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Berlin; 19. Juli 2012/cw – Wir haben am Vortag des 20. Juli, der Erinnerung an das Hitler-Attentat von 1944, die Gelegenheit genutzt, im  Internet zu surfen und zum hier angesprochenen Thema „DEUTSCHLAND VERRECKE“ Beiträge zu suchen. Die Hoffnung, keine nennenswerten LINKS und Beiträge zu finden, wurde bitter enttäuscht. Gleich dutzendweise wurden wir fündig, dafür nur drei Beispiele:

1. http://www.youtube.com/watch?v=YcmXKCb8CN8

Deutschland verrecke – und dann ?

2. http://www.youtube.com/watch?v=8nBzrjswHHM

Slime – deutschland muss sterben

3. http://www.youtube.com/watch?v=x9jPSLaz5Vk

    Kaltwetterfront – Deutschland verrecke

Natürlich fanden wir auch Widerspruch. So schrieb ein Leser drelux am 24.11.2010 im Leserforum von ZEIT ONLINE unter der Überschrift:

„Deutschland verrecke!!!“

„Er ist nicht zu übersehen, der Schriftzug „Deutschland verrecke!!!“, wenn man in Berlin (wo sonst?) die S-Bahn an der Warschauer Straße verlässt und sich umsieht: Mit weißer Farbe auf die Dächer einer Häuserzeile gesprüht.

Die erste Reaktion des damit erstmalig konfrontierten Berlinbesuchers ist eine ungläubige Verwunderung über diese Parole, dann eine gewisse Hochachtung über die artistisch-handwerkliche Leistung des Sprayers, gefolgt von einer – zumindest bei mir – abgrundtiefen Verachtung für einen Menschen, der sich zu einer solchen Tat hinreißen lässt.

Wie tief muss der Hass gegen Deutschland sein, das Land, dem er wahrscheinlich Erziehung, Ausbildung und den Lebensunterhalt verdankt, in welcher Form auch immer. Darüber hinaus genießt er den Schutz durch unser Gesundheits- und Sozialsystem. Millionen von Menschen wären froh und dankbar, wenn sie diese Privilegien hätten, mache riskieren dafür, z.B. als Bootflüchtling, ihr Leben, um in diesen Genuss zu kommen. …

… Ein anderer Aspekt, der mich nachdenklich gemacht hat, ist der Umstand, dass weder die Presse, schon gar nicht die Weltpresse und auch nicht unsere Gutmenschen sich mit der Forderung „Deutschland verrecke!!!“ kritisch auseinandergesetzt haben. Dies wäre sicherlich ganz anders, wenn das Wort „Deutschland“ durch „Juda“ ersetzt würde. Ein Aufschrei der Empörung wäre gewiss, weltweit, deutschlandweit und hier genau von jenen Gutmenschen, die zu der im Titel genannten Parole nachhaltig geschwiegen haben. Erinnerungen an unselige Zeiten würden beschworen und nach dem Eingreifen der Justiz gerufen. Hier aber, wo es „nur“ um Deutschland geht, wird geschwiegen und „Toleranz“ geübt.

Traurig auch, dass die Polit-Darsteller im Berliner Senat bislang untätig geblieben sind oder in ihren Bemühungen erfolglos waren, diese Schmiererei zu beseitigen. Und damit meine ich nicht nur diejenigen in Regierungsverantwortung, sondern auch die CDU-Opposition, die sich offensichtlich an dieser, von moralisch und sittlich verkommenen Menschen formulierten Parole nicht sonderlich stört.

Die Bundesrepublik Deutschland ist das freieste Deutschland, das es je gab. Niemand hindert die, die für diesen Staat nur Hass empfinden, ihr Glück woanders zu versuchen. Damit blieben den zurückgebliebenen Menschen solche unsäglichen Parolen erspart.“

Siehe: http://community.zeit.de/user/drelux/beitrag/2010/11/24/%E2%80%9Edeutschland-verrecke%E2%80%9C

Es bedurfte dieses Nachweises nicht, um aufzuzeigen, dass das von Klaus Hoffmann und uns aufgegriffene Thema tatsächlich schon einige Jahre alt ist. Mindert das die Brisanz?

Wir sind neugierig, mit welcher Gründlichkeit die Staatsanwaltschaft unsere Anzeige bearbeiten wird. Denn auch das haben wir im Internet gefunden: Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVG) vom 3.11.2000 (- 1 BvR 581/00 -). In dieser Entscheidung wird „Deutschland verrecke“ als „künstlerisches Werk“ bewertet, das nach dem GG, Art. 5 Abs. 3 Satz 1, der Kunstfreiheit unterliege (http://www.bverfg.de/entscheidungen/rk20001103_1bvr058100.html).

Nun ja, im weitesten Sinn könnte man also die Akrobatik, mit der auf einem Schrägdach in luftiger Höhe die verunglimpfende Parole DEUTSCHLAND VERRECKE  aufgebracht wird, als KUNST einstufen, man muß sich nur verbal genügend verrenken.

Wir haben einen anderen Vorschlag: Schafft Gedenktage, wie den 20. Juli ab. Wir fordern: HEUCHELEI VERRECKE!!! Das wäre ehrlicher als die verlogen wirkende Ausstreuung salbungsvoller Worte in teuren, staatlich organisierten  Gedenkstunden, vielleicht sogar mit dem Zitat Stauffenbergs: „Es lebe das heilige Deutschland!“

Schafft den 17. Juni mit der Erinnerung an den Volksaufstand von 1953 ab, denn die damalige Forderung nach „Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland“ passt nicht in  die Realität des 21. Jahrhunderts mit seiner widerwärtigen  Duldung von Vernichtungsparolen gegen  das eigene Land. „Deutschland – Einig Vaterland?“ Nein, auch der 9. November gehört als Erinnerungstag an den Fall der Mauer, den Freiheits-Demos in  Leipzig und anderswo abgeschafft. Zumindest sollten wir ihn wieder  beschränken auf die Erinnerung an die berüchtigte „Reichskristallnacht“.

Allmählich fange ich an zu begreifen, warum wir den 3. Oktober zum Nationalen Gedenktag bestimmt haben: Dieses Gedenken nach Aktenlage erspart uns jedwede Heuchelei und lässt sich beliebig für jedermanns Volksbelustigung verwenden.

Und noch etwas beginne ich zu verstehen, wenn  ich auch fast fünfzig Jahre dafür gebraucht habe: Als ich 1964 Heinrich Albertz an eine „flammende Rede“ vier Wochen  zuvor in Plötzensee zum 20. Juli erinnert habe und deren Umsetzung forderte, antwortete mir der einstige Pfarrer und nunmehrige Bürgermeister von Berlin regelrecht verstört ob dieser naiven Forderung: „Aber Herr Holzapfel, an so einem Tag wird doch manches gesagt!“ Eben.

Carl-Wolfgang Holzapfel

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V.

Hohenecker Bote

Nr.008                            Förderverein – Info                   15. Juli 2012

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Unruhe zur Unzeit:  Turbulenzen lähmen den Hoheneck-Frauenkreis

Berlin/Hoheneck, 15.Juli 2012/wl – Die Beurteilung von  Karl-Heinz Labahn kommt schnörkellos und klar rüber: „Eine Unruhe völlig zur Unzeit. Die augenblicklichen Turbulenzen im Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen lähmen den Verein und verhindern eine notwendige und aktive Beteiligung an der endlichen  Diskussion um  eine Gedenkstätte.“ Karl-Heinz Labahn war Vorsitzender der Wahlkommission auf der letzten Mitgliederversammlung im Mai diesen Jahres. Er äußert sich erstmals in einem Interview mit dem Hohenecker Boten zu den andauernden Auseinandersetzungen im Verein. Das Interview führte Wolf Landeck.

HB: Herr Labahn, warum gibt es überhaupt so anhaltende Auseinandersetzungen um die Wahlen zum  Vorstand?                                                                                                                                                                                                        KHL: Das kann man so fragen. Die Wahlkommission hat das Wahlprotokoll trotz schwerer Bedenken „unter Vorbehalt“ unterschrieben.

HB: Warum haben Sie denn „unter Vorbehalt“ unterschrieben?

KHL: Bei uns bestanden schwerwiegende Bedenken gegen das Prozedere. So konnten zum Beispiel die nach der Satzung möglichen  Stimmübertragungen nicht ordnungsgemäß überprüft werden. Alles sehr unerfreulich.

HB: Warum haben Sie nicht gleich Einspruch eingelegt und dem Wahlergebnis die Anerkennung verweigert?    

KHL: Wir haben das Protokoll unter Vorbehalt unterzeichnet, um vor einer endgültigen Unterschrift gründlich zu hinterfragen und ohne Druck aufgekommene Kritik auf Berechtigung zu überprüfen. Im Verein selbst ist das Ergebnis umstritten, wird die Wahl rege diskutiert.

HB: Die bisherige Vorsitzende Inge Naumann wurde nicht wieder, die bisherige Stellvertreterin Anita Goßler zur neuen Vorsitzenden gewählt…     

KHL: Im  Grundsatz wäre das ja durchaus normal. Nur hier haben Überprüfungen unsererseits nach  der Wahl ergeben, das offenbar nicht alles mit rechten Dingen zuging. Da wurden Stimmübertragungen von Mitgliedern gemeldet, die davon gar keine Ahnung hatten. Außerdem ging es auf der Versammlung so turbulent zu, wie sollten wir da noch auf Klärungen  drängen, bei der aufgeheizten Stimmung? Wir wollten das in Ruhe klären, und das haben wir inzwischen gemacht.

                                                                                                                                                                                                    HB: Mit welchem Ergebnis?  

KHL: Eigentlich traurig, aber das will ich hier nicht öffentlich verbreiten, es gibt schon genug Auseinandersetzungen im  Verein. Das wollen und das werden wir auf einer Mitgliederver-sammlung intern vorgetragen.

HB: Die wohl erst im nächsten Jahr stattfindet?

KHL: Nein, Anita Goßler hat bereits zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober eingeladen. Der Oktober ist wohl etwas spät, aber die Anberaumung der Versammlung ist notwendig und geht voll in  Ordnung. Wir haben vorgeschlagen, statt der angesetzten Nachwahl zu zwei nicht besetzten Vorstandsposten den gesamten Vorstand neu zu wählen. Damit könnten wir die Auseinander-setzungen beenden, wieder klare Verhältnisse schaffen und uns den wirklich wichtigen  Aufgaben zuwenden.                                                                                                                                                                                                                                          HB: Ist der Vorstand damit einverstanden?

KHL: Hoffentlich, wir haben bisher (15.07.) noch keine Antwort erhalten. Aber das ist ja auch nur eines der Probleme: Wir haben auch vorgeschlagen, Anita Goßler von keiner Seite bestritten als „kommissarische Vorsitzende“ anzuerkennen. Das wäre ein gangbarer Weg nach dem Austritt von Inge Naumann aus dem Verein, den man, die Nichtigkeit der kritisierten  Wahl unterstellt, auch als Rücktritt interpretieren könnte. Damit wäre der Weg frei, Neuwahlen durchzusetzen und den Verein  wieder zu befrieden.                                                                                                                                                                                                                  HB: Inzwischen eskaliert wohl die Auseinandersetzung. Es wurden wohl hässliche Mails und Briefe versandt…

KHL: Das ist äußerst schmerzlich und bedauerlich. Wir sollten uns alle erinnern, woher wir kommen und wohin wir wollen. Da sind derartige Schreiben, die sich weit über eine sachliche Kritik hinaus bewegen, völlig daneben. Wenn  dann so etwas auch von einer Seite geschieht oder das eine Kameradin schreibt, die selbst in einer Stiftung arbeitet und eigentlich mit den Schwierigkeiten von Haftfolgen  und daraus erwachsener Emotionen vertraut sein sollte, tut das richtig weh. Wir brauchen kein Öl ins Feuer, wir brauchen besonnene und zielgerichtete Beiträge, um aus dieser schweren Krise wieder herauszukommen. Beschimpfungen und zusätzliche Verletzungen helfen da nicht weiter.

HB: Gibt es denn Erkenntnisse, wer da Sand ins Getriebe streut? Der Frauenkreis ist ja wohl nicht alleine von dieser Krise erfasst. Von anderen Vereinen hört man Ähnliches…

KHL: Wie bereits gesagt, zusätzliche Verletzungen helfen da nicht weiter. Darum wollen wir von uns aus, schon gar nicht über die Öffentlichkeit, die Kritik verschärfen. Unser Einspruch liegt vor, über den sollte diskutiert und muß entschieden werden. Wenn das einvernehmlich über eine Mitglieder-versammlung und die vorgeschlagenen Neuwahlen läuft, um so besser. Dass der Frauenkreis und auch die von Ihnen angesprochenen Verbände sicherlich Entscheidungen  treffen müssen, um die Spreu vom Weizen zu trennen, sprich sich von berufsmäßigen Zersetzern und Intriganten trennen müssen, bleibt wohl eine aktuelle Notwendigkeit. Sonst können wir unsere Vereine schon jetzt schließen, da brauchen wir keine biologische Lösung abzuwarten. Das wäre in der Tat dann ein später Sieg der Stasi, das brauchen wir nicht.

HB: Herr Labahn, wir bedanken  uns für das Gespräch.

Besuch bei Erika Riemann

Große Freude: Tatjana Sterneberg bei Erika Riemann – Foto: LyrAg

Tatjana Sterneberg, Berlin, besuchte unlängst Erika Riemann in Hamburg. Die Hoheneckerin und Buchautorin („Die Schleife an Stalins Bart“ und „Der Bart ist ab“) hatte vor einem  Jahr einen Schlaganfall erlitten. Seit wenigen  Wochen kann sie wieder sprechen und auch das Lesen geht voran. Erika Riemann freute sich herzlich über den unerwarteten Besuch. Sie bat Tatjana Sterneberg,  die Weggefährten aus dem ehemaligen DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck zu grüßen.

Letzte Meldung:

Das Aufsicht-führende Ministerium hat auf die Diensaufsichtsbeschwerde des Fördervereins gegen den Direktor der Stiftung Sächsische Gedenkstätten (wir berichteten) reagiert und dem Verein mitgeteilt, dass Herr Reiprich darauf hingewiesen wurde, „insbesondere … mit Tatsachenbehauptungen, wie im E-Mail an die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft, sorgsam umzugehen“.

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Zur Förderung unserer Arbeit sind wir sowohl auf Ihre Mitarbeit wie auf Beiträge und Spenden angewiesen:

Unser Konto: 725004037 – BLZ: 870 540 00

Erzgebirgssparkasse

Fordern Sie einen  Aufnahmeantrag an – Wir bedanken uns herzlich im Voraus!

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 © 2012 Redaktion: Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck e.V., verantwortlich: C.W. Holzapfel, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin
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