Berlin, 31.08.2012/cw – Die Vereinigung 17. Juni in Berlin zeigte sich in einer Erklärung „bestürzt über die offen praktizierte Gewalt“, wie sich dies in dem „scharf zu verurteilenden“ Angriff auf einen Rabbi zeigte. Besonders alarmierend sei dies in unserem Land, „wenn sich diese Gewalt erneut gegen Juden“ richtet. Medien hatten über den Überfall auf einen Rabbi am vergangenen Dienstag in Berlin  berichtet.

Der Sprecher sagte, man sei „ auch sehr besorgt über die schleichende, also verdeckte Juden-Feindlichkeit durch religiöse Fanatiker, die oft im staatsbürgerlichen Gewand auftreten und daher schwerer auszumachen  sind, als offen operierende neonazistische Gruppierungen.“

Die Vereinigung stützt sich in ihrer Besorgnis auf Recherchen der Redaktion eines Vereinsblattes, das in seiner nächsten  Ausgabe (September 2012) über einen führenden Funktionär eines SED-Opferverbandes berichtet. Dieser Funktionär „übe sich neben seinem bundesweiten Ehrenamt in beruflicher Funktion offenbar als religiöser Fanatiker und veröffentlicht neben Angriffen auf Homosexuelle („Wenn unsere Kirche homosexuelle Lebensweise akzeptiert, macht sie sich an ihrem Auftrag, Sünder zur Umkehr zu rufen, schuldig.“) ungeschminkt Parolen wie „…Die Bibel zeigt, wer nicht zu Jesus gehört, Namenschrist, Jude, Heide oder Atheist, ist ein  Knecht Satans und niemals heilig…“.

Die Vereinigung dazu: „Schlimmer als greifbarer Extremismus sind aus dieser Sicht die unerkannten Scharfmacher, die Biedermänner. Sie schlüpfen in zwei Rollen und verbreiten unter missbräuchlicher Zitierung von Bibelstellen  in der einen Rolle schlimmste antisemitische und volksverhetzende Parolen, in der anderen Rolle geben sie sich staatstragend und lassen sich auch mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen.“

 In dem vorab bekannt gewordenen Beitrag betone zwar die Redaktion das grundgesetzlich garantierte Recht auf Religionsfreiheit.

Allerdings werde die Berufung auf dieses Recht missbraucht, „wenn unter diesem Mantel in unserem Land erneut Hetze gegen Juden und andere Religionen oder Glaubensrichtungen verbreitet wird,“ stellt dazu die Vereinigung fest. Noch unerträglicher seien diese über Kirchenblätter offiziell verbreiteten Thesen, wenn deren Schöpfer neben seinem  evangelikalen Amt eine herausragende Position in einem bundesweit bekannten Dachverband von Diktatur-Geschädigten wahrnehme. Hier sei dringend „nicht nur eine verbale Trennung zwischen beiden Ämtern geboten“, fordert die Berliner Vereinigung in  Kenntnis der nach ihrer Ansicht „schwerwiegenden Vorwürfe und deren bevorstehenden Veröffentlichung.“

Ein Vorabdruck ist erhältlich unter hohenecker.bote@gmail.com (nur für Redaktionen).

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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