Berlin/Leipzig, 7.05.2012 – IKEA, Neckermann, Salamander – all diese Unternehmen stehen jetzt in der Kritik, weil einen Teil ihrer Waren Zwangsarbeiter in der ehemaligen DDR produziert haben sollen. Für die Westfirmen war das äußerst preiswert. Und für die DDR ein gutes Geschäft – haben die Häftlinge doch dringend benötigte Devisen für die marode Republik beschafft. Die Arbeitsbedingungen aber waren äußerst hart.

Viele der kritisierten Firmen zeigen wenig Interesse an diesem Thema. Denn sie befürchten horrende Entschädigungszahlungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter. Außerdem sind einige der Unternehmen mittlerweile pleite – wer trägt heute die Verantwortung für die Geschäfte aus den 70er- und 80er-Jahren? Positiv wird die Reaktion des schwedischen Möbelriesen IKEA bewertet. Nach massiver Kritik kündigte der Konzern jetzt an, die Akten in der Berliner Stasi-Unterlagen-Behörde sichten zu lassen. Behördenleiter Roland Jahn hofft nun, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen und ebenfalls für Transparenz sorgen.

Exakt-Reporter begeben sich auf Spurensuche, treffen Zeitzeugen und gehen den Fragen nach: Wer hat für welchen Konzern gearbeitet? Welche Firmen sind heute um Aufarbeitung bemüht und wer leugnet seine fragwürdigen Geschäftsverbindungen in die ehemalige DDR?

Verschwiegene Schuld – das Schicksal von Zwangsarbeitern – das und mehr sehen Sie am Mittwoch, um 20:15 Uhr, in Ihrem MDR-Nachrichtenmagazin Exakt.

 Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2012, 20:34 Uhr

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