Hofheim/Wallau, 26.06.2012/cw – Das Handelsblatt berichtet heute über die Absicht der schwedischen  Möbelhauskette IKEA, für die einstigen SED-Opfer, die in DDR-Gefängnissen Zwangsarbeit für den Konzern verrichten mussten, eine Telefon-Hotline einzurichten. Über diese Hotline erwarte IKEA Informationen über Vorwürfe und Abläufe der berichteten  Zwangsarbeit. Der Konzern will „unabhängig und extern“ die Vorwürfe untersuchen  und aufklären, berichtet das Wirtschaftsblatt unter Bezug auf eine entsprechende Presseerklärung von IKEA-Deutschland.

Die Vereinigung 17. Juni mit Sitz in Berlin hatte im vergangenen Herbst nach einem  NDR-Bericht das Thema aufgegriffen, erneut thematisiert und zum  Anlass genommen, das Möbelhaus anzuschreiben und Aufklärung gefordert, was IKEA zusagte. Im April 2012 griff das schwedische Fernsehen das Thema auf; danach geriet der schwedische Möbel-Riese in die Schlagzeilen. Auch das Handelsblatt hatte am Beispiel von Dieter Ott, einem ehemaligen politischen DDR-Häftling, die Zwangsarbeit für IKEA beschrieben und mit Tatjana Sterneberg eine ehemalige Hoheneckerin zitiert, die ihrerseits für andere Firmen ebenfalls Zwangsarbeit leisten mußte. Die Produkte aus Hoheneck fanden sich unter anderem in den Katalogen oder Kaufhäusern von Neckermann und Quelle wieder.

Im Gegensatz zu dem Schweden-Konzern ist trotz vielfacher Anschreiben in den vergangenen Jahrzehnten von deutschen  Firmen bisher keine Bereitschaft signalisiert worden, eigene Verantwortlichkeiten für die Einbeziehung von DDR-Gefängnissen in die eigene Produktion zu überprüfen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ddr-haeftlinge-ikea-will-zwangsarbeit-vorwuerfe-aufklaeren/6796674.html

 V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

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