Berlin/Hofheim-Wallau, 28.06.2012/cw – Das schwedische Möbelhaus IKEA hat einen „unabhängigen Untersuchungsausschuss“ (so Pressesprecherin Sabine Nold) eingerichtet, um die diversen Vorwürfe gegen IKEA im Zusammenhang mit geleisteter Zwangsarbeit durch einstige politische Gefangene in der DDR zu untersuchen.

Nach Nold habe man bereits „tausende Akten der BStU“ gesichtet, ohne bisher „eindeutige und aussagefähige Unterlagen“ gefunden zu haben. Daher habe man sich dazu entschlossen, eine kostenlose Hotline (Tel.: 0800 0007 303) einzurichten, um Betroffenen und Zeitzeugen die Möglichkeit zu geben, sich direkt an den Untersuchungsausschuss zu wenden. Hilfreich seien neben den Angaben über Ort, Zeitraum und Tätigkeit besonders Informationen, die den einstigen  Gefangenen Hinweise auf eine Involvierung des schwedische  Möbelhauskonzerns gegeben hätten.

Erstaunt zeigte sich Sabine Nold darüber, dass die Medien die Hotline in der jüngsten Berichterstattung nicht veröffentlicht hätten, obwohl IKEA in der eigens zu diesem Zweck herausgegebenen Presseerklärung ausdrücklich darauf verwiesen habe.

Abschließend betonte Nold gegenüber der Vereinigung 17. Juni, dass IKEA „nach wie vor“ an einer gründlichen  Aufklärung der Vorwürfe gelegen sei und man „mit Hochdruck“ daran arbeite.

Die Vereinigung 17. Juni bittet darum, sich im Falle einer Meldung bei IKEA auch dem Verein Rückmeldung zu geben, damit „nach dem Vier-Augen-Prinzip“ eine Erfassung der tatsächlich erfolgten  Meldungen an den Möbelhaus-Konzern möglich ist: Unter verein17juni1953@aol.com ist dies jederzeit formlos möglich.

Die Vereinigung wird sich in dieser Sache erneut an BStU-Chef Roland Jahn wenden und diesen wegen der grundsätzlichen Bedeutung bitten, eigene Ermittlungen  einzuleiten und Sichtungen der Akten mit dem Ziel vorzunehmen, Belege aufzufinden, die eine Zwangsarbeit für IKEA und/oder eine Beauftragung von DDR-Unternehmen durch den schwedischen  Möbelhauskonzern belegten.

Rückfragen unter: 030-30207785 oder 0176-48061953 (Vorstand).

Nachfolgend die PE vom 25.06.2012 von IKEA zur Information:

„IKEA intensiviert Untersuchung der DDR- Vergangenheit

[National]  Hofheim-Wallau, 25.6.2012. Hotline soll zur Aufklärung der Produktions-bedingungen bei Lieferanten in der ehemaligen DDR beitragen.

Das schwedische Möbelunternehmen hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich Menschen melden können, die zur Aufklärung der Produktionsbedingungen von IKEA Produkten bei Lieferanten in der ehemaligen DDR beitragen möchten. Die Angaben werden im Rahmen einer bereits laufenden, externen Untersuchung entgegengenommen. IKEA erhofft sich von diesem Schritt ein möglichst vollständiges Bild der damaligen Ereignisse zu erhalten. Beauftragt mit der Aufklärung der Sachverhalte ist eine gesetzlich zur Unabhängigkeit und Verschwiegenheit verpflichtete Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit einem spezialisierten Team aus Historikern, Sozialwissenschaftlern und Ermittlungsexperten wird die Ernst & Young GmbH Wirtschafts-äprüfungsgesellschaft die DDR-Vergangenheit von IKEA aufarbeiten.

Seite 1 der PE: Hotline für DDR-Opfer

IKEA akzeptiert keine Zwangsarbeit

IKEA verurteilt die Beschäftigung von politischen Gefangenen in der Produktion aufs Schärfste und nimmt die Vorwürfe, dass dies bei der Produktion von IKEA-Produkten in den 60er- bis 80er-Jahren in der ehemaligen DDR passiert sein soll, sehr ernst. Sollte das tatsächlich passiert sein, so ist dies völlig unakzeptabel und zutiefst bedauerlich. Unsere Produkte müssen unter akzeptablen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Seit 2000 gilt bei uns ein sehr strenger Verhaltenskodex (IWAY), um dies sicherzustellen. Mithilfe eines gut entwickelten Kontrollsystems überprüfen wir, dass dieser Kodex eingehalten wird. Wir führen jährlich mehr als 1.000 angekündigte und unangekündigte Kontrollen bei unseren Lieferanten durch.

Zeitzeugen oder Menschen, die Angaben zu Produktion von IKEA Produkten in der ehemaligen DDR machen möchten, erreichen das Team von Ernst & Young

  • telefonisch: montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr unter der
    kostenfreien Nummer 0800 0007 303 oder
    aus dem Ausland (gebührenpflichtig) 0049 6196 996 14023,
  • per Fax: 0049 6196 996 19854
  • per E-Mail: DDRAufarbeitung.IKEA@de.ey.com oder
  • per Post:
    Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
    Stichwort: IKEA DDR Aufarbeitung
    Mergenthalerallee 3-5
    65760 Eschborn

Alle Angaben können selbstverständlich auch anonym übermittelt werden.“

http://www.ikea.com/de/de/about_ikea/newsitem/DDR-Hotline

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin