrage. Nach der Vorstellung am Sitz der Stiftung im Frühjahr geht die in  fünf Kisten untergebrachte und damit leicht transportable Ausstellung auf Reisen. So war sie bereits in der BStU-Außenstelle Frankfurt-Oder zu sehen. Auch die Bezirksversammlung des Berliner Bezirkes Pankow hat sich parteiübergreifend für eine Repräsentation vor Ort entschieden, Termin und Ort  stehen allerdings noch nicht fest. Der Förderverein hat auch angeregt, die Ausstellung im Vestibül des Sächsischen  Landtages zu zeigen; wegen derzeitiger Umbauarbeiten könne dies frühestens im nächsten Jahr geschehen, teilte die Landtagsverwaltung mit. Die empfehlenswerte Ausstellung nach dem gleichnamigen Buch, in dem 25 Schicksale ehemaliger Hoheneckerinnen vorgestellt werden, kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin (Schumannstraße 8, 10117 Berlin, Tel.:030 285340) gegen Übernahme der Transportkosten angefordert werden.

Geschichte lässt sich letztlich nicht manipulieren

Leipzig, im August 2012/cw – Entgegen verbreiteten Darstellungen über einst vorhandene Wasserzellen auch in den DDR-Straf- oder Untersuchungshaftanstalten in Leipzig sollen sich  bisher nach Angaben von Insidern weder Anhaltspunkte für noch gegen deren Existenz gefunden haben. Umgekehrt hatten einstige Protagonisten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit oder treue SED-Genossen derartige Foltereinrichtungen zum Beispiel im DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck als „Verleumdungen des Klassenfeindes“ hingestellt, obwohl deren Existenz als nachgewiesen gelten. In  Hoheneck, so die roten Geschichts-Revisionisten, sei eine solche Zelle für ein Filmprojekt „über die Nazi-Verbrechen“ hergestellt, aber zu DDR-Zeiten nie genutzt worden (Artikel aktualisiert am 17.08.2012).

Hinweis: Die bisherigen  Ausgaben des Hohenecker Boten können unter www.17juni1953.de (Förderverein) abgerufen oder direkt bei der Redaktion  gegen Kostenbeitrag bestellt werden. Die Vereinigung hat uns einstweilen Gastrecht auf der Homepage eingeräumt.

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Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:

Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00

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Fordern Sie einen  Aufnahmeantrag an – Wir bedanken uns herzlich im Voraus!

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© 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.,

              verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin

 

Berlin, 13./14.08.2012/cw – Friede Springer hob zustimmend den Daumen und nickte den Demonstranten anerkennend zu: Die Vereinigung 17. Juni war zur Kranzniederlegung für den vor 50 Jahren an der Mauer ermordeten Peter Fechter an der Gedenkstele in  der Zimmerstraße in Kreuzberg mit Schildern aufgezogen, auf denen gefordert wurde: „Politiker aller Parteien, vereinigt Euch: Peter-Fechter-Straße HIER – noch in  diesem  Jahr“. Der bisherige Name Zimmerstraße war mit einem roten Querbalken durchgestrichen.

Gedenken an Fechter auch in der Bernauer Strasse – Foto: LyrAg

Der Vorstand hatte sich im Vorfeld des diesjährigen Gedenktages an den Mauerbau vor 51 Jahren der Forderung von Staatsminister Bernd Neumann angeschlossen, „eine Straße in  Berlin“ nach Peter Fechter zu benennen, dabei allerdings konkret die Zimmerstraße „zwischen Friedrichstraße (Checkpoint Charlie) und Axel-Springer-Verlag“ vorgeschlagen:

Peter-Fechter-Stele: Demonstration für Straßen-Umbenennung – Foto: LyrAg

„Die Benennung nach Peter Fechter sollte am Ort des Geschehens erfolgen und nicht irgendwo in einer kleinen Gasse, wo Niemand etwas mit diesem Namen anfangen kann.“ Die nur auf einen Teil der Zimmerstraße beschränkte Umbenennung habe die Vereinigung mit Bedacht vorgeschlagen, um dem üblichen drohenden Gezänk aus dem Weg zu gehen:

„Der Grenzübergang Checkpoint Charlie sei im DDR-Sprachgebrauch die „Güst (Grenzüber-gangsstelle Zimmerstraße)“ gewesen. Mit der Beibehaltung des Namens bis zum  ehemaligen Cafe (Apotheke) Adler, Ecke Friedrichstraße, sei den möglichen Bedenkenträgern der Wind aus den Segeln genommen, ehe dieser sich richtig aufblähen kann,“ begründete der Vorstand am Rand der Veranstaltung seinen Vorschlag.

Anklicken, ausdrucken, unterschreiben – Per Post, Fax oder Mail versenden

Auf die Frage, wie die Vereinigung das durch mehrere Politiker jetzt erklärte Erstgeburtsrecht für diesen Vorschlag beurteile, sagte der Vereinssprecher: „Uns sind diese Kleinlichkeiten egal. Es geht hier um die Verwirklichung und schnellstmögliche Umsetzung einer guten Idee, da ist jede Unterstützung, wie die der Berliner Morgenpost aus dem Springer-Verlag oder die von Klaus Wowereit oder der CDU herzlich willkommen. Für uns zählt das Ergebnis. Im Übrigen  verbiete sich angesichts der synonymen Tragödie vor 50 Jahren jede Erbsenzählerei.“

Unterschriftensammlung am Todestag, 17. August

Rosen zum Gedenken – Die Vereinigung 17. Juni gedachte an vielen Stellen der
einstigen Mauer der Toten – Foto: Lyrag

Um das Bewusstsein für diese längst überfällige Straßenumbenennung in der Öffentlichkeit zu erhöhen, will die Vereinigung am Todestag von 10:00 – 18:00 Uhr an der Zimmer- Ecke Friedrichstraße Unterschriften für die „Peter-Fechter-Straße“ sammeln. Diese Unterschriften können darüber hinaus bis zum entsprechenden Beschluss der Bezirksverordnetenversamm-lung Mitte auch über die Internet-Seite des Vereinswww.17juni1953.de übermittelt werden.

V.i.S.d.P.: Vereineinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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