Berlin, 13./14.08.2012/cw – Friede Springer hob zustimmend den Daumen und nickte den Demonstranten anerkennend zu: Die Vereinigung 17. Juni war zur Kranzniederlegung für den vor 50 Jahren an der Mauer ermordeten Peter Fechter an der Gedenkstele in  der Zimmerstraße in Kreuzberg mit Schildern aufgezogen, auf denen gefordert wurde: „Politiker aller Parteien, vereinigt Euch: Peter-Fechter-Straße HIER – noch in  diesem  Jahr“. Der bisherige Name Zimmerstraße war mit einem roten Querbalken durchgestrichen.

Gedenken an Fechter auch in der Bernauer Strasse – Foto: LyrAg

Der Vorstand hatte sich im Vorfeld des diesjährigen Gedenktages an den Mauerbau vor 51 Jahren der Forderung von Staatsminister Bernd Neumann angeschlossen, „eine Straße in  Berlin“ nach Peter Fechter zu benennen, dabei allerdings konkret die Zimmerstraße „zwischen Friedrichstraße (Checkpoint Charlie) und Axel-Springer-Verlag“ vorgeschlagen:

Peter-Fechter-Stele: Demonstration für Straßen-Umbenennung – Foto: LyrAg

„Die Benennung nach Peter Fechter sollte am Ort des Geschehens erfolgen und nicht irgendwo in einer kleinen Gasse, wo Niemand etwas mit diesem Namen anfangen kann.“ Die nur auf einen Teil der Zimmerstraße beschränkte Umbenennung habe die Vereinigung mit Bedacht vorgeschlagen, um dem üblichen drohenden Gezänk aus dem Weg zu gehen:

„Der Grenzübergang Checkpoint Charlie sei im DDR-Sprachgebrauch die „Güst (Grenzüber-gangsstelle Zimmerstraße)“ gewesen. Mit der Beibehaltung des Namens bis zum  ehemaligen Cafe (Apotheke) Adler, Ecke Friedrichstraße, sei den möglichen Bedenkenträgern der Wind aus den Segeln genommen, ehe dieser sich richtig aufblähen kann,“ begründete der Vorstand am Rand der Veranstaltung seinen Vorschlag.

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Auf die Frage, wie die Vereinigung das durch mehrere Politiker jetzt erklärte Erstgeburtsrecht für diesen Vorschlag beurteile, sagte der Vereinssprecher: „Uns sind diese Kleinlichkeiten egal. Es geht hier um die Verwirklichung und schnellstmögliche Umsetzung einer guten Idee, da ist jede Unterstützung, wie die der Berliner Morgenpost aus dem Springer-Verlag oder die von Klaus Wowereit oder der CDU herzlich willkommen. Für uns zählt das Ergebnis. Im Übrigen  verbiete sich angesichts der synonymen Tragödie vor 50 Jahren jede Erbsenzählerei.“

Unterschriftensammlung am Todestag, 17. August

Rosen zum Gedenken – Die Vereinigung 17. Juni gedachte an vielen Stellen der
einstigen Mauer der Toten – Foto: Lyrag

Um das Bewusstsein für diese längst überfällige Straßenumbenennung in der Öffentlichkeit zu erhöhen, will die Vereinigung am Todestag von 10:00 – 18:00 Uhr an der Zimmer- Ecke Friedrichstraße Unterschriften für die „Peter-Fechter-Straße“ sammeln. Diese Unterschriften können darüber hinaus bis zum entsprechenden Beschluss der Bezirksverordnetenversamm-lung Mitte auch über die Internet-Seite des Vereinswww.17juni1953.de übermittelt werden.

V.i.S.d.P.: Vereineinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785