Stollberg/Hoheneck, 22.07.2012/cw – Nachdem durch den Besuch des vormaligen  Bundespräsidenten Christian Wulff im ehemaligen Frauenzuchthaus Hoheneck Bewegung in die von den ehemaligen politischen Gefangenen lang ersehnte Gedenkstätte gekommen war, nehmen erste Vorstellungen Gestalt an. Wie die FREIE PRESSE am 18.07.2012 berichtete, beabsichtigt der Betreiber der in  Glauchau-Gesau  beheimateten „Phänomenia“, die IWS Integrationswerk gemeinnützigeT GmbH Westsachsen, das dort ursprünglich geplante Wissenschaftsprojekt „Techno-Rema“ aus Kostengründen nunmehr in das Areal der ehemaligen  DDR-Strafanstalt zu integrieren.  Nach dem Zeitungs-Bericht hat der Stadtrat dieser neuen Konzeption bereits zugestimmt.

Förderverein BuG begrüßt Stollberger Beschluß

Tatjana Sterneberg, die amtierende Vorsitzende des Fördervereins Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck, begrüßte in einer ersten Stellungnahme „die Fortschreibung der bereits  im  November letzten Jahres vom Verein vorgelegten ersten Konzeption“, wenn es auch aus Sicht des Fördervereins „bedauerlich sei, dass sich der Frauenkreis in dieser wichtigen  konzeptionellen Phase durch selbst verursachte Turbulenzen  in der Vereinsführung aus der aktuellen Diskussion ausgeklinkt“ habe oder, was noch bedenklicher wäre, in die gegenwärtige Projektplanung gar nicht erst einbezogen werde. „Da scheint eine Menge Gespräch an dem derzeit führungslosen Frauenkreis vorbei zu gehen,“ sagte Sterneberg; „so habe man sich die Einbeziehung der Frauen von Hoheneck nicht vorgestellt.“

Gespräche am Frauenkreis vorbei?

Grundsätzlich begrüßt der erstgegründete von zwischenzeitlich zwei Fördervereinen in Stollberg die konzeptionelle Ergänzung einer Begegnungs- und Gedenkstätte durch die Ansiedlung zukunftsträchtiger und publikumswirksamer Institutionen auf dem fraglichen Gelände, da „nur so eine Umsetzung des Gedenkens finanziell tragbar werde.“ Die faszinierende Verbindung zwischen dem einstigen  „dunklen Ort“ und einer „interaktiven Ausstellung zum Anfassen und Experimentieren an den Phänomenen der Natur und Technik sei die Konzeption, die eine aussichtsreiche Zukunft der Anlage im Sinne aller Beteiligten“ fördere. Allerdings sei die Stadt mit ihrem Beschluss schon über die Wirklichkeit hinaus geeilt, denn bisher sei die Aufnahme von Hoheneck in das Sächsische Gedenkstättengesetz nur eine Empfehlung, aber noch nicht verabschiedet. Die Vorlage konstruktiver Vorstellungen für die künftige Gestaltung sei aber sicher hilfreich, um die Annahme des Gesetzes durch den Sächsischen Landtag mit breiter Mehrheit zu befördern.

V.i.S.d.P.: Förderverein BuG Hoheneck e.V., Stollberg – Vorstand: 030-30207777     /   Redaktion: Hohenecker Bote, Tel.: 030-30207785

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